Targa Super
Targa Super ist ein bewährtes, selektives Herbizid (Graminizid) zur gezielten Bekämpfung von einkeimblättrigen Unkräutern (Ungräsern) und der Gemeinen Quecke. Es wird vor allem in zweikeimblättrigen Kulturen wie Raps, Kartoffeln, Rüben, Karotten und verschiedenen Hülsenfrüchten eingesetzt. Dank seiner systemischen Wirkung bietet das Pflanzenschutzmittel eine zuverlässige Lösung, um den Konkurrenzdruck durch Schadgräser in sensiblen Entwicklungsstadien der Kulturen zu minimieren.
Als Emulsionskonzentrat (EC) formuliert, zeichnet sich Targa Super durch eine schnelle Aufnahme über die Blätter der Ungräser aus. Nach der Anwendung verteilt sich der Wirkstoff systemisch in der gesamten Pflanze bis in die Wurzeln und Rhizome. Dies macht das Mittel besonders schlagkräftig gegen ausdauernde Schaderreger wie die Gemeine Quecke, da auch deren unterirdische Überdauerungsorgane nachhaltig geschädigt werden.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Der enthaltene Wirkstoff Quizalofop-P gehört zur chemischen Klasse der Aryloxyphenoxypropionate (Fops) und greift als ACCase-Inhibitor (HRAC-Gruppe 1) gezielt in den Stoffwechsel von einkeimblättrigen Pflanzen ein. Der Wirkungsmechanismus basiert auf der Hemmung des Enzyms Acetyl-CoA-Carboxylase, welches eine Schlüsselrolle bei der Fettsäurebiosynthese spielt. Durch diese Blockade wird der Aufbau von Zellmembranen in den Bildungsgeweben (Meristemen) der Ungräser unterbunden. Nach der Aufnahme wird der Wirkstoff rasch in die Wachstumszonen der Triebe und Wurzeln transportiert. Erste Symptome zeigen sich nach einigen Tagen durch Vergilbungen der jüngsten Blätter, gefolgt von Nekrosen. Das Wachstum der Schadgräser stoppt fast unmittelbar nach der Behandlung, und die betroffenen Pflanzen sterben innerhalb von zwei bis vier Wochen vollständig ab. Zweikeimblättrige Kulturen besitzen eine natürliche Toleranz gegenüber diesem Wirkmechanismus, da ihre ACCase strukturell anders aufgebaut ist.
Resistenzmanagement
Um einer Resistenzbildung bei Ungräsern (insbesondere bei Ackerfuchsschwanz oder Windhalm) vorzubeugen, solltest du Targa Super stets in ein integriertes Herbizidmanagement einbinden. Vermeide den wiederholten, alleinigen Einsatz von ACCase-Hemmern (HRAC-Gruppe 1) auf derselben Fläche. Nutze stattdessen Fruchtgitter, mechanische Unkrautbekämpfung und wechsle die Wirkstoffklassen ab, indem du Herbizide mit anderen Wirkungsmechanismen in der Rotation oder als Tankmischung einsetzt.
Mischbarkeit & Tankmischung
Targa Super ist im Allgemeinen gut mit vielen gängigen Fungiziden und Insektiziden mischbar. Bei geplanten Tankmischungen mit anderen Herbiziden, insbesondere gegen zweikeimblättrige Unkräuter, solltest du jedoch mögliche antagonistische Effekte beachten, welche die Wirkung gegen Schadgräser reduzieren können. In solchen Fällen empfiehlt sich ein zeitlicher Abstand von einigen Tagen zwischen den Behandlungen. Achte auf eine ausreichende Wassermenge und vermeide Mischungen bei extremen Wetterbedingungen wie Frost oder starker Hitze, um die Kulturverträglichkeit nicht zu gefährden.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Beim Umgang mit Targa Super ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug, Schutzhandschuhen und Augenschutz, unerlässlich. Da keine spezifische Bienengefährdungsklasse angegeben ist, solltest du zum Schutz von Bestäubern die Anwendung nicht in blühende Bestände legen und Abdriften auf blühende Unterkulturen oder angrenzende Saumstrukturen vermeiden. Behandlungen sollten bevorzugt in den Abendstunden durchgeführt werden, wenn kein Bienenflug stattfindet. Achte zudem darauf, einen direkten Eintrag in Oberflächengewässer zu verhindern, um aquatische Organismen zu schonen.
