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Sonstige · SUMITOMO CHEMICAL

Xentari RaupenFrei

BVL Zul.-Nr. 024426-62

Xentari RaupenFrei ist ein hochwirksames, biologisches Pflanzenschutzmittel auf Basis des nützlichen Bodenbakteriums Bacillus thuringiensis subspecies aizawai (Stamm ABTS-1857). Formuliert als wasserdispergierbares Granulat (WG), hat sich dieses Präparat als Standard im integrierten und ökologischen Anbau etabliert. Es zeichnet sich durch eine hervorragende Selektivität aus und schont wichtige Nützlinge im Bestand, während es gleichzeitig eine hocheffiziente Wirkung gegen ein breites Spektrum an Schadfaltern zeigt.

Das Anwendungsspektrum umfasst bedeutende Kulturen wie Weinreben, Kohlgemüse, Fruchtgemüse (wie Tomaten und Auberginen) sowie weitere Gemüse- und Zierpflanzenkulturen. Zu den primären Zielschaderregern gehören wirtschaftlich hochrelevante Schädlinge wie der Einbindige und Bekreuzte Traubenwickler im Weinbau, verschiedene Eulenarten (Noctuidae), die Lauchmotte sowie diverse freifressende Schmetterlingsraupen. Durch seine spezifische Wirkung ist das Produkt ein unverzichtbarer Baustein im modernen, rückstandsminimierten Pflanzenschutz.

Wirkstoffe

Bacillus thuringiensis subspecies aizawai Stamm ABTS-1857
540 g/kg · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der Wirkungsmechanismus von Bacillus thuringiensis subsp. aizawai (eingestuft in die IRAC-Gruppe 11A) basiert auf der Fraßwirkung von kristallinen Proteinen (Delta-Endotoxinen) und Sporen. Nach der Aufnahme des Pflanzenschutzmittels durch die Raupen werden diese Protoxine im stark alkalischen Milieu des Mitteldarms der Schädlinge durch körpereigene Enzyme aktiviert. Die aktiven Toxine binden an spezifische Rezeptoren der Darmwandzellen und bilden Poren. Dies führt zu einer Störung des osmotischen Gleichgewichts, einer Zerstörung der Darmwand (Lyse) und einer sofortigen Lähmung des Verdauungstrakts. Die betroffenen Raupen stellen bereits kurz nach der Aufnahme die Nahrungsaufnahme ein, wodurch der Fraßschaden an der Kultur sofort gestoppt wird. Der eigentliche Tod der Schädlinge tritt nach einigen Tagen durch Verhungern oder eine bakterielle Infektion (Septikämie) ein. Da der Wirkstoff zwingend aufgenommen werden muss, ist eine gründliche Benetzung aller Pflanzenteile entscheidend.

Resistenzmanagement

Obwohl für Bacillus thuringiensis aufgrund des komplexen Wirkungsmechanismus mit mehreren Toxinen ein generell geringes Resistenzrisiko besteht, ist ein vorausschauendes Resistenzmanagement unerlässlich. Um die Wirksamkeit langfristig zu sichern, solltest du Xentari RaupenFrei im Rahmen einer Spritzfolge mit anderen Insektiziden abwechseln, die einen unterschiedlichen Wirkungsmechanismus aufweisen (z. B. Wirkstoffe aus den IRAC-Gruppen 5 oder 28). Vermeide aufeinanderfolgende Behandlungen über mehrere Generationen desselben Schädlings hinweg und nutze biologische sowie mechanische Regulierungsmaßnahmen im Sinne des integrierten Pflanzenschutzes.

Mischbarkeit & Tankmischung

Bei der Herstellung von Tankmischungen ist besonders auf den pH-Wert der Spritzbrühe zu achten. Da die Toxinkristalle im alkalischen Milieu instabil sind, sollte der pH-Wert des Wassers im neutralen bis leicht sauren Bereich (pH 5,5 bis 7,0) liegen; gegebenenfalls ist ein pH-Regulator zuzusetzen. Xentari RaupenFrei ist im Allgemeinen gut mit vielen gängigen Fungiziden und Herbiziden mischbar, jedoch sollten stark alkalische Mischungspartner (wie Kupferpräparate oder kalkhaltige Mittel) vermieden werden, da sie die Lebensfähigkeit der Sporen und die Stabilität der Proteine beeinträchtigen können. Da die Wirkstoffe UV-empfindlich sind, erzielst du die beste Wirkung bei einer Applikation in den Abendstunden oder bei bedecktem Himmel.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit dem staubfreien Granulat und der Spritzbrühe ist die persönliche Schutzausrüstung (wie Schutzhandschuhe und ein geeigneter Atemschutz gegen Stäube/Aerosole) konsequent zu tragen, um Sensibilisierungen zu vermeiden. Zum Schutz von Wildbienen und anderen Bestäubern sollte das Pflanzenschutzmittel nicht auf blühende Kulturen oder an Orten ausgebracht werden, an denen Bienen aktiv auf Nahrungssuche sind, selbst wenn keine direkte Einstufung als bienengefährlich vorliegt. Behandle bevorzugt am Abend, wenn der Bienenflug beendet ist. Achte zudem darauf, dass keine Abdrift in angrenzende Gewässer oder Saumstrukturen gelangt, um aquatische Organismen und die lokale Biodiversität zu schonen.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
Buchsbaum (Gemeiner -)Freifressende Schmetterlingsraupen60 GRAM_PER_1000_SQUARE_METER
KohlgemüseEulenarten (Noctuidae)100 GRAM_PER_1000_SQUARE_METER9T
WeinrebeEinbindiger Traubenwickler, Bekreuzter Traubenwickler73–99120 GRAM_PER_1000_SQUARE_METER6T
WeinrebeEinbindiger Traubenwickler, Bekreuzter Traubenwickler13–9940 GRAM_PER_1000_SQUARE_METER6T
KohlgemüseFreifressende Schmetterlingsraupen60 GRAM_PER_1000_SQUARE_METER9T
KernobstFreifressende Schmetterlingsraupen0.5 KILOGRAM_PER_HECTARE_AND_METER_CROWN_HEIGHT5T
WeinrebeEinbindiger Traubenwickler, Bekreuzter Traubenwickler73–991.2 KILOGRAM_PER_HECTARE6T
ZierpflanzenEulenarten (Noctuidae)1 KILOGRAM_PER_HECTARE
ZierpflanzenFreifressende Schmetterlingsraupen0.6 KILOGRAM_PER_HECTARE
KohlgemüseEulenarten (Noctuidae)1 KILOGRAM_PER_HECTARE9T
WeinrebeEinbindiger Traubenwickler, Bekreuzter Traubenwickler13–990.4 KILOGRAM_PER_HECTARE6T
AubergineFreifressende Schmetterlingsraupen, Eulenarten (Noctuidae)12–990.75 KILOGRAM_PER_HECTARE3T
TomateEulenarten (Noctuidae)11–991 KILOGRAM_PER_HECTARE3T
TomateFreifressende Schmetterlingsraupen, Eulenarten (Noctuidae)12–990.75 KILOGRAM_PER_HECTARE3T
AubergineEulenarten (Noctuidae)11–991 KILOGRAM_PER_HECTARE3T
TomateFreifressende Schmetterlingsraupen11–990.6 KILOGRAM_PER_HECTARE3T
Wurzel- und KnollengemüseEulenarten (Noctuidae)11–991 KILOGRAM_PER_HECTARE
Wurzel- und KnollengemüseEulenarten (Noctuidae)11–991 KILOGRAM_PER_HECTARE
ZwiebelgemüseLauchmotte13–990.6 KILOGRAM_PER_HECTARE7T
Johannisbeerartiges BeerenobstFreifressende Schmetterlingsraupen60–991 KILOGRAM_PER_HECTARE3T
Blatt- und StielgemüseEulenarten (Noctuidae)11–991 KILOGRAM_PER_HECTARE9T
Wurzel- und KnollengemüseFreifressende Schmetterlingsraupen11–990.6 KILOGRAM_PER_HECTARE
AubergineFreifressende Schmetterlingsraupen11–990.6 KILOGRAM_PER_HECTARE3T
KernobstFreifressende Schmetterlingsraupen0.5 KILOGRAM_PER_HECTARE_AND_METER_CROWN_HEIGHT5T
KohlgemüseFreifressende Schmetterlingsraupen0.6 KILOGRAM_PER_HECTARE9T
Blatt- und StielgemüseEulenarten (Noctuidae)11–991 KILOGRAM_PER_HECTARE
Blatt- und StielgemüseFreifressende Schmetterlingsraupen11–990.6 KILOGRAM_PER_HECTARE
FruchtgemüseFreifressende Schmetterlingsraupen11–990.6 KILOGRAM_PER_HECTARE7T
Blatt- und StielgemüseFreifressende Schmetterlingsraupen11–990.6 KILOGRAM_PER_HECTARE9T
SteinobstFreifressende Schmetterlingsraupen60–990.5 KILOGRAM_PER_HECTARE_AND_METER_CROWN_HEIGHT8T
NadelholzFreifressende Schmetterlingsraupen1.6 KILOGRAM_PER_HECTARE
FruchtgemüseEulenarten (Noctuidae)11–991 KILOGRAM_PER_HECTARE7T
LaubholzFreifressende Schmetterlingsraupen1.6 KILOGRAM_PER_HECTARE
ZierpflanzenFreifressende Schmetterlingsraupen1 KILOGRAM_PER_HECTARE
Wurzel- und KnollengemüseFreifressende Schmetterlingsraupen11–990.6 KILOGRAM_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für eine Behandlung mit Xentari RaupenFrei?

Der beste Anwendungszeitpunkt liegt kurz nach dem Larvenschlupf, wenn die jungen Raupen mit dem Fraß beginnen. Da das Mittel als Fraßgift wirkt, müssen die Schädlinge den Wirkstoff aktiv aufnehmen. Überwache den Flug der Falter (z. B. mit Pheromonfallen), um den Schlupftermin präzise zu bestimmen und die Behandlung rechtzeitig vorzunehmen.

Warum stellen die Raupen nach der Spritzung nicht sofort das Leben ein, obwohl der Schaden stoppt?

Das Bakterientoxin führt innerhalb weniger Stunden zu einer Lähmung des Darmtrakts, wodurch die Raupen sofort aufhören zu fressen. Der eigentliche Absterbeprozess kann jedoch 2 bis 5 Tage dauern. Lass dich also nicht verunsichern, wenn du noch lebende, aber inaktive Raupen auf den Blättern siehst – der Schutz deiner Kultur ist bereits aktiv.

Welchen Einfluss hat die Witterung auf die Wirkung des biologischen Präparats?

Da die enthaltenen Proteinkristalle und Sporen empfindlich gegenüber UV-Strahlung sind, solltest du die Anwendung in den späten Nachmittags- oder Abendstunden oder bei bewölktem Himmel durchführen. Zudem ist eine Regenfestigkeit erst nach dem Antrocknen des Spritzbelags gegeben; bei anhaltendem Starkregen direkt nach der Applikation muss die Behandlung wiederholt werden.

Wie kann ich die Benetzung bei schwer benetzbaren Kulturen wie Kohl verbessern?

Kulturen wie Kohl besitzen eine ausgeprägte Wachsschicht, auf der Spritzbrühe leicht abperlt. Um eine lückenlose Benetzung der Blattoberflächen zu gewährleisten – was für die Aufnahme des Fraßgiftes essenziell ist –, empfiehlt sich der Zusatz eines zugelassenen Netzmittels (Adjuvans) zur Spritzbrühe.

Kann ich Xentari RaupenFrei auch im Gewächshaus einsetzen?

Ja, das Präparat eignet sich hervorragend für den Einsatz im geschützten Anbau (Gewächshaus). Da dort die UV-Belastung durch die Bedachung oft geringer ist als im Freiland, bleibt der Wirkstoffbelag auf den Blättern meist sogar etwas länger stabil und wirksam.

Wie finde ich heraus, ob dieses Produkt für meine spezifische Kultur im Farmable-Hub registriert ist?

Du kannst im Farmable-Hub über die Kultur- und Schaderregersuche gezielt nach registrierten Anwendungen filtern. Gib einfach deine Kultur (z. B. Tomate oder Weinrebe) und den Zielschädling ein, um die genauen Zulassungsbedingungen, Aufwandmengen und Wartezeiten für deinen Betrieb einzusehen.