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OTHER · W. NEUDORFF GMBH KG

MOOS-FREI ORGANIC

BVL Zul.-Nr. 024645-65

MOOS-FREI ORGANIC von W. Neudorff GmbH KG ist ein vielseitig einsetzbares Pflanzenschutzmittel zur gezielten Regulierung von Moosen, Algen sowie ein- und zweikeimblättrigen Unkräutern. Als Kontaktherbizid auf Basis eines natürlichen Wirkstoffs hat es sich sowohl im professionellen Gartenbau als auch auf spezifischen Freilandflächen und in ausgewählten Kulturen etabliert. Die flüssige Formulierung zeichnet sich durch eine extrem schnelle, sichtbare Wirkung aus, die oft schon nach wenigen Stunden eintritt.

Der Fokus dieses Präparats liegt auf der umweltschonenden und rückstandsfreien Beseitigung unerwünschten Aufwuchses. Da der Wirkstoff biologisch schnell abbaubar ist, eignet sich das Produkt hervorragend für integrierte Anbausysteme sowie für Bereiche, in denen der Einsatz synthetischer Herbizide stark reglementiert oder unerwünscht ist. Es erfasst zuverlässig ein breites Spektrum an Schaderregern in verschiedenen Entwicklungsstadien, insbesondere im frühen Nachauflauf.

Wirkstoffe

Pelargonsäure
206.8 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der aktive Wirkstoff in MOOS-FREI ORGANIC ist Pelargonsäure, eine natürlich vorkommende, gesättigte Fettsäure. Die Wirkung basiert auf einem rein physikalisch-chemischen Prinzip: Nach dem Auftreffen auf die grünen Pflanzenteile dringt die Säure in die Kutikula ein und zerstört die Zellmembranen der Epidermiszellen. Dies führt zu einer sofortigen Erhöhung der Membranpermeabilität, wodurch die betroffenen Zellen unkontrolliert Wasser und Zellsaft verlieren. Die behandelten Schaderreger vertrocknen infolgedessen innerhalb kürzester Zeit vollständig. Da es sich um einen reinen Kontaktwirkstoff ohne systemische Wirkung handelt, werden nur die direkt benetzten Pflanzenteile abgetötet; die Wurzeln der Unkräuter bleiben unbeeinflusst. Gemäß der HRAC-Klassifizierung wird Pelargonsäure in die Gruppe 0 (bzw. ehemals Z - physikalische/unspezifische Wirkung) eingeordnet, was das Risiko für die Entstehung von Resistenzen minimiert.

Resistenzmanagement

Aufgrund des unspezifischen, zellzerstörenden Wirkungsmechanismus der Pelargonsäure ist das Risiko einer Resistenzentwicklung bei den Zielorganismen als äußerst gering einzustufen. Dennoch sollte MOOS-FREI ORGANIC im Rahmen eines integrierten Pflanzenschutzmanagements im Wechsel mit Herbiziden anderer Wirkstoffklassen eingesetzt werden. Bei hartnäckigen, tiefwurzelnden Unkräutern empfiehlt sich eine mechanische Nacharbeit oder die Kombination mit systemischen Wirkstoffen in der Fruchtfolge, um einen langfristigen Bekämpfungserfolg zu sichern und Selektionsdruck zu vermeiden.