Zugelassene Anwendungen
| Kultur | Ziel-Schaderreger | BBCH | Aufwand | Wartezeit |
|---|---|---|---|---|
| frische Kräuter | Einjährige einkeimblättrige Unkräuter | 11–99 | 1.25 LITER_PER_HECTARE | 90T |
| Chicoree | Einjährige einkeimblättrige Unkräuter | 11–45 | 1.25 LITER_PER_HECTARE | — |
| Möhre | Einjährige einkeimblättrige Unkräuter | 10–49 | 1.25 LITER_PER_HECTARE | 42T |
| frische Kräuter | Gemeine Quecke | 11–99 | 2 LITER_PER_HECTARE | 90T |
| frische Kräuter | Einjährige einkeimblättrige Unkräuter | 11–99 | 1.25 LITER_PER_HECTARE | 90T |
| Spinat | Einjährige einkeimblättrige Unkräuter | 11–45 | 1.25 LITER_PER_HECTARE | 28T |
| Stielmangold | Einjährige einkeimblättrige Unkräuter | — | 1.25 LITER_PER_HECTARE | 28T |
| Ackerbohne | Gemeine Quecke | 11–39 | 2.5 LITER_PER_HECTARE | 49T |
| Winterraps | Gemeine Quecke | 10–39 | 2 LITER_PER_HECTARE | 90T |
| Sojabohne | Einjährige einkeimblättrige Unkräuter | 49–59 | 1.5 LITER_PER_HECTARE | 90T |
| Sojabohne | Gemeine Quecke | 11–29 | 2.5 LITER_PER_HECTARE | 90T |
| Futterrübe | Einjährige einkeimblättrige Unkräuter | 10–39 | 1.25 LITER_PER_HECTARE | 60T |
| Möhre | Gemeine Quecke | 10–49 | 2 LITER_PER_HECTARE | 42T |
| Kartoffel | Einjährige einkeimblättrige Unkräuter | 10–39 | 1.25 LITER_PER_HECTARE | 49T |
| Sojabohne | Einjährige einkeimblättrige Unkräuter | 11–29 | 1.5 LITER_PER_HECTARE | 90T |
| Schnittmangold | Einjährige einkeimblättrige Unkräuter | — | 1.25 LITER_PER_HECTARE | 28T |
| frische Kräuter | Gemeine Quecke | 11–99 | 2 LITER_PER_HECTARE | 90T |
| Futtererbse | Gemeine Quecke | 11–39 | 2.5 LITER_PER_HECTARE | 49T |
| Wurzelzichorie | Einjährige einkeimblättrige Unkräuter | — | 1.25 LITER_PER_HECTARE | — |
| Winterraps | Einjährige einkeimblättrige Unkräuter | 10–39 | 1.25 LITER_PER_HECTARE | 90T |
| Futterrübe | Gemeine Quecke | 10–39 | 2 LITER_PER_HECTARE | 60T |
| Winterraps | Gemeine Quecke | 10–39 | 2 LITER_PER_HECTARE | 90T |
| Ackerbohne | Einjährige einkeimblättrige Unkräuter | 11–39 | 1.5 LITER_PER_HECTARE | 49T |
| Futtererbse | Einjährige einkeimblättrige Unkräuter | 11–39 | 1.5 LITER_PER_HECTARE | 49T |
| Sojabohne | Gemeine Quecke | 49–59 | 2.5 LITER_PER_HECTARE | 90T |
| Winterraps | Einjährige einkeimblättrige Unkräuter | 10–39 | 1.25 LITER_PER_HECTARE | 90T |
| Kartoffel | Gemeine Quecke | 10–39 | 2 LITER_PER_HECTARE | 49T |
| Zuckerrübe | Einjährige einkeimblättrige Unkräuter | 10–39 | 1.25 LITER_PER_HECTARE | 60T |
| Zuckerrübe | Gemeine Quecke | 10–39 | 2 LITER_PER_HECTARE | 60T |
Häufige Fragen
Wann ist der optimale Zeitpunkt für die Behandlung mit Targa Super?
Der beste Anwendungszeitpunkt liegt vor, wenn die Schadgräser aktiv wachsen und genügend Blattfläche für die Wirkstoffaufnahme gebildet haben. Bei einjährigen Ungräsern ist das meist vom 2-Blatt-Stadium bis zum Bestockungsende der Fall. Für die Bekämpfung der Gemeinen Quecke solltest du warten, bis diese eine Wuchshöhe von etwa 15–20 cm erreicht hat, damit genügend Wirkstoff in das Rhizomsystem transportiert werden kann.
Wie beeinflusst das Wetter die Wirkung des Herbizids?
Targa Super benötigt für eine optimale Wirkung wüchsiges Wetter mit moderaten Temperaturen und ausreichender Luftfeuchtigkeit, da dies den Stoffwechsel der Ungräser anregt. Vermeide Spritzungen bei extremer Trockenheit, Frost oder Temperaturen über 25 °C, da die Wachstumsruhe der Schaderreger die Wirkstoffaufnahme und den Transport im Phloem stark einschränkt. Eine Regenfestigkeit ist meist schon wenige Stunden nach dem Antrocknen des Spritzbelags gegeben.
Kann ich Targa Super mit einem Additiv (Netzmittel) kombinieren?
Ja, die Zugabe eines zugelassenen mineralöl- oder rapsölbasierten Additivs kann die Benetzung der oft wachshaltigen Gräserblätter verbessern und die Wirkstoffaufnahme beschleunigen. Dies ist besonders unter trockenen oder suboptimalen Witterungsbedingungen ratsam, um die Wirkung abzusichern. Achte jedoch darauf, die Kulturverträglichkeit vorab zu prüfen.
Warum ist die Einhaltung der Wartezeit bei diesem Produkt so variabel?
Die Wartezeit (PHI) variiert je nach Kultur zwischen 28 und 90 Tagen. Dies liegt an den unterschiedlichen Vegetationszeiten und Ernteterminen der zugelassenen Kulturen wie Kartoffeln, Raps oder Rüben. Du musst dich strikt an die für deine spezifische Kultur im Zulassungsdokument festgelegte Wartezeit halten, um Rückstände im Erntegut sicher auszuschließen.
Was muss ich bei der Bekämpfung von Quecken im Vergleich zu einjährigen Gräsern beachten?
Die Gemeine Quecke erfordert aufgrund ihres tiefen Rhizomsystems eine deutlich höhere Aufwandmenge (meist das Maximum der zugelassenen Spanne) als einjährige Ungräser. Zudem darf nach der Behandlung für mindestens zwei bis drei Wochen keine mechanische Bodenbearbeitung (wie Pflügen oder Grubbern) erfolgen, damit der Wirkstoff ungestört bis in die äußersten Rhizomspitzen transportiert werden und dort wirken kann.