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OTHER · CBC Europe S.r.l.

Lepinox Plus

BVL Zul.-Nr. 028449-00

Lepinox Plus ist ein hochwirksames, biologisches Pflanzenschutzmittel zur gezielten Bekämpfung von schädlichen Raupen (Lepidopteren) in einer Vielzahl von Kulturen, darunter Kernobst, Erdbeeren, Weinreben und diverse Gemüsearten. Als modernes Formulierungskonzept basiert das Präparat auf getrockneten Sporen und Proteinkristallen von Bacillus thuringiensis subspecies kurstaki (Stamm EG-2348). Es hat sich als fester Baustein sowohl im ökologischen Landbau als auch im integrierten Pflanzenschutz etabliert.

Das Wirkungsspektrum umfasst bedeutende Schaderreger wie Wickler-Arten (z. B. den Fruchtschalenwickler oder den Bräunlichen Obstbaumwickler), Kohlmotten sowie verschiedene Eulenarten (Noctuidae). Dank seiner hochselektiven Wirkung schont das Mittel wichtige Nützlinge im Biotop und eignet sich hervorragend für anspruchsvolle Rückstandsstrategien kurz vor der Ernte, da es sich durch sehr kurze Wartezeiten auszeichnet.

Die Formulierung als wasserdispergierbares Pulver zeichnet sich durch eine hervorragende Löslichkeit und einfache Handhabung in der Praxis aus. Durch die gezielte Fraßwirkung werden ausschließlich die schädlichen Larvenstadien erfasst, was Lepinox Plus zu einem umweltfreundlichen und hocheffizienten Werkzeug im modernen Kulturmanagement macht.

Wirkstoffe

Bacillus thuringiensis subspecies kurstaki Stamm EG-2348
375 g/kg · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der Wirkstoff Bacillus thuringiensis subsp. kurstaki (Stamm EG-2348) gehört zur IRAC-Gruppe 11A. Die Wirkung basiert auf spezifischen Kristallproteinen (Delta-Endotoxinen), die von den Bakterien während der Sporulation gebildet werden. Nach der Aufnahme durch die Fraßaktivität der Larven gelangen diese Protoxine in den Mitteldarm des Schaderregers. Im stark alkalischen Milieu des Raupendarms werden die Toxine enzymatisch aktiviert und binden an spezifische Rezeptoren der Darmwand. Dies führt zur Porenbildung, Zerstörung der Darmbarriere und letztlich zum sofortigen Fraßstopp. Die Larven sterben nach wenigen Tagen ab, richten jedoch unmittelbar nach der Aufnahme des Pflanzenschutzmittels keinen weiteren Schaden mehr an der Kultur an.

Resistenzmanagement

Obwohl für Bacillus thuringiensis (IRAC-Gruppe 11A) aufgrund des komplexen, mehrstufigen Wirkungsmechanismus ein generell geringes bis moderates Resistenzrisiko besteht, ist ein vorausschauendes Resistenzmanagement unerlässlich. Um Selektionseffekte zu vermeiden, sollte Lepinox Plus im Rahmen einer Spritzfolge mit biologischen oder chemisch-synthetischen Insektiziden anderer Wirkstoffklassen abgewechselt werden. Zudem ist die Behandlung strikt auf die empfindlichen, jungen Larvenstadien (L1 bis L2) auszurichten, um eine maximale Mortalität zu sichern und das Überleben einzelner Individuen zu verhindern.

