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OTHER · W. NEUDORFF GMBH KG

UNKRAUT-FREI ORGANIC

BVL Zul.-Nr. 024645-67

UNKRAUT-FREI ORGANIC von W. Neudorff GMBH KG ist ein hochwirksames, biologisch abbaubares Pflanzenschutzmittel zur gezielten Regulierung von ein- und zweikeimblättrigen Unkräutern sowie Moosen und Algen. Als Kontaktherbizid auf Basis eines natürlichen Wirkstoffs hat es sich fest im Segment der umweltschonenden Unkrautkontrolle etabliert. Es eignet sich hervorragend für den flexiblen Einsatz in einer Vielzahl von Kulturen, darunter verschiedene Gemüse-, Kräuter- und Zierpflanzenkulturen.

Die Formulierung basiert auf einer hochkonzentrierten Fettsäure, die sich durch eine extrem schnelle Express-Wirkung auszeichnet. Erste sichtbare Effekte auf den behandelten Flächen treten oft schon nach wenigen Stunden ein. Da es sich um ein reines Kontaktherbizid handelt, werden ausschließlich die direkt getroffenen, grünen Pflanzenteile erfasst, während verholzte Pflanzenteile der Kulturen unbeschadet bleiben.

Durch das breite Wirkungsspektrum, das sowohl Unkräuter im frühen Keimblattstadium als auch etablierte Moose und Algen umfasst, bietet dieses Pflanzenschutzmittel eine wertvolle Option für den integrierten und ökologischen Landbau. Es schließt wichtige Lücken in der Unkrautregulierung, insbesondere in sensiblen Bereichen, in denen der Einsatz chemisch-synthetischer Wirkstoffe stark eingeschränkt oder unerwünscht ist.

Wirkstoffe

Pelargonsäure
206.8 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der Wirkstoff Pelargonsäure (zugeordnet der HRAC-Gruppe 0 für Wirkstoffe mit physikalisch-chemischer Wirkungsweise) wirkt rein kontaktaktiv. Nach dem Auftreffen auf die Blattoberfläche dringt die Fettsäure in die schützende Cuticula der Schaderreger ein und zerstört gezielt die Zellmembranen der Epidermiszellen. Dies führt zu einer sofortigen Erhöhung der Membranpermeabilität, wodurch die betroffenen Zellen unkontrolliert Wasser und Zellsaft verlieren. Dieser physikalische Zerstörungsprozess äußert sich in einem raschen Welken und anschließenden Vertrocknen des getroffenen Gewebes (sogenannter Abbrenneffekt). Da der Wirkstoff nicht in der Kultur transportiert wird und keine systemische Wirkung besitzt, bleibt das Wurzelsystem unbeeinflusst. Für eine optimale Wirkung sind daher warme Temperaturen, ausreichend Sonnenlicht zum Zeitpunkt der Behandlung sowie eine lückenlose Benetzung der Ziel-Schaderreger entscheidend.

Resistenzmanagement

Aufgrund des rein physikalischen Wirkungsmechanismus der Pelargonsäure, der auf der unspezifischen Zerstörung von Zellmembranen beruht, ist das Risiko für eine Resistenzentwicklung bei den Ziel-Schaderregern als extrem gering einzustufen. Dennoch sollte UNKRAUT-FREI ORGANIC im Rahmen eines nachhaltigen integrierten Pflanzenschutzkonzepts im Wechsel mit mechanischen Maßnahmen (wie Hacken oder Striegeln) oder Herbiziden mit anderen Wirkmechanismen eingesetzt werden, um eine Selektion schwer bekämpfbarer Unkrautarten auf den Flächen zu verhindern.

