GRAMIN
GRAMIN ist ein hochselektives, systemisches Herbizid (Graminizid) zur gezielten Bekämpfung von einjährigen einkeimblättrigen Unkräutern und der Gemeinen Quecke. Als bewährte Formulierung mit dem Wirkstoff Quizalofop-P (50 g/l) bietet das Pflanzenschutzmittel eine hervorragende Selektivität in einer Vielzahl von zweikeimblättrigen Kulturen wie Kartoffeln, Raps, Zuckerrüben, Sojabohnen und verschiedenen Gemüsekulturen.
Nach der Aufnahme über die Blätter wird der Wirkstoff rasch in der Pflanze transportiert und sammelt sich in den meristematischen Geweben der Ungräser an. Dies führt zu einem schnellen Wachstumsstopp und dem anschließenden Absterben der Schadgräser, während die zweikeimblättrigen Kulturen völlig unbeeinflusst bleiben. GRAMIN ist damit ein unverzichtbarer Baustein für die Unkrautkontrolle im Nachauflauf.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Der in GRAMIN enthaltene Wirkstoff Quizalofop-P gehört zur chemischen Klasse der Aryloxyphenoxypropionate (FOPs) und wird der HRAC-Gruppe 1 (ehemals Gruppe A) zugeordnet. Der Wirkungsmechanismus basiert auf der selektiven Hemmung des Enzyms Acetyl-CoA-Carboxylase (ACCase), welches eine Schlüsselrolle bei der Fettsäuresynthese von einkeimblättrigen Pflanzen spielt. Durch diese Blockade wird der Aufbau von Zellmembranen in den Wachstumszonen (Meristemen) der Ungräser unterbunden. Zweikeimblättrige Kulturen besitzen eine strukturell andere ACCase, die durch den Wirkstoff nicht blockiert wird, was die hervorragende Kulturverträglichkeit erklärt. Erste Symptome wie Vergilbungen der jüngsten Blätter und Herzblattfäule zeigen sich meist nach wenigen Tagen, gefolgt vom vollständigen Absterben des gesamten Ungrases inklusive der unterirdischen Ausläufer bei der Quecke.
Resistenzmanagement
Um das Risiko einer Resistenzbildung bei wichtigen Ungräsern wie Acker-Fuchsschwanz oder Windhalm zu minimieren, solltest du GRAMIN stets in ein vorausschauendes Resistenzmanagement einbinden. Vermeide den wiederholten, alleinigen Einsatz von ACCase-Hemmern (HRAC-Gruppe 1) auf derselben Fläche. Nutze stattdessen im Fruchtfolge-Verlauf Wirkstoffe aus anderen HRAC-Klassen und kombiniere mechanische Maßnahmen mit pflanzenbaulichen Praktiken wie einer abwechslungsreichen Fruchtfolge.
Mischbarkeit & Tankmischung
GRAMIN zeigt sich in der Praxis als sehr gut mischbar mit vielen gängigen Fungiziden und Insektiziden, die in den zugelassenen Kulturen zum Einsatz kommen. Bei Mischungen mit anderen Herbiziden, insbesondere gegen zweikeimblättrige Unkräuter, kann es jedoch unter ungünstigen Bedingungen zu antagonistischen Effekten kommen, welche die Gräserwirkung reduzieren. Achte darauf, Mischungen immer zeitnah auszubringen und die Gebrauchsanleitungen der Mischpartner genau zu beachten. Die Zugabe von Additiven ist in der Regel nicht erforderlich, da die Formulierung bereits für eine optimale Benetzung und Wirkstoffaufnahme optimiert ist.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Beim Umgang mit GRAMIN ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug, Schutzhandschuhen und Augenschutz, obligatorisch. Da keine spezifische Bienengefährdungsklasse im Zulassungsbescheid vorgegeben ist, solltest du zum Schutz von Bestäubern dennoch allgemeine Vorsichtsmaßnahmen treffen: Vermeide Anwendungen auf blühenden Kulturen oder an Orten, an denen Bienen aktiv auf Trachtsuche sind, und verlege die Behandlung bevorzugt in die späten Abendstunden. Achte zudem darauf, Abdrift auf angrenzende Gewässer und Nichtzielflächen durch den Einsatz abdriftmindernder Düsentechnik konsequent zu verhindern.
