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OTHER · Nissan Chemical

GRAMFIX

BVL Zul.-Nr. 034060-60

GRAMFIX ist ein hochselektives, systemisches Herbizid (Graminizid) zur gezielten Bekämpfung von einjährigen einkeimblättrigen Unkräutern und der Gemeinen Quecke. Als bewährtes Pflanzenschutzmittel von Nissan Chemical basiert es auf dem aktiven Wirkstoff Quizalofop-P, der in einer anwenderfreundlichen Formulierung vorliegt. Es wird vor allem in zweikeimblättrigen Kulturen wie Kartoffeln, Raps, Zuckerrüben und verschiedenen Leguminosen eingesetzt, um den Konkurrenzdruck durch Ungräser frühzeitig und nachhaltig zu unterbinden.

Dank seiner hervorragenden Selektivität schont GRAMFIX die behandelten Kulturen selbst in sensiblen Wachstumsphasen. Das Mittel dringt rasch in die Blätter der Schadgräser ein und verteilt sich systemisch in der gesamten Pflanze bis in die Wurzeln und Rhizome. Dies macht es zu einem unverzichtbaren Baustein im modernen Ackerbau, insbesondere bei der Bekämpfung hartnäckiger, ausdauernder Ungräser wie der Gemeinen Quecke, die über ein starkes unterirdisches Rhizomnetzwerk verfügt.

Wirkstoffe

Quizalofop-P
50 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der Wirkstoff Quizalofop-P gehört zur chemischen Klasse der Aryloxyphenoxypropionate ("Fops") und ist als ACCase-Hemmer in die HRAC-Gruppe 1 eingestuft. Der Wirkungsmechanismus basiert auf der Blockade des Enzyms Acetyl-CoA-Carboxylase, welches eine Schlüsselrolle bei der Fettsäuresynthese in einkeimblättrigen Pflanzen spielt. Durch diese Hemmung wird der Aufbau von Zellmembranen in den Bildungsgeweben (Meristemen) der Ungräser unterbunden, was zu einem schnellen Wachstumsstopp führt. Sichtbare Symptome zeigen sich meist nach einigen Tagen: Die jüngsten Blätter verfärben sich im Herz der Pflanze gelb oder rötlich und lassen sich leicht herausziehen. Im weiteren Verlauf stirbt das gesamte Gewebe der Schadgräser ab. Da zweikeimblättrige Kulturen eine strukturell andere ACCase besitzen, sind sie gegenüber diesem Wirkstoff vollständig tolerant, was die hohe Selektivität von GRAMFIX erklärt.

Resistenzmanagement

Um das Risiko einer Resistenzentwicklung bei Schadgräsern (wie beispielsweise Ackerfuchsschwanz oder Windhalm) zu minimieren, sollte GRAMFIX stets in ein integriertes Herbizidmanagement integriert werden. Dies umfasst den konsequenten Wechsel mit Herbiziden anderer HRAC-Wirkstoffklassen sowie pflanzenbauliche Maßnahmen wie eine vielseitige Fruchtfolge und mechanische Bodenbearbeitung. Ein wiederholter, alleiniger Einsatz von ACCase-Hemmern auf derselben Fläche ist unbedingt zu vermeiden.

