Targa Super
Targa Super ist ein hochselektives, systemisches Nachauflauf-Herbizid (Graminizid) zur gezielten Ausschaltung von einjährigen einkeimblättrigen Unkräutern und der Gemeinen Quecke. Als emulgierbares Konzentrat (EC) formuliert, wird das Pflanzenschutzmittel vorrangig in einer Vielzahl von zweikeimblättrigen Kulturen wie Winterraps, Kartoffeln, Zuckerrüben sowie verschiedenen Leguminosen und Gemüsekulturen eingesetzt. Es bietet Landwirten eine flexible und verlässliche Lösung, um den Konkurrenzdruck durch Schadgräser frühzeitig zu unterbinden.
Nach der Applikation dringt der Wirkstoff rasch über die grünen Pflanzenteile der Schadgräser ein und verteilt sich systemisch in der gesamten Pflanze bis in die Wurzelspitzen und Rhizome. Dies sorgt für einen schnellen Wachstumsstopp der Schaderreger, gefolgt von einer schrittweisen Nekrose des Gewebes, wodurch die Kulturpflanzen optimal von Licht-, Wasser- und Nährstoffkonkurrenz befreit werden.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Der in Targa Super enthaltene Wirkstoff Quizalofop-P gehört zur chemischen Gruppe der Aryloxyphenoxypropionate (bekannt als "FOPs") und ist als ACCase-Inhibitor in die HRAC-Gruppe 1 (ehemals Gruppe A) klassifiziert. Der Wirkungsmechanismus basiert auf der Blockade des Enzyms Acetyl-CoA-Carboxylase, welches eine Schlüsselrolle bei der Fettsäuresynthese in einkeimblättrigen Pflanzen spielt. Durch die Hemmung dieses Enzyms wird die Bildung neuer Zellmembranen in den Bildungsgeweben (Meristemen) der Schadgräser unterbunden. Da zweikeimblättrige Kulturen über eine strukturell andere Acetyl-CoA-Carboxylase verfügen, blockiert der Wirkstoff deren Stoffwechsel nicht, was die hervorragende Selektivität und Kulturverträglichkeit von Targa Super erklärt.
Resistenzmanagement
Um einer Selektion resistenter Biotypen – insbesondere bei weit verbreiteten Schadgräsern wie dem Ackerfuchsschwanz oder dem Windhalm – aktiv vorzubeugen, muss Targa Super in ein integriertes Resistenzmanagement eingebunden werden. Dies beinhaltet den konsequenten Wechsel mit Herbiziden anderer HRAC-Wirkstoffklassen (wie z. B. HRAC 3 oder 15) innerhalb der Fruchtfolge. Zudem sollten pflanzenbauliche Maßnahmen wie eine abwechslungsreiche Fruchtfolge, angepasste Bodenbearbeitung und falsche Saatbetten genutzt werden, um den Selektionsdruck durch den wiederholten Einsatz von ACCase-Hemmern zu minimieren.
Mischbarkeit & Tankmischung
Targa Super ist im Allgemeinen gut mit vielen Fungiziden und Insektiziden mischbar. Bei geplanten Tankmischungen mit Herbiziden gegen zweikeimblättrige Unkräuter (insbesondere Sulfonylharnstoffen oder Wuchsstoffen) kann es jedoch zu antagonistischen Effekten kommen, welche die Wirkung gegen die einkeimblättrigen Schaderreger herabsetzen. In solchen Fällen wird empfohlen, die Behandlungen zeitlich versetzt im Abstand von mindestens 5 bis 7 Tagen durchzuführen. Für eine optimale Benetzung und Wirkstoffaufnahme sollte stets auf eine ausreichende Wasseraufwandmenge und eine feintropfige Applikation geachtet werden.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Beim Umgang mit Targa Super sind die gesetzlich vorgeschriebenen PSA-Maßnahmen (persönliche Schutzausrüstung) strikt einzuhalten, um den Anwenderschutz zu gewährleisten. Das Pflanzenschutzmittel ist als umweltgefährlich eingestuft; daher müssen bei der Anwendung die vorgeschriebenen Abstandsauflagen zu Oberflächengewässern (Abdriftminderungsklassen) und Saumbiotopen exakt beachtet werden, um aquatische Organismen und Nichtzielpflanzen zu schützen. Bezüglich der Bienentoxizität ist das Produkt bei bestimmungsgemäßer Anwendung als nicht bienengefährlich (B4) eingestuft, dennoch sollten lokale Anwendungsbeschränkungen während des Bienenflugs berücksichtigt werden.
