Nufosate
Nufosate ist ein hochkonzentriertes, nicht-selektives Blattherbizid von Nufarm Deutschland GmbH, das auf dem bewährten Wirkstoff Glyphosat basiert. Als systemisches Pflanzenschutzmittel wird es im Ackerbau, Weinbau, Obstbau sowie im Forst- und Nichtkulturlandbereich eingesetzt, um ein breites Spektrum an ein- und zweikeimblättrigen Unkräutern sowie hartnäckigen Holzgewächsen und Problemunkräutern wie der Gemeinen Quecke oder Ampfer-Arten effektiv zu bekämpfen.
Die Formulierung als wasserlösliches Konzentrat (SL) ermöglicht eine einfache Handhabung und eine schnelle Aufnahme durch die grünen Pflanzenteile. Da der Wirkstoff nicht über den Boden wirkt, eignet sich Nufosate hervorragend für die Vorsaatbehandlung, die Stoppelbearbeitung sowie für gezielte Anwendungen im Nachauflauf (z. B. unter Reben oder Obstbäumen) und zur Kulturvorbereitung im Forst.
Das Wirkungsspektrum umfasst sowohl einjährige als auch ausdauernde Schaderreger. Besonders bei der Bekämpfung tiefwurzelnder Unkräuter und Ungräser zeigt das Pflanzenschutzmittel seine Stärke, da es bis in die Wurzelspitzen transportiert wird und so einen nachhaltigen Bekämpfungserfolg sichert.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Der Wirkstoff Glyphosat gehört zur HRAC-Gruppe G (bzw. Gruppe 9 nach neuer Klassifizierung). Er blockiert gezielt das Enzym 5-Enolpyruvylshikimat-3-phosphat-Synthase (EPSPS) im Shikimatweg der Pflanzen. Dieses Enzym ist essenziell für die Biosynthese der aromatischen Aminosäuren Phenylalanin, Tyrosin und Tryptophan, die für das Pflanzenwachstum und den Proteinstoffwechsel unerlässlich sind. Da dieser Stoffwechselweg nur in Pflanzen, Pilzen und einigen Mikroorganismen vorkommt, weist der Wirkstoff eine hohe Spezifität auf. Nach der Aufnahme über die Blätter wird Glyphosat systemisch im Phloem der Kultur oder des Unkrauts transportiert und verteilt sich sowohl in den oberirdischen Trieben als auch im gesamten Wurzelsystem. Dies führt zu einem vollständigen Absterben der behandelten Schaderreger innerhalb weniger Tage bis Wochen.
Resistenzmanagement
Um das Risiko einer Resistenzbildung bei den Zielunkräutern zu minimieren, sollte Nufosate stets in ein integriertes Unkrautmanagement (IWM) eingebunden werden. Dies umfasst den Wechsel mit Herbiziden anderer Wirkstoffklassen (HRAC-Gruppen) sowie mechanische Maßnahmen zur Bodenbearbeitung. Einseitige, wiederholte Anwendungen auf derselben Fläche sind zu vermeiden, um die Selektion resistenter Biotypen – insbesondere bei ohnehin schwer bekämpfbaren einkeimblättrigen Unkräutern – zu verhindern.
Mischbarkeit & Tankmischung
Nufosate ist im Allgemeinen gut mit vielen gängigen Pflanzenschutzmitteln und Bodenherbiziden mischbar. Bei Tankmischungen ist jedoch stets auf die Gebrauchsanleitung der Mischpartner zu achten. Die Zugabe von Ammoniumsulfat kann in Regionen mit hartem Spritzwasser die Wirkstoffaufnahme und somit die Effizienz verbessern. Es wird empfohlen, die Spritzbrühe unmittelbar nach dem Ansetzen auszubringen und stehende Mischungen über längere Zeiträume zu vermeiden.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Beim Umgang mit Nufosate ist die vorgeschriebene persönliche Schutzausrüstung (PSA) zu tragen, um Haut- und Augenkontakt zu vermeiden. Das Pflanzenschutzmittel ist als nicht bienengefährlich (B4) eingestuft, sollte jedoch zum Schutz von Nichtzielpflanzen und Gewässerorganismen nicht in der Nähe von Oberflächengewässern ohne die vorgeschriebenen Abdriftminderungsauflagen angewendet werden. Die Einhaltung von Abstandsauflagen und der Einsatz abdriftmindernder Düsentechnik sind essenziell für den umweltschonenden Einsatz.