Mischbarkeit & Tankmischung

GRAMFIX ist grundsätzlich mit vielen gängigen Fungiziden und Insektiziden mischbar. Bei geplanten Tankmischungen mit Herbiziden gegen zweikeimblättrige Unkräuter (Breitbandherbizide) kann es jedoch zu antagonistischen Effekten kommen, welche die Wirkung gegen die Ungräser abschwächen. In solchen Fällen empfiehlt sich eine Splitting-Anwendung mit einem zeitlichen Abstand von einigen Tagen. Für eine optimale Benetzung und Wirkstoffaufnahme sollte auf eine ausreichende Wasseraufwandmenge und die Einhaltung der optimalen Temperaturbedingungen (wüchsiges Wetter, keine extreme Hitze oder Frost) geachtet werden.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit GRAMFIX sind die gesetzlich vorgeschriebenen PSA-Maßnahmen (wie Schutzhandschuhe und Schutzanzug bei der Ausbringung) strikt einzuhalten. Da der Wirkstoff Quizalofop-P als gewässergefährdend eingestuft ist, müssen die vorgeschriebenen Abstandsauflagen zu Oberflächengewässern (Abdriftminderungsklassen) exakt beachtet werden, um den Eintrag in aquatische Ökosysteme zu verhindern. Das Pflanzenschutzmittel ist bei sachgemäßer Anwendung in der Regel als nicht bienengefährlich (B4) eingestuft, dennoch sollte der direkte Kontakt mit blühenden Beständen und Unkräutern während des Bienenflugs vermieden werden.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
FuttererbseGemeine Quecke11–392.5 LITER_PER_HECTARE49T
KartoffelGemeine Quecke10–392 LITER_PER_HECTARE49T
frische KräuterEinjährige einkeimblättrige Unkräuter11–991.25 LITER_PER_HECTARE90T
WinterrapsGemeine Quecke10–392 LITER_PER_HECTARE90T
ChicoreeEinjährige einkeimblättrige Unkräuter11–451.25 LITER_PER_HECTARE
SojabohneGemeine Quecke11–292.5 LITER_PER_HECTARE90T
FutterrübeGemeine Quecke10–392 LITER_PER_HECTARE60T
KartoffelEinjährige einkeimblättrige Unkräuter10–391.25 LITER_PER_HECTARE49T
FuttererbseEinjährige einkeimblättrige Unkräuter11–391.5 LITER_PER_HECTARE49T
WinterrapsEinjährige einkeimblättrige Unkräuter10–391.25 LITER_PER_HECTARE90T
WurzelzichorieEinjährige einkeimblättrige Unkräuter1.25 LITER_PER_HECTARE
ZuckerrübeEinjährige einkeimblättrige Unkräuter10–391.25 LITER_PER_HECTARE60T
SpinatEinjährige einkeimblättrige Unkräuter11–451.25 LITER_PER_HECTARE28T
MöhreEinjährige einkeimblättrige Unkräuter10–491.25 LITER_PER_HECTARE42T
frische KräuterGemeine Quecke11–992 LITER_PER_HECTARE90T
SojabohneEinjährige einkeimblättrige Unkräuter49–591.5 LITER_PER_HECTARE90T
FutterrübeEinjährige einkeimblättrige Unkräuter10–391.25 LITER_PER_HECTARE60T
StielmangoldEinjährige einkeimblättrige Unkräuter1.25 LITER_PER_HECTARE28T
frische KräuterGemeine Quecke11–992 LITER_PER_HECTARE90T
SchnittmangoldEinjährige einkeimblättrige Unkräuter1.25 LITER_PER_HECTARE28T
MöhreGemeine Quecke10–492 LITER_PER_HECTARE42T
ZuckerrübeGemeine Quecke10–392 LITER_PER_HECTARE60T
AckerbohneGemeine Quecke11–392.5 LITER_PER_HECTARE49T
WinterrapsGemeine Quecke10–392 LITER_PER_HECTARE90T
frische KräuterEinjährige einkeimblättrige Unkräuter11–991.25 LITER_PER_HECTARE90T
WinterrapsEinjährige einkeimblättrige Unkräuter10–391.25 LITER_PER_HECTARE90T
AckerbohneEinjährige einkeimblättrige Unkräuter11–391.5 LITER_PER_HECTARE49T
SojabohneGemeine Quecke49–592.5 LITER_PER_HECTARE90T
SojabohneEinjährige einkeimblättrige Unkräuter11–291.5 LITER_PER_HECTARE90T

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für die Behandlung der Gemeinen Quecke mit GRAMFIX?

Die Gemeine Quecke wird am effektivsten bekämpft, wenn sie eine Wuchshöhe von etwa 15 bis 20 cm erreicht hat und über ausreichend Blattfläche verfügt, um den Wirkstoff systemisch aufzunehmen. Zu diesem Zeitpunkt ist der Saftstrom aktiv, was den Transport von Quizalofop-P in die unterirdischen Rhizome maximiert und einen nachhaltigen Bekämpfungserfolg sichert.

Warum sollte GRAMFIX nicht unmittelbar vor oder nach einem Frostereignis ausgebracht werden?

Für eine optimale Wirkung benötigt GRAMFIX wüchsiges Wetter, da der Wirkstofftransport in der Pflanze stark von deren Stoffwechselaktivität abhängt. Bei Frost oder extremer Trockenheit stellen die Ungräser ihr Wachstum ein, was die Aufnahme und systemische Verteilung des Herbizids drastisch reduziert und zu unzureichenden Bekämpfungsergebnissen führen kann.

Gibt es Einschränkungen bei der Mischbarkeit mit Herbiziden gegen breitblättrige Unkräuter?

Ja, Mischungen mit bestimmten Herbiziden gegen zweikeimblättrige Unkräuter können einen Antagonismus hervorrufen, der die Gräserwirkung von GRAMFIX abschwächt. Um dies zu vermeiden, sollte zwischen der Anwendung von GRAMFIX und einem Breitblatt-Herbizid ein zeitlicher Abstand von mindestens 3 bis 5 Tagen eingehalten werden.

Wie schnell ist GRAMFIX regenfest?

GRAMFIX wird dank seiner Formulierung rasch von den Blättern der Schadgräser aufgenommen. In der Regel ist das Pflanzenschutzmittel bereits etwa 1 bis 2 Stunden nach der Anwendung regenfest, sodass anschließende Niederschläge die herbizide Wirkung nicht mehr beeinträchtigen.

Wie erkenne ich, ob die Behandlung mit GRAMFIX erfolgreich war?

Erste Symptome zeigen sich nach etwa 7 bis 10 Tagen. Die jüngsten Herzblätter der Ungräser verfärben sich gelblich oder rötlich-braun und lassen sich leicht aus der Blattscheide ziehen. Das vollständige Absterben der Schadgräser kann je nach Witterung 2 bis 3 Wochen dauern.

Kann GRAMFIX auch in Mischung mit flüssigen Stickstoffdüngern (AHL) ausgebracht werden?

Von einer gemeinsamen Ausbringung mit reiner Ammoniumnitrat-Harnstoff-Lösung (AHL) wird abgeraten, da dies das Risiko von Kulturverätzungen (Phytotoxizität) erheblich erhöht. Geringe Mengen an Blattdüngern oder Mikronährstoffen können nach vorheriger Verträglichkeitsprüfung beigemischt werden, sofern die Kultur nicht unter Stress steht.