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Sonstige · Nissan Chemical

Dinagam

BVL Zul.-Nr. 034060-61

Dinagam ist ein hochselektives Herbizid (Graminizid) zur gezielten Bekämpfung von einjährigen einkeimblättrigen Unkräutern und der Gemeinen Quecke in einer Vielzahl von zweikeimblättrigen Kulturen wie Kartoffeln, Raps, Rüben und verschiedenen Leguminosen. Dank seiner Formulierung dringt der Wirkstoff schnell in die Blätter der Schadgräser ein und wird systemisch in der gesamten Pflanze verteilt.

Das Pflanzenschutzmittel zeichnet sich durch eine hervorragende Kulturverträglichkeit aus, da der Wirkstoff in zweikeimblättrigen Kulturen rasch metabolisiert und somit unschädlich gemacht wird. Dies ermöglicht eine flexible Anwendung über ein breites BBCH-Spektrum hinweg, ohne die Entwicklung der Hauptkultur zu beeinträchtigen.

Dinagam ist ein unverzichtbarer Baustein im modernen Ackerbau und Gemüsebau, um den Konkurrenzdruck durch hartnäckige Ungräser frühzeitig auszuschalten. Die schnelle Regenfestigkeit sorgt zudem für eine hohe Anwendungssicherheit auch unter wechselhaften Witterungsbedingungen.

Wirkstoffe

Quizalofop-P
50 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der enthaltene Wirkstoff Quizalofop-P gehört zur chemischen Klasse der Aryloxyphenoxypropionate (FOPs) und ist in die HRAC-Gruppe 1 eingestuft. Er wirkt als selektiver Inhibitor des Enzyms Acetyl-CoA-Carboxylase (ACCase), welches eine Schlüsselrolle bei der Fettsäurebiosynthese in einkeimblättrigen Pflanzen spielt. Nach der Aufnahme über die Blätter wird der Wirkstoff systemisch sowohl im Phloem als auch im Xylem transportiert und reichert sich in den meristematischen Geweben der Ungräser an. Dort führt die Blockade der Fettsäuresynthese zu einem schnellen Wachstumsstopp der Schadgräser. Innerhalb weniger Tage verfärben sich die Herzblätter und die Knoten der Gräser sterben ab, was schließlich zum vollständigen Absterben des gesamten Ungrases führt.

Resistenzmanagement

Um der Entstehung von Resistenzen bei Ungräsern vorzubeugen, solltest du Dinagam stets im Rahmen eines integrierten Pflanzenschutzkonzepts einsetzen. Vermeide den wiederholten, alleinigen Einsatz von ACCase-Hemmern (HRAC-Gruppe 1) auf derselben Fläche. Kombiniere oder rotiere die Anwendung stattdessen mit Herbiziden anderer Wirkmechanismen und nutze ackerbauliche Maßnahmen wie eine vielseitige Fruchtfolge und mechanische Bodenbearbeitung zur Reduzierung des Unkrautdrucks.

Mischbarkeit & Tankmischung

Dinagam ist im Allgemeinen gut mit vielen gängigen Fungiziden und Insektiziden mischbar. Bei geplanten Tankmischungen mit anderen Herbiziden, insbesondere gegen zweikeimblättrige Unkräuter, kann es jedoch zu antagonistischen Effekten kommen, die die Wirkung gegen die Ungräser abschwächen. In solchen Fällen empfiehlt sich eine zeitlich versetzte Anwendung. Achte stets auf eine ausreichende Wasseraufwandmenge und vermeide Mischungen bei extremen Temperaturen oder wenn die Kulturen unter Trocken- oder Froststress stehen.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit Dinagam ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug, Schutzhandschuhen und Schutzbrille, unerlässlich. Da keine spezifische Bienengefährdungsklasse angegeben ist, solltest du zum Schutz von Bestäubern die Anwendung nicht in blühende Bestände oder an Orten durchführen, an denen Bienen aktiv auf Trachtsuche sind; weiche vorzugsweise auf die Abendstunden aus. Um Einträge in Oberflächengewässer und empfindliche Saumbiotope zu vermeiden, sind Abdriften strikt zu minimieren und die allgemeinen Gewässerschutzauflagen sowie Abstandsregelungen sorgfältig einzuhalten.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
SpinatEinjährige einkeimblättrige Unkräuter11–451.25 LITER_PER_HECTARE28T
frische KräuterGemeine Quecke11–992 LITER_PER_HECTARE90T
FuttererbseEinjährige einkeimblättrige Unkräuter11–391.5 LITER_PER_HECTARE49T
FutterrübeGemeine Quecke10–392 LITER_PER_HECTARE60T
SchnittmangoldEinjährige einkeimblättrige Unkräuter1.25 LITER_PER_HECTARE28T
frische KräuterGemeine Quecke11–992 LITER_PER_HECTARE90T
WinterrapsGemeine Quecke10–392 LITER_PER_HECTARE90T
ZuckerrübeEinjährige einkeimblättrige Unkräuter10–391.25 LITER_PER_HECTARE60T
ZuckerrübeGemeine Quecke10–392 LITER_PER_HECTARE60T
ChicoreeEinjährige einkeimblättrige Unkräuter11–451.25 LITER_PER_HECTARE
MöhreGemeine Quecke10–492 LITER_PER_HECTARE42T
FuttererbseGemeine Quecke11–392.5 LITER_PER_HECTARE49T
SojabohneEinjährige einkeimblättrige Unkräuter49–591.5 LITER_PER_HECTARE90T
WinterrapsEinjährige einkeimblättrige Unkräuter10–391.25 LITER_PER_HECTARE90T
WinterrapsGemeine Quecke10–392 LITER_PER_HECTARE90T
SojabohneGemeine Quecke49–592.5 LITER_PER_HECTARE90T
StielmangoldEinjährige einkeimblättrige Unkräuter1.25 LITER_PER_HECTARE28T
FutterrübeEinjährige einkeimblättrige Unkräuter10–391.25 LITER_PER_HECTARE60T
WinterrapsEinjährige einkeimblättrige Unkräuter10–391.25 LITER_PER_HECTARE90T
SojabohneGemeine Quecke11–292.5 LITER_PER_HECTARE90T
WurzelzichorieEinjährige einkeimblättrige Unkräuter1.25 LITER_PER_HECTARE
KartoffelEinjährige einkeimblättrige Unkräuter10–391.25 LITER_PER_HECTARE49T
frische KräuterEinjährige einkeimblättrige Unkräuter11–991.25 LITER_PER_HECTARE90T
frische KräuterEinjährige einkeimblättrige Unkräuter11–991.25 LITER_PER_HECTARE90T
AckerbohneEinjährige einkeimblättrige Unkräuter11–391.5 LITER_PER_HECTARE49T
MöhreEinjährige einkeimblättrige Unkräuter10–491.25 LITER_PER_HECTARE42T
KartoffelGemeine Quecke10–392 LITER_PER_HECTARE49T
AckerbohneGemeine Quecke11–392.5 LITER_PER_HECTARE49T
SojabohneEinjährige einkeimblättrige Unkräuter11–291.5 LITER_PER_HECTARE90T