Zugelassene Anwendungen
| Kultur | Ziel-Schaderreger | BBCH | Aufwand | Wartezeit |
|---|---|---|---|---|
| Futtererbse | Gemeine Quecke | 11–39 | 2.5 LITER_PER_HECTARE | 49T |
| Spinat | Einjährige einkeimblättrige Unkräuter | 11–45 | 1.25 LITER_PER_HECTARE | 28T |
| Kartoffel | Gemeine Quecke | 10–39 | 2 LITER_PER_HECTARE | 49T |
| Sojabohne | Einjährige einkeimblättrige Unkräuter | 49–59 | 1.5 LITER_PER_HECTARE | 90T |
| frische Kräuter | Gemeine Quecke | 11–99 | 2 LITER_PER_HECTARE | 90T |
| Futterrübe | Einjährige einkeimblättrige Unkräuter | 10–39 | 1.25 LITER_PER_HECTARE | 60T |
| Sojabohne | Gemeine Quecke | 49–59 | 2.5 LITER_PER_HECTARE | 90T |
| Futterrübe | Gemeine Quecke | 10–39 | 2 LITER_PER_HECTARE | 60T |
| Futtererbse | Einjährige einkeimblättrige Unkräuter | 11–39 | 1.5 LITER_PER_HECTARE | 49T |
| Chicoree | Einjährige einkeimblättrige Unkräuter | 11–45 | 1.25 LITER_PER_HECTARE | — |
| Winterraps | Gemeine Quecke | 10–39 | 2 LITER_PER_HECTARE | 90T |
| frische Kräuter | Einjährige einkeimblättrige Unkräuter | 11–99 | 1.25 LITER_PER_HECTARE | 90T |
| Sojabohne | Einjährige einkeimblättrige Unkräuter | 11–29 | 1.5 LITER_PER_HECTARE | 90T |
| Kartoffel | Einjährige einkeimblättrige Unkräuter | 10–39 | 1.25 LITER_PER_HECTARE | 49T |
| Schnittmangold | Einjährige einkeimblättrige Unkräuter | — | 1.25 LITER_PER_HECTARE | 28T |
| Winterraps | Gemeine Quecke | 10–39 | 2 LITER_PER_HECTARE | 90T |
| Ackerbohne | Gemeine Quecke | 11–39 | 2.5 LITER_PER_HECTARE | 49T |
| Winterraps | Einjährige einkeimblättrige Unkräuter | 10–39 | 1.25 LITER_PER_HECTARE | 90T |
| frische Kräuter | Gemeine Quecke | 11–99 | 2 LITER_PER_HECTARE | 90T |
| Zuckerrübe | Einjährige einkeimblättrige Unkräuter | 10–39 | 1.25 LITER_PER_HECTARE | 60T |
| Stielmangold | Einjährige einkeimblättrige Unkräuter | — | 1.25 LITER_PER_HECTARE | 28T |
| Ackerbohne | Einjährige einkeimblättrige Unkräuter | 11–39 | 1.5 LITER_PER_HECTARE | 49T |
| Möhre | Gemeine Quecke | 10–49 | 2 LITER_PER_HECTARE | 42T |
| Wurzelzichorie | Einjährige einkeimblättrige Unkräuter | — | 1.25 LITER_PER_HECTARE | — |
| Winterraps | Einjährige einkeimblättrige Unkräuter | 10–39 | 1.25 LITER_PER_HECTARE | 90T |
| frische Kräuter | Einjährige einkeimblättrige Unkräuter | 11–99 | 1.25 LITER_PER_HECTARE | 90T |
| Möhre | Einjährige einkeimblättrige Unkräuter | 10–49 | 1.25 LITER_PER_HECTARE | 42T |
| Sojabohne | Gemeine Quecke | 11–29 | 2.5 LITER_PER_HECTARE | 90T |
| Zuckerrübe | Gemeine Quecke | 10–39 | 2 LITER_PER_HECTARE | 60T |
Häufige Fragen
Wann ist der optimale Zeitpunkt für die Behandlung gegen die Gemeine Quecke?
Die Gemeine Quecke bekämpfst du am besten, wenn sie ausreichend Blattmasse gebildet hat, damit genügend Wirkstoff aufgenommen werden kann. Ideal ist eine Wuchshöhe der Quecke von etwa 15 bis 20 cm. Zu diesem Zeitpunkt ist der Saftstrom aktiv, was den Transport des systemischen Wirkstoffs bis tief in die unterirdischen Rhizomknoten optimal unterstützt.
Wie beeinflusst die Witterung die Wirkung von GRAMIN?
Für eine optimale Wirkung solltest du GRAMIN bei wüchsigem Wetter mit milden Temperaturen und ausreichender Luftfeuchtigkeit anwenden, da die Ungräser dann aktiv assimilieren und den Wirkstoff schnell aufnehmen. Bei extremer Trockenheit, Hitze oder Frostgefahr ist die Wachstumsaktivität der Gräser gehemmt, was die Wirkung mindern kann.
Kann ich GRAMIN auch in Mischung mit einem Breitblatt-Herbizid ausbringen?
Grundsätzlich ist eine Mischung möglich, jedoch kann die Kombination mit bestimmten Herbiziden gegen zweikeimblättrige Unkräuter zu einer leichten Abschwächung der Gräserwirkung (Antagonismus) führen. Bei starkem Besatz mit der Gemeinen Quecke empfiehlt es sich daher, GRAMIN als Solo-Behandlung mit einigen Tagen Abstand zur Breitblatt-Herbizidmaßnahme auszubringen.
Warum sterben die Ungräser nach der Spritzung nicht sofort ab?
Da GRAMIN ein systemischer ACCase-Hemmer ist, setzt die Wirkung im Inneren der Pflanze an. Das Wachstum der Ungräser stoppt zwar fast sofort nach der Aufnahme, aber die sichtbaren Symptome wie Vergilbungen der Herzblätter und das Absterben der gesamten Pflanze zeigen sich je nach Witterung erst nach 10 bis 21 Tagen. Lass dich von dieser verzögerten optischen Wirkung nicht verunsichern.
Was musst du bezüglich der Wartezeit bis zur Ernte beachten?
Die einzuhaltende Wartezeit variiert je nach Kultur stark und liegt laut Zulassung zwischen 28 und 90 Tagen. Du musst dich vor der Anwendung unbedingt vergewissern, welche spezifische Wartezeit für deine jeweilige Kultur (wie Kartoffeln, Raps oder Gemüse) festgesetzt ist, um Rückstände im Erntegut sicher auszuschließen.