Unkrautvernichter
Das Pflanzenschutzmittel "Unkrautvernichter" von W. Neudorff GmbH KG ist ein hochwirksames, nicht-selektives Kontaktherbizid, das auf dem natürlichen Wirkstoff Pelargonsäure (206,8 g/l) basiert. Es wurde speziell für die schnelle und gezielte Beseitigung von unerwünschtem Aufwuchs in einer Vielzahl von landwirtschaftlichen, gartenbaulichen und Sonderkulturen entwickelt. Als flüssiges Konzentrat lässt es sich hervorragend dosieren und applizieren, wobei es sich durch ein breites Wirkungsspektrum auszeichnet.
Das primäre Einsatzgebiet umfasst sowohl ein- als auch zweikeimblättrige Unkräuter sowie Algen und Moose. Da das Mittel rein über den Kontakt mit grünen Pflanzenteilen wirkt, eignet es sich hervorragend für die Kulturvorbereitung, zur Zwischenreihenbehandlung oder für gezielte Unterblattspritzungen, bei denen die eigentliche Kultur sorgsam ausgespart wird. Die Formulierung sorgt für eine schnelle Benetzung der Blattoberflächen und führt zu sichtbaren Ergebnissen innerhalb kürzester Zeit.
In modernen, integrierten Anbausystemen nimmt dieses Pflanzenschutzmittel eine wichtige Rolle ein. Es bietet eine leistungsstarke, rückstandsfreie Alternative zu klassischen systemischen Herbiziden und unterstützt Betriebsleiter dabei, den Unkrautdruck in empfindlichen Entwicklungsphasen der Kulturen effektiv zu minimieren, ohne den Boden oder nachfolgende Fruchtfolgen zu belasten.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Der in "Unkrautvernichter" enthaltene Wirkstoff Pelargonsäure (eine gesättigte C9-Fettsäure) wirkt rein physikalisch-chemisch als Kontaktherbizid. Nach dem Auftreffen auf die Blattoberfläche dringt die Säure in die schützende Cuticula der Schaderreger ein und zerstört die Zellmembranen der Epidermiszellen. Dies führt zu einer sofortigen Erhöhung der Membranpermeabilität, wodurch die betroffenen Pflanzenzellen unkontrolliert Zellsaft verlieren und rasch austrocknen. Dieser Prozess ist visuell als schneller "Burn-down"-Effekt erkennbar. Da es sich um einen rein kontaktwirksamen Mechanismus handelt, findet kein systemischer Transport des Wirkstoffs innerhalb der Leitungsbahnen der Pflanze statt. Nur diejenigen Pflanzenteile, die direkt vom Spritzstrahl getroffen werden, sterben ab. Aufgrund dieses unspezifischen, zellzerstörenden Wirkungsmechanismus (zugeordnet den organischen Säuren ohne spezifischen HRAC-Sitz) ist die Gefahr einer physiologischen Resistenzbildung extrem gering.
Resistenzmanagement
Da die Zerstörung der Zellmembranen durch Pelargonsäure auf einem physikalischen Prinzip beruht, sind keine Resistenzen bei den Zielorganismen bekannt. Um dieses vorteilhafte Profil langfristig zu sichern und einer Selektion von schwer bekämpfbaren, tiefwurzelnden Unkrautarten vorzubeugen, sollte die Anwendung in ein integriertes Gesamtkonzept eingebunden werden. Dies beinhaltet den Wechsel mit mechanischen Regulierungsmaßnahmen sowie den gezielten Fruchtfolgemanagement-Einsatz, um den Selektionsdruck auf bestimmte Unkrautgesellschaften zu minimieren.
Mischbarkeit & Tankmischung
Bei der Ausbringung von "Unkrautvernichter" steht die vollständige und gründliche Benetzung der Zielflächen im Vordergrund, weshalb meist mit höheren Wasseraufwandmengen gearbeitet wird. Eine Mischung mit anderen Pflanzenschutzmitteln ist im Regelfall nicht erforderlich und sollte vorab stets auf physikalische Kompatibilität (Mischungsprobe) geprüft werden. Da es sich um eine organische Säure handelt, ist auf die Wasserqualität zu achten; extrem hartes oder stark alkalisches Wasser kann die Wirksamkeit beeinträchtigen. Der Zusatz von separaten Netzmitteln ist dank der bereits optimierten Formulierung meist nicht notwendig.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Pelargonsäure ist ein in der Natur vorkommender Stoff, der im Boden durch Mikroorganismen extrem schnell und vollständig abgebaut wird, weshalb keine Gefahr von Akkumulationen im Substrat besteht. Beim Umgang mit dem Konzentrat ist aufgrund der sauren Eigenschaften auf den Schutz von Augen und Haut zu achten; das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA) bei der Anmischung ist obligatorisch. Das Mittel ist als nicht bienengefährlich (B4) eingestuft, dennoch sollte direkter Kontakt mit Bestäubern vermieden werden. Zum Schutz von Oberflächengewässern sind die driftmindernden Auflagen und Abstandsregelungen strikt einzuhalten.
