PROBLAD
PROBLAD ist ein innovatives, biologisches Fungizid auf Basis eines natürlichen Extrakts aus den Samen der Weißen Lupine (Lupinus albus L.). Als modernes Pflanzenschutzmittel kombiniert es einen hohen Wirkungsgrad mit den Anforderungen an eine umweltschonende und rückstandsarme Landwirtschaft. Die flüssige Formulierung zeichnet sich durch eine hervorragende Anwenderfreundlichkeit aus und lässt sich nahtlos in bestehende Pflanzenschutzstrategien integrieren.
Das Produkt ist in Deutschland unter der BVL-Zulassungsnummer 00A852-00 registriert und deckt ein breites Spektrum wirtschaftlich bedeutender Kulturen ab, darunter Weinreben, Erdbeeren und verschiedene Gemüsekulturen wie Tomaten und Auberginen. Es bietet einen hocheffizienten Schutz gegen hartnäckige Schaderreger wie Grauschimmel (Botrytis cinerea), Echte Mehltaupilze und Rostpilze (Puccinia-Arten).
Mit einer extrem kurzen Wartezeit von nur 1 Tag und einem flexiblen Anwendungsfenster von BBCH-Stadium 19 bis 93 ist PROBLAD das ideale Werkzeug für das späte Rückstandsmanagement kurz vor der Ernte. Es schließt die Lücke, wenn chemisch-synthetische Wirkstoffe aufgrund von Rückstandshöchstmengen nicht mehr eingesetzt werden können.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Der biologische Wirkstoff in PROBLAD basiert auf einem spezifischen Polypeptid (BLAD), das aus den Keimblättern der Lupinenpflanze gewonnen wird. Biochemisch ist dieser Wirkstoff in die FRAC-Gruppe BM01 als Multi-Site-Fungizid eingestuft. Der Wirkungsmechanismus beruht auf einer starken Bindung an das Chitin in der Zellwand der Pilze. Dies führt zu einer schnellen physischen Zerstörung der Zellwandstruktur und schlussendlich zur Lyse der Pilzzelle. Darüber hinaus stört der Wirkstoff die Integrität der Zellmembran des Schaderregers, wodurch sowohl die Sporenkeimung als auch das Wachstum des Pilzmyzels effektiv gestoppt werden. Da dieser Prozess an mehreren biologischen Zielorten gleichzeitig ansetzt, unterscheidet sich der Wirkungsmechanismus grundlegend von herkömmlichen, systemischen Fungiziden.
Resistenzmanagement
Aufgrund seines einzigartigen Multi-Site-Wirkungsmechanismus (FRAC-Gruppe BM01) weist PROBLAD ein extrem geringes Risiko für eine Resistenzentwicklung auf. Es eignet sich hervorragend als Baustein im Antiresistenzmanagement. Durch den gezielten Wechsel oder die Kombination von PROBLAD mit klassischen chemischen Wirkstoffen (wie SDHIs oder Triazolen) wird der Selektionsdruck auf die Schaderreger minimiert und die Lebensdauer etablierter Wirkstoffklassen nachhaltig gesichert.
Mischbarkeit & Tankmischung
PROBLAD ist im Allgemeinen gut mit gängigen Pflanzenschutzmitteln und Blattdüngern mischbar. Da es sich jedoch um ein proteinbasiertes Naturprodukt handelt, sollten Tankmischungen mit extrem sauren oder stark alkalischen Produkten sowie mit hochkonzentrierten Kupferpräparaten vermieden werden, um eine Denaturierung des Wirkstoffs zu verhindern. Vor der Ansetzung größerer Mengen wird dringend ein physikalischer Mischbarkeitstest (Kübeltest) empfohlen. Für eine optimale Benetzung der Kulturen ist auf eine ausreichende Wasseraufwandmenge zu achten.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Als biologisches Pflanzenschutzmittel weist PROBLAD ein sehr günstiges ökotoxikologisches Profil auf. Es ist als nicht bienengefährlich eingestuft und schont wichtige Nützlinge im Freiland sowie unter Glas. Beim Umgang mit dem Konzentrat und während der Applikation ist die standardmäßige persönliche Schutzausrüstung (PSA) zu tragen. Um Einträge in Oberflächengewässer zu vermeiden, sind die auf dem Etikett ausgewiesenen Abstandsauflagen und Anwendungsbestimmungen strikt einzuhalten.