Zugelassene Anwendungen
| Kultur | Ziel-Schaderreger | BBCH | Aufwand | Wartezeit |
|---|---|---|---|---|
| frische Kräuter | Einjährige einkeimblättrige Unkräuter | 11–99 | 1.25 LITER_PER_HECTARE | 90T |
| Chicoree | Einjährige einkeimblättrige Unkräuter | 11–45 | 1.25 LITER_PER_HECTARE | — |
| Möhre | Einjährige einkeimblättrige Unkräuter | 10–49 | 1.25 LITER_PER_HECTARE | 42T |
| frische Kräuter | Gemeine Quecke | 11–99 | 2 LITER_PER_HECTARE | 90T |
| frische Kräuter | Einjährige einkeimblättrige Unkräuter | 11–99 | 1.25 LITER_PER_HECTARE | 90T |
| Spinat | Einjährige einkeimblättrige Unkräuter | 11–45 | 1.25 LITER_PER_HECTARE | 28T |
| Stielmangold | Einjährige einkeimblättrige Unkräuter | — | 1.25 LITER_PER_HECTARE | 28T |
| Ackerbohne | Gemeine Quecke | 11–39 | 2.5 LITER_PER_HECTARE | 49T |
| Winterraps | Gemeine Quecke | 10–39 | 2 LITER_PER_HECTARE | 90T |
| Sojabohne | Einjährige einkeimblättrige Unkräuter | 49–59 | 1.5 LITER_PER_HECTARE | 90T |
| Sojabohne | Gemeine Quecke | 11–29 | 2.5 LITER_PER_HECTARE | 90T |
| Futterrübe | Einjährige einkeimblättrige Unkräuter | 10–39 | 1.25 LITER_PER_HECTARE | 60T |
| Möhre | Gemeine Quecke | 10–49 | 2 LITER_PER_HECTARE | 42T |
| Kartoffel | Einjährige einkeimblättrige Unkräuter | 10–39 | 1.25 LITER_PER_HECTARE | 49T |
| Sojabohne | Einjährige einkeimblättrige Unkräuter | 11–29 | 1.5 LITER_PER_HECTARE | 90T |
| Schnittmangold | Einjährige einkeimblättrige Unkräuter | — | 1.25 LITER_PER_HECTARE | 28T |
| frische Kräuter | Gemeine Quecke | 11–99 | 2 LITER_PER_HECTARE | 90T |
| Futtererbse | Gemeine Quecke | 11–39 | 2.5 LITER_PER_HECTARE | 49T |
| Wurzelzichorie | Einjährige einkeimblättrige Unkräuter | — | 1.25 LITER_PER_HECTARE | — |
| Winterraps | Einjährige einkeimblättrige Unkräuter | 10–39 | 1.25 LITER_PER_HECTARE | 90T |
| Futterrübe | Gemeine Quecke | 10–39 | 2 LITER_PER_HECTARE | 60T |
| Winterraps | Gemeine Quecke | 10–39 | 2 LITER_PER_HECTARE | 90T |
| Ackerbohne | Einjährige einkeimblättrige Unkräuter | 11–39 | 1.5 LITER_PER_HECTARE | 49T |
| Futtererbse | Einjährige einkeimblättrige Unkräuter | 11–39 | 1.5 LITER_PER_HECTARE | 49T |
| Sojabohne | Gemeine Quecke | 49–59 | 2.5 LITER_PER_HECTARE | 90T |
| Winterraps | Einjährige einkeimblättrige Unkräuter | 10–39 | 1.25 LITER_PER_HECTARE | 90T |
| Kartoffel | Gemeine Quecke | 10–39 | 2 LITER_PER_HECTARE | 49T |
| Zuckerrübe | Einjährige einkeimblättrige Unkräuter | 10–39 | 1.25 LITER_PER_HECTARE | 60T |
| Zuckerrübe | Gemeine Quecke | 10–39 | 2 LITER_PER_HECTARE | 60T |
Häufige Fragen
Wann ist der optimale Zeitpunkt für die Behandlung der Gemeinen Quecke im Vergleich zu einjährigen Schadgräsern?
Einjährige einkeimblättrige Unkräuter werden am besten im frühen Nachauflauf (BBCH 12 bis 29) behandelt, wenn sie aktiv wachsen und ausreichend Blattfläche besitzen. Bei der Bekämpfung der Gemeinen Quecke sollte gewartet werden, bis diese eine Wuchshöhe von etwa 15–20 cm erreicht hat, damit genügend Blattmasse vorhanden ist, um den Wirkstoff aufzunehmen und in die unterirdischen Rhizome zu transportieren.
Wie beeinflusst die Witterung die Effizienz von Targa Super nach der Anwendung?
Die beste Wirkung wird bei wüchsigem Wetter mit milden Temperaturen (15–25 °C) und ausreichender Luftfeuchtigkeit erzielt, da der Stoffwechsel der Schadgräser dann aktiv ist. Bei extremer Trockenheit, Frost oder starker Hitze bilden die Gräser eine dicke Wachsschicht aus, was die Wirkstoffaufnahme behindert; unter solchen Bedingungen sollte die Behandlung verschoben werden.
Wie schnell ist Targa Super regenfest?
Der Wirkstoff Quizalofop-P wird sehr rasch von den Blättern der Schaderreger absorbiert. In der Regel ist das Pflanzenschutzmittel bereits etwa eine Stunde nach der Applikation regenfest, sodass nachfolgende Niederschläge die herbizide Wirkung nicht mehr beeinträchtigen.
Kann ich Targa Super in einer Tankmischung mit Breitblatt-Herbiziden ausbringen?
Mischungen mit Herbiziden gegen zweikeimblättrige Unkräuter können zu Antagonismus führen, wodurch die Wirkung gegen Schadgräser deutlich abgeschwächt wird. Um eine optimale Wirkung zu sichern, sollten Targa Super und breitblättrige Herbizide bevorzugt solo mit einem zeitlichen Abstand von 5 bis 7 Tagen appliziert werden.
Woran erkenne ich, dass die Behandlung gegen die Schadgräser erfolgreich war?
Erste Symptome zeigen sich ca. 7 bis 10 Tage nach der Behandlung. Die jüngsten Herzblätter der Schadgräser verfärben sich gelblich bis rötlich und lassen sich leicht aus der Blattscheide herausziehen. Das vollständige Absterben der gesamten Pflanze inklusive der Wurzeln dauert je nach Witterung etwa 2 bis 3 Wochen.