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OTHER · W. NEUDORFF GMBH KG

NEU 1153 I EC

BVL Zul.-Nr. 00A122-00

NEU 1153 I EC ist ein hochwirksames, breit wirksames Insektizid auf Basis von Naturpyrethrinen, das für den Einsatz in einer Vielzahl von landwirtschaftlichen und gartenbaulichen Kulturen zugelassen ist. Als emulgierbares Konzentrat (EC) formuliert, zeichnet sich dieses Pflanzenschutzmittel durch eine hervorragende Benetzung der Blattoberflächen und eine schnelle Wirkstofffreisetzung aus. Es ist sowohl im konventionellen, integrierten Anbau als auch im ökologischen Landbau ein bewährter Baustein, um akuten Schädlingsbefall rasch und zuverlässig einzudämmen.

Das Wirkungsspektrum umfasst ein breites Band an beißenden und saugenden Schaderregern. Dazu gehören wirtschaftlich bedeutende Schädlinge wie Blattläuse, Thripse, freifressende Schmetterlingsraupen sowie der Kartoffelkäfer. Auch spezialisierte Schaderreger im Obstbau, wie der Birnenknospenstecher und der Rotbraune Apfelfruchtstecher, werden durch die gezielte Anwendung effektiv erfasst. Durch den schnellen biologischen Abbau des Wirkstoffs bietet das Produkt eine hohe Flexibilität in der Fruchtfolge und kurze Wartezeiten vor der Ernte.

Wirkstoffe

Pyrethrine
45.9 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der Wirkstoff Pyrethrine gehört zur IRAC-Gruppe 3A (Natriumkanal-Modulatoren). Er greift direkt in das Nervensystem der Schaderreger ein, indem er die Schließung der spannungsabhängigen Natriumkanäle in den Nervenmembranen blockiert. Dies führt zu einer langanhaltenden Depolarisation, unkontrollierten Nervenimpulsen, Krämpfen und schließlich zum schnellen Tod des Schädlings. Da es sich um ein reines Kontaktgift handelt, müssen die Schaderreger direkt von der Spritzbrühe getroffen werden oder mit dem frischen Belag in Berührung kommen. Eine systemische Wirkung in der Kultur findet nicht statt, weshalb eine gründliche und lückenlose Benetzung aller Pflanzenteile für den Bekämpfungserfolg entscheidend ist.

Resistenzmanagement

Um der Entstehung von Resistenzen vorzubeugen, sollte NEU 1153 I EC im Rahmen eines integrierten Pflanzenschutzkonzepts eingesetzt werden. Da Pyrethrine der IRAC-Gruppe 3A angehören, ist ein konsequenter Wirkstoffwechsel mit Insektiziden aus anderen Wirkstoffklassen mit unterschiedlichen Wirkungsmechanismen zwingend erforderlich. Die Anzahl der Anwendungen pro Saison sollte strikt auf das notwendige Maß begrenzt werden, um den Selektionsdruck auf die Schaderregerpopulationen zu minimieren.

Mischbarkeit & Tankmischung

NEU 1153 I EC ist im Allgemeinen gut mit gängigen Fungiziden mischbar. Da der Wirkstoff Pyrethrin in alkalischem Milieu schnell hydrolysiert und an Wirksamkeit verliert, sollte der pH-Wert des Spritzwassers im leicht sauren bis neutralen Bereich (pH 5,5 bis 6,5) liegen; bei Bedarf ist ein pH-Regulator zuzusetzen. Die Anwendung sollte vorzugsweise in den kühleren Morgen- oder Abendstunden erfolgen, da starke UV-Strahlung und hohe Temperaturen den Abbau des Wirkstoffs beschleunigen und die Wirksamkeit mindern können.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit NEU 1153 I EC ist die vorgeschriebene persönliche Schutzausrüstung (PSA) zu tragen, um Haut- und Augenkontakt zu vermeiden. Da Naturpyrethrine hochtoxisch für aquatische Organismen und Bienen sind, müssen Abdriften in Oberflächengewässer und der Einsatz auf blühenden Kulturen während des aktiven Bienenflugs streng vermieden werden. Es sind die länderspezifischen Abstandsauflagen und Bienenschutzbestimmungen strikt einzuhalten. Der schnelle biologische Abbau im Boden minimiert jedoch das langfristige Risiko für Regenwürmer und andere Bodenorganismen.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
KohlrabiBlattläuse12–490.6 LITER_PER_HECTARE3T
SüßkirscheFreifressende Schmetterlingsraupen11–891.05 LITER_PER_HECTARE3T
KartoffelKartoffelkäfer12–490.6 LITER_PER_HECTARE3T
ZierpflanzenThripse12–650.6 LITER_PER_HECTARE
frische KräuterThripse12–490.6 LITER_PER_HECTARE3T
HülsengemüseBlattläuse18–890.6 LITER_PER_HECTARE1T
TomateBlattläuse18–891.2 LITER_PER_HECTARE3T
SauerkirscheKäfer11–891.05 LITER_PER_HECTARE3T
GemüsekulturenThripse11–160.6 LITER_PER_HECTARE
KopfsalatFreifressende Schmetterlingsraupen12–490.6 LITER_PER_HECTARE7T
ZierpflanzenFreifressende Schmetterlingsraupen12–650.6 LITER_PER_HECTARE
SüßkirscheBlattläuse59–891.05 LITER_PER_HECTARE3T
KernobstBirnenknospenstecher (Anthonomus pyri), Rotbrauner Apfelfruchtstecher (Caenorhinus aequatus)11–871.05 LITER_PER_HECTARE3T
SauerkirscheFreifressende Schmetterlingsraupen11–891.05 LITER_PER_HECTARE3T
frische KräuterBlattläuse12–490.6 LITER_PER_HECTARE7T
frische KräuterBlattläuse12–490.6 LITER_PER_HECTARE3T
KohlgemüseKäfer12–490.6 LITER_PER_HECTARE3T
KernobstBlattläuse55–871.5 LITER_PER_HECTARE3T
GemüsekulturenFreifressende Schmetterlingsraupen11–160.6 LITER_PER_HECTARE
ZierpflanzenKäfer12–650.6 LITER_PER_HECTARE
StangenbohneBlattläuse18–891.2 LITER_PER_HECTARE1T
ZierpflanzenBlattwespen12–650.6 LITER_PER_HECTARE
BeerenobstFreifressende Schmetterlingsraupen11–811 LITER_PER_HECTARE1T
frische KräuterThripse12–490.6 LITER_PER_HECTARE7T
Kopfkohl (Rot-, Weiß-, Spitz- und Wirsingkohl)Blattläuse12–490.6 LITER_PER_HECTARE3T
Wurzel- und KnollengemüseThripse12–490.6 LITER_PER_HECTARE3T
SüßkirscheKäfer11–891.05 LITER_PER_HECTARE3T
GemüsekulturenBlattläuse11–160.6 LITER_PER_HECTARE
GemüsekulturenFreifressende Schmetterlingsraupen11–160.6 LITER_PER_HECTARE
ZierpflanzenBlattläuse12–650.6 LITER_PER_HECTARE
KohlgemüseFreifressende Schmetterlingsraupen12–490.6 LITER_PER_HECTARE3T
SüßkirscheBlattwespen1.05 LITER_PER_HECTARE3T
BeerenobstBlattläuse11–811 LITER_PER_HECTARE1T
frische KräuterFreifressende Schmetterlingsraupen12–490.6 LITER_PER_HECTARE3T
KohlgemüseBlattwespen12–490.6 LITER_PER_HECTARE3T
GemüsekulturenBlattläuse11–160.6 LITER_PER_HECTARE
SpargelFreifressende Schmetterlingsraupen11–341.2 LITER_PER_HECTARE
ZierpflanzenThripse12–650.6 LITER_PER_HECTARE
Salat-ArtenBlattläuse12–490.6 LITER_PER_HECTARE3T
Spinat und verwandte ArtenBlattläuse15–490.6 LITER_PER_HECTARE3T
Wurzel- und KnollengemüseBlattläuse12–490.6 LITER_PER_HECTARE3T
GemüsekulturenThripse11–160.6 LITER_PER_HECTARE
ZierpflanzenKäfer12–650.6 LITER_PER_HECTARE
SauerkirscheBlattwespen1.05 LITER_PER_HECTARE3T
BeerenobstBlattwespen11–811 LITER_PER_HECTARE1T
Salat-ArtenFreifressende Schmetterlingsraupen12–490.6 LITER_PER_HECTARE3T
KopfsalatBlattläuse12–490.6 LITER_PER_HECTARE7T
ZierpflanzenBlattläuse12–650.6 LITER_PER_HECTARE
SpargelKäfer11–341.2 LITER_PER_HECTARE
ZierpflanzenBlattwespen12–650.6 LITER_PER_HECTARE
ZierpflanzenFreifressende Schmetterlingsraupen12–650.6 LITER_PER_HECTARE
ApfelApfelblütenstecher3–110.69 LITER_PER_HECTARE
SauerkirscheBlattläuse59–891.05 LITER_PER_HECTARE3T

Häufige Fragen

Wann ist der beste Zeitpunkt am Tag für eine Behandlung mit NEU 1153 I EC?

Die Anwendung sollte idealerweise in den späten Abendstunden oder am frühen Morgen erfolgen. Da Naturpyrethrine extrem UV-empfindlich sind und sich unter Sonneneinstrahlung schnell zersetzen, sichert eine Applikation bei geringer Lichtintensität und kühleren Temperaturen eine längere Kontaktzeit und somit eine deutlich bessere Wirkung gegen die Schaderreger.

Warum ist die Benetzung der Kultur bei diesem Produkt so kritisch?

Pyrethrine wirken ausschließlich als Kontaktgift und besitzen keine systemische oder tiefenwirksame (translaminare) Aktivität. Schädlinge, die sich auf den Blattunterseiten oder in eingerollten Blättern verstecken, werden nur erfasst, wenn die Spritzbrühe sie direkt trifft. Eine hohe Wasseraufwandmenge und eine präzise Düseneinstellung sind daher für den Bekämpfungserfolg entscheidend.

Kann NEU 1153 I EC im biologischen Landbau eingesetzt werden?

Ja, Produkte auf Basis von Naturpyrethrinen sind aufgrund ihres natürlichen Ursprungs und des schnellen Abbaus in der Regel für den ökologischen Landbau in Deutschland zugelassen. Es wird jedoch empfohlen, vor der Anwendung die aktuelle Betriebsmittelliste für den ökologischen Landbau (z. B. FiBL-Liste) sowie die Vorgaben des jeweiligen Anbauverbandes zu prüfen.

Wie beeinflusst der pH-Wert des Spritzwassers die Stabilität des Wirkstoffs?

Pyrethrine sind im alkalischen Milieu (pH-Wert über 7) sehr instabil und unterliegen einer schnellen alkalischen Hydrolyse, was zu einem raschen Wirkungsverlust führt. Verwenden Sie weiches, leicht saures Spritzwasser (optimal pH 5,5 bis 6,5). Bei hartem oder alkalischem Brunnenwasser empfiehlt sich der Zusatz eines geeigneten pH-Puffers vor der Zugabe des Insektizids.

Welche Rolle spielt die Temperatur bei der Wirksamkeit von NEU 1153 I EC?

Pyrethrine zeigen eine negative Temperaturkorrelation, das heißt, ihre insektizide Wirksamkeit ist bei kühleren Temperaturen (unter 20 °C) oft ausgeprägter als bei extremer Hitze. Zudem flüchten viele Schädlinge bei Hitze in schattige, schwer erreichbare Pflanzenteile. Vermeiden Sie daher Spritzungen in der Mittagshitze.

Wie lässt sich das Risiko für Nützlinge bei der Anwendung minimieren?

Da Naturpyrethrine ein breites Wirkungsspektrum haben, können sie auch Nützlinge wie Marienkäfer oder Schwebfliegen schädigen. Um diese zu schonen, sollte die Behandlung gezielt auf Befallsherde beschränkt und außerhalb der Hauptaktivitätszeiten von Nützlingen und Bienen (z. B. nach Sonnenuntergang) durchgeführt werden.