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Sonstige · Nissan Chemical

GRAMIN

BVL Zul.-Nr. 034060-62

GRAMIN ist ein hochselektives, systemisches Herbizid (Graminizid) zur gezielten Bekämpfung von einjährigen einkeimblättrigen Unkräutern und der Gemeinen Quecke. Als bewährte Formulierung mit dem Wirkstoff Quizalofop-P (50 g/l) bietet das Pflanzenschutzmittel eine hervorragende Selektivität in einer Vielzahl von zweikeimblättrigen Kulturen wie Kartoffeln, Raps, Zuckerrüben, Sojabohnen und verschiedenen Gemüsekulturen.

Nach der Aufnahme über die Blätter wird der Wirkstoff rasch in der Pflanze transportiert und sammelt sich in den meristematischen Geweben der Ungräser an. Dies führt zu einem schnellen Wachstumsstopp und dem anschließenden Absterben der Schadgräser, während die zweikeimblättrigen Kulturen völlig unbeeinflusst bleiben. GRAMIN ist damit ein unverzichtbarer Baustein für die Unkrautkontrolle im Nachauflauf.

Wirkstoffe

Quizalofop-P
50 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der in GRAMIN enthaltene Wirkstoff Quizalofop-P gehört zur chemischen Klasse der Aryloxyphenoxypropionate (FOPs) und wird der HRAC-Gruppe 1 (ehemals Gruppe A) zugeordnet. Der Wirkungsmechanismus basiert auf der selektiven Hemmung des Enzyms Acetyl-CoA-Carboxylase (ACCase), welches eine Schlüsselrolle bei der Fettsäuresynthese von einkeimblättrigen Pflanzen spielt. Durch diese Blockade wird der Aufbau von Zellmembranen in den Wachstumszonen (Meristemen) der Ungräser unterbunden. Zweikeimblättrige Kulturen besitzen eine strukturell andere ACCase, die durch den Wirkstoff nicht blockiert wird, was die hervorragende Kulturverträglichkeit erklärt. Erste Symptome wie Vergilbungen der jüngsten Blätter und Herzblattfäule zeigen sich meist nach wenigen Tagen, gefolgt vom vollständigen Absterben des gesamten Ungrases inklusive der unterirdischen Ausläufer bei der Quecke.

Resistenzmanagement

Um das Risiko einer Resistenzbildung bei wichtigen Ungräsern wie Acker-Fuchsschwanz oder Windhalm zu minimieren, solltest du GRAMIN stets in ein vorausschauendes Resistenzmanagement einbinden. Vermeide den wiederholten, alleinigen Einsatz von ACCase-Hemmern (HRAC-Gruppe 1) auf derselben Fläche. Nutze stattdessen im Fruchtfolge-Verlauf Wirkstoffe aus anderen HRAC-Klassen und kombiniere mechanische Maßnahmen mit pflanzenbaulichen Praktiken wie einer abwechslungsreichen Fruchtfolge.

Mischbarkeit & Tankmischung

GRAMIN zeigt sich in der Praxis als sehr gut mischbar mit vielen gängigen Fungiziden und Insektiziden, die in den zugelassenen Kulturen zum Einsatz kommen. Bei Mischungen mit anderen Herbiziden, insbesondere gegen zweikeimblättrige Unkräuter, kann es jedoch unter ungünstigen Bedingungen zu antagonistischen Effekten kommen, welche die Gräserwirkung reduzieren. Achte darauf, Mischungen immer zeitnah auszubringen und die Gebrauchsanleitungen der Mischpartner genau zu beachten. Die Zugabe von Additiven ist in der Regel nicht erforderlich, da die Formulierung bereits für eine optimale Benetzung und Wirkstoffaufnahme optimiert ist.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit GRAMIN ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug, Schutzhandschuhen und Augenschutz, obligatorisch. Da keine spezifische Bienengefährdungsklasse im Zulassungsbescheid vorgegeben ist, solltest du zum Schutz von Bestäubern dennoch allgemeine Vorsichtsmaßnahmen treffen: Vermeide Anwendungen auf blühenden Kulturen oder an Orten, an denen Bienen aktiv auf Trachtsuche sind, und verlege die Behandlung bevorzugt in die späten Abendstunden. Achte zudem darauf, Abdrift auf angrenzende Gewässer und Nichtzielflächen durch den Einsatz abdriftmindernder Düsentechnik konsequent zu verhindern.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
FuttererbseGemeine Quecke11–392.5 LITER_PER_HECTARE49T
SpinatEinjährige einkeimblättrige Unkräuter11–451.25 LITER_PER_HECTARE28T
KartoffelGemeine Quecke10–392 LITER_PER_HECTARE49T
SojabohneEinjährige einkeimblättrige Unkräuter49–591.5 LITER_PER_HECTARE90T
frische KräuterGemeine Quecke11–992 LITER_PER_HECTARE90T
FutterrübeEinjährige einkeimblättrige Unkräuter10–391.25 LITER_PER_HECTARE60T
SojabohneGemeine Quecke49–592.5 LITER_PER_HECTARE90T
FutterrübeGemeine Quecke10–392 LITER_PER_HECTARE60T
FuttererbseEinjährige einkeimblättrige Unkräuter11–391.5 LITER_PER_HECTARE49T
ChicoreeEinjährige einkeimblättrige Unkräuter11–451.25 LITER_PER_HECTARE
WinterrapsGemeine Quecke10–392 LITER_PER_HECTARE90T
frische KräuterEinjährige einkeimblättrige Unkräuter11–991.25 LITER_PER_HECTARE90T
SojabohneEinjährige einkeimblättrige Unkräuter11–291.5 LITER_PER_HECTARE90T
KartoffelEinjährige einkeimblättrige Unkräuter10–391.25 LITER_PER_HECTARE49T
SchnittmangoldEinjährige einkeimblättrige Unkräuter1.25 LITER_PER_HECTARE28T
WinterrapsGemeine Quecke10–392 LITER_PER_HECTARE90T
AckerbohneGemeine Quecke11–392.5 LITER_PER_HECTARE49T
WinterrapsEinjährige einkeimblättrige Unkräuter10–391.25 LITER_PER_HECTARE90T
frische KräuterGemeine Quecke11–992 LITER_PER_HECTARE90T
ZuckerrübeEinjährige einkeimblättrige Unkräuter10–391.25 LITER_PER_HECTARE60T
StielmangoldEinjährige einkeimblättrige Unkräuter1.25 LITER_PER_HECTARE28T
AckerbohneEinjährige einkeimblättrige Unkräuter11–391.5 LITER_PER_HECTARE49T
MöhreGemeine Quecke10–492 LITER_PER_HECTARE42T
WurzelzichorieEinjährige einkeimblättrige Unkräuter1.25 LITER_PER_HECTARE
WinterrapsEinjährige einkeimblättrige Unkräuter10–391.25 LITER_PER_HECTARE90T
frische KräuterEinjährige einkeimblättrige Unkräuter11–991.25 LITER_PER_HECTARE90T
MöhreEinjährige einkeimblättrige Unkräuter10–491.25 LITER_PER_HECTARE42T
SojabohneGemeine Quecke11–292.5 LITER_PER_HECTARE90T
ZuckerrübeGemeine Quecke10–392 LITER_PER_HECTARE60T

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für die Behandlung gegen die Gemeine Quecke?

Die Gemeine Quecke bekämpfst du am besten, wenn sie ausreichend Blattmasse gebildet hat, damit genügend Wirkstoff aufgenommen werden kann. Ideal ist eine Wuchshöhe der Quecke von etwa 15 bis 20 cm. Zu diesem Zeitpunkt ist der Saftstrom aktiv, was den Transport des systemischen Wirkstoffs bis tief in die unterirdischen Rhizomknoten optimal unterstützt.

Wie beeinflusst die Witterung die Wirkung von GRAMIN?

Für eine optimale Wirkung solltest du GRAMIN bei wüchsigem Wetter mit milden Temperaturen und ausreichender Luftfeuchtigkeit anwenden, da die Ungräser dann aktiv assimilieren und den Wirkstoff schnell aufnehmen. Bei extremer Trockenheit, Hitze oder Frostgefahr ist die Wachstumsaktivität der Gräser gehemmt, was die Wirkung mindern kann.

Kann ich GRAMIN auch in Mischung mit einem Breitblatt-Herbizid ausbringen?

Grundsätzlich ist eine Mischung möglich, jedoch kann die Kombination mit bestimmten Herbiziden gegen zweikeimblättrige Unkräuter zu einer leichten Abschwächung der Gräserwirkung (Antagonismus) führen. Bei starkem Besatz mit der Gemeinen Quecke empfiehlt es sich daher, GRAMIN als Solo-Behandlung mit einigen Tagen Abstand zur Breitblatt-Herbizidmaßnahme auszubringen.

Warum sterben die Ungräser nach der Spritzung nicht sofort ab?

Da GRAMIN ein systemischer ACCase-Hemmer ist, setzt die Wirkung im Inneren der Pflanze an. Das Wachstum der Ungräser stoppt zwar fast sofort nach der Aufnahme, aber die sichtbaren Symptome wie Vergilbungen der Herzblätter und das Absterben der gesamten Pflanze zeigen sich je nach Witterung erst nach 10 bis 21 Tagen. Lass dich von dieser verzögerten optischen Wirkung nicht verunsichern.

Was musst du bezüglich der Wartezeit bis zur Ernte beachten?

Die einzuhaltende Wartezeit variiert je nach Kultur stark und liegt laut Zulassung zwischen 28 und 90 Tagen. Du musst dich vor der Anwendung unbedingt vergewissern, welche spezifische Wartezeit für deine jeweilige Kultur (wie Kartoffeln, Raps oder Gemüse) festgesetzt ist, um Rückstände im Erntegut sicher auszuschließen.