BELOUKHA
BELOUKHA ist ein hochwirksames, kontakthebizides Pflanzenschutzmittel auf Basis des natürlichen Wirkstoffs Pelargonsäure (680 g/l), formuliert als Emulsionskonzentrat (EC). Als biologisch abbaubare Alternative oder Ergänzung zu synthetischen Herbiziden hat sich das Produkt fest im Markt etabliert. Es zeichnet sich durch ein breites Einsatzspektrum aus, das von der gezielten Unkrautbekämpfung über die Trieb- und Triebspitzenbehandlung bis hin zur gezielten Sikkation reicht.
Das Anwendungsspektrum umfasst wichtige landwirtschaftliche und gartenbauliche Kulturen wie Kartoffeln, Weinreben, Hopfen und verschiedene Gemüsearten. Da BELOUKHA rein über den Kontakt mit grünen Pflanzenteilen wirkt, eignet es sich hervorragend für Spezialanwendungen wie die Stocktriebbekämpfung im Weinbau, das Hopfenputzen sowie die Krautabtötung in Kartoffelbeständen vor der Ernte.
Die Wirkung von BELOUKHA setzt extrem schnell ein. Bereits wenige Stunden nach der Behandlung zeigen sich deutliche Nekrosen und das behandelte Gewebe stirbt oberflächlich ab. Da der Wirkstoff nicht systemisch transportiert wird, bleibt die Wirkung streng auf die benetzten Pflanzenteile beschränkt, was eine sehr gezielte und kulturpflanzenschonende Applikation ermöglicht.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Der in BELOUKHA enthaltene Wirkstoff Pelargonsäure ist eine gesättigte Fettsäure natürlicher Herkunft, die rein physikalisch-chemisch als Kontaktherbizid wirkt. Nach dem Auftreffen auf die Blattoberfläche dringt die Säure rasch in die schützende Wachsschicht (Kutikula) ein und zerstört die Zellmembranen der epidermalen Pflanzenzellen. Dies führt zu einer sofortigen Erhöhung der Membranpermeabilität, wodurch Zellsaft ungehindert austritt und das betroffene Gewebe rasch dehydriert (sogenannter „Burn-Down“-Effekt). Da Pelargonsäure nicht in das Gefäßsystem der Kultur transportiert wird (keine systemische Wirkung), bleiben Wurzeln und nicht direkt getroffene Pflanzenteile völlig unversehrt. Gemäß der HRAC-Klassifizierung wird Pelargonsäure in die Gruppe der Membranzerstörer (Gruppe 0, ehemals Z) eingeordnet. Die biochemische Wirkung beruht auf der direkten physikalischen Zerstörung der zellulären Integrität, was den Wirkstoff grundlegend von klassischen systemischen Herbiziden unterscheidet.
Resistenzmanagement
Aufgrund des rein physikalischen und unspezifischen Wirkungsmechanismus der Pelargonsäure (Zerstörung der Zellmembranen) ist das Risiko einer Resistenzentwicklung bei Schaderregern als extrem gering einzustufen. Dennoch sollte BELOUKHA im Rahmen eines integrierten Pflanzenschutzkonzepts eingesetzt werden. Dies beinhaltet den Wechsel mit Herbiziden anderer HRAC-Wirkstoffklassen sowie die Kombination mit mechanischen Regulierungsmaßnahmen, um die Selektion widerstandsfähiger Unkrautpopulationen langfristig und nachhaltig zu verhindern.
Mischbarkeit & Tankmischung
Bei der Ausbringung von BELOUKHA ist eine hervorragende Benetzung der Zielfläche entscheidend, weshalb hohe Wasseraufwandmengen empfohlen werden. Mischungen mit anderen Pflanzenschutzmitteln zur Spektrumserweiterung sind grundsätzlich möglich, sollten jedoch vorab in einem Mischbecher auf physikalische Kompatibilität geprüft werden. Da die Formulierung bereits für eine optimale Benetzung optimiert ist, ist der Zusatz von Standard-Adjuvantien meist nicht erforderlich. Extrem hartes oder stark alkalisches Wasser kann die Emulsionsstabilität beeinträchtigen und sollte vermieden werden.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Pelargonsäure ist ein natürlicher Wirkstoff, der im Boden durch Mikroorganismen extrem schnell und rückstandsfrei abgebaut wird, wodurch kein Risiko für Folgekulturen oder das Grundwasser besteht. Dennoch erfordert das Konzentrat aufgrund seiner sauren Eigenschaften einen sorgfältigen Anwenderschutz; das Tragen von geeigneter persönlicher Schutzausrüstung (insbesondere Schutzbrille und chemikalienbeständige Handschuhe) bei der Handhabung ist zwingend erforderlich. Zum Schutz von Nichtzielpflanzen und Gewässerorganismen sind die vom BVL vorgegebenen Abstandsauflagen und Abschwemmungsminderungen strikt einzuhalten. Das Mittel ist als nicht bienengefährlich (B4) eingestuft, direkte Spritzungen in blühende Bestände sollten jedoch zum Schutz von Wildbienen vermieden werden.
Zugelassene Anwendungen
| Kultur | Ziel-Schaderreger | BBCH | Aufwand | Wartezeit |
|---|---|---|---|---|
| Weinrebe | Stocktriebe | 11–77 | 16 LITER_PER_HECTARE | — |
| Weinrebe | Stocktriebe | 11–77 | 16 LITER_PER_HECTARE | — |
| Weinrebe | Einjährige einkeimblättrige Unkräuter, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 0–77 | 16 LITER_PER_HECTARE | — |
| Sprossgemüse | Einjährige einkeimblättrige Unkräuter, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | — | 16 LITER_PER_HECTARE | — |
| Möhre | Einjährige einkeimblättrige Unkräuter, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 0–8 | 16 LITER_PER_HECTARE | — |
| Arzneipflanzen | Einjährige einkeimblättrige Unkräuter, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 10–97 | 16 LITER_PER_HECTARE | — |
| Steinobst | Abtötung von Wurzelschossern | 0–99 | 16 LITER_PER_HECTARE | — |
| Beerenobst | Abtötung von Ruten | 0–99 | 16 LITER_PER_HECTARE | — |
| Gewürzkräuter | Einjährige einkeimblättrige Unkräuter, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | — | 16 LITER_PER_HECTARE | — |
| Beten (Rote, Gelbe, Weiße Bete) | Einjährige einkeimblättrige Unkräuter, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 0–8 | 16 LITER_PER_HECTARE | — |
| frische Kräuter | Einjährige einkeimblättrige Unkräuter, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 0–8 | 16 LITER_PER_HECTARE | — |
| Salat-Arten | Einjährige einkeimblättrige Unkräuter, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | — | 16 LITER_PER_HECTARE | — |
| Kohlgemüse | Einjährige einkeimblättrige Unkräuter, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | — | 16 LITER_PER_HECTARE | — |
| Steinobst | Einjährige einkeimblättrige Unkräuter, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 0–99 | 16 LITER_PER_HECTARE | — |
| Wurzel- und Knollengemüse | Einjährige einkeimblättrige Unkräuter, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | — | 16 LITER_PER_HECTARE | — |
| Hopfen | Hopfenputzen | 33–87 | 16 LITER_PER_HECTARE | — |
| Tabak | Entfernung von Geiztrieben | 49–89 | 6 LITER_PER_HECTARE | — |
| Teekräuter | Einjährige einkeimblättrige Unkräuter, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 10–97 | 16 LITER_PER_HECTARE | — |
| Gewürzkräuter | Einjährige einkeimblättrige Unkräuter, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 10–97 | 16 LITER_PER_HECTARE | — |
| Zwiebelgemüse | Einjährige einkeimblättrige Unkräuter, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | — | 16 LITER_PER_HECTARE | — |
| Teekräuter | Einjährige einkeimblättrige Unkräuter, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 0–8 | 16 LITER_PER_HECTARE | — |
| frische Kräuter | Einjährige einkeimblättrige Unkräuter, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 10–97 | 16 LITER_PER_HECTARE | — |
| Speiserüben (Stoppelrübe, Mairübe etc.) | Einjährige einkeimblättrige Unkräuter, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 10–49 | 16 LITER_PER_HECTARE | — |
| Kartoffel | Krautabtötung | 81–99 | 16 LITER_PER_HECTARE | — |
| Spinat | Einjährige einkeimblättrige Unkräuter, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 0–8 | 16 LITER_PER_HECTARE | — |
| Buschbohne | Einjährige einkeimblättrige Unkräuter, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 0–8 | 16 LITER_PER_HECTARE | — |
| Gleisanlagen | Einjährige einkeimblättrige Unkräuter, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | — | 16 LITER_PER_HECTARE | — |
| Zierpflanzen | Einjährige einkeimblättrige Unkräuter, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 0–8 | 16 LITER_PER_HECTARE | — |
| Teekräuter | Einjährige einkeimblättrige Unkräuter, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | — | 16 LITER_PER_HECTARE | — |
| Kernobst | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Einjähriges Rispengras | 0–99 | 16 LITER_PER_HECTARE | — |
| frische Kräuter | Einjährige einkeimblättrige Unkräuter, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | — | 16 LITER_PER_HECTARE | — |
| Obstkulturen | Einjährige einkeimblättrige Unkräuter, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | — | 16 LITER_PER_HECTARE | — |
| Erdbeere | Abtötung von Ausläufern | — | 16 LITER_PER_HECTARE | — |
| Kohlrübe | Einjährige einkeimblättrige Unkräuter, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 10–49 | 16 LITER_PER_HECTARE | — |
| Fruchtgemüse | Einjährige einkeimblättrige Unkräuter, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 10–97 | 16 LITER_PER_HECTARE | — |
| Markstammkohl | Einjährige einkeimblättrige Unkräuter, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 10–49 | 16 LITER_PER_HECTARE | — |
| Arzneipflanzen | Einjährige einkeimblättrige Unkräuter, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 0–8 | 16 LITER_PER_HECTARE | — |
| Gewürzkräuter | Einjährige einkeimblättrige Unkräuter, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 0–8 | 16 LITER_PER_HECTARE | — |
| Zwiebelgemüse | Einjährige einkeimblättrige Unkräuter, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 0–8 | 16 LITER_PER_HECTARE | — |
| Kernobst | Abtötung von Wurzelschossern | 0–99 | 16 LITER_PER_HECTARE | — |
| Möhre | Einjährige einkeimblättrige Unkräuter, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 10–97 | 16 LITER_PER_HECTARE | — |
| Feldsalat | Einjährige einkeimblättrige Unkräuter, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 0–8 | 16 LITER_PER_HECTARE | — |
| Beerenobst | Einjährige einkeimblättrige Unkräuter, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 0–99 | 16 LITER_PER_HECTARE | — |
| Kartoffel | Krautabtötung | 81–91 | 16 LITER_PER_HECTARE | — |
| Arzneipflanzen | Einjährige einkeimblättrige Unkräuter, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | — | 16 LITER_PER_HECTARE | — |
| Erbse | Einjährige einkeimblättrige Unkräuter, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 0–8 | 16 LITER_PER_HECTARE | — |
Häufige Fragen
Welchen Einfluss hat das Wetter auf die Wirkung von BELOUKHA?
Die Wirkung von BELOUKHA ist stark temperatur- und lichtabhängig. Optimale Ergebnisse werden bei Temperaturen ab 15 °C und intensivem Sonnenschein erzielt, da dies den Austrocknungsprozess der zerstörten Pflanzenzellen beschleunigt. Die Anwendung sollte auf trockenen Pflanzenbeständen erfolgen, um eine Verdünnung des Spritzfilms zu verhindern.
Warum ist eine gründliche Benetzung bei diesem Pflanzenschutzmittel so wichtig?
Da Pelargonsäure ein reiner Kontaktwirkstoff ist und nicht in der Pflanze transportiert wird, sterben nur diejenigen Pflanzenteile ab, die direkt von der Spritzbrühe getroffen werden. Eine lückenhafte Benetzung führt dazu, dass Unkräuter oder unerwünschte Triebe überleben und erneut austreiben können.
Wie wird BELOUKHA zur Krautabtötung im Kartoffelanbau eingesetzt?
Im Kartoffelanbau wird BELOUKHA zur gezielten Sikkation eingesetzt, oft als Abschlussspritzung nach einer mechanischen Krautschlägelung. Es tötet verbliebene Stängelreste rasch ab, stoppt das Knollenwachstum präzise und fördert die Schalenfestigkeit, was die Erntefähigkeit und Lagerstabilität der Kartoffeln optimiert.
Kann das Mittel auch zur Stocktriebbekämpfung im Weinbau genutzt werden?
Ja, BELOUKHA ist hervorragend für die Entfernung von Stocktrieben (Wurzelschossern) geeignet. Da der Wirkstoff verholzte Pflanzenteile nicht schädigt, bleibt der Hauptstamm der Rebe unversehrt. Die Applikation muss jedoch mit speziellen Abschirmungen erfolgen, um eine Abdrift in die grüne Laubwand der Kultur zu verhindern.
Besteht bei der Anwendung von BELOUKHA ein Risiko für Nachfolgekulturen?
Nein, es besteht kein Risiko für nachfolgende Kulturen. Pelargonsäure ist eine natürliche Fettsäure, die im Boden durch die mikrobielle Aktivität innerhalb kürzester Zeit vollständig zu Kohlendioxid und Wasser abgebaut wird. Es verbleiben keine persistenten Rückstände im Boden.
Werden auch mehrjährige Unkräuter mit tiefen Wurzeln erfasst?
Mehrjährige Unkräuter werden durch die Kontaktwirkung von BELOUKHA oberflächlich stark geschädigt und zurückgedrängt. Da der Wirkstoff jedoch nicht in die Wurzeln transportiert wird, können tiefwurzelnde Unkräuter nach einiger Zeit wieder austreiben. Für eine nachhaltige Wirkung sollten diese Behandlungen im frühen Entwicklungsstadium erfolgen oder mechanisch ergänzt werden.