Häufige Fragen

Wie erkennst du, ob Dinagam bei den Ungräsern bereits wirkt?

Erste Symptome zeigen sich meist nach einigen Tagen: Das Wachstum der Schadgräser stoppt sofort, und die jüngsten Herzblätter verfärben sich gelblich bis rötlich. Wenn du leicht an den inneren Blättern ziehst, lassen sich diese mühelos aus der Blattscheide herausziehen, da das Gewebe an den Vegetationspunkten bereits abstirbt.

Welches Entwicklungsstadium der Ungräser ist optimal für die Behandlung mit Dinagam?

Die beste Wirkung gegen einjährige einkeimblättrige Unkräuter erzielst du, wenn sich diese im aktiven Wachstum befinden und das Stadium vom 2-Blatt-Stadium bis zum Bestockungsende (BBCH 12–29) erreicht haben. Bei der Bekämpfung der Gemeinen Quecke solltest du warten, bis diese genügend Blattmasse gebildet hat (ca. 15–20 cm Wuchshöhe), damit ausreichend Wirkstoff aufgenommen und in die Rhizome transportiert werden kann.

Kannst du Dinagam auch bei kühlen Temperaturen im Frühjahr oder Herbst einsetzen?

Ja, eine Anwendung ist auch bei kühleren Temperaturen möglich, solange die Schadgräser aktiv wachsen und kein Frost herrscht. Bei kühler Witterung verläuft der Absterbeprozess der Ungräser lediglich etwas langsamer, da der Stoffwechsel der Pflanzen verlangsamt ist; die endgültige herbizide Wirkung wird dadurch jedoch nicht beeinträchtigt.

Warum ist Dinagam für zweikeimblättrige Kulturen so gut verträglich?

Zweikeimblättrige Kulturen besitzen eine natürliche Toleranz gegenüber dem Wirkstoff Quizalofop-P. Sie sind in der Lage, den Wirkstoff nach der Aufnahme extrem schnell biochemisch abzubauen und zu metabolisieren, bevor er Schaden anrichten kann. Zudem unterscheidet sich die Struktur ihrer ACCase-Enzyme grundlegend von der der einkeimblättrigen Pflanzen.

Was solltest du tun, wenn kurz nach der Anwendung Regen droht?

Dinagam wird sehr schnell von den Blättern der Ungräser aufgenommen. In der Regel ist das Pflanzenschutzmittel bereits ein bis zwei Stunden nach dem Antrocknen des Spritzbelags regenfest. Sollte es unmittelbar nach der Applikation stark regnen, kann die Wirkung gemindert sein, weshalb du die Wettervorhersage vor der Behandlung prüfen solltest.

Wie findest du heraus, ob Dinagam für deine spezifische Kultur im Farmable-Hub registriert ist?

Du kannst im Farmable-Hub direkt nach deiner Kultur filtern oder die Zulassungsdatenbank nach der BVL-Registrierungsnummer 034060-61 durchsuchen. Dort siehst du auf einen Blick alle für deine Kultur zugelassenen Anwendungen, die spezifischen Aufwandmengen und die einzuhaltenden Wartezeiten.