Mischbarkeit & Tankmischung

Lepinox Plus ist mit vielen gängigen Pflanzenschutzmitteln und Blattdüngern mischbar. Da die Stabilität und Wirksamkeit der Bt-Toxine stark vom pH-Wert der Spritzbrühe abhängen, sollte der pH-Wert des Wassers im neutralen bis leicht sauren Bereich (pH 5,5 bis 7,0) liegen. Stark alkalische Mischungspartner oder alkalisches Wasser bauen die Proteinkristalle vorzeitig ab und mindern die Wirkung drastisch. Die Zugabe eines geeigneten Netzmittels kann die Benetzung der oft wachsartigen Blattoberflächen (z. B. bei Kohl-Kulturen) verbessern und so die Wirkstoffaufnahme optimieren. Kupferhaltige Produkte sollten nicht direkt in Tankmischung ausgebracht werden, da sie die Lebensfähigkeit der Sporen beeinträchtigen können.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Als biologisches Pflanzenschutzmittel weist Lepinox Plus ein hervorragendes Ökotoxizitätsprofil auf. Es ist als nicht bienengefährlich (B4) eingestuft und schont wichtige Nützlinge wie Raubmilben, Schlupfwespen und Florfliegen, was den Einsatz in integrierten Anbausystemen (IPM) begünstigt. Dennoch sind beim Ansetzen der Spritzbrühe die üblichen Arbeitsschutzmaßnahmen (wie das Tragen von Schutzhandschuhen und Atemschutz gegen Staubbildung) einzuhalten. Gewässerabstände und spezifische Anwendungsauflagen zum Schutz von Nichtzielorganismen gemäß der BVL-Zulassung sind stets zu beachten.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
RiesenkürbisEulenarten (Noctuidae)11–891 KILOGRAM_PER_HECTARE1T
ErbseEulenarten (Noctuidae)9–891 KILOGRAM_PER_HECTARE1T
FlaschenkürbisEulenarten (Noctuidae)11–891 KILOGRAM_PER_HECTARE1T
SpinatEulenarten (Noctuidae)11–891 KILOGRAM_PER_HECTARE2T
ApfelSchokoladenbrauner Fruchtblattwickler, Bräunlicher Obstbaumwickler, Fruchtschalenwickler11–890.33 KILOGRAM_PER_HECTARE_AND_METER_CROWN_HEIGHT3T
KnollensellerieEulenarten (Noctuidae)11–891 KILOGRAM_PER_HECTARE4T
SpinatEulenarten (Noctuidae)11–891 KILOGRAM_PER_HECTARE4T
ChicoreeEulenarten (Noctuidae)11–891 KILOGRAM_PER_HECTARE4T
ZucchiniEulenarten (Noctuidae)11–891 KILOGRAM_PER_HECTARE1T
Kopfkohle (Weiß-, Rot-, Spitz-, Rosen- und Wirsingkohl)Kohlweißlings-Arten, Kohlmotte, Eulenarten (Noctuidae)11–891 KILOGRAM_PER_HECTARE3T
StielmangoldEulenarten (Noctuidae)11–891 KILOGRAM_PER_HECTARE4T
WurzelpetersilieEulenarten (Noctuidae)11–891 KILOGRAM_PER_HECTARE2T
WurzelpetersilieEulenarten (Noctuidae)11–891 KILOGRAM_PER_HECTARE4T
Garten-KürbisEulenarten (Noctuidae)11–891 KILOGRAM_PER_HECTARE1T
TomateEulenarten (Noctuidae)11–890.33 KILOGRAM_PER_HECTARE1T
StielmangoldEulenarten (Noctuidae)11–891 KILOGRAM_PER_HECTARE2T
Salat-ArtenEulenarten (Noctuidae)11–891 KILOGRAM_PER_HECTARE4T
ChinakohlKohlweißlings-Arten, Kohlmotte, Eulenarten (Noctuidae)11–891 KILOGRAM_PER_HECTARE3T
GemüsefenchelEulenarten (Noctuidae)11–891 KILOGRAM_PER_HECTARE4T
TomateEulenarten (Noctuidae)11–890.33 KILOGRAM_PER_HECTARE2T
BrokkoliKohlweißlings-Arten, Kohlmotte, Eulenarten (Noctuidae)11–891 KILOGRAM_PER_HECTARE3T
ErdbeereEulenarten (Noctuidae)11–891 KILOGRAM_PER_HECTARE3T
ZucchiniEulenarten (Noctuidae)11–891 KILOGRAM_PER_HECTARE1T
ErdbeereEulenarten (Noctuidae)11–891 KILOGRAM_PER_HECTARE2T
Speiserüben (Stoppelrübe, Mairübe etc.)Kohlweißlings-Arten, Kohlmotte, Eulenarten (Noctuidae)11–891 KILOGRAM_PER_HECTARE1T
ChicoreeEulenarten (Noctuidae)11–891 KILOGRAM_PER_HECTARE2T
KnollensellerieEulenarten (Noctuidae)11–891 KILOGRAM_PER_HECTARE2T
GemüsefenchelEulenarten (Noctuidae)11–891 KILOGRAM_PER_HECTARE2T
RiesenkürbisEulenarten (Noctuidae)11–891 KILOGRAM_PER_HECTARE1T
BleichsellerieEulenarten (Noctuidae)11–891 KILOGRAM_PER_HECTARE4T
BuschbohneEulenarten (Noctuidae)9–891 KILOGRAM_PER_HECTARE1T
ErbseEulenarten (Noctuidae)11–891 KILOGRAM_PER_HECTARE1T
FlaschenkürbisEulenarten (Noctuidae)11–891 KILOGRAM_PER_HECTARE1T
BuschbohneEulenarten (Noctuidae)11–891 KILOGRAM_PER_HECTARE1T
BleichsellerieEulenarten (Noctuidae)11–891 KILOGRAM_PER_HECTARE2T
WeinrebeEinbindiger Traubenwickler, Bekreuzter Traubenwickler11–891 KILOGRAM_PER_HECTARE1T
HopfenMaiszünsler11–891 KILOGRAM_PER_HECTARE7T
BirneSchokoladenbrauner Fruchtblattwickler, Bräunlicher Obstbaumwickler, Fruchtschalenwickler11–890.33 KILOGRAM_PER_HECTARE_AND_METER_CROWN_HEIGHT3T
Garten-KürbisEulenarten (Noctuidae)11–891 KILOGRAM_PER_HECTARE1T

