Nufosate
Nufosate ist ein hochkonzentriertes, nicht-selektives systemisches Herbizid zur Bekämpfung eines sehr breiten Spektrums von einkeimblättrigen und zweikeimblättrigen Unkräutern sowie Holzgewächsen. Mit einem Wirkstoffgehalt von 485,6 g/l Glyphosat bietet dieses Pflanzenschutzmittel eine effiziente und flexible Lösung für den Einsatz in verschiedenen Kulturen, im Weinbau, in der Forstwirtschaft sowie auf Stilllegungsflächen und Nichtkulturland.
Das Spektrum der erfassten Schaderreger reicht von einjährigen Samenunkräutern bis hin zu hartnäckigen, tiefwurzelnden ausdauernden Arten wie der Gemeinen Quecke, Ampfer-Arten und Adlerfarn. Dank seiner flüssigen Formulierung lässt sich das Produkt leicht dosieren und hervorragend im Tank mischen, was es zu einem unverzichtbaren Baustein für die moderne Stoppelbearbeitung, die Kulturvorbereitung und die gezielte Unkrautkontrolle macht.
Durch die hohe Wirkstoffkonzentration profitierst du von reduzierten Aufwandmengen pro Hektar, was nicht nur die Logistik auf dem Betrieb vereinfacht, sondern auch Verpackungsmüll einspart. Nufosate ist somit ein wirtschaftlicher und leistungsstarker Standard für ein sauberes Feld- und Kulturmanagement.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Der in Nufosate enthaltene Wirkstoff Glyphosat gehört zur HRAC-Gruppe 9 (Hemmstoffe der EPSP-Synthase). Die Wirkung erfolgt rein systemisch: Nach der Spritzung wird der Wirkstoff ausschließlich über die grünen, assimilierenden Pflanzenteile (Blätter und Triebe) aufgenommen und mit dem Saftstrom (Phloem) in der gesamten Pflanze verteilt. Dies schließt auch die unterirdischen Speicherorgane wie Rhizome, Ausläufer und tiefe Pfahlwurzeln ein. Auf biochemischer Ebene blockiert Glyphosat das Enzym 5-Enolpyruvylshikimat-3-phosphat-Synthase (EPSPS), welches ein Schlüsselenzym im Shikimisäureweg darstellt. Dieser Stoffwechselweg ist in Pflanzen für die Synthese der essenziellen aromatischen Aminosäuren Phenylalanin, Tyrosin und Tryptophan verantwortlich. Durch die Blockade bricht die Proteinsynthese der Schaderreger zusammen, was zu einem langsamen, aber unumkehrbaren Absterben der gesamten Pflanze führt. Erste Symptome wie Vergilbungen und Welkeerscheinungen werden je nach Witterung nach etwa 7 bis 14 Tagen sichtbar.
Resistenzmanagement
Um das Risiko einer Resistenzbildung bei den Zielunkräutern zu minimieren, solltest du Nufosate stets in ein integriertes Gesamtkonzept einbinden. Verlasse dich nicht allein auf Wirkstoffe der HRAC-Gruppe 9. Kombiniere chemische Maßnahmen mit pflanzenbaulichen Methoden wie einer vielseitigen Fruchtfolge, mechanischer Bodenbearbeitung und dem Anbau von konkurrenzstarken Zwischenfrüchten. Achte bei aufeinanderfolgenden Behandlungen darauf, Wirkstoffe mit unterschiedlichen Wirkungsmechanismen abzuwechseln, und vermeide es, unterdosierte Aufwandmengen auszubringen, um das Überleben teilresistenter Biotypen zu verhindern.
Mischbarkeit & Tankmischung
Nufosate ist im Allgemeinen gut mit vielen gängigen Pflanzenschutzmitteln und flüssigen Düngemitteln mischbar. Da Glyphosat jedoch empfindlich auf freie Calcium- und Magnesium-Ionen im Spritzwasser reagiert (Antagonismus durch hartes Wasser), empfiehlt es sich, bei hartem Wasser vor der Zugabe des Herbizids Ammoniumsulfat oder einen geeigneten Wasserkonditionierer in den Tank zu geben. Vermeide Mischungen mit stark kontaktwirksamen Herbiziden, da diese die Blattoberfläche zu schnell zerstören und dadurch den systemischen Transport von Glyphosat in die Wurzeln behindern können. Führe vor jeder geplanten Tankmischung einen physischen Mischbarkeitstest im kleinen Gefäß durch.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Beim Umgang mit Nufosate ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzhandschuhen und Schutzanzug, für den Anwenderschutz obligatorisch. Zum Schutz von Nichtzielorganismen und der Umwelt solltest du die Anwendung so ausrichten, dass Abdrift auf angrenzende Flächen und Gewässer strikt vermieden wird; nutze hierzu abdriftmindernde Düsentechnik. Da keine spezifische Bienengefährlichkeitsklasse angegeben ist, gilt zum Schutz von Bestäubern die allgemeine Vorsichtsregel: Behandle keine blühenden Kulturen oder Unkräuter, die aktiv von Bienen angeflogen werden, und verlege die Anwendung vorzugsweise in die späten Abendstunden, wenn der Bienenflug beendet ist.
