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Sonstige · ISK Biosciences Europe N.V.

Kenja

BVL Zul.-Nr. 008663-00

Kenja ist ein hochwirksames, modernes Pflanzenschutzmittel zur gezielten Bekämpfung von wirtschaftlich bedeutenden Pilzkrankheiten in wertvollen Sonderkulturen. Formuliert als Suspensionskonzentrat (SC), zeichnet sich das Produkt durch eine hervorragende Verteilung und Haftung auf der Kulturoberfläche aus. Der Schwerpunkt des Wirkungsspektrums liegt auf der zuverlässigen Kontrolle von Botrytis cinerea (Grauschimmel) sowie verschiedenen Sclerotinia-Arten (wie Sclerotinia minor und Sclerotinia sclerotiorum), die im intensiven Gemüse- und Beerenobstbau regelmäßig zu erheblichen Ertrags- und Qualitätsverlusten führen.

Durch seine moderne Formulierung bietet Kenja eine exzellente Kombination aus vorbeugendem Schutz und kurativer Aktivität. Es hat sich als fester Baustein in professionellen Spritzfolgen etabliert, da es auch unter wechselhaften Witterungsbedingungen eine konstante Leistung erbringt. Die flexible Handhabung und die hervorragende Kulturverträglichkeit machen es zu einem unverzichtbaren Werkzeug für Erzeuger, die auf eine rückstandsoptimierte und qualitätsorientierte Produktion setzen.

Wirkstoffe

Isofetamid
400 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der in Kenja enthaltene Wirkstoff Isofetamid gehört zur chemischen Gruppe der Phenyl-oxo-ethyl-thiophen-amide und ist innerhalb der FRAC-Klassifizierung in die Gruppe 7 (SDHI - Succinat-Dehydrogenase-Inhibitoren) eingeordnet. Der Wirkungsmechanismus basiert auf der gezielten Hemmung des Enzymkomplexes II (Succinat-Dehydrogenase) in der mitochondrialen Atmungskette der Schadpilze. Dies blockiert den Elektronentransport und unterbricht die körpereigene Energieproduktion (ATP-Synthese) des Erregers dauerhaft. In der Folge werden wichtige Entwicklungsstadien des Pilzes wie die Sporenkeimung, das Keimschlauchwachstum sowie die Myzelbildung rasch und effektiv unterbunden. Dank seiner translaminaren und lokal-systemischen Eigenschaften dringt der Wirkstoff nach der Anwendung in das Blattgewebe ein und schützt somit auch die unbehandelte Blattunterseite sowie den Neuzuwachs der Kultur vor einer Infektion.

Resistenzmanagement

Um das Risiko einer Resistenzbildung gegenüber Wirkstoffen aus der Gruppe der SDHI (FRAC-Gruppe 7) zu minimieren, solltest du Kenja unbedingt im Rahmen einer vorausschauenden Antiresistenzstrategie einsetzen. Vermeide strikt aufeinanderfolgende (blockweise) Anwendungen dieses Produkts oder anderer Fungizide mit demselben Wirkungsmechanismus. Integriere stattdessen regelmäßige Wirkstoffwechsel mit Präparaten aus anderen FRAC-Gruppen (wie z. B. Fludioxonil oder Fenhexamid) in deinen Behandlungsplan und halte dich stets an die vom BVL vorgegebene maximale Anzahl an Anwendungen pro Saison.