Mischbarkeit & Tankmischung

Bei der Ausbringung von MOOS-FREI ORGANIC ist auf eine ausreichende Wasseraufwandmenge zu achten, um eine vollständige und tropfnasse Benetzung der Schaderreger zu gewährleisten. Mischungen mit anderen Pflanzenschutzmitteln oder Blattdüngern sollten vorab in einem Mischungskompatibilitätstest (Kübeltest) auf physikalische Stabilität geprüft werden. Da der Wirkstoff sauer reagiert, kann er den pH-Wert der Spritzbrühe stark senken, was die Stabilität bestimmter Mischungspartner beeinträchtigen kann. Die Anwendung sollte vorzugsweise bei trockener Witterung und Temperaturen über 15 °C erfolgen, um die Wirkungsgeschwindigkeit zu maximieren.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Obwohl Pelargonsäure ein natürlicher Wirkstoff ist, wirkt das Konzentrat stark augen- und hautreizend. Beim Ansetzen der Spritzbrühe und der Applikation ist daher die vorgeschriebene persönliche Schutzausrüstung (Schutzbrille, Schutzhandschuhe) zwingend zu tragen. Das Mittel ist als nicht bienengefährlich (B4) eingestuft, sollte jedoch zur Schonung von Nutzinsekten nicht direkt in blühende Bestände oder auf von Bienen beflogene Pflanzen gespritzt werden. Abdriften auf benachbarte Oberflächengewässer ist durch die Einhaltung der gesetzlichen Abstandsauflagen und den Einsatz abdriftmindernder Düsen strikt zu vermeiden.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
Beten (Rote, Gelbe, Weiße Bete)Zweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter62.5 LITER_PER_HECTARE
KohlrabiZweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter62.5 LITER_PER_HECTARE
Wege und Plätze mit HolzgewächsenZweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter0.01660000078845769 LITER_PER_SQUARE_METER
KohlrübeZweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter62.5 LITER_PER_HECTARE
SpinatZweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter62.5 LITER_PER_HECTARE
SpeisezwiebelZweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter62.5 LITER_PER_HECTARE
ZierpflanzenAlgen166 LITER_PER_HECTARE
MöhreZweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter62.5 LITER_PER_HECTARE
Basilikum-ArtenZweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter62.5 LITER_PER_HECTARE
ZiergehölzeZweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter0.01660000078845769 LITER_PER_SQUARE_METER
FeldsalatZweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter62.5 LITER_PER_HECTARE
ZierpflanzenZweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter0.01660000078845769 LITER_PER_SQUARE_METER
Rucola-ArtenZweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter62.5 LITER_PER_HECTARE
ErdbeereZweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter62.5 LITER_PER_HECTARE
Wege und Plätze mit HolzgewächsenZweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter166 LITER_PER_HECTARE
RadieschenZweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter62.5 LITER_PER_HECTARE
WurzelpetersilieZweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter62.5 LITER_PER_HECTARE
PastinakZweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter62.5 LITER_PER_HECTARE
Wege und Plätze mit HolzgewächsenAlgen, Moose166 LITER_PER_HECTARE
KnollensellerieZweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter62.5 LITER_PER_HECTARE
BlumenkohlZweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter62.5 LITER_PER_HECTARE
ZiergehölzeZweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter166 LITER_PER_HECTARE
RasenMoose166 LITER_PER_HECTARE
ZierpflanzenMoose166 LITER_PER_HECTARE
RasenMoose0.01660000078845769 LITER_PER_SQUARE_METER
ZierpflanzenZweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter166 LITER_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Wie schnell ist die Wirkung von MOOS-FREI ORGANIC nach der Anwendung sichtbar?

Die Wirkung tritt extrem rasch ein. Bei sonnigem und warmem Wetter (über 15 °C) sind erste Symptome wie das Welken und die Verfärbung der behandelten Moose, Algen oder Unkräuter oft schon nach 1 bis 3 Stunden deutlich erkennbar.

Wirkt das Produkt auch gegen die Wurzeln der Unkräuter?

Nein, Pelargonsäure ist ein reines Kontaktherbizid ohne systemische Wirkung. Es zerstört nur das direkt getroffene, grüne Pflanzengewebe über der Erde. Die Wurzeln werden nicht geschädigt, weshalb tiefwurzelnde oder mehrjährige Unkräuter nach einiger Zeit wieder austreiben können.

Welche Witterungsbedingungen optimieren den Bekämpfungserfolg?

Für eine optimale Wirkung sollte die Anwendung an einem trockenen, warmen und sonnigen Tag erfolgen. Die Pflanzen müssen trocken sein, und es sollte nach der Spritzung für mindestens 4 bis 6 Stunden kein Regen fallen, damit der Wirkstofffilm nicht abgewaschen wird.

Kann MOOS-FREI ORGANIC auf gepflasterten Wegen und Terrassen eingesetzt werden?

Die Anwendung auf Freilandflächen, die nicht landwirtschaftlich, forstwirtschaftlich oder gärtnerisch genutzt werden (wie gepflasterte Wege, Plätze oder Terrassen), unterliegt in Deutschland strengen rechtlichen Beschränkungen (§ 12 PflSchG). Hierfür ist in der Regel eine behördliche Genehmigung erforderlich.

Wie beeinflusst der pH-Wert des Spritzwassers die Wirksamkeit?

Pelargonsäure selbst ist eine organische Säure und senkt den pH-Wert der Spritzbrühe ab. Ein leicht saures bis neutrales Ausgangswasser ist ideal. Extrem hartes Wasser kann die Emulgierung des Wirkstoffs beeinträchtigen, weshalb in solchen Fällen die Verwendung eines geeigneten Wasserkonditionierers empfohlen wird.

Ab welchem BBCH-Stadium der Kulturpflanzen darf das Mittel angewendet werden?

Da MOOS-FREI ORGANIC ein nicht-selektives Kontaktherbizid ist, muss jeglicher Kontakt mit den grünen Teilen der Kulturpflanzen vermieden werden. Die Behandlung erfolgt daher meist im Vorauflauf der Kultur oder mittels gezielter Unterblattspritzung mit Abschirmung, unabhängig vom spezifischen BBCH-Stadium der Kultur.