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Lizetan Raupen- & Zünslerfrei

BVL Zul.-Nr. 024426-64

Lizetan Raupen- & Zünslerfrei ist ein hochwirksames, biologisches Pflanzenschutzmittel auf Basis des nützlichen Bodenbakteriums Bacillus thuringiensis subspecies aizawai (Stamm ABTS-1857). Als wasserdispergierbares Granulat formuliert, hat sich dieses Präparat als moderner Standard im integrierten und biologischen Anbau etabliert. Es bietet eine gezielte und umweltschonende Lösung zur Kontrolle von Schmetterlingsraupen in einer Vielzahl von Kulturen, darunter Weinreben, Gemüse und Zierpflanzen.

Das Wirkungsspektrum umfasst bedeutende Schaderreger wie den Einbindigen und Bekreuzten Traubenwickler im Weinbau, verschiedene Eulenarten (Noctuidae), die Lauchmotte sowie eine Vielzahl freifressender Schmetterlingsraupen. Da das Pflanzenschutzmittel hochselektiv wirkt, schont es wichtige Nützlinge im Biotop und lässt sich hervorragend in moderne, nachhaltige Pflanzenschutzstrategien integrieren.

Wirkstoffe

Bacillus thuringiensis subspecies aizawai Stamm ABTS-1857
540 g/kg · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der Wirkstoff Bacillus thuringiensis subspecies aizawai gehört zur IRAC-Gruppe 11A (mikrobielle Disruptoren der Mitteldarmmembran). Die Wirkung basiert auf kristallinen Protoxinen (Cry- und Cyt-Toxine), die von den Bakterien während der Sporulation gebildet werden. Nach der Aufnahme durch die Fraßaktivität der Schaderreger werden diese Proteinkristalle im stark alkalischen Milieu des Raupendarms gelöst und durch körpereigene Enzyme in ihre aktive, toxische Form gespalten. Die aktivierten Toxine binden an spezifische Rezeptoren auf den Epithelzellen des Mitteldarms. Dies führt zur Porenbildung in der Zellmembran, wodurch der osmotische Druck zusammenbricht und die Darmwand reißt. Die betroffenen Raupen stellen bereits kurz nach der Aufnahme die Nahrungsaufnahme ein, was zu einem schnellen Stopp des Kulturschadens führt. Der eigentliche Tod der Schaderreger tritt nach einigen Tagen ein.

Resistenzmanagement

Obwohl für Bacillus thuringiensis (IRAC-Gruppe 11A) aufgrund des komplexen, aus mehreren Toxinen bestehenden Wirkungsmechanismus ein generell geringes Resistenzrisiko gilt, ist ein vorausschauendes Resistenzmanagement unerlässlich. Du solltest dieses Pflanzenschutzmittel im Wechsel mit Insektiziden aus anderen IRAC-Wirkstoffklassen einsetzen. Vermeide aufeinanderfolgende Behandlungen über mehrere Generationen desselben Schaderregers hinweg, um den Selektionsdruck zu minimieren und die langfristige Wirksamkeit dieses biologischen Werkzeugs zu sichern.

