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Kultur

Kornblume

Centaurea cyanus
CENCY

Die Kornblume (Centaurea cyanus, EPPO-Code: CENCY) ist ein einjähriges, herbst- oder frühjahrskeimendes Korbblütler-Unkraut (Asteraceae), das historisch als typischer Begleiter von Wintergetreide bekannt ist. Durch moderne Reinigungsmethoden des Saatguts war sie zeitweise stark zurückgedrängt, breitet sich jedoch in den letzten Jahrzehnten im Zuge reduzierter Bodenbearbeitung, enger Getreidefruchtfolgen und veränderter Herbizid-Einsatzmuster in ganz Mitteleuropa wieder verstärkt aus.

Wirtschaftlich relevant ist die Kornblume vor allem in Winterraps und Wintergetreide (wie Winterweizen, Wintergerste und Winterroggen). Aufgrund ihres raschen Jugendwachstums und ihrer ausgeprägten Konkurrenzkraft kann sie den Kulturen frühzeitig Licht, Wasser und Nährstoffe entziehen. Ein starker Besatz führt nicht nur zu Ertragsverlusten, sondern erschwert auch die Ernte erheblich und kann durch feuchtes Unkrautmaterial im Erntegut die Trocknungskosten in die Höhe treiben.

Typ
Kultur
EPPO-Code
CENCY
Wirte
10 Kulturen
Generationen
1 Generation pro Jahr
Verbreitung
Die Kornblume ist in ganz Europa sowie in Teilen Asiens und Nordamerikas weit verbreitet. In den intensiv bewirtschafteten Ackerbauregionen Mitteleuropas gilt sie als ertragsminderndes Unkraut mit mäßigem bis hohem Schadpotenzial, insbesondere in Winterraps und Wintergetreide.

Biologie / Lebenszyklus

Die Kornblume verhält sich überwiegend winterannuell, kann jedoch bei günstigen Bedingungen auch im Frühjahr keimen. Die Hauptkeimwelle erfolgt im Herbst aus den oberflächennahen Bodenschichten (Keimtiefe meist 1–3 cm), ausgelöst durch herbstliche Niederschläge und sinkende Temperaturen. Nach der Keimung überwintert die Pflanze als Blattrosette, die Frösten gut standhält. Im folgenden Frühjahr setzt ab ca. März das Streckungswachstum ein, gefolgt von der Blütezeit von Juni bis September. Eine einzelne Pflanze kann bis zu 800 langlebige Samen produzieren, die im Boden über mehrere Jahre hinweg keimfähig bleiben und die Samenbank kontinuierlich anreichern.

Bonitur

Die Überwachung der Bestände sollte primär im Herbst direkt nach dem Auflaufen der Kulturen (BBCH 10 bis 13) erfolgen, da die chemische Regulierung im Keimblatt- bis frühen Laubblattstadium der Kornblume am wirksamsten ist. Eine zweite Bonitur ist im zeitigen Frühjahr bei Vegetationsbeginn (BBCH 21 bis 29 des Getreides) ratsam. Als wirtschaftliche Schadensschwelle im Wintergetreide gilt ein Richtwert von etwa 1 bis 3 Pflanzen pro Quadratmeter, während im Winterraps aufgrund der hohen Konkurrenzkraft bereits vereinzelte Pflanzen eine gezielte Behandlung rechtfertigen können.

Integriertes Management

Ein integriertes Management kombiniert pflanzenbauliche Maßnahmen mit gezieltem chemischen Pflanzenschutz. Fruchtfolgeerweiterungen durch den Anbau von Sommerungen (z. B. Sommergerste oder Körnermais) unterbrechen den Lebenszyklus der winterannuellen Kornblume effektiv. Eine sorgfältige, wendende Bodenbearbeitung vergräbt die Lichtkeimer-Samen in tiefere Schichten, wo sie schlechter keimen können. Mechanische Maßnahmen wie Striegeln im frühen Nachauflauf oder Hacken in Reihenkulturen zeigen gute Wirkungsgrade. Beim Einsatz von Pflanzenschutzmitteln ist ein konsequentes Wirkstoffmanagement nach den HRAC-Richtlinien erforderlich, da regional bereits Resistenzen (insbesondere gegen ALS-Hemmer, HRAC-Gruppe 2) beobachtet wurden. Der Wechsel und die Kombination von Wirkstoffen mit unterschiedlichen Wirkungsmechanismen (z. B. synthetische Auxine, HRAC-Gruppe 4) sind daher zwingend einzuhalten.

Wirtspflanzen

Zugelassene Pflanzenschutzmittel

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Häufige Fragen

Warum nimmt der Druck durch die Kornblume in modernen Fruchtfolgen wieder zu?

Der verstärkte Verzicht auf den Pflug (konservierende Bodenbearbeitung) begünstigt die flach keimende Kornblume, da ihre Samen in den obersten Bodenschichten verbleiben. Zudem fördern enge Wintergetreide- und Rapsfruchtfolgen sowie der wiederholte Einsatz von Herbiziden mit gleichem Wirkmechanismus ihre Ausbreitung.

Wann ist der optimale Zeitpunkt für eine Herbizidbehandlung gegen Centaurea cyanus?

Die beste Wirkung wird im Herbst erzielt, wenn sich die Unkräuter im Keim- bis frühen Rosettenstadium (BBCH 10–14 der Kornblume) befinden. Zu diesem Zeitpunkt reichen oft geringere Aufwandmengen aus. Spätbehandlungen im Frühjahr ab dem Schossen der Kornblume sind deutlich weniger effektiv und erfordern hoch dosierte Spezialherbizide.

Wie kann ich eine beginnende Herbizidresistenz bei der Kornblume auf meinen Flächen erkennen?

Wenn nach einer fachgerechten Anwendung eines Pflanzenschutzmittels (unter optimalen Witterungsbedingungen und in korrekter Aufwandmenge) einzelne Kornblumennester völlig unbeschadet überleben, während andere Unkrautarten erfolgreich bekämpft wurden, deutet dies auf eine Selektion resistenter Biotypen hin. In diesem Fall sollte eine Laboranalyse durchgeführt werden.

Welche Rolle spielt die mechanische Unkrautbekämpfung bei der Regulierung der Kornblume?

Das Striegeln im frühen Nachauflauf (BBCH 10–12 der Kultur) erzielt gute Erfolge, solange die Kornblume noch im Keimblattstadium ist. Sobald die Pflanzen eine gefestigte Rosette gebildet haben oder tief eingewurzelt sind, sinkt der Wirkungsgrad des Striegels stark. In weitreihengetreide oder Raps ist der Einsatz von Hackgeräten bis zum Reihenschluss eine hochwirksame Alternative.

Wie finde ich auf agronomy.farmable.tech zugelassene Pflanzenschutzmittel gegen Kornblumen?

Navigieren Sie im Hub zum Bereich "Pflanzenschutzmittel" und filtern Sie nach der Indikation "Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter" unter Auswahl Ihrer spezifischen Kultur (z. B. Winterraps oder Winterweizen). Achten Sie in den Produktdetails besonders auf die ausgewiesene Wirkung gegen Centaurea cyanus (CENCY) sowie die herbst- oder frühjahrsspezifischen Anwendungsbestimmungen.