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Kultur

Kornblume

Centaurea cyanus
CENCY

Die Kornblume (Centaurea cyanus, EPPO-Code: CENCY) ist ein einjähriges, herbst- oder frühjahrskeimendes Korbblütengewächs (Asteraceae). Während sie früher als klassisches Ackerunkraut durch intensive Saatgutreinigung fast vollständig verdrängt wurde, hat sie sich in den letzten Jahrzehnten zu einem bedeutenden und schwer bekämpfbaren Schaderreger in intensiv geführten Fruchtfolgen entwickelt. Besonders in Wintergetreide und Winterraps führt ihr rasches Höhenwachstum und die ausgeprägte Konkurrenzkraft um Licht, Wasser und Nährstoffe zu spürbaren Ertragsverlusten.

Die wirtschaftliche Relevanz der Kornblume ergibt sich vor allem aus ihrer enormen Samenproduktion und der zunehmenden Resistenzbildung gegenüber gängigen Herbizidklassen. Eine einzige Pflanze kann unter günstigen Bedingungen mehrere tausend Samen bilden, die im Boden über viele Jahre hinweg keimfähig bleiben. Zudem erschwert das zeitige Auflaufen im Herbst oder das späte Keimen im Frühjahr die mechanische Regulierung in weit gereihten Kulturen.

Typ
Kultur
EPPO-Code
CENCY
Wirte
10 Kulturen
Generationen
1 Generation pro Jahr
Verbreitung
Die Kornblume ist in ganz Europa und weiten Teilen Nordamerikas verbreitet, wobei sie insbesondere auf sandigen bis lehmigen, mäßig sauren Böden in den gemäßigten Klimazonen erhebliche wirtschaftliche Schäden verursacht.
Erstbeschreibung
L., 1753

Biologie / Lebenszyklus

Die Kornblume verhält sich überwiegend als winterannuelle Pflanze, kann jedoch auch im Frühjahr keimen. Die Hauptkeimwelle erfolgt im Herbst aus flachen Bodenschichten bis ca. 3 cm Tiefe, oft zeitgleich mit dem Auflaufen von Wintergetreide oder Winterraps. Nach der Ausbildung einer robusten Blattrosette überwintert der Schaderreger im Feld. Im folgenden Frühjahr setzt ab dem Schossen der Kultur (ca. BBCH 30) ein rasches Längenwachstum ein, bei dem die Kornblume die Kultur oft überragt. Die Blütezeit erstreckt sich von Juni bis September, gefolgt von der Reife und dem Ausfall der langlebigen Samen kurz vor oder während der Ernte der Hauptkultur.

Bonitur

Ein systematisches Monitoring sollte bereits im Herbst kurz nach dem Auflaufen der Kultur (BBCH 10 bis 13) durchgeführt werden, um den Besatz frühzeitig zu erfassen. Eine zweite kritische Bonitur erfolgt im zeitigen Frühjahr bei Vegetationsbeginn (BBCH 21 bis 25 des Getreides). Als wirtschaftliche Schadensschwelle im Wintergetreide gilt ein Richtwert von etwa 1 bis 3 Kornblumen pro Quadratmeter, da bereits geringe Dichten die Ernte durch Verstopfungen des Mähdreschers und Feuchtigkeitseintrag im Erntegut massiv erschweren können. Im Winterraps liegt die Toleranzgrenze aufgrund der starken Konkurrenz im Jugendstadium ähnlich niedrig.

Integriertes Management

Ein erfolgreiches Management der Kornblume erfordert eine integrierte Strategie, die mechanische, pflanzenbauliche und chemische Maßnahmen kombiniert. Pflanzenbaulich helfen eine weite Fruchtfolge mit einem höheren Anteil an Sommerungen sowie eine sorgfältige Stoppelbearbeitung, um den Samenvorrat im Boden zu reduzieren. Mechanisch lässt sich der Schaderreger im frühen Rosettenstadium gut durch Striegeln oder Hacken regulieren. Beim Einsatz von Pflanzenschutzmitteln ist ein striktes Wirkstoffmanagement zwingend erforderlich: Aufgrund weit verbreiteter Resistenzen gegen ALS-Hemmer (HRAC-Gruppe 2) müssen Wirkstoffe mit unterschiedlichen Wirkungsmechanismen, wie etwa synthetische Auxine (HRAC-Gruppe 4) oder Carotinoid-Biosynthesehemmer (HRAC-Gruppe 12), gezielt im Wechsel oder in Tankmischungen eingesetzt werden.

Wirtspflanzen

Zugelassene Pflanzenschutzmittel

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Häufige Fragen

Wie erkennst du eine beginnende Herbizidresistenz bei der Kornblume auf deinem Schlag?

Wenn du nach einer vorschriftsmäßigen Anwendung eines ALS-Hemmers (z. B. aus der HRAC-Gruppe 2) im Frühjahr feststellst, dass einzelne Kornblumen trotz optimaler Bedingungen unbeschädigt weiterwachsen, während andere Unkräuter absterben, liegt der Verdacht auf eine Resistenz nahe. In diesem Fall solltest du für Folgebehandlungen konsequent auf andere HRAC-Klassen wie synthetische Auxine ausweichen und eine Laboranalyse veranlassen.

Warum ist die Kornblume im Winterraps besonders schwer zu bekämpfen?

Im Winterraps keimt die Kornblume oft zeitgleich mit der Kultur auf. Da viele im Raps zugelassene Nachauflauf-Herbizide eine unzureichende Wirkung gegen Korbblütler aufweisen, musst du den Fokus auf eine wirksame Vorauflaufbehandlung legen oder gezielt Spezialherbizide im Nachauflauf einsetzen, die für diese spezifische Anwendung eine Zulassung besitzen.

Welche Rolle spielt die Saattiefe und Bodenbearbeitung bei der Regulierung der Kornblume?

Da die Samen der Kornblume Lichtkeimer sind und bevorzugt aus den obersten 0 bis 3 cm des Bodens auflaufen, fördert eine flache Bodenbearbeitung direkt nach der Ernte das Keimen des Samenvorrats. Durch ein anschließendes tiefes Unterpflügen kannst du die Samen in tiefere Bodenschichten verlagern, wo sie mangels Licht nicht keimen können – allerdings überdauern sie dort viele Jahre, weshalb du den Boden in den Folgejahren nicht zu tief wenden solltest.

Wie kannst du den Erfolg mechanischer Maßnahmen im Frühjahr optimieren?

Ein erfolgreiches Striegeln ist nur wirksam, solange sich die Kornblume im Keimblatt- bis maximal zum frühen Rosettenstadium befindet. Sobald die Pflanzen eine kräftige Pfahlwurzel ausgebildet haben, reicht der Striegel oft nicht mehr aus. In diesem Fall solltest du, sofern es die Reihenweite der Kultur erlaubt, auf den gezielten Einsatz einer Hacke setzen.

Wo findest du zugelassene Pflanzenschutzmittel gegen Kornblume in unserem Hub?

Nutze die Suchfunktion in unserem Hub und filtere direkt nach dem EPPO-Code CENCY oder dem deutschen Namen 'Kornblume'. Dort erhältst du eine aktuelle Übersicht aller für deine Kultur zugelassenen Pflanzenschutzmittel, inklusive Angaben zu Aufwandmenge, Anwendungsbestimmungen und den einzuhaltenden Wartezeiten.