Zugelassene Anwendungen
| Kultur | Ziel-Schaderreger | BBCH | Aufwand | Wartezeit |
|---|---|---|---|---|
| Fruchtgemüse | Botrytis cinerea | 21–89 | 3.2 LITER_PER_HECTARE | 1T |
| Zierpflanzen | Puccinia-Arten | 21–89 | 3.2 LITER_PER_HECTARE | — |
| Zierpflanzen | Echte Mehltaupilze | 21–89 | 3.2 LITER_PER_HECTARE | — |
| Aubergine | Echte Mehltaupilze | 21–89 | 3.2 LITER_PER_HECTARE | 1T |
| Gewürzkräuter | Botrytis cinerea | 19–89 | 3.2 LITER_PER_HECTARE | 1T |
| Erdbeere | Echte Mehltaupilze | 41–93 | 3.2 LITER_PER_HECTARE | 1T |
| Himbeerartiges Beerenobst | Echte Mehltaupilze | 19–89 | 3.2 LITER_PER_HECTARE | 1T |
| Zierpflanzen | Botrytis cinerea | 21–89 | 3.2 LITER_PER_HECTARE | — |
| Aubergine | Botrytis cinerea | 21–89 | 3.2 LITER_PER_HECTARE | 1T |
| Zierpflanzen | Echte Mehltaupilze | 21–89 | 3.2 LITER_PER_HECTARE | — |
| Teekräuter | Echte Mehltaupilze | 19–89 | 3.2 LITER_PER_HECTARE | 1T |
| Kohlgemüse | Echte Mehltaupilze | 21–89 | 3.2 LITER_PER_HECTARE | 1T |
| Zwiebelgemüse | Puccinia-Arten | 19–89 | 3.2 LITER_PER_HECTARE | 1T |
| Blattgemüse und frische Kräuter | Echte Mehltaupilze | 19–89 | 3.2 LITER_PER_HECTARE | 1T |
| Fruchtgemüse | Echte Mehltaupilze | 21–89 | 3.2 LITER_PER_HECTARE | 1T |
| Tomate | Botrytis cinerea | 21–89 | 3.2 LITER_PER_HECTARE | 1T |
| Blattgemüse und frische Kräuter | Echte Mehltaupilze | 19–89 | 3.2 LITER_PER_HECTARE | 1T |
| Wurzel- und Knollengemüse | Echte Mehltaupilze | 19–89 | 3.2 LITER_PER_HECTARE | 1T |
| Fruchtgemüse | Botrytis cinerea | 21–89 | 3.2 LITER_PER_HECTARE | 1T |
| Erdbeere | Botrytis cinerea | 41–93 | 3.2 LITER_PER_HECTARE | 1T |
| Teekräuter | Botrytis cinerea | 19–89 | 3.2 LITER_PER_HECTARE | 1T |
| Sprossgemüse | Puccinia-Arten | 21–89 | 3.2 LITER_PER_HECTARE | 1T |
| Teekräuter | Echte Mehltaupilze | 19–89 | 3.2 LITER_PER_HECTARE | 1T |
| Blattgemüse und frische Kräuter | Botrytis cinerea | 19–89 | 3.2 LITER_PER_HECTARE | 1T |
| Erdbeere | Botrytis cinerea | 41–93 | 3.2 LITER_PER_HECTARE | 1T |
| Himbeerartiges Beerenobst | Echte Mehltaupilze | 19–89 | 3.2 LITER_PER_HECTARE | 1T |
| Zwiebelgemüse | Botrytis cinerea | 19–89 | 3.2 LITER_PER_HECTARE | 1T |
| Blattgemüse und frische Kräuter | Botrytis cinerea | 19–89 | 3.2 LITER_PER_HECTARE | 1T |
| Johannisbeerartiges Beerenobst | Echte Mehltaupilze | 19–89 | 3.2 LITER_PER_HECTARE | 1T |
| Zierpflanzen | Botrytis cinerea | 21–89 | 3.2 LITER_PER_HECTARE | — |
| Fruchtgemüse | Echte Mehltaupilze | 21–89 | 3.2 LITER_PER_HECTARE | 1T |
| Gewürzkräuter | Botrytis cinerea | 19–89 | 3.2 LITER_PER_HECTARE | 1T |
| Zierpflanzen | Puccinia-Arten | 21–89 | 3.2 LITER_PER_HECTARE | — |