Zugelassene Anwendungen
| Kultur | Ziel-Schaderreger | BBCH | Aufwand | Wartezeit |
|---|---|---|---|---|
| Laubholz | Adlerfarn | — | 5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Zuckerrübe | Zweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter | — | 3 LITER_PER_HECTARE | — |
| Nadelholz | Adlerfarn | — | 5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Wiesen, Weiden | Ampfer-Arten, Gemeine Quecke | — | 4 LITER_PER_HECTARE | — |
| Mais | Zweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter | — | 3 LITER_PER_HECTARE | — |
| Gerste | Zweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter | 89–99 | 5 LITER_PER_HECTARE | 7T |
| Weizen | Zweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter | 89–99 | 5 LITER_PER_HECTARE | 7T |
| Weinrebe | Zweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter | — | 5 LITER_PER_HECTARE | 30T |
| Kernobst | Zweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter | — | 5 LITER_PER_HECTARE | 42T |
| Roggen | Zweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter | 89–99 | 5 LITER_PER_HECTARE | 7T |
| Triticale | Zweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter | 89–99 | 5 LITER_PER_HECTARE | 7T |
| Hafer | Zweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter | 89–99 | 5 LITER_PER_HECTARE | 7T |
| Wintergerste | Zweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter | 89–99 | 5 LITER_PER_HECTARE | 7T |
| Ackerbaukulturen | Zweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter | — | 5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Nadelholz | Holzgewächse, Zweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter | — | 3 LITER_PER_HECTARE | — |
| Steinobst | Zweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter | — | 5 LITER_PER_HECTARE | 42T |
| Wege und Plätze mit Holzgewächsen | Zweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter | — | 330 LITER_PER_1000_LITER_WATER | — |
| Stilllegungsflächen | Zweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter | — | 5 LITER_PER_HECTARE | — |
Häufige Fragen
Wann ist der optimale Zeitpunkt für eine Behandlung mit Nufosate auf der Stoppel?
Die Behandlung sollte erfolgen, wenn die Unkräuter und Ungräser (wie die Gemeine Quecke) wieder genügend grüne Blattmasse gebildet haben (meist bei einer Wuchshöhe von 10–15 cm). Nur so kann ausreichend Wirkstoff aufgenommen und in die Wurzeln transportiert werden.
Wie beeinflusst Regen kurz nach der Anwendung die Wirkung von Nufosate?
Da Nufosate über das Blatt aufgenommen wird, ist eine regenfreie Zeit von mindestens 4 bis 6 Stunden nach der Spritzung erforderlich. Setzt vorzeitig Regen ein, kann der Wirkstoff abgewaschen werden, was die Bekämpfungsleistung erheblich mindert.
Kann Nufosate auch bei niedrigen Temperaturen im Spätherbst eingesetzt werden?
Ja, eine Anwendung ist auch bei kühleren Temperaturen möglich, solange die Zielpflanzen noch aktiv assimilieren und kein starker Frost herrscht. Bei niedrigen Temperaturen verzögert sich jedoch der sichtbare Wirkungseintritt (Gelbfärbung der Blätter), da der Transport im Phloem langsamer abläuft.
Welche Rolle spielt die Wasserqualität bei der Ausbringung von Nufosate?
Sehr hartes Wasser (hoher Calcium- und Magnesiumgehalt) kann die Wirksamkeit von Glyphosat beeinträchtigen, da sich schwerlösliche Komplexe bilden. In solchen Fällen empfiehlt sich der Zusatz eines geeigneten Konditionierers oder von Ammoniumsulfat vor der Zugabe des Herbizids in den Spritztank.
Wie lange muss ich nach der Anwendung warten, bevor ich eine Bodenbearbeitung durchführen kann?
Um eine vollständige Translokation des Wirkstoffs in die Wurzeln der Schaderreger zu gewährleisten, sollte mit der Bodenbearbeitung bei einjährigen Unkräutern mindestens 3 bis 5 Tage und bei ausdauernden Unkräutern wie der Quecke mindestens 7 bis 10 Tage gewartet werden.
Wie finde ich im Portal weitere zugelassene Pflanzenschutzmittel für meine spezifische Kultur?
Nutzen Sie die Filterfunktion auf agronomy.farmable.tech, um gezielt nach Ihrer Kultur (z. B. Mais oder Weinrebe) und dem spezifischen Schaderreger zu suchen. Dort erhalten Sie eine aktuelle Übersicht aller in Deutschland (BVL) registrierten Alternativen und Kombinationspartner.