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OTHER · Nissan Chemical

Pilot

BVL Zul.-Nr. 034060-64

Pilot ist ein hochselektives, systemisches Herbizid zur gezielten Bekämpfung von einjährigen einkeimblättrigen Unkräutern und der Gemeinen Quecke. Als bewährtes Pflanzenschutzmittel wird es vor allem in zweikeimblättrigen Kulturen wie Raps, Kartoffeln, Leguminosen und Rüben eingesetzt, um den Konkurrenzdruck durch Ungräser frühzeitig und nachhaltig zu unterbinden.

Dank seiner hervorragenden Formulierung dringt der Wirkstoff rasch in die Blätter der Schaderreger ein und wird systemisch in der gesamten Pflanze, einschließlich der Rhizome bei ausdauernden Gräsern wie der Quecke, verteilt. Dies garantiert eine sichere Wirkung auch unter wechselhaften Witterungsbedingungen und verhindert einen Wiederaustrieb der Schadgräser.

Die breite Zulassung in zahlreichen landwirtschaftlichen und gartenbaulichen Kulturen macht Pilot zu einem flexiblen Baustein in der Unkrautbekämpfung. Es schont die zweikeimblättrigen Kulturen vollständig und ermöglicht eine gezielte Bereinigung verunkrauteter Bestände im Nachauflauf.

Wirkstoffe

Quizalofop-P
50 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der Wirkstoff Quizalofop-P gehört zur chemischen Klasse der Aryloxyphenoxypropionate (FOPs) und ist als ACC-Hemmer in die HRAC-Gruppe 1 klassifiziert. Er blockiert selektiv das Enzym Acetyl-CoA-Carboxylase in einkeimblättrigen Pflanzen, welches für die Biosynthese von Fettsäuren essenziell ist. Da zweikeimblättrige Kulturen eine unempfindliche Form dieses Enzyms besitzen, bleibt die Kultur absolut unbeschadet. Nach der Aufnahme über die grünen Pflanzenteile wird der Wirkstoff akropetal und basipetal in die Wachstumszonen (Meristeme) transportiert. Innerhalb weniger Tage stagniert das Wachstum der Ungräser. Die jüngsten Blätter verfärben sich nekrotisch, gefolgt von einem vollständigen Absterben der gesamten Schadpflanze innerhalb von zwei bis drei Wochen.

Resistenzmanagement

Zur Vermeidung von Resistenzbildungen bei einkeimblättrigen Schaderregern sollte der Einsatz von Pilot strikt in ein integriertes Herbizidmanagement eingebunden werden. Da ACC-Hemmer (HRAC-Gruppe 1) ein bekanntes Risiko für die Selektion resistenter Biotypen (z. B. bei Ackerfuchsschwanz oder Windhalm) aufweisen, ist ein Wirkstoffwechsel mit Herbiziden anderer Wirkmechanismen in der Fruchtfolge zwingend erforderlich. Zudem sollten mechanische Maßnahmen und pflanzenbauliche Praktiken zur Reduzierung des Samendrucks konsequent genutzt werden.

