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OTHER · Bayer CropScience Deutschland GmbH

Luna Sensation

BVL Zul.-Nr. 007214-00

Luna Sensation ist ein hochwirksames, breit wirksames Fungizid, das vor allem im Beerenobst- und Gemüsebau eine tragende Rolle spielt. Die flüssige Formulierung als Suspensionskonzentrat (SC) kombiniert zwei komplementäre Wirkstoffe, um ein breites Spektrum an pilzlichen Schaderregern zuverlässig zu kontrollieren. Zu den Hauptzielorganismen gehören Echte Mehltaupilze, Botrytis cinerea, sowie verschiedene Blattflecken- und Rutenkrankheiten, die im intensiven Anbau erhebliche Ertrags- und Qualitätsverluste verursachen können.

Durch die ausgewogene Kombination systemischer und translaminarer Eigenschaften bietet das Pflanzenschutzmittel sowohl einen hervorragenden vorbeugenden Schutz als auch eine kurative Wirkung bei beginnendem Befall. Dies macht Luna Sensation zu einem unverzichtbaren Baustein in modernen Pflanzenschutzstrategien, insbesondere bei Kulturen mit hohem ästhetischen und qualitativen Anspruch für den Frischmarkt.

Wirkstoffe

Fluopyram
250 g/L · Wirkstoff
Trifloxystrobin
250 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Die herausragende Wirksamkeit von Luna Sensation basiert auf dem Zