Piretro Verde
Piretro Verde ist ein hochwirksames, biologisches Pflanzenschutzmittel auf Basis von Naturpyrethrinen, das für den professionellen Einsatz im Weinbau, Gemüsebau und Beerenobst registriert ist. Als flüssige Formulierung konzipiert, bietet das Präparat eine schnelle und zuverlässige Kontaktwirkung gegen ein breites Spektrum an saugenden und beißenden Schaderregern. Durch seinen natürlichen Ursprung und den raschen Abbau eignet es sich hervorragend für integrierte Anbausysteme sowie für den ökologischen Landbau.
Das Wirkungsspektrum von Piretro Verde umfasst wirtschaftlich bedeutende Schädlinge wie Blattläuse, Thrips-Arten, Weiße Fliegen sowie freifressende Schmetterlingsraupen und blattfressende Käfer. Auch anspruchsvolle Schaderreger wie die Kirschessigfliege (Drosophila suzukii) im Beerenobst oder die Traubenwickler-Arten im Weinbau werden effektiv erfasst. Dank der extrem kurzen Wartezeit von nur ein bis zwei Tagen ist das Mittel ein unverzichtbares Werkzeug für das späte Schädlingsmanagement kurz vor der Ernte.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Der Wirkstoff Pyrethrine gehört zur IRAC-Gruppe 3A. Er basiert auf den natürlichen Extrakten der Chrysanthemenblüte (Tanacetum cinerariifolium). Die biochemische Wirkung beruht auf der Blockade der spannungsabhängigen Natriumkanäle in den Nervenmembranen der Schadinsekten. Dies führt zu einer langanhaltenden Depolarisation, was einen sofortigen "Knock-down"-Effekt (Sofortwirkung) auslöst. Die Schaderreger werden innerhalb kürzester Zeit gelähmt und sterben ab. Da es sich um ein reines Kontaktgift handelt, dringen die Pyrethrine nicht systemisch in die Kultur ein. Eine direkte, gründliche Benetzung der Schadinsekten ist daher für den Bekämpfungserfolg zwingend erforderlich. Die schnelle photochemische Zersetzung des Wirkstoffs unter UV-Licht sorgt dafür, dass keine langlebigen Rückstände auf den Erntegütern verbleiben.
Resistenzmanagement
Um der Entstehung von Resistenzen vorzubeugen, sollte Piretro Verde im Rahmen eines integrierten Pflanzenschutzprogramms im Wechsel mit Insektiziden aus anderen IRAC-Wirkstoffklassen (z. B. Klasse 4 oder 23) eingesetzt werden. Da Naturpyrethrine aufgrund ihres schnellen Abbaus nur einen kurzen Selektionsdruck ausüben, ist das Risiko einer Resistenzentwicklung im Vergleich zu synthetischen Pyrethroiden zwar geringer, dennoch sind die maximalen Anwendungshäufigkeiten pro Saison und Kultur strikt einzuhalten.
Mischbarkeit & Tankmischung
Bei Mischungen ist besonders auf den pH-Wert der Spritzbrühe zu achten. Naturpyrethrine sind im alkalischen Milieu (pH-Wert über 7) extrem instabil und unterliegen einer schnellen Hydrolyse. Es wird dringend empfohlen, sauer wirkende Puffer oder pH-Regulatoren zuzusetzen, um einen optimalen pH-Bereich von 5,5 bis 6,5 einzustellen. Eine Kombination mit stark alkalischen Produkten wie Kupferpräparaten oder bestimmten Blattdüngern sollte vermieden werden. Vor der großflächigen Anwendung empfiehlt sich stets eine Mischbarkeits- und Verträglichkeitsprobe an der jeweiligen Kultur.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Obwohl es sich um einen natürlichen Wirkstoff handelt, besitzt Piretro Verde eine hohe Toxizität gegenüber aquatischen Organismen und nützlichen Gliederfüßern wie Bienen. Das Pflanzenschutzmittel ist als bienengefährlich eingestuft und darf nicht auf blühende Kulturen oder an Orten, an denen Bienen aktiv fliegen, ausgebracht werden, es sei denn, die Anwendung erfolgt nach dem täglichen Bienenflug in den Abendstunden. Beim Ansetzen der Spritzbrühe und der Applikation ist die vorgeschriebene persönliche Schutzausrüstung (PSA) zu tragen. Abdriftmindernde Düsen und die Einhaltung der vorgeschriebenen Gewässerabstände sind zwingend erforderlich.