Mischbarkeit & Tankmischung

Pilot zeichnet sich durch eine gute Mischbarkeit mit vielen gängigen Fungiziden und Insektiziden aus. Bei geplanten Tankmischungen mit anderen Herbiziden, insbesondere gegen zweikeimblättrige Unkräuter, sollte jedoch vorab die Verträglichkeit geprüft werden, da antagonistische Effekte die Gräserwirkung reduzieren können. Für eine optimale Benetzung und Wirkstoffaufnahme empfiehlt sich die Ausbringung in ausreichend Wasser (in der Regel 200–400 l/ha) bei aktiven Wachstumsbedingungen der Ungräser, idealerweise bei hoher Luftfeuchtigkeit und moderaten Temperaturen.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit dem Pflanzenschutzmittel Pilot sind die gesetzlich vorgeschriebenen PSA-Maßnahmen (Schutzkleidung, Schutzhandschuhe und Augenschutz) strikt einzuhalten. Zum Schutz von Gewässerorganismen und der aquatischen Umwelt sind die in den Zulassungsbestimmungen definierten Abdriftminderungsklassen und Abstandsauflagen zu Oberflächengewässern genau zu beachten. Das Mittel ist als nicht bienengefährlich (B4) eingestuft, sollte jedoch zur Schonung von Nützlingen und Nichtzielpflanzen stets windstill und abdriftsicher appliziert werden.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
FuttererbseGemeine Quecke11–392.5 LITER_PER_HECTARE49T
SojabohneEinjährige einkeimblättrige Unkräuter49–591.5 LITER_PER_HECTARE90T
SpinatEinjährige einkeimblättrige Unkräuter11–451.25 LITER_PER_HECTARE28T
WurzelzichorieEinjährige einkeimblättrige Unkräuter1.25 LITER_PER_HECTARE
frische KräuterEinjährige einkeimblättrige Unkräuter11–991.25 LITER_PER_HECTARE90T
FutterrübeEinjährige einkeimblättrige Unkräuter10–391.25 LITER_PER_HECTARE60T
AckerbohneEinjährige einkeimblättrige Unkräuter11–391.5 LITER_PER_HECTARE49T
WinterrapsEinjährige einkeimblättrige Unkräuter10–391.25 LITER_PER_HECTARE90T
frische KräuterGemeine Quecke11–992 LITER_PER_HECTARE90T
WinterrapsGemeine Quecke10–392 LITER_PER_HECTARE90T
MöhreGemeine Quecke10–492 LITER_PER_HECTARE42T
ZuckerrübeGemeine Quecke10–392 LITER_PER_HECTARE60T
SojabohneEinjährige einkeimblättrige Unkräuter11–291.5 LITER_PER_HECTARE90T
frische KräuterGemeine Quecke11–992 LITER_PER_HECTARE90T
SchnittmangoldEinjährige einkeimblättrige Unkräuter1.25 LITER_PER_HECTARE28T
KartoffelEinjährige einkeimblättrige Unkräuter10–391.25 LITER_PER_HECTARE49T
SojabohneGemeine Quecke11–292.5 LITER_PER_HECTARE90T
StielmangoldEinjährige einkeimblättrige Unkräuter1.25 LITER_PER_HECTARE28T
ZuckerrübeEinjährige einkeimblättrige Unkräuter10–391.25 LITER_PER_HECTARE60T
MöhreEinjährige einkeimblättrige Unkräuter10–491.25 LITER_PER_HECTARE42T
ChicoreeEinjährige einkeimblättrige Unkräuter11–451.25 LITER_PER_HECTARE
AckerbohneGemeine Quecke11–392.5 LITER_PER_HECTARE49T
KartoffelGemeine Quecke10–392 LITER_PER_HECTARE49T
WinterrapsGemeine Quecke10–392 LITER_PER_HECTARE90T
FuttererbseEinjährige einkeimblättrige Unkräuter11–391.5 LITER_PER_HECTARE49T
SojabohneGemeine Quecke49–592.5 LITER_PER_HECTARE90T
WinterrapsEinjährige einkeimblättrige Unkräuter10–391.25 LITER_PER_HECTARE90T
frische KräuterEinjährige einkeimblättrige Unkräuter11–991.25 LITER_PER_HECTARE90T
FutterrübeGemeine Quecke10–392 LITER_PER_HECTARE60T

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für die Behandlung gegen die Gemeine Quecke?

Die Bekämpfung der Gemeinen Quecke ist am erfolgreichsten, wenn die Pflanzen eine Wuchshöhe von etwa 15 bis 20 cm erreicht haben und über ausreichend aktive Blattfläche verfügen. Zu diesem Zeitpunkt ist der Saftstrom stark genug, um den systemischen Wirkstoff Quizalofop-P bis tief in die unterirdischen Rhizome zu transportieren, was einen dauerhaften Bekämpfungserfolg sichert.

Wie beeinflusst die Witterung die Wirkung von Pilot?

Pilot wirkt am besten bei wüchsigem Wetter mit moderaten Temperaturen (15–25 °C) und ausreichender Bodenfeuchtigkeit, da die Ungräser dann aktiv assimilieren. Bei extremer Trockenheit, Hitze oder Frostgefahr sollte die Anwendung verschoben werden, da die verlangsamte Stoffwechselaktivität der Schaderreger die Wirkstoffaufnahme und -verteilung beeinträchtigt.

Kann Pilot mit blattaktiven Herbiziden gegen zweikeimblättrige Unkräuter gemischt werden?

Mischungen mit Herbiziden gegen zweikeimblättrige Unkräuter (z. B. Wuchsstoffen oder Sulfonylharnstoffen) können zu antagonistischen Effekten führen, wodurch die Wirkung gegen Schadgräser abgeschwächt wird. Um die volle Wirksamkeit von Pilot zu gewährleisten, empfiehlt sich bei starkem Gräserdruck eine Solo-Anwendung oder ein zeitlicher Abstand von mindestens 3 bis 5 Tagen zwischen den Behandlungen.

Wie schnell ist das Herbizid regenfest?

Dank der schnellen Penetration des Wirkstoffs Quizalofop-P in das Blattgewebe ist Pilot bereits etwa 1 bis 2 Stunden nach der Applikation regenfest. Niederschläge nach diesem Zeitraum beeinträchtigen die herbizide Wirkung nicht mehr.

Warum verfärben sich die Ungräser nach der Spritzung nicht sofort rot oder gelb?

Als ACC-Hemmer greift Pilot in die Fettsäuresynthese ein, was ein langsamer physiologischer Prozess ist. Ein sichtbarer Wachstumsstopp tritt zwar rasch ein, aber die typischen Symptome wie Verfärbungen der Herzblätter und das anschließende Absterben der gesamten Pflanze werden erst nach 10 bis 21 Tagen voll sichtbar.

Wie finde ich im Portal weitere zugelassene Pflanzenschutzmittel gegen einkeimblättrige Unkräuter?

Nutzen Sie die Filterfunktion in unserer Produktdatenbank auf agronomy.farmable.tech. Wählen Sie Ihre spezifische Kultur und filtern Sie gezielt nach der Schaderreger-Kategorie 'Einjährige einkeimblättrige Unkräuter', um alle aktuell in Deutschland zugelassenen Herbizide und deren Anwendungsbestimmungen übersichtlich zu vergleichen.