NEU 1153 I EC
NEU 1153 I EC ist ein vielseitiges, kontaktwirksames Pflanzenschutzmittel auf Basis von Naturpyrethrinen (45,9 g/l), das als Emulsionskonzentrat (EC) formuliert ist. Es zeichnet sich durch ein breites Wirkungsspektrum gegen saugende und beißende Schaderreger aus und ist für den Einsatz in einer Vielzahl von Kulturen wie Kartoffeln, Gemüse- und Obstkulturen zugelassen. Dank der schnellen Wirkstoffwirkung eignet sich das Produkt hervorragend zur gezielten Befallsminderung in kritischen Phasen.
In der landwirtschaftlichen Praxis nimmt NEU 1153 I EC eine wichtige Rolle ein, da der natürliche Wirkstoff unter dem Einfluss von Licht und Sauerstoff rasch abgebaut wird. Dies ermöglicht sehr kurze Wartezeiten vor der Ernte und macht das Mittel zu einem wertvollen Baustein im integrierten Pflanzenbau sowie in Systemen, die auf rückstandsarme Erzeugung setzen. Es bietet eine schnelle Knockdown-Wirkung, die Schaderreger unmittelbar nach dem Kontakt ausschaltet.
Das zugelassene Spektrum umfasst bedeutende Schädlinge wie Blattläuse, Thripse, freifressende Schmetterlingsraupen und Blattwespen sowie spezifische Käferarten wie den Kartoffelkäfer oder den Birnenknospenstecher. Dadurch lässt sich das Produkt flexibel und bedarfsgerecht über einen weiten BBCH-Bereich der Kulturen einsetzen.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Der in NEU 1153 I EC enthaltene Wirkstoff Pyrethrine gehört zur IRAC-Gruppe 3A. Er wirkt als reines Kontaktgift auf das Nervensystem der Schaderreger. Der biochemische Mechanismus basiert darauf, dass die Pyrethrine an den spannungsabhängigen Natriumkanälen der Nervenmembranen ansetzen. Sie halten diese Kanäle offen und verzögern deren Schließung, was zu einer langanhaltenden Depolarisation der Nervenzelle führt. Diese dauerhafte Aktivierung löst beim Schädling unkontrollierte, sich wiederholende Nervenimpulse aus. Die Folge ist eine extrem schnelle Erregung, gefolgt von einer sofortigen Koordinationsstörung, Lähmung (dem sogenannten Knockdown-Effekt) und dem anschließenden Absterben des Zielorganismus. Da der Wirkstoff nicht systemisch in der Kultur transportiert wird, ist eine direkte Benetzung der Schaderreger für den Bekämpfungserfolg zwingend erforderlich.
Resistenzmanagement
Um die Wirksamkeit von NEU 1153 I EC langfristig zu sichern, ist ein konsequentes Resistenzmanagement unerlässlich. Da der Wirkstoff zur IRAC-Gruppe 3A gehört, solltest du aufeinanderfolgende Anwendungen dieses Mittels oder anderer Pyrethroide vermeiden. Integriere stattdessen systematisch Wirkstoffe mit anderen Wirkungsmechanismen (z. B. systemische Insektizide oder Fraßgifte aus anderen IRAC-Klassen) in deinen Behandlungsplan, insbesondere bei Schaderregern mit hoher Generationsfolge wie Blattläusen oder Thripsen.
Mischbarkeit & Tankmischung
Bei der Herstellung von Tankmischungen ist darauf zu achten, dass Pyrethrine im alkalischen Milieu sehr instabil sind und schnell durch Hydrolyse abgebaut werden. Verwende daher nur Spritzwasser mit einem leicht sauren bis neutralen pH-Wert (optimal zwischen 5,5 und 6,5) und setze bei Bedarf einen pH-Puffer zu. Vermeide Mischungen mit stark alkalischen Produkten wie Kupferpräparaten oder Schwefel. Da die Formulierung als EC empfindlich auf extreme Bedingungen reagieren kann, empfiehlt sich vor jeder großflächigen Anwendung eine Verträglichkeitsprobe in einer Kleinmenge.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Beim Umgang mit NEU 1153 I EC steht der Schutz des Anwenders im Vordergrund; trage daher stets die vorgeschriebene persönliche Schutzausrüstung (PSA) wie Schutzanzug, Schutzhandschuhe und Augenschutz während der Anmischung und Applikation. Zum Schutz von Bestäubern und anderen nützlichen Insekten solltest du Behandlungen niemals auf blühende Kulturen oder an Orten ausbringen, an denen Bienen aktiv auf Nahrungssuche sind. Verlege die Anwendung bevorzugt in die späten Abendstunden, wenn der Bienenflug beendet ist. Achte zudem darauf, Abdrift in angrenzende Gewässer oder Saumbiotope strikt zu vermeiden, um aquatische Organismen und die lokale Fauna zu schonen.