Mischbarkeit & Tankmischung

Bei der Herstellung von Tankmischungen ist besonders auf den pH-Wert der Spritzbrühe zu achten. Da sich die Toxinkristalle im alkalischen Milieu vorzeitig auflösen und dadurch instabil werden, sollte das verwendete Wasser einen neutralen bis leicht sauren pH-Wert (optimal zwischen 5,5 und 7,0) aufweisen; gegebenenfalls ist ein pH-Puffer zuzusetzen. Das Produkt ist im Allgemeinen gut mit gängigen Fungiziden mischbar. Dennoch empfiehlt es sich, vor großflächigen Anwendungen stets eine Mischprobe auf physikalische Kompatibilität und Kulturverträglichkeit durchzuführen. Vermeide Mischungen mit stark alkalischen Produkten wie Kupferpräparaten.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit dem Pflanzenschutzmittel solltest du die standardmäßige persönliche Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzhandschuhen und Schutzanzug, tragen, um Haut- und Augenkontakt zu vermeiden. Da es sich um ein biologisches Präparat handelt, ist das Risiko für Nichtzielorganismen sehr gering. Zum Schutz von Bienen und anderen Bestäubern sollte die Anwendung dennoch vorzugsweise in den Abendstunden erfolgen, wenn kein Bienenflug stattfindet, besonders wenn die behandelten Kulturen oder Begleitvegetation blühen. Achte darauf, Abdrift auf angrenzende Gewässer durch den Einsatz abdriftmindernder Technik zu minimieren, um aquatische Ökosysteme vorsorglich zu schonen.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
Buchsbaum (Gemeiner -)Freifressende Schmetterlingsraupen60 GRAM_PER_1000_SQUARE_METER
KohlgemüseEulenarten (Noctuidae)100 GRAM_PER_1000_SQUARE_METER9T
WeinrebeEinbindiger Traubenwickler, Bekreuzter Traubenwickler73–99120 GRAM_PER_1000_SQUARE_METER6T
WeinrebeEinbindiger Traubenwickler, Bekreuzter Traubenwickler13–9940 GRAM_PER_1000_SQUARE_METER6T
KohlgemüseFreifressende Schmetterlingsraupen60 GRAM_PER_1000_SQUARE_METER9T
KernobstFreifressende Schmetterlingsraupen0.5 KILOGRAM_PER_HECTARE_AND_METER_CROWN_HEIGHT5T
WeinrebeEinbindiger Traubenwickler, Bekreuzter Traubenwickler73–991.2 KILOGRAM_PER_HECTARE6T
Wurzel- und KnollengemüseEulenarten (Noctuidae)11–991 KILOGRAM_PER_HECTARE
Blatt- und StielgemüseFreifressende Schmetterlingsraupen11–990.6 KILOGRAM_PER_HECTARE
TomateFreifressende Schmetterlingsraupen, Eulenarten (Noctuidae)12–990.75 KILOGRAM_PER_HECTARE3T
FruchtgemüseEulenarten (Noctuidae)11–991 KILOGRAM_PER_HECTARE7T
ZierpflanzenFreifressende Schmetterlingsraupen0.6 KILOGRAM_PER_HECTARE
KernobstFreifressende Schmetterlingsraupen0.5 KILOGRAM_PER_HECTARE_AND_METER_CROWN_HEIGHT5T
Johannisbeerartiges BeerenobstFreifressende Schmetterlingsraupen60–991 KILOGRAM_PER_HECTARE3T
AubergineFreifressende Schmetterlingsraupen, Eulenarten (Noctuidae)12–990.75 KILOGRAM_PER_HECTARE3T
Blatt- und StielgemüseFreifressende Schmetterlingsraupen11–990.6 KILOGRAM_PER_HECTARE9T
KohlgemüseFreifressende Schmetterlingsraupen0.6 KILOGRAM_PER_HECTARE9T
Wurzel- und KnollengemüseFreifressende Schmetterlingsraupen11–990.6 KILOGRAM_PER_HECTARE
ZwiebelgemüseLauchmotte13–990.6 KILOGRAM_PER_HECTARE7T
ZierpflanzenEulenarten (Noctuidae)1 KILOGRAM_PER_HECTARE
WeinrebeEinbindiger Traubenwickler, Bekreuzter Traubenwickler13–990.4 KILOGRAM_PER_HECTARE6T
Blatt- und StielgemüseEulenarten (Noctuidae)11–991 KILOGRAM_PER_HECTARE
TomateEulenarten (Noctuidae)11–991 KILOGRAM_PER_HECTARE3T
Wurzel- und KnollengemüseFreifressende Schmetterlingsraupen11–990.6 KILOGRAM_PER_HECTARE
SteinobstFreifressende Schmetterlingsraupen60–990.5 KILOGRAM_PER_HECTARE_AND_METER_CROWN_HEIGHT8T
Wurzel- und KnollengemüseEulenarten (Noctuidae)11–991 KILOGRAM_PER_HECTARE
NadelholzFreifressende Schmetterlingsraupen1.6 KILOGRAM_PER_HECTARE
KohlgemüseEulenarten (Noctuidae)1 KILOGRAM_PER_HECTARE9T
ZierpflanzenFreifressende Schmetterlingsraupen1 KILOGRAM_PER_HECTARE
AubergineFreifressende Schmetterlingsraupen11–990.6 KILOGRAM_PER_HECTARE3T
Blatt- und StielgemüseEulenarten (Noctuidae)11–991 KILOGRAM_PER_HECTARE9T
AubergineEulenarten (Noctuidae)11–991 KILOGRAM_PER_HECTARE3T
LaubholzFreifressende Schmetterlingsraupen1.6 KILOGRAM_PER_HECTARE
TomateFreifressende Schmetterlingsraupen11–990.6 KILOGRAM_PER_HECTARE3T
FruchtgemüseFreifressende Schmetterlingsraupen11–990.6 KILOGRAM_PER_HECTARE7T