Mischbarkeit & Tankmischung

Bei der Anwendung von UNKRAUT-FREI ORGANIC ist auf eine ausreichend hohe Wasseraufwandmenge zu achten, um eine vollständige und tropfnasse Benetzung der Unkräuter zu gewährleisten. Eine Mischung mit anderen Pflanzenschutzmitteln oder Blattdüngern wird im Allgemeinen nicht empfohlen, da dies die Selektivität beeinträchtigen oder zu unvorhersehbaren physikalischen Ausfällungen in der Spritzbrühe führen kann. Die Zugabe von zusätzlichen Netzmitteln ist nicht erforderlich, da die Formulierung bereits für eine optimale Haftung optimiert ist. Die Anwendung sollte ausschließlich auf trockene Pflanzenbestände erfolgen, um Verdünnungseffekte zu vermeiden.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Als Pflanzenschutzmittel auf Basis einer natürlichen Fettsäure weist UNKRAUT-FREI ORGANIC ein sehr günstiges Umweltprofil auf. Der Wirkstoff Pelargonsäure wird im Boden extrem schnell durch Mikroorganismen biologisch abgebaut und hinterlässt keine persistenten Rückstände. Dennoch sind beim Ansetzen und Ausbringen der Spritzbrühe die üblichen Arbeitsschutzmaßnahmen (wie Schutzhandschuhe und Schutzbrille) einzuhalten, da das Konzentrat reizend auf Haut und Augen wirken kann. Das Mittel ist als nicht bienengefährlich (B4) eingestuft, direkte Abdriften in Oberflächengewässer sind jedoch gemäß den BVL-Anwendungsbestimmungen strikt zu vermeiden.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
Wege und Plätze mit HolzgewächsenZweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter0.01660000078845769 LITER_PER_SQUARE_METER
ErdbeereZweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter62.5 LITER_PER_HECTARE
ZiergehölzeZweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter0.01660000078845769 LITER_PER_SQUARE_METER
KohlrabiZweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter62.5 LITER_PER_HECTARE
Beten (Rote, Gelbe, Weiße Bete)Zweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter62.5 LITER_PER_HECTARE
WurzelpetersilieZweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter62.5 LITER_PER_HECTARE
ZiergehölzeZweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter166 LITER_PER_HECTARE
FeldsalatZweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter62.5 LITER_PER_HECTARE
RadieschenZweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter62.5 LITER_PER_HECTARE
RasenMoose166 LITER_PER_HECTARE
Rucola-ArtenZweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter62.5 LITER_PER_HECTARE
Wege und Plätze mit HolzgewächsenAlgen, Moose166 LITER_PER_HECTARE
ZierpflanzenMoose166 LITER_PER_HECTARE
ZierpflanzenAlgen166 LITER_PER_HECTARE
KnollensellerieZweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter62.5 LITER_PER_HECTARE
BlumenkohlZweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter62.5 LITER_PER_HECTARE
ZierpflanzenZweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter0.01660000078845769 LITER_PER_SQUARE_METER
RasenMoose0.01660000078845769 LITER_PER_SQUARE_METER
KohlrübeZweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter62.5 LITER_PER_HECTARE
ZierpflanzenZweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter166 LITER_PER_HECTARE
MöhreZweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter62.5 LITER_PER_HECTARE
Basilikum-ArtenZweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter62.5 LITER_PER_HECTARE
PastinakZweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter62.5 LITER_PER_HECTARE
SpeisezwiebelZweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter62.5 LITER_PER_HECTARE
Wege und Plätze mit HolzgewächsenZweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter166 LITER_PER_HECTARE
SpinatZweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter62.5 LITER_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für die Anwendung von UNKRAUT-FREI ORGANIC?

Die Behandlung sollte an einem trockenen, warmen und sonnigen Tag erfolgen. Temperaturen über 15 °C und direkte Sonneneinstrahlung beschleunigen den Abbrenneffekt erheblich. Zudem müssen die Schaderreger trocken sein, da Tau oder Regenwasser die Spritzbrühe verdünnen und die Wirkung abschwächen würden.

Wirkt das Pflanzenschutzmittel auch gegen mehrjährige Unkräuter mit tiefen Wurzeln?

Da Pelargonsäure ein reines Kontaktherbizid ohne systemische Wirkung ist, werden nur die direkt getroffenen, oberirdischen Pflanzenteile zerstört. Mehrjährige Unkräuter mit ausgeprägten Wurzel- oder Rhizomsystemen (wie Löwenzahn oder Quecke) können nach der Behandlung wieder austreiben. Hier sind Folgebehandlungen oder eine Kombination mit mechanischen Maßnahmen erforderlich.

Wie schnell ist die Wirkung von UNKRAUT-FREI ORGANIC auf den Unkräutern sichtbar?

Bei optimalen Witterungsbedingungen (Sonnenschein und warme Temperaturen) sind erste Symptome wie Welkeerscheinungen und Verfärbungen bereits nach 1 bis 3 Stunden deutlich sichtbar. Das vollständige Absterben des getroffenen Gewebes erfolgt meist innerhalb von 24 Stunden.

Kann das Produkt unter Kulturpflanzen wie Beerenobst oder in Gemüsebeeten angewendet werden?

Ja, eine Anwendung ist in vielen registrierten Kulturen möglich, solange die Kulturpflanzen selbst nicht von der Spritzbrühe getroffen werden. Da der Wirkstoff nicht über verholzte Rinde oder die Wurzeln aufgenommen wird, können etablierte Gehölze und Beerensträucher im Unterblattspritzverfahren sicher behandelt werden. Bei Gemüse ist extreme Vorsicht geboten, um Abdrift auf die Kultur zu vermeiden.

Gibt es eine Wartezeit bis zur Ernte nach der Anwendung?

Da der Wirkstoff Pelargonsäure sehr schnell im Boden und auf der Pflanze abgebaut wird und keine systemische Wirkung besitzt, sind die Wartezeiten (PHI) in der Regel sehr kurz oder durch die Zulassungsbehörde (BVL) so geregelt, dass keine unvertretbaren Rückstände verbleiben. Die genauen, kulturspezifischen Wartezeiten entnehmen Sie bitte den aktuellen Zulassungsdaten auf der Produktseite.

Wie finde ich im Agronomy-Portal weitere zugelassene Produkte gegen Moose oder Algen?

Nutzen Sie hierzu einfach die Such- und Filterfunktion auf agronomy.farmable.tech. Sie können gezielt nach dem Schaderreger „Moose“ oder „Algen“ filtern und erhalten eine vollständige Übersicht aller in Deutschland (BVL) registrierten Pflanzenschutzmittel inklusive deren Wirkstoffe und Anwendungsbestimmungen.