Zugelassene Anwendungen
| Kultur | Ziel-Schaderreger | BBCH | Aufwand | Wartezeit |
|---|---|---|---|---|
| Kohlrabi | Blattläuse | 12–49 | 0.6 LITER_PER_HECTARE | 3T |
| Süßkirsche | Freifressende Schmetterlingsraupen | 11–89 | 1.05 LITER_PER_HECTARE | 3T |
| Kartoffel | Kartoffelkäfer | 12–49 | 0.6 LITER_PER_HECTARE | 3T |
| Zierpflanzen | Thripse | 12–65 | 0.6 LITER_PER_HECTARE | — |
| frische Kräuter | Thripse | 12–49 | 0.6 LITER_PER_HECTARE | 3T |
| Hülsengemüse | Blattläuse | 18–89 | 0.6 LITER_PER_HECTARE | 1T |
| Tomate | Blattläuse | 18–89 | 1.2 LITER_PER_HECTARE | 3T |
| Sauerkirsche | Käfer | 11–89 | 1.05 LITER_PER_HECTARE | 3T |
| Gemüsekulturen | Thripse | 11–16 | 0.6 LITER_PER_HECTARE | — |
| Kopfsalat | Freifressende Schmetterlingsraupen | 12–49 | 0.6 LITER_PER_HECTARE | 7T |
| Zierpflanzen | Freifressende Schmetterlingsraupen | 12–65 | 0.6 LITER_PER_HECTARE | — |
| Süßkirsche | Blattläuse | 59–89 | 1.05 LITER_PER_HECTARE | 3T |
| Kernobst | Birnenknospenstecher (Anthonomus pyri), Rotbrauner Apfelfruchtstecher (Caenorhinus aequatus) | 11–87 | 1.05 LITER_PER_HECTARE | 3T |
| Sauerkirsche | Freifressende Schmetterlingsraupen | 11–89 | 1.05 LITER_PER_HECTARE | 3T |
| frische Kräuter | Blattläuse | 12–49 | 0.6 LITER_PER_HECTARE | 7T |
| frische Kräuter | Blattläuse | 12–49 | 0.6 LITER_PER_HECTARE | 3T |
| Kohlgemüse | Käfer | 12–49 | 0.6 LITER_PER_HECTARE | 3T |
| Kernobst | Blattläuse | 55–87 | 1.5 LITER_PER_HECTARE | 3T |
| Gemüsekulturen | Freifressende Schmetterlingsraupen | 11–16 | 0.6 LITER_PER_HECTARE | — |
| Zierpflanzen | Käfer | 12–65 | 0.6 LITER_PER_HECTARE | — |
| Stangenbohne | Blattläuse | 18–89 | 1.2 LITER_PER_HECTARE | 1T |
| Zierpflanzen | Blattwespen | 12–65 | 0.6 LITER_PER_HECTARE | — |
| Beerenobst | Freifressende Schmetterlingsraupen | 11–81 | 1 LITER_PER_HECTARE | 1T |
| frische Kräuter | Thripse | 12–49 | 0.6 LITER_PER_HECTARE | 7T |
| Kopfkohl (Rot-, Weiß-, Spitz- und Wirsingkohl) | Blattläuse | 12–49 | 0.6 LITER_PER_HECTARE | 3T |
| Wurzel- und Knollengemüse | Thripse | 12–49 | 0.6 LITER_PER_HECTARE | 3T |
| Süßkirsche | Käfer | 11–89 | 1.05 LITER_PER_HECTARE | 3T |
| Gemüsekulturen | Blattläuse | 11–16 | 0.6 LITER_PER_HECTARE | — |
| Gemüsekulturen | Freifressende Schmetterlingsraupen | 11–16 | 0.6 LITER_PER_HECTARE | — |
| Zierpflanzen | Blattläuse | 12–65 | 0.6 LITER_PER_HECTARE | — |
| Kohlgemüse | Freifressende Schmetterlingsraupen | 12–49 | 0.6 LITER_PER_HECTARE | 3T |
| Süßkirsche | Blattwespen | — | 1.05 LITER_PER_HECTARE | 3T |
| Beerenobst | Blattläuse | 11–81 | 1 LITER_PER_HECTARE | 1T |
| frische Kräuter | Freifressende Schmetterlingsraupen | 12–49 | 0.6 LITER_PER_HECTARE | 3T |
| Kohlgemüse | Blattwespen | 12–49 | 0.6 LITER_PER_HECTARE | 3T |
| Gemüsekulturen | Blattläuse | 11–16 | 0.6 LITER_PER_HECTARE | — |
| Spargel | Freifressende Schmetterlingsraupen | 11–34 | 1.2 LITER_PER_HECTARE | — |
| Zierpflanzen | Thripse | 12–65 | 0.6 LITER_PER_HECTARE | — |
| Salat-Arten | Blattläuse | 12–49 | 0.6 LITER_PER_HECTARE | 3T |
| Spinat und verwandte Arten | Blattläuse | 15–49 | 0.6 LITER_PER_HECTARE | 3T |
| Wurzel- und Knollengemüse | Blattläuse | 12–49 | 0.6 LITER_PER_HECTARE | 3T |
| Gemüsekulturen | Thripse | 11–16 | 0.6 LITER_PER_HECTARE | — |
| Zierpflanzen | Käfer | 12–65 | 0.6 LITER_PER_HECTARE | — |
