Lepinox Plus
Lepinox Plus ist ein hochwirksames, biologisches Pflanzenschutzmittel zur gezielten Bekämpfung von Schadraupen im Obst-, Wein-, Gemüse- und Hopfenbau. Als modernes Formulierungskonzept (wasserdispergierbares Granulat) basiert dieses Präparat auf dem hochspezifischen Bakterienstamm Bacillus thuringiensis subspecies kurstaki (Stamm EG-2348). Es hat sich als fester Baustein sowohl im integrierten als auch im ökologischen Landbau etabliert, da es gezielt gegen freifressende Schmetterlingsraupen wirkt, während wichtige Nützlinge geschont werden.
Das Wirkungsspektrum umfasst bedeutende Schaderreger wie verschiedene Wicklerarten (darunter den Einbindigen und Bekreuzten Traubenwickler im Weinbau sowie Fruchtschalenwickler im Obstbau), Kohlmotten, Kohlweißlings-Arten und Eulenarten. Durch die selektive Wirkung auf den Magen-Darm-Trakt der Zielschädlinge bietet Lepinox Plus eine umweltschonende und gleichzeitig hochgradig effektive Lösung, um Ertrag und Qualität deiner Kulturen abzusichern.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Der Wirkstoff Bacillus thuringiensis subsp. kurstaki (zugeordnet der IRAC-Gruppe 11) wirkt als reines Fraßgift. Während der Sporenbildung produziert das Bakterium spezifische Kristallproteine (Protoxine). Nach der Aufnahme durch die Raupe werden diese Proteine im stark alkalischen Milieu des Schaderreger-Mitteldarms aktiviert. Die aktivierten Toxine binden an spezifische Rezeptoren der Darmwandzellen, was zur Porenbildung und zur Zerstörung der Darmbarriere führt. Dieser Prozess führt zu einem sofortigen Fraßstopp der Larven, oft schon wenige Stunden nach der Aufnahme, wodurch der Schaden an der Kultur umgehend gestoppt wird. Die betroffenen Raupen sterben schließlich nach einigen Tagen ab. Da der Aktivierungsprozess ein hochalkalisches Darmmilieu und spezifische Rezeptoren erfordert, ist die Wirkung extrem selektiv und schont Säugetiere sowie die meisten Nützlinge im Biotop.
Resistenzmanagement
Obwohl für Bacillus thuringiensis (IRAC-Gruppe 11) aufgrund des komplexen Wirkungsmechanismus ein generell geringes bis mittleres Resistenzrisiko besteht, solltest du ein vorausschauendes Resistenzmanagement betreiben. Vermeide den ausschließlichen, wiederholten Einsatz dieses biologischen Pflanzenschutzmittels gegen aufeinanderfolgende Generationen desselben Schaderregers. Integriere stattdessen Behandlungen mit Wirkstoffen aus anderen IRAC-Klassen in dein Spritzprogramm, um den Selektionsdruck zu minimieren und die langfristige Wirksamkeit des biologischen Ansatzes zu sichern.
Mischbarkeit & Tankmischung
Lepinox Plus ist mit vielen gängigen Pflanzenschutzmitteln und Blattdüngern mischbar. Ein entscheidender Faktor für die Stabilität und Wirksamkeit des biologischen Wirkstoffs ist jedoch der pH-Wert der Spritzbrühe. Dieser sollte idealerweise im leicht sauren bis neutralen Bereich liegen (pH 6,0 bis 7,0). Vermeide unbedingt stark alkalische Mischungspartner (wie z. B. Kupferpräparate oder bestimmte Kalkdünger), da diese die Proteinkristalle vorzeitig inaktivieren können. Bei Bedarf empfiehlt sich der Zusatz eines geeigneten pH-Puffers oder Netzmittels, um die Benetzung der Blattoberflächen zu optimieren.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Beim Umgang mit Lepinox Plus solltest du die standardmäßige persönliche Schutzausrüstung tragen, um Haut- und Augenkontakt sowie das Einatmen des Spritznebels zu vermeiden. Da es sich um ein biologisches Präparat handelt, ist das Risiko für die Umwelt im Vergleich zu chemisch-synthetischen Mitteln sehr gering. Zum Schutz von Bestäubern und anderen nützlichen Insekten solltest du die Anwendung dennoch vorzugsweise in den Abendstunden durchführen, wenn kein Bienenflug stattfindet, und den direkten Eintrag in blühende Bestände oder Oberflächengewässer vermeiden.