Zugelassene Anwendungen
| Kultur | Ziel-Schaderreger | BBCH | Aufwand | Wartezeit |
|---|---|---|---|---|
| Erdbeere | Thrips spp. | 11–89 | 1.6 LITER_PER_HECTARE | 2T |
| Tomate | Weiße Fliegen | 11–89 | 1.92 LITER_PER_HECTARE | 1T |
| Riesenkürbis | Blattläuse | 11–89 | 1.28 LITER_PER_HECTARE | 1T |
| Erdbeere | Kirschessigfliege (Drosophila suzukii) | 11–89 | 1.6 LITER_PER_HECTARE | 2T |
| Gemüsepaprika (inkl. Peperoni und Chili) | Thrips spp. | 11–89 | 1.92 LITER_PER_HECTARE | 1T |
| Weinrebe | Bekreuzter Traubenwickler (Heu- und Sauerwurm) | — | 0.64 LITER_PER_HECTARE | 1T |
| Tomate | Thrips spp. | 11–89 | 1.92 LITER_PER_HECTARE | 1T |
| Zierpflanzen | Thrips spp. | 11–89 | 1.6 LITER_PER_HECTARE | — |
| Garten-Kürbis | Blattläuse | 11–89 | 1.28 LITER_PER_HECTARE | 1T |
| Moschus-Kürbis | Blattläuse | 11–89 | 1.28 LITER_PER_HECTARE | 1T |
| Patisson | Blattläuse | 11–89 | 1.28 LITER_PER_HECTARE | 1T |
| Gurke | Blattläuse | 11–89 | 1.28 LITER_PER_HECTARE | 1T |
| Schnittblumen | Blattläuse, Weiße Fliegen | 11–49 | 1.6 LITER_PER_HECTARE | — |
| Aubergine | Thrips spp. | 11–89 | 1.92 LITER_PER_HECTARE | 1T |
| Zier/Wildkürbis (Cucurbita texana) | Blattläuse | 11–89 | 1.28 LITER_PER_HECTARE | 1T |
| Zucchini | Blattläuse | 11–89 | 1.28 LITER_PER_HECTARE | 1T |
| Aubergine | Weiße Fliegen | 11–89 | 1.92 LITER_PER_HECTARE | 1T |
| Räume | Käfer, Lepidoptera | — | 0.0009600000455975532 LITER_PER_SQUARE_METER | — |
| Flaschenkürbis | Blattläuse | 11–89 | 1.28 LITER_PER_HECTARE | 1T |
| Blattgemüse und frische Kräuter | Blattläuse | 11–49 | 1.28 LITER_PER_HECTARE | 1T |
| Beerenobst | Kirschessigfliege (Drosophila suzukii) | 11–89 | 1.28 LITER_PER_HECTARE | 2T |
| Beerenobst | Thrips spp. | 11–89 | 1.28 LITER_PER_HECTARE | 2T |
| Weinrebe | Einbindiger Traubenwickler (Heu- und Sauerwurm) | — | 0.64 LITER_PER_HECTARE | 1T |
| Melone | Blattläuse | 11–89 | 1.28 LITER_PER_HECTARE | 1T |
| Zierpflanzen | Saugende Insekten | — | 2.4 LITER_PER_HECTARE | — |
| Zierpflanzen | Blattläuse, Weiße Fliegen | 11–89 | 1.6 LITER_PER_HECTARE | — |
| Zierpflanzen | Blattläuse, Blattwespen, Blattfressende Käfer | — | 1.2 LITER_PER_HECTARE | — |
| Gemüsepaprika (inkl. Peperoni und Chili) | Weiße Fliegen | 11–89 | 1.92 LITER_PER_HECTARE | 1T |
| Wassermelone | Blattläuse | 11–89 | 1.28 LITER_PER_HECTARE | 1T |
Häufige Fragen
Warum ist der Applikationszeitpunkt bei Piretro Verde so entscheidend?
Da Naturpyrethrine extrem licht- und temperaturempfindlich sind, bauen sie sich unter UV-Strahlung rasch ab. Die Behandlung sollte daher bevorzugt in den kühlen Abendstunden oder bei bedecktem Himmel erfolgen. Dies verlängert die Wirkungsdauer auf der Pflanzenoberfläche und schont gleichzeitig nützliche Insekten wie Bienen, die zu dieser Zeit nicht mehr fliegen.
Wie kann ich die Wirkung von Piretro Verde bei schwer benetzbaren Kulturen verbessern?
Bei Kulturen mit einer ausgeprägten Wachsschicht (z. B. Kohlarten oder bestimmte Zierpflanzen) empfiehlt sich der Zusatz eines zugelassenen, nicht-ionischen Netzmittels. Dies verbessert die Verteilung der Spritzbrühe und stellt sicher, dass auch versteckt sitzende Schaderreger in Blattachseln oder auf den Blattunterseiten direkt vom Wirkstoff getroffen werden.
Kann Piretro Verde im Gewächshaus und im Freiland gleichermaßen eingesetzt werden?
Ja, das Produkt ist für beide Anbausysteme in einer Vielzahl von Kulturen registriert. Im Gewächshaus ist die UV-Strahlung oft geringer, was die Wirkungsdauer des Kontaktmittels leicht verlängern kann. Achten Sie jedoch auch unter Glas auf eine ausreichende Belüftung und vermeiden Sie Applikationen bei extremen Temperaturen über 25 °C.
Welche Rolle spielt die Wasserqualität beim Ansetzen der Spritzbrühe?
Eine entscheidende Rolle. Pyrethrine zerfallen in hartem, alkalischem Wasser sehr schnell (alkalische Hydrolyse), wodurch die Wirksamkeit drastisch sinkt. Verwenden Sie weiches bis mittelschweres Wasser und korrigieren Sie den pH-Wert der Spritzbrühe mit einem geeigneten Konditionierer auf einen leicht sauren Wert (pH 5,5 bis 6,0), bevor Sie das Pflanzenschutzmittel hinzugeben.
Wie lässt sich Piretro Verde optimal in eine Strategie gegen die Kirschessigfliege (Drosophila suzukii) integrieren?
Aufgrund der extrem kurzen Wartezeit von nur 1 bis 2 Tagen eignet sich Piretro Verde hervorragend als "Sicherheitsnetz" unmittelbar vor oder während der Erntephase im Beeren- und Steinobst. Es sollte gezielt eingesetzt werden, wenn ein plötzlicher Befallsdruck kurz vor dem Pflücken festgestellt wird und systemische Mittel wegen zu langer Wartezeiten nicht mehr appliziert werden dürfen.