Zugelassene Anwendungen
| Kultur | Ziel-Schaderreger | BBCH | Aufwand | Wartezeit |
|---|---|---|---|---|
| Ziergehölze | Zweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter | — | 0.01660000078845769 LITER_PER_SQUARE_METER | — |
| Radieschen | Zweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter | — | 62.5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Erdbeere | Zweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter | — | 62.5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Wurzelpetersilie | Zweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter | — | 62.5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Zierpflanzen | Algen | — | 166 LITER_PER_HECTARE | — |
| Knollensellerie | Zweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter | — | 62.5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Basilikum-Arten | Zweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter | — | 62.5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Wege und Plätze mit Holzgewächsen | Zweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter | — | 0.01660000078845769 LITER_PER_SQUARE_METER | — |
| Pastinak | Zweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter | — | 62.5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Ziergehölze | Zweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter | — | 166 LITER_PER_HECTARE | — |
| Feldsalat | Zweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter | — | 62.5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Blumenkohl | Zweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter | — | 62.5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Beten (Rote, Gelbe, Weiße Bete) | Zweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter | — | 62.5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Rasen | Moose | — | 0.01660000078845769 LITER_PER_SQUARE_METER | — |
| Möhre | Zweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter | — | 62.5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Zierpflanzen | Moose | — | 166 LITER_PER_HECTARE | — |
| Wege und Plätze mit Holzgewächsen | Algen, Moose | — | 166 LITER_PER_HECTARE | — |
| Spinat | Zweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter | — | 62.5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Rasen | Moose | — | 166 LITER_PER_HECTARE | — |
| Zierpflanzen | Zweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter | — | 166 LITER_PER_HECTARE | — |
| Speisezwiebel | Zweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter | — | 62.5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Rucola-Arten | Zweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter | — | 62.5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Zierpflanzen | Zweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter | — | 0.01660000078845769 LITER_PER_SQUARE_METER | — |
| Wege und Plätze mit Holzgewächsen | Zweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter | — | 166 LITER_PER_HECTARE | — |
| Kohlrabi | Zweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter | — | 62.5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Kohlrübe | Zweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter | — | 62.5 LITER_PER_HECTARE | — |
Häufige Fragen
Wie schnell setzt die sichtbare Wirkung nach der Behandlung ein?
Erste Symptome wie das Erschlaffen und Welken der getroffenen Blätter zeigen sich bei sonnigem und warmem Wetter oft schon innerhalb weniger Stunden nach der Anwendung. Die vollständige Nekrose und das Vertrocknen der oberirdischen Pflanzenteile ist meist nach ein bis zwei Tagen abgeschlossen.
Wirkt das Pflanzenschutzmittel auch gegen die Wurzeln der Unkräuter?
Nein, Pelargonsäure besitzt keine systemische Wirkung und wird nicht in die Wurzeln transportiert. Es werden ausschließlich die direkt getroffenen, oberirdischen grünen Pflanzenteile zerstört. Mehrjährige Unkräuter mit ausgeprägtem Wurzelsystem können daher nach einiger Zeit wieder austreiben und erfordern gegebenenfalls Folgebehandlungen.
Welches BBCH-Stadium der Unkräuter ist optimal für die Anwendung?
Die Schaderreger sollten sich in einem möglichst frühen BBCH-Stadium befinden (idealerweise im Keimblatt- bis frühen Laubblattstadium). Je kleiner die Unkräuter sind, desto empfindlicher reagieren sie auf die Zellzerstörung und desto sicherer ist der dauerhafte Bekämpfungserfolg ohne Wiederaustrieb.
Muss ich nach der Anwendung eine Wartezeit bis zur nächsten Aussaat einhalten?
Da der Wirkstoff Pelargonsäure im Boden extrem rasch biologisch abgebaut wird und keine nachhaltige Bodenwirkung besitzt, gibt es keine nennenswerten Wartezeiten für Nachfolgekulturen. Sobald der Spritzbelag auf den behandelten Flächen vollständig angetrocknet ist, kann theoretisch mit der Bodenbearbeitung oder Neuansaat begonnen werden.
Kann das Produkt auch bei kühlen Temperaturen im zeitigen Frühjahr eingesetzt werden?
Ja, die physikalische Wirkung auf die Zellmembranen ist weitgehend temperaturunabhängig. Allerdings beschleunigen höhere Temperaturen und direkte Sonneneinstrahlung den Austrocknungsprozess und damit den sichtbaren Bekämpfungserfolg erheblich, da der Transpirationssog der Pflanzen dann stärker ist.
Wie vermeide ich Schäden an meinen eigentlichen Kulturen?
Da es sich um ein Totalherbizid handelt, führt jeder Kontakt mit grünen Teilen der Kulturpflanzen zu schweren Verätzungen. Die Anwendung muss daher streng selektiv erfolgen – beispielsweise durch den Einsatz von Spritzschirmen, Abschirmdüsen oder als gezielte Unterblattspritzung, um jegliche Abdrift auf die Kultur zu verhindern.