BENEVIA
Benevia ist ein hochwirksames, modernes Insektizid von Cheminova Deutschland GmbH, das speziell für den Einsatz in einer Vielzahl von Gemüse- und Sonderkulturen im Freiland sowie im Gewächshaus entwickelt wurde. Als Formulierung auf Ölbasis (Öldispersion) zeichnet sich das Pflanzenschutzmittel durch eine hervorragende Haftung und schnelle Aufnahme auf der Blattoberfläche aus. Es bietet professionellen Anbauern eine zuverlässige Lösung zur Kontrolle eines breiten Spektrums an saugenden und beißenden Schaderregern.
Das Wirkungsspektrum umfasst wirtschaftlich bedeutende Schädlinge wie Weiße Fliegen, Thripse, Blattläuse sowie verschiedene freifressende Schmetterlingsraupen, Minierfliegen und spezialisierte Schädlinge wie den Erdbeerblütenstecher oder die Möhrenfliege. Durch seine schnelle Wirkung schützt Benevia die Kulturen effektiv vor Fraßschäden und mindert das Risiko von Sekundärinfektionen, was es zu einem unverzichtbaren Baustein im modernen, integrierten Pflanzenschutz macht.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Der enthaltene Wirkstoff Cyantraniliprole gehört zur chemischen Klasse der Diamide und ist in die IRAC-Gruppe 28 (Modulatoren von Ryanodin-Rezeptoren) eingestuft. Der Wirkungsmechanismus basiert auf der gezielten Bindung an die Ryanodin-Rezeptoren in den Muskelzellen der Schaderreger. Dies führt zu einer unkontrollierten Freisetzung der körpereigenen Calcium-Ionen aus den internen Speichern in das Zytoplasma, was eine dauerhafte Muskelkontraktion und anschließende Lähmung der Insekten zur Folge hat. Nach der Aufnahme des Wirkstoffs – primär durch Fraß- oder Saugtätigkeit, aber auch durch Kontakt – stellen die Schädlinge innerhalb kürzester Zeit (oft nur wenige Minuten) ihre Nahrungsaufnahme ein. Dies führt zu einem sofortigen Stopp von Kulturschäden, noch bevor die Schaderreger nach einigen Tagen endgültig absterben.
Resistenzmanagement
Um die langfristige Wirksamkeit von Cyantraniliprole zu sichern und der Entstehung von Resistenzen vorzubeugen, ist ein konsequentes Resistenzmanagement unerlässlich. Du solltest Benevia im Rahmen einer Spritzfolge unbedingt mit Insektiziden aus anderen IRAC-Wirkstoffklassen abwechseln, die einen unterschiedlichen Wirkungsmechanismus aufweisen. Vermeide aufeinanderfolgende Anwendungen über mehrere Generationen der Zielschädlinge hinweg (Wirkstofffenster-Konzept) und halte dich strikt an die maximal zugelassene Anzahl an Anwendungen pro Saison für die jeweilige Kultur.
Mischbarkeit & Tankmischung
Benevia zeigt sich in der Praxis generell gut mischbar mit vielen gängigen Fungiziden und Blattdüngern. Da die Formulierung als Öldispersion optimiert ist, kann die Zugabe von bestimmten Netzmitteln oder Adjuvantien die Benetzung und das Eindringen in die Wachsschicht der Blätter – insbesondere bei schwer benetzbaren Kulturen – deutlich verbessern; beachte hierzu stets die kulturspezifischen Empfehlungen. Bei Tankmischungen ist auf eine ausreichende Wasserqualität (idealerweise leicht saurer bis neutraler pH-Wert) zu achten, und die Mischung sollte unmittelbar nach dem Ansetzen ausgebracht werden. Vor großflächiger Anwendung empfiehlt sich im Zweifel ein Verträglichkeitstest an einzelnen Pflanzen.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Beim Umgang mit dem Pflanzenschutzmittel ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug, Handschuhen und Augenschutz, obligatorisch, um den Anwenderschutz zu gewährleisten. Da keine spezifische Bieneneinstufung in den Zulassungsdaten vorgegeben ist, solltest du aus Vorsorgegründen und zum Schutz von Bestäubern Anwendungen nicht in blühende Kulturen oder an Orten durchführen, an denen Bienen aktiv auf Nahrungssuche sind; weiche hierzu vorzugsweise auf die Abendstunden aus. Zum Schutz von Gewässern und Nichtzielorganismen wie nützlichen Arthropoden sind Abdriften auf angrenzende Flächen strikt zu vermeiden und die allgemeinen Abstandsauflagen sorgfältig einzuhalten.