Zugelassene Anwendungen
| Kultur | Ziel-Schaderreger | BBCH | Aufwand | Wartezeit |
|---|---|---|---|---|
| Wintergerste | Zweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter | 89–99 | 5 LITER_PER_HECTARE | 7T |
| Laubholz | Adlerfarn | — | 5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Zuckerrübe | Zweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter | — | 3 LITER_PER_HECTARE | — |
| Nadelholz | Adlerfarn | — | 5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Wiesen, Weiden | Ampfer-Arten, Gemeine Quecke | — | 4 LITER_PER_HECTARE | — |
| Mais | Zweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter | — | 3 LITER_PER_HECTARE | — |
| Gerste | Zweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter | 89–99 | 5 LITER_PER_HECTARE | 7T |
| Weizen | Zweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter | 89–99 | 5 LITER_PER_HECTARE | 7T |
| Weinrebe | Zweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter | — | 5 LITER_PER_HECTARE | 30T |
| Kernobst | Zweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter | — | 5 LITER_PER_HECTARE | 42T |
| Roggen | Zweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter | 89–99 | 5 LITER_PER_HECTARE | 7T |
| Triticale | Zweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter | 89–99 | 5 LITER_PER_HECTARE | 7T |
| Hafer | Zweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter | 89–99 | 5 LITER_PER_HECTARE | 7T |
| Ackerbaukulturen | Zweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter | — | 5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Nadelholz | Holzgewächse, Zweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter | — | 3 LITER_PER_HECTARE | — |
| Steinobst | Zweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter | — | 5 LITER_PER_HECTARE | 42T |
| Wege und Plätze mit Holzgewächsen | Zweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter | — | 330 LITER_PER_1000_LITER_WATER | — |
| Stilllegungsflächen | Zweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter | — | 5 LITER_PER_HECTARE | — |
Häufige Fragen
Wann ist der beste Zeitpunkt für eine Behandlung mit Nufosate auf der Stoppel?
Für eine optimale Wirkung gegen ausdauernde Unkräuter wie die Gemeine Quecke solltest du warten, bis die Schaderreger genügend Blattmasse gebildet haben (meist 3–4 Blätter oder ca. 10–15 cm Wuchshöhe). So kann ausreichend Wirkstoff aufgenommen und in die Wurzeln transportiert werden. Achte darauf, dass die Unkräuter aktiv wachsen und nicht unter Trocken- oder Froststress stehen.
Warum ist das BBCH-Stadium bei der Spätanwendung so wichtig?
Bei Anwendungen in reifen Beständen (BBCH 89 bis 99) dient die Behandlung der Ernteerleichterung oder der Unkrautbekämpfung vor der Ernte. Du musst strikt darauf achten, dass die Kulturpflanzen die physiologische Reife erreicht haben, um Ertragsverluste oder unzulässige Rückstände im Erntegut zu vermeiden. Beachte stets die für die jeweilige Kultur festgesetzte Wartezeit bis zur Ernte.
Wie beeinflusst hartes Wasser die Wirkung von Nufosate und was kann ich tun?
Hartes Wasser enthält hohe Konzentrationen an Calcium- und Magnesium-Ionen. Diese können sich an das Glyphosat-Molekül binden und dessen Aufnahme in die Pflanze blockieren. Um dies zu verhindern, solltest du dem Spritzwasser vor der Zugabe von Nufosate Ammoniumsulfat (AMS) oder einen geeigneten Wasserkonditionierer beimischen, um die störenden Ionen zu binden.
Wie lange muss es nach der Anwendung von Nufosate trocken bleiben?
Da Glyphosat systemisch über das Blatt aufgenommen wird, benötigt der Wirkstoff Zeit, um in die Pflanze einzudringen. In der Regel sollte nach der Behandlung für mindestens 4 bis 6 Stunden kein Regen fallen. Bei kühler oder feuchter Witterung kann sich diese Aufnahmezeit verlängern; richte dich daher nach den aktuellen Wetterprognosen.
Kann ich direkt nach der Anwendung von Nufosate eine neue Kultur einsäen?
Glyphosat hat keine nennenswerte Bodenwirkung, da es im Boden schnell und stark an Ton- und Humuspartikel gebunden und biologisch abgebaut wird. Dennoch solltest du bei der Bekämpfung von ausdauernden Unkräutern einige Tage warten (meist 3 bis 7 Tage), bis der Wirkstoff vollständig in die Wurzeln transportiert wurde, bevor du den Boden bearbeitest oder eine neue Kultur einsäst.