Häufige Fragen

Wann ist der beste Zeitpunkt für eine Behandlung mit Lizetan Raupen- & Zünslerfrei?

Der optimale Anwendungszeitpunkt liegt beim Schlupf der ersten Larven (L1- bis L3-Stadium). Da das Mittel als Fraßgift wirkt, müssen die Raupen den Wirkstoff aktiv über die Nahrung aufnehmen. Überprüfe deine Kulturen daher regelmäßig auf Eiablage und erste Fraßspuren, um den Behandlungsstart perfekt abzupassen.

Warum sehe ich nach der Spritzung immer noch lebende Raupen auf meinen Kulturen?

Das ist völlig normal für biologische Bt-Präparate. Nach der Aufnahme des Wirkstoffs setzt sofort eine Darmparalyse ein, wodurch die Raupen die Nahrungsaufnahme augenblicklich stoppen und keinen Schaden mehr anrichten. Der eigentliche Absterbeprozess kann jedoch 2 bis 5 Tage dauern. Der Erfolg der Behandlung zeigt sich zuerst am ausbleibenden Fraßschaden.

Welchen Einfluss hat das Wetter auf die Wirksamkeit des Mittels?

Da der Wirkstoff UV-empfindlich ist, solltest du die Anwendung idealerweise an bewölkten Tagen oder in den späten Nachmittags- und Abendstunden durchführen. Bei starker Sonneneinstrahlung bauen sich die Proteinkristalle schneller ab. Zudem ist das Präparat nach dem Antrocknen mäßig regenfest; bei anhaltenden, starken Niederschlägen direkt nach der Applikation kann jedoch eine Wiederholung erforderlich sein.

Kann ich Lizetan Raupen- & Zünslerfrei im Gewächshaus und im Freiland gleichermaßen nutzen?

Ja, das Produkt ist je nach Zulassung für den Einsatz in beiden Anbausystemen geeignet. Im Gewächshaus profitierst du besonders von der Temperaturunabhängigkeit des Wirkstoffs, da die Bakterientoxine auch bei kühleren Temperaturen im Frühjahr oder Herbst zuverlässig wirken, solange die Schaderreger aktiv fressen.

Wie finde ich heraus, ob dieses Produkt für meine spezifische Kultur zugelassen ist?

Nutze dafür einfach die Kulturen-Übersicht auf unserer Plattform agronomy.farmable.tech. Dort siehst du auf einen Blick alle für Lizetan Raupen- & Zünslerfrei registrierten Kulturen (wie Weinreben oder Kohlgemüse) sowie die dazugehörigen spezifischen Wartezeiten und maximalen Anwendungshäufigkeiten pro Saison.

Muss ich beim Ansetzen der Spritzbrühe auf die Wasserqualität achten?

Ja, unbedingt. Der Wirkstoff basiert auf Proteinkristallen, die sich in alkalischem Wasser (pH-Wert über 7) vorzeitig auflösen und an Wirkung verlieren können. Verwende daher weiches bis neutrales Wasser und korrigiere den pH-Wert der Spritzbrühe bei Bedarf mit einem geeigneten Puffer auf einen leicht sauren Bereich (pH 5,5 bis 6,5).