| Johannisbeerartiges Beerenobst | Echte Mehltaupilze | 19–89 | 3.2 LITER_PER_HECTARE | 1T |
| Weinrebe | Echter Mehltau (Uncinula necator) | 55–89 | 3.2 LITER_PER_HECTARE | 1T |
| Kohlgemüse | Echte Mehltaupilze | 21–89 | 3.2 LITER_PER_HECTARE | 1T |
| Teekräuter | Botrytis cinerea | 19–89 | 3.2 LITER_PER_HECTARE | 1T |
| Tomate | Echte Mehltaupilze | 21–89 | 3.2 LITER_PER_HECTARE | 1T |
| Gewürzkräuter | Echte Mehltaupilze | 19–89 | 3.2 LITER_PER_HECTARE | 1T |
| Gewürzkräuter | Echte Mehltaupilze | 19–89 | 3.2 LITER_PER_HECTARE | 1T |
| Weinrebe | Botrytis cinerea | 55–89 | 3.2 LITER_PER_HECTARE | 1T |
| Erdbeere | Echte Mehltaupilze | 41–93 | 3.2 LITER_PER_HECTARE | 1T |
Häufige Fragen
Wann ist der optimale Zeitpunkt für eine Behandlung mit PROBLAD gegen Grauschimmel (Botrytis cinerea)?
Die Behandlung sollte bevorzugt präventiv bei ersten Infektionsbedingungen oder ab Beginn der Blüte erfolgen. Dank der kurzen Wartezeit von nur 1 Tag kann PROBLAD auch sehr spät in der Reifephase eingesetzt werden, um die Früchte direkt vor der Ernte vor Botrytis-Befall zu schützen.
Wie beeinflusst die Proteinstruktur des Wirkstoffs die Mischbarkeit im Spritztank?
Da der Wirkstoff auf einem natürlichen Polypeptid basiert, ist er empfindlich gegenüber extremen pH-Werten. Vermeiden Sie Mischungen mit stark sauren oder alkalischen Partnern sowie mit konzentrierten Kupferpräparaten, da diese das Protein denaturieren und die Wirksamkeit des Mittels beeinträchtigen können.
Ist PROBLAD für den ökologischen Landbau in Deutschland zugelassen?
Ja, aufgrund seines rein natürlichen Ursprungs aus Lupinen-Samen ist der Wirkstoff für den ökologischen Landbau geeignet. Bitte prüfen Sie vor der Anwendung die aktuelle Listung in der FiBL-Betriebsmittelliste für den ökologischen Landbau in Deutschland.
Warum ist das Resistenzrisiko bei diesem Pflanzenschutzmittel so gering?
PROBLAD greift als Multi-Site-Fungizid (FRAC-Gruppe BM01) die Chitin-Struktur der pilzlichen Zellwand an mehreren Stellen gleichzeitig an. Für Schaderreger wie Echte Mehltaupilze oder Botrytis ist es biologisch nahezu unmöglich, zeitgleich mehrere Mutationen zu entwickeln, um diesen physischen Wirkungsmechanismus zu umgehen.
Welche Bedeutung hat das BBCH-Stadium 19 bis 93 für die Praxis?
Dieses extrem breite Anwendungsfenster bedeutet, dass Sie PROBLAD von der späten vegetativen Entwicklung der Kultur bis hin zur vollständigen Fruchtreife und sogar während der Ernteperiode einsetzen können. Dies bietet maximale Flexibilität bei der Bekämpfung von Spätinfektionen.
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