Prevint SC
Prevint SC von BASF ist ein hochwirksames, modernes Pflanzenschutzmittel, das speziell für den Schutz von Sonderkulturen, Weinreben und Kartoffeln gegen wirtschaftlich bedeutende Oomyceten-Erkrankungen entwickelt wurde. Als Suspensionskonzentrat (SC) formuliert, zeichnet sich das Präparat durch eine hervorragende Verteilung auf der Blattoberfläche und eine schnelle Regenfestigkeit aus. Es bildet ein stabiles Schutzdepot in der Wachsschicht der Kulturen, was eine langanhaltende präventive Wirkung garantiert.
Das Wirkungsspektrum konzentriert sich primär auf Erreger aus der Familie der Peronosporaceae (Falsche Mehltaupilze) sowie auf Phytophthora-Arten. Zu den Hauptzielorganismen gehören der Falsche Mehltau der Weinrebe (Plasmopara viticola), die Kraut- und Knollenfäule der Kartoffel (Phytophthora infestans) sowie Falsche Mehltaupilze an Gurken, Zwiebeln und Tabak. Durch seine Formulierung bietet Prevint SC eine zuverlässige Basis für anspruchsvolle Spritzfolgen im professionellen Anbau.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Der enthaltene Wirkstoff Ametoctradin gehört zur chemischen Klasse der Triazolo-Pyrimidylamine und ist in der FRAC-Gruppe 45 klassifiziert. Ametoctradin wirkt als starker Inhibitor der mitochondrialen Atmungskette der Schadpilze. Konkret blockiert der Wirkstoff den Komplex III (Cytochrom bc1-Komplex) am Initiationszentrum, was zu einem raschen Zusammenbruch der Energieversorgung (ATP-Synthese) in den Zellen des Schaderregers führt. Diese biochemische Blockade verhindert hocheffizient die Freisetzung und Keimung von Zoosporen sowie das Wachstum des Keimschlauchs. Da die Wirkung primär präventiv (vorbeugend) einsetzt, muss die Anwendung vor der eigentlichen Infektion erfolgen, um das Eindringen des Pilzmyzels in das Pflanzengewebe der Kultur erfolgreich zu unterbinden.
Resistenzmanagement
Um das Risiko einer Resistenzbildung gegenüber Wirkstoffen der FRAC-Gruppe 45 zu minimieren, sollte Prevint SC stets im Rahmen eines integrierten Pflanzenschutzkonzepts eingesetzt werden. Dies beinhaltet den strikten Wechsel mit Fungiziden, die über andere Wirkungsmechanismen verfügen (z. B. Kontaktfungizide oder systemische Wirkstoffe aus anderen FRAC-Klassen). Die maximale Anzahl der Anwendungen pro Saison gemäß den BVL-Zulassungsbestimmungen darf nicht überschritten werden, und Behandlungen sollten bevorzugt in Phasen des aktiven, aber noch nicht infizierten Kulturwachstums erfolgen.
Mischbarkeit & Tankmischung
Prevint SC weist eine hervorragende Mischbarkeit mit gängigen Insektiziden, Fungiziden und Blattdüngern auf. Bei Tankmischungen ist darauf zu achten, dass die Komponenten nacheinander im gut gefüllten Spritztank vollständig gelöst werden, wobei Prevint SC idealerweise als eine der ersten Komponenten hinzugefügt wird. Die Zugabe von Netzmitteln ist in der Regel nicht erforderlich, da die SC-Formulierung bereits für eine optimale Benetzung optimiert ist. Bei extremen pH-Werten des Spritzwassers wird die Verwendung eines Puffers empfohlen, um die Stabilität der Spritzbrühe zu gewährleisten.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Beim Umgang mit Prevint SC ist die vorgeschriebene persönliche Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug und Schutzhandschuhen, zu tragen. Zum Schutz von Gewässerorganismen sind die in den Zulassungsauflagen definierten Abdriftminderungsklassen und Abstandsauflagen zu Oberflächengewässern strikt einzuhalten. Der Wirkstoff Ametoctradin ist als nicht bienengefährlich (B4) eingestuft, weshalb das Pflanzenschutzmittel auch während der Blüte der Kulturen unter Beachtung der Anwendungsbestimmungen eingesetzt werden kann.