Zugelassene Anwendungen
| Kultur | Ziel-Schaderreger | BBCH | Aufwand | Wartezeit |
|---|---|---|---|---|
| Wurzelpetersilie | Eulenarten (Noctuidae) | — | 1 KILOGRAM_PER_HECTARE | — |
| Apfel | Schokoladenbrauner Fruchtblattwickler, Bräunlicher Obstbaumwickler, Fruchtschalenwickler | — | 0.33 KILOGRAM_PER_HECTARE_AND_METER_CROWN_HEIGHT | — |
| Garten-Kürbis | Eulenarten (Noctuidae) | — | 1 KILOGRAM_PER_HECTARE | — |
| Erbse | Eulenarten (Noctuidae) | — | 1 KILOGRAM_PER_HECTARE | — |
| Spinat | Eulenarten (Noctuidae) | — | 1 KILOGRAM_PER_HECTARE | — |
| Tomate | Eulenarten (Noctuidae) | — | 0.33 KILOGRAM_PER_HECTARE | — |
| Bleichsellerie | Eulenarten (Noctuidae) | — | 1 KILOGRAM_PER_HECTARE | — |
| Weinrebe | Einbindiger Traubenwickler (Sauerwurm), Bekreuzter Traubenwickler (Sauerwurm) | — | 1 KILOGRAM_PER_HECTARE | — |
| Garten-Kürbis | Eulenarten (Noctuidae) | — | 1 KILOGRAM_PER_HECTARE | — |
| Flaschenkürbis | Eulenarten (Noctuidae) | — | 1 KILOGRAM_PER_HECTARE | — |
| Birne | Schokoladenbrauner Fruchtblattwickler, Bräunlicher Obstbaumwickler, Fruchtschalenwickler | — | 0.33 KILOGRAM_PER_HECTARE_AND_METER_CROWN_HEIGHT | — |
| Salat-Arten | Eulenarten (Noctuidae) | — | 1 KILOGRAM_PER_HECTARE | — |
| Zucchini | Eulenarten (Noctuidae) | — | 1 KILOGRAM_PER_HECTARE | — |
| Brokkoli | Kohlweißlings-Arten, Kohlmotte, Eulenarten (Noctuidae) | — | 1 KILOGRAM_PER_HECTARE | — |
| Stielmangold | Eulenarten (Noctuidae) | — | 1 KILOGRAM_PER_HECTARE | — |
| Stielmangold | Eulenarten (Noctuidae) | — | 1 KILOGRAM_PER_HECTARE | — |
| Kopfkohle (Weiß-, Rot-, Spitz-, Rosen- und Wirsingkohl) | Kohlweißlings-Arten, Kohlmotte, Eulenarten (Noctuidae) | — | 1 KILOGRAM_PER_HECTARE | — |
| Bleichsellerie | Eulenarten (Noctuidae) | — | 1 KILOGRAM_PER_HECTARE | — |
| Erdbeere | Eulenarten (Noctuidae) | — | 1 KILOGRAM_PER_HECTARE | — |
| Erbse | Eulenarten (Noctuidae) | — | 1 KILOGRAM_PER_HECTARE | — |
| Hopfen | Maiszünsler | — | 1 KILOGRAM_PER_HECTARE | — |
| Riesenkürbis | Eulenarten (Noctuidae) | — | 1 KILOGRAM_PER_HECTARE | — |
| Gemüsefenchel | Eulenarten (Noctuidae) | — | 1 KILOGRAM_PER_HECTARE | — |
| Speiserüben (Stoppelrübe, Mairübe etc.) | Kohlweißlings-Arten, Kohlmotte, Eulenarten (Noctuidae) | — | 1 KILOGRAM_PER_HECTARE | — |
| Zucchini | Eulenarten (Noctuidae) | — | 1 KILOGRAM_PER_HECTARE | — |
| Buschbohne | Eulenarten (Noctuidae) | — | 1 KILOGRAM_PER_HECTARE | — |
| Flaschenkürbis | Eulenarten (Noctuidae) | — | 1 KILOGRAM_PER_HECTARE | — |
| Chicoree | Eulenarten (Noctuidae) | — | 1 KILOGRAM_PER_HECTARE | — |
| Spinat | Eulenarten (Noctuidae) | — | 1 KILOGRAM_PER_HECTARE | — |
| Speiserüben (Stoppelrübe, Mairübe etc.) | Kohlweißlings-Arten, Kohlmotte, Eulenarten (Noctuidae) | — | 1 KILOGRAM_PER_HECTARE | — |
| Tomate | Eulenarten (Noctuidae) | — | 0.33 KILOGRAM_PER_HECTARE | — |
| Knollensellerie | Eulenarten (Noctuidae) | — | 1 KILOGRAM_PER_HECTARE | — |
| Weinrebe | Bekreuzter Traubenwickler (Heuwurm), Einbindiger Traubenwickler (Heuwurm) | — | 1 KILOGRAM_PER_HECTARE | — |