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für eine Behandlung mit Lepinox Plus?

Die Applikation sollte idealerweise direkt zum Schlupf der ersten Larven (L1- und L2-Stadium) erfolgen. Da das Pflanzenschutzmittel als reines Fraßgift wirkt, müssen die jungen Raupen den Wirkstoff aktiv über die Nahrung aufnehmen. Eine regelmäßige Befallsüberwachung, beispielsweise durch Pheromonfallen oder visuelle Kontrollen der Kulturen, ist für das exakte Timing entscheidend.

Welchen Einfluss hat das Sonnenlicht auf die Wirkung von Lepinox Plus?

Die im Präparat enthaltenen Sporen und Proteinkristalle sind UV-empfindlich und werden durch starke Sonneneinstrahlung auf dem Blatt relativ schnell abgebaut. Es wird daher dringend empfohlen, die Behandlung in den späten Nachmittagsstunden oder bei bedecktem Himmel durchzuführen, um die Wirkungsdauer auf der Kultur zu maximieren.

Warum ist der pH-Wert des Spritzwassers bei diesem Produkt so wichtig?

Die Bt-Toxine aktivieren sich im alkalischen Milieu (wie dem Darm der Raupen). Ist das Spritzwasser im Tank zu alkalisch (pH-Wert über 8,0), beginnt dieser Aktivierungsprozess bereits in der Spritze, wodurch der Wirkstoff instabil wird und seine Wirksamkeit verliert. Verwenden Sie bei Bedarf einen pH-Regulator (Säuerungsmittel), um das Wasser auf einen optimalen Bereich von pH 5,5 bis 6,5 einzustellen.

Kann Lepinox Plus auch bei kühlen Temperaturen im Frühjahr eingesetzt werden?

Da die Wirkung auf der Fraßaktivität der Raupen basiert, sind Temperaturen erforderlich, bei denen die Schaderreger aktiv fressen (idealerweise über 15 °C). Bei anhaltend kühler Witterung unter 12 °C ist die Fraßaktivität der Larven zu gering, was den Bekämpfungserfolg trotz vorhandenem Spritzbelag deutlich mindert.

Wie verhält sich das Mittel bezüglich Regenfestigkeit nach der Applikation?

Nach dem vollständigen Antrocknen des Spritzbelags ist Lepinox Plus mäßig regenfest. Bei starken Niederschlägen (über 15–20 mm) direkt nach der Anwendung kann der Belag abgewaschen werden, was eine Folgebehandlung erforderlich macht. Die Zugabe eines zugelassenen biologischen Haftmittels kann die Regenfestigkeit auf wachsartigen Blättern deutlich verbessern.

Wie finde ich im Portal weitere zugelassene Pflanzenschutzmittel gegen diese Schaderreger?

Nutzen Sie die Filterfunktionen in unserer Datenbank auf agronomy.farmable.tech. Wählen Sie Ihre spezifische Kultur und den Ziel-Schaderreger aus, um eine vollständige Liste aller in Deutschland (BVL) registrierten biologischen und chemischen Pflanzenschutzmittel inklusive deren Anwendungsbestimmungen und Wartezeiten anzuzeigen.