| Sauerkirsche | Blattwespen | — | 1.05 LITER_PER_HECTARE | 3T |
| Beerenobst | Blattwespen | 11–81 | 1 LITER_PER_HECTARE | 1T |
| Salat-Arten | Freifressende Schmetterlingsraupen | 12–49 | 0.6 LITER_PER_HECTARE | 3T |
| Kopfsalat | Blattläuse | 12–49 | 0.6 LITER_PER_HECTARE | 7T |
| Zierpflanzen | Blattläuse | 12–65 | 0.6 LITER_PER_HECTARE | — |
| Spargel | Käfer | 11–34 | 1.2 LITER_PER_HECTARE | — |
| Zierpflanzen | Blattwespen | 12–65 | 0.6 LITER_PER_HECTARE | — |
| Zierpflanzen | Freifressende Schmetterlingsraupen | 12–65 | 0.6 LITER_PER_HECTARE | — |
| Apfel | Apfelblütenstecher | 3–11 | 0.69 LITER_PER_HECTARE | — |
| Sauerkirsche | Blattläuse | 59–89 | 1.05 LITER_PER_HECTARE | 3T |
Häufige Fragen
Wann ist der beste Zeitpunkt am Tag für die Anwendung von NEU 1153 I EC?
Da der natürliche Wirkstoff Pyrethrin sehr lichtempfindlich ist und unter UV-Strahlung rasch abbaut, solltest du die Behandlung unbedingt in den späten Abendstunden oder am frühen Morgen durchführen. Dies maximiert die Wirkungsdauer auf der Pflanze und schont gleichzeitig nützliche Bestäuber wie Bienen, die zu diesen Zeiten nicht fliegen.
Warum ist eine gründliche Benetzung der Kultur bei diesem Pflanzenschutzmittel so entscheidend?
Pyrethrine wirken ausschließlich als Kontaktgift und besitzen keine systemische oder tiefenwirksame Aktivität in der Kultur. Das bedeutet, dass die Schaderreger direkt von der Spritzbrühe getroffen werden müssen. Verwende ausreichend Wasser und passe die Düseneinstellung so an, dass auch die Blattunterseiten und das Innere des Bestands komplett benetzt werden.
Wie beeinflusst der pH-Wert des Spritzwassers die Stabilität des Wirkstoffs?
Pyrethrine sind extrem empfindlich gegenüber alkalischer Hydrolyse. Wenn dein Spritzwasser einen pH-Wert von über 7 aufweist, baut sich der Wirkstoff in der Spritze extrem schnell ab, was die Wirkung stark mindert. Verwende bei hartem oder alkalischem Wasser unbedingt einen geeigneten pH-Regulierer (Puffer), um den pH-Wert auf einen leicht sauren Bereich (5,5 bis 6,5) einzustellen.
Kann ich NEU 1153 I EC auch kurz vor der Ernte einsetzen?
Ja, das ist einer der Hauptvorteile dieses Produkts. Aufgrund des schnellen natürlichen Abbaus der Pyrethrine betragen die Wartezeiten je nach Kultur lediglich zwischen 1 und 7 Tagen. Dies gibt dir eine hohe Flexibilität, um auch kurz vor der Ernte auftretende Schädlingswellen ohne lange Sperrzeiten erfolgreich zu bekämpfen.
Wie gehe ich bei der Bekämpfung des Kartoffelkäfers mit diesem Mittel am besten vor?
Kontrolliere deine Kartoffelkulturen ab dem BBCH-Stadium 11 regelmäßig auf Eiablagen und die ersten Larven. Behandle idealerweise dann, wenn die empfindlichen Junglarven (L1 bis L3) dominieren. Da das Mittel keine Dauerwirkung hat, solltest du den Bestand nach einigen Tagen erneut kontrollieren, um nachgeschlüpfte Larven bei Bedarf mit einer Folgebehandlung zu erfassen.
Wie finde ich heraus, ob NEU 1153 I EC für meine spezielle Kultur zugelassen ist?
Nutze die Such- und Filterfunktionen auf agronomy.farmable.tech. Du kannst dort gezielt nach deiner Kultur (z. B. Süßkirsche oder Tomate) filtern, um die exakten zugelassenen Aufwandmengen, maximalen Anwendungen pro Jahr und die spezifischen Wartezeiten für deine Kultur einzusehen.