| Knollensellerie | Eulenarten (Noctuidae) | — | 1 KILOGRAM_PER_HECTARE | — |
| Chicoree | Eulenarten (Noctuidae) | — | 1 KILOGRAM_PER_HECTARE | — |
| Riesenkürbis | Eulenarten (Noctuidae) | — | 1 KILOGRAM_PER_HECTARE | — |
| Gemüsefenchel | Eulenarten (Noctuidae) | — | 1 KILOGRAM_PER_HECTARE | — |
| Buschbohne | Eulenarten (Noctuidae) | — | 1 KILOGRAM_PER_HECTARE | — |
| Erdbeere | Eulenarten (Noctuidae) | — | 1 KILOGRAM_PER_HECTARE | — |
| Chinakohl | Kohlweißlings-Arten, Kohlmotte, Eulenarten (Noctuidae) | — | 1 KILOGRAM_PER_HECTARE | — |
| Wurzelpetersilie | Eulenarten (Noctuidae) | — | 1 KILOGRAM_PER_HECTARE | — |
Häufige Fragen
Wann ist der optimale Zeitpunkt für eine Behandlung mit Lepinox Plus?
Der beste Anwendungszeitpunkt liegt beim Schlupf der ersten Larven (L1- und L2-Stadium). Da jüngere Raupenstadien deutlich empfindlicher auf das Bt-Toxin reagieren als ältere Larven, erzielst du die höchste Wirkung, wenn du die Behandlung direkt nach dem Warndienstaufruf oder bei beginnendem Larvenschlupf durchführst.
Welchen Einfluss hat das Wetter auf die Wirksamkeit des Mittels?
Da es sich um ein biologisches Fraßgift handelt, ist eine aktive Fraßtätigkeit der Raupen erforderlich. Behandle daher bevorzugt an warmen, trockenen Tagen mit Temperaturen über 15 °C, da die Larven dann aktiver fressen. Vermeide Anwendungen unmittelbar vor Regenfällen, um ein Abwaschen des Spritzbelags zu verhindern, und spritze wegen der UV-Empfindlichkeit der Bt-Sporen am besten am späten Nachmittag oder Abend.
Warum ist der pH-Wert des Spritzwassers bei Lepinox Plus so wichtig?
Die im Produkt enthaltenen Bt-Kristallproteine sind im alkalischen Bereich instabil und können sich im Tank vorzeitig auflösen, was ihre Wirkung im Darm der Raupe drastisch reduziert. Achte darauf, dass das Spritzwasser einen pH-Wert zwischen 6,0 und 7,0 aufweist. Verwende bei alkalischem Brunnen- oder Leitungswasser einen geeigneten pH-Regulator (Säuerungsmittel).
Kann ich Lepinox Plus im ökologischen Landbau einsetzen?
Ja, Lepinox Plus basiert auf einem natürlichen Bodenbakterium und ist aufgrund seiner biologischen Herkunft und hohen Selektivität für den Einsatz im ökologischen Landbau in Deutschland zugelassen. Prüfe jedoch vor der Anwendung die aktuellen Vorgaben deines jeweiligen Anbauverbandes.
Wie kann ich feststellen, ob die Behandlung erfolgreich war?
Da Lepinox Plus einen schnellen Fraßstopp verursacht, solltest du den Erfolg nicht am sofortigen Verschwinden der Raupen messen. Kontrolliere stattdessen, ob frische Fraßspuren an den Blättern oder Früchten gestoppt wurden. Die Raupen verfärben sich oft dunkel, werden träge und sterben erst nach 2 bis 5 Tagen ab.
Wie lagere ich das Produkt am besten, um die Haltbarkeit zu sichern?
Da es sich um ein biologisches Produkt mit lebenden Sporen handelt, solltest du Lepinox Plus kühl, trocken und frostfrei lagern. Vermeide Lagertemperaturen über 25 °C sowie direkte Sonneneinstrahlung, um die Lebensfähigkeit der Sporen und die Stabilität der Proteinkristalle über die gesamte Haltbarkeitsdauer zu gewährleisten.