Mischbarkeit & Tankmischung

Kenja zeigt sich in der Praxis als hervorragend mischbar mit einer Vielzahl von gängigen Fungiziden, Insektiziden und Blattdüngern. Wenn du eine Tankmischung planst, solltest du dennoch vorab stets eine physikalische Mischprobe in einem kleinen Gefäß durchführen, um unerwartete Ausfällungen zu vermeiden. Achte beim Ansetzen der Spritzbrühe auf eine ausreichende Wasserqualität (ein neutraler bis leicht saurer pH-Wert ist ideal) und halte das Rührwerk während des gesamten Misch- und Ausbringungsprozesses kontinuierlich in Betrieb.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit Kenja ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (Arbeitskleidung, Schutzhandschuhe und festes Schuhwerk) für den Anwenderschutz obligatorisch. Zum Schutz von Bestäubern und anderen nützlichen Insekten solltest du die Anwendung nicht in blühende Bestände legen oder zu Zeiten, in denen Bienen aktiv auf der Fläche auf Nahrungssuche sind; verlege die Behandlung vorzugsweise in die späten Abendstunden. Um Einträge in Oberflächengewässer und angrenzende Biotope zu vermeiden, sind die allgemeinen Abdriftminderungsmaßnahmen und ein sorgfältiger Umgang an Gewässerrändern strikt einzuhalten.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
KopfsalatSclerotinia-Arten (Sclerotinia spp.), Botrytis cinerea12–411 LITER_PER_HECTARE21T
BaumschulgehölzpflanzenBotrytis cinerea10–911.2 LITER_PER_HECTARE
Spinat und verwandte ArtenSclerotinia-Arten (Sclerotinia spp.), Botrytis cinerea12–331 LITER_PER_HECTARE21T
Zwiebelgewächse (Zierpflanzen)Botrytis cinerea10–911.2 LITER_PER_HECTARE
AubergineSclerotinia minor, Sclerotinia sclerotiorum51–891.2 LITER_PER_HECTARE1T
BaumschulgehölzpflanzenBotrytis cinerea10–911.2 LITER_PER_HECTARE
Gemüsepaprika (inkl. Peperoni und Chili)Botrytis cinerea51–891.2 LITER_PER_HECTARE1T
TomateBotrytis cinerea51–891.2 LITER_PER_HECTARE1T
ZucchiniBotrytis cinerea51–891.2 LITER_PER_HECTARE1T
Knollengewächse (Zierpflanzen)Botrytis cinerea10–911.2 LITER_PER_HECTARE
Garten-KürbisSclerotinia minor, Sclerotinia sclerotiorum51–891.2 LITER_PER_HECTARE1T
Knollengewächse (Zierpflanzen)Botrytis cinerea10–911.2 LITER_PER_HECTARE
TopfpflanzenBotrytis cinerea10–911.2 LITER_PER_HECTARE
SchnittblumenBotrytis cinerea10–911.2 LITER_PER_HECTARE
TopfpflanzenBotrytis cinerea10–911.2 LITER_PER_HECTARE
ErdbeereBotrytis cinerea60–871.2 LITER_PER_HECTARE1T
EissalatSclerotinia-Arten (Sclerotinia spp.), Botrytis cinerea12–411 LITER_PER_HECTARE21T
TomateSclerotinia minor, Sclerotinia sclerotiorum51–891.2 LITER_PER_HECTARE1T
frische KräuterSclerotinia-Arten (Sclerotinia spp.), Botrytis cinerea12–271 LITER_PER_HECTARE21T
GurkeBotrytis cinerea51–891.2 LITER_PER_HECTARE1T
Römischer SalatSclerotinia-Arten (Sclerotinia spp.), Botrytis cinerea12–411 LITER_PER_HECTARE21T
ZucchiniSclerotinia minor, Sclerotinia sclerotiorum51–891.2 LITER_PER_HECTARE1T
SchnittsalatSclerotinia-Arten (Sclerotinia spp.), Botrytis cinerea12–411 LITER_PER_HECTARE21T
AubergineBotrytis cinerea51–891.2 LITER_PER_HECTARE1T
GurkeSclerotinia minor, Sclerotinia sclerotiorum51–891.2 LITER_PER_HECTARE1T
Garten-KürbisBotrytis cinerea51–891.2 LITER_PER_HECTARE1T
Gemüsepaprika (inkl. Peperoni und Chili)Sclerotinia minor, Sclerotinia sclerotiorum51–891.2 LITER_PER_HECTARE1T
Zwiebelgewächse (Zierpflanzen)Botrytis cinerea10–911.2 LITER_PER_HECTARE
SchnittblumenBotrytis cinerea10–911.2 LITER_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für eine Behandlung gegen Botrytis in Erdbeeren?

Die kritischste Phase für eine Infektion mit Botrytis cinerea ist die Blütezeit (BBCH 55 bis 69). Du solltest Kenja daher unbedingt vorbeugend applizieren, sobald die ersten Blütenblätter sich öffnen, um die Blütenorgane vor dem Eindringen des Pilzes zu schützen.

Wie verhält sich Kenja bei unerwartetem Regen kurz nach der Spritzung?

Kenja verfügt über eine exzellente Regenfestigkeit. Sobald der Spritzbelag auf den Pflanzenteilen vollständig angetrocknet ist – was unter normalen Bedingungen etwa 1 bis 2 Stunden dauert –, ist der Wirkstoff bereits so stabil im Gewebe fixiert, dass Niederschläge die Wirkung nicht mehr negativ beeinflussen.

Kann ich Kenja auch im geschützten Anbau (Gewächshaus) einsetzen?

Ja, Kenja ist für verschiedene Kulturen sowohl für das Freiland als auch für den geschützten Anbau unter Glas oder Folie registriert. Achte im Gewächshaus besonders auf eine gründliche Benetzung der gesamten Kultur, da die hohe Luftfeuchtigkeit dort den Infektionsdruck durch Botrytis stark begünstigt.

Warum ist die translaminare Wirkung von Kenja bei Salaten so vorteilhaft?

Da Sclerotinia-Erreger oft im bodennahen Bereich und an den unteren Blättern infizieren, ist eine vollständige Benetzung aller Pflanzenteile schwierig. Die translaminare Wirkung sorgt dafür, dass der Wirkstoff durch das Blattgewebe wandert und so auch schwer erreichbare Blattunterseiten geschützt werden.

Wie finde ich heraus, ob Kenja für meine spezifische Salatart zugelassen ist?

Nutze dafür einfach die Such- und Filterfunktionen direkt hier auf agronomy.farmable.tech. Gib den Namen deiner Kultur (z. B. Kopfsalat oder Feldsalat) ein, um sofort die exakten Zulassungsdetails, die spezifische Wartezeit und die zugelassenen Aufwandmengen für deinen Betrieb einzusehen.