Zugelassene Anwendungen
| Kultur | Ziel-Schaderreger | BBCH | Aufwand | Wartezeit |
|---|---|---|---|---|
| Weinrebe | Falscher Mehltau (Plasmopara viticola) | 53–83 | 0.6 LITER_PER_HECTARE | 21T |
| Zierpflanzen | Falsche Mehltaupilze (Peronosporaceae) | 21–99 | 1.2 LITER_PER_HECTARE | — |
| Gurke | Falscher Mehltau (Pseudoperonospora cubensis) | 51–89 | 1.2 LITER_PER_HECTARE | 3T |
| Patisson | Falscher Mehltau (Pseudoperonospora cubensis) | 51–89 | 1.2 LITER_PER_HECTARE | 3T |
| Zucchini | Falscher Mehltau (Pseudoperonospora cubensis) | 51–89 | 1.2 LITER_PER_HECTARE | 3T |
| Weinrebe | Falscher Mehltau (Plasmopara viticola) | 53–83 | 0.6 LITER_PER_HECTARE | 21T |
| Flaschenkürbis | Falscher Mehltau (Pseudoperonospora cubensis) | 51–89 | 1.2 LITER_PER_HECTARE | 3T |
| Garten-Kürbis | Falscher Mehltau (Pseudoperonospora cubensis) | 51–89 | 1.2 LITER_PER_HECTARE | 3T |
| Zwiebelgemüse | Falscher Mehltau (Peronospora destructor) | 15–48 | 1.2 LITER_PER_HECTARE | 7T |
| Schalotte | Falscher Mehltau (Peronospora destructor) | 15–48 | 1.2 LITER_PER_HECTARE | 7T |
| Knoblauch | Falscher Mehltau (Peronospora destructor) | 15–48 | 1.2 LITER_PER_HECTARE | 7T |
| Tabak | Blauschimmel (Peronospora tabacina) | 19–49 | 1.5 LITER_PER_HECTARE | 7T |
| Feldsalat | Falsche Mehltaupilze (Peronosporaceae) | 15–49 | 1.2 LITER_PER_HECTARE | 7T |
| Salate | Falsche Mehltaupilze (Peronosporaceae) | 15–49 | 1.2 LITER_PER_HECTARE | 7T |
| Porree | Phytophthora porri | 15–48 | 1.2 LITER_PER_HECTARE | 7T |
| Rucola-Arten | Falsche Mehltaupilze (Peronosporaceae) | 15–49 | 1.2 LITER_PER_HECTARE | 7T |
| Endivien | Falsche Mehltaupilze (Peronosporaceae) | 15–49 | 1.2 LITER_PER_HECTARE | 7T |
| Speisezwiebel | Falscher Mehltau (Peronospora destructor) | 15–48 | 1.2 LITER_PER_HECTARE | 7T |
| Riesenkürbis | Falscher Mehltau (Pseudoperonospora cubensis) | 51–89 | 1.2 LITER_PER_HECTARE | 3T |
| Moschus-Kürbis | Falscher Mehltau (Pseudoperonospora cubensis) | 51–89 | 1.2 LITER_PER_HECTARE | 3T |
| Kartoffel | Phytophthora infestans | 15–89 | 1.2 LITER_PER_HECTARE | 7T |
Häufige Fragen
Wann ist der optimale Zeitpunkt für die erste Anwendung von Prevint SC im Weinbau?
Die erste Behandlung sollte präventiv vor den ersten Infektionsbedingungen erfolgen, typischerweise ab dem BBCH-Stadium 15 (5. Laubblatt entfaltet). Dies stellt sicher, dass die jungen Blätter bereits vor dem ersten Sporenflug durch ein stabiles Wirkstoffdepot geschützt sind.
Wie verhält sich Prevint SC bei Niederschlägen kurz nach der Applikation?
Dank der speziellen Formulierungstechnologie lagert sich der Wirkstoff Ametoctradin schnell und fest in der epidermalen Wachsschicht der Kultur an. Bereits kurze Zeit nach dem Antrocknen des Spritzbelags ist das Produkt hervorragend regenfest, sodass ein moderater Niederschlag die Schutzwirkung nicht beeinträchtigt.
Kann Prevint SC in Tankmischungen mit Kupferpräparaten kombiniert werden?
Ja, eine Mischung mit kupferhaltigen Fungiziden ist im Wein- und Gemüsebau in der Regel problemlos möglich und wird häufig zur Wirkungsabsicherung und im Rahmen des Resistenzmanagements praktiziert. Dennoch empfiehlt sich vor dem Ansetzen größerer Mengen ein physikalischer Mischbarkeitstest im Kleinen.
Warum ist die präventive Anwendung bei diesem Wirkstoff so entscheidend?
Ametoctradin blockiert die Sporenkeimung und die Beweglichkeit der Zoosporen von Oomyceten. Sobald der Schaderreger bereits tief in das Pflanzengewebe eingedrungen ist und sichtbare Symptome zeigt, ist die kurative Wirkung begrenzt. Der maximale Bekämpfungserfolg wird daher ausschließlich bei vorbeugendem Einsatz erzielt.
Welche Rolle spielt Prevint SC im Antiresistenzmanagement bei Kartoffeln?
Da Ametoctradin der FRAC-Gruppe 45 angehört, eignet es sich hervorragend als Baustein in Spritzfolgen zur Vermeidung von Resistenzen gegen CAA-Fungizide (Gruppe 40) oder QiI-Fungizide (Gruppe 21). Ein regelmäßiger Wirkstoffklassenwechsel schützt die langfristige Wirksamkeit aller verfügbaren Präparate gegen die Kraut- und Knollenfäule.