Zugelassene Anwendungen
| Kultur | Ziel-Schaderreger | BBCH | Aufwand | Wartezeit |
|---|---|---|---|---|
| Kopfkohle (Weiß-, Rot-, Spitz-, Rosen- und Wirsingkohl) | Weiße Fliegen | 11–49 | 750 MILLILITER_PER_HECTARE | 7T |
| Erdbeere | Weiße Fliegen, Freifressende Schmetterlingsraupen, Thrips spp. | 12–89 | 0.75 LITER_PER_HECTARE | 1T |
| Chicoree | Zweiflügler (Fliegen und Mücken, Diptera), Freifressende Schmetterlingsraupen, Thrips spp. | 40–89 | 0.75 LITER_PER_HECTARE | 14T |
| Wurzel- und Knollengemüse | Kohlweißlings-Arten, Thrips spp., Eulenarten (Noctuidae) | 41–89 | 0.75 LITER_PER_HECTARE | 14T |
| Wurzel- und Knollengemüse | Mamestra-Arten | 41–89 | 0.5 LITER_PER_HECTARE | 14T |
| Erdbeere | Blattläuse, Zweiflügler (Fliegen und Mücken, Diptera), Freifressende Schmetterlingsraupen | 12–89 | 0.75 LITER_PER_HECTARE | 1T |
| Aubergine | Kalifornischer Blütenthrips, Gewächshausmottenschildlaus, Zwiebelthrips | 12–89 | 1.125 LITER_PER_HECTARE | 1T |
| Zucchini | Gewächshausmottenschildlaus, Weiße Fliegen, Freifressende Schmetterlingsraupen | 12–89 | 1.125 LITER_PER_HECTARE | 1T |
| Melone | Gewächshausmottenschildlaus, Weiße Fliegen, Freifressende Schmetterlingsraupen | 12–89 | 0.75 LITER_PER_HECTARE | 1T |
| Pastinak | Möhrenfliege | 11–89 | 750 MILLILITER_PER_HECTARE | 14T |
| Melone | Minierfliegen | 12–89 | 0.4 LITER_PER_HECTARE | 1T |
| Garten-Kürbis | Minierfliegen | 12–89 | 0.4 LITER_PER_HECTARE | 1T |
| Tomate | Minierfliegen, Tomatenminiermotte (Tuta absoluta) | 12–89 | 0.6 LITER_PER_HECTARE | 1T |
| Salat-Arten | Freifressende Schmetterlingsraupen | 12–49 | 0.75 LITER_PER_HECTARE | 1T |
| Wassermelone | Minierfliegen | 12–89 | 0.4 LITER_PER_HECTARE | 1T |
| Blumenkohle | Weiße Fliegen | 11–49 | 750 MILLILITER_PER_HECTARE | 7T |
| Blumenkohle | Kleine Kohlfliege | 11–49 | 750 MILLILITER_PER_HECTARE | 7T |
| Zwiebelgemüse | Zwiebelthrips, Zwiebelfliege | 12–79 | 750 MILLILITER_PER_HECTARE | 14T |
| Möhre | Möhrenfliege | 11–89 | 750 MILLILITER_PER_HECTARE | 14T |
| Spargel | Spargelfliege | 9–55 | 750 MILLILITER_PER_HECTARE | — |
| Wassermelone | Gewächshausmottenschildlaus, Weiße Fliegen, Freifressende Schmetterlingsraupen | 12–89 | 0.75 LITER_PER_HECTARE | 1T |
| Flaschenkürbis | Gewächshausmottenschildlaus, Weiße Fliegen, Freifressende Schmetterlingsraupen | 12–89 | 0.75 LITER_PER_HECTARE | 1T |
| Blumenkohle | Freifressende Schmetterlingsraupen | 11–49 | 750 MILLILITER_PER_HECTARE | 7T |
| Aubergine | Minierfliegen, Tomatenminiermotte (Tuta absoluta) | 12–89 | 0.6 LITER_PER_HECTARE | 1T |
| Gurke | Gewächshausmottenschildlaus, Weiße Fliegen, Freifressende Schmetterlingsraupen | 12–89 | 1.125 LITER_PER_HECTARE | 1T |
| Tomate | Kalifornischer Blütenthrips, Gewächshausmottenschildlaus, Zwiebelthrips | 12–89 | 1.125 LITER_PER_HECTARE | 1T |
| Spargel | Spargelfliege | 9–55 | 750 MILLILITER_PER_HECTARE | — |
| Gurke | Minierfliegen | 12–89 | 0.6 LITER_PER_HECTARE | 1T |
| Erdbeere | Erdbeerblütenstecher | 12–89 | 750 MILLILITER_PER_HECTARE | 1T |
| Zucchini | Minierfliegen | 12–89 | 0.6 LITER_PER_HECTARE | 1T |
| Kopfkohle (Weiß-, Rot-, Spitz-, Rosen- und Wirsingkohl) | Freifressende Schmetterlingsraupen | 11–49 | 750 MILLILITER_PER_HECTARE | 7T |
| Flaschenkürbis | Minierfliegen | 12–89 | 0.4 LITER_PER_HECTARE | 1T |
| Garten-Kürbis | Gewächshausmottenschildlaus, Weiße Fliegen, Freifressende Schmetterlingsraupen | 12–89 | 0.75 LITER_PER_HECTARE | 1T |
| Kopfkohle (Weiß-, Rot-, Spitz-, Rosen- und Wirsingkohl) | Kleine Kohlfliege | 11–49 | 750 MILLILITER_PER_HECTARE | 7T |
| Kartoffel | Kartoffelkäfer | 12–69 | 125 MILLILITER_PER_HECTARE | 14T |
Häufige Fragen
Wie erkennst du den optimalen Behandlungszeitpunkt mit Benevia?
Der beste Zeitpunkt für eine Behandlung liegt zu Beginn des Befalls, sobald die ersten Schaderreger bei deiner Feldkontrolle sichtbar werden oder die Schadschwelle erreicht ist. Da Benevia besonders stark auf junge Larvenstadien und Eier wirkt, verhindert eine frühzeitige Applikation effektiv den Aufbau einer großen Schädlingspopulation in deiner Kultur.
Warum ist die Zugabe eines Adjuvans bei manchen Kulturen ratsam?
Bei Kulturen mit einer ausgeprägten Wachsschicht, wie beispielsweise Zwiebeln oder Kohl, perlen Spritzbrühen leicht ab. Ein geeignetes, für die Kultur verträgliches Adjuvans verringert die Oberflächenspannung, verbessert die Haftung und beschleunigt die Aufnahme des Wirkstoffs Cyantraniliprole in das Blattgewebe.
Kannst du Benevia auch bei hohen Temperaturen im Sommer spritzen?
Grundsätzlich ja, aber um Verdunstungsverluste zu minimieren und deine Kultur vor Stress zu schützen, solltest du die Behandlung in den kühleren Morgen- oder Abendstunden durchführen. Dies schont zudem nützliche Insekten und Bestäuber, die tagsüber aktiv auf Nahrungssuche sind.
Wie verhält sich Benevia bei Niederschlägen nach der Anwendung?
Dank der modernen Formulierung auf Ölbasis dringt der Wirkstoff rasch in die Kutikula der Blätter ein. Sobald der Spritzbelag vollständig angetrocknet ist (meist nach etwa 1 bis 2 Stunden), ist das Pflanzenschutzmittel hervorragend regenfest, sodass ein späterer Schauer die Wirkung nicht mehr beeinträchtigt.
Wie integrierst du Benevia am besten in ein biologisches Nützlingskonzept im Gewächshaus?
Benevia weist eine selektive Wirkung auf und schont viele wichtige Raubmilben- und Schlupfwespenarten, sobald der Spritzbelag angetrocknet ist. Dennoch solltest du den Einsatz eng mit der Freilassung deiner Nützlinge abstimmen; ideal ist eine Applikation vor dem Haupteinsatz der Nützlinge oder in Phasen, in denen sich die Populationen bereits stabilisiert haben.
Welche Rolle spielt der pH-Wert des Spritzwassers bei der Anwendung?
Der Wirkstoff Cyantraniliprole ist in einem leicht sauren bis neutralen pH-Bereich (pH 5 bis 7) am stabilsten. Vermeide stark alkalisches Wasser (pH-Wert über 8) in der Spritze, da dies zu einem schnelleren chemischen Abbau des Wirkstoffs in der Spritzbrühe führen kann. Bereite die Brühe immer frisch zu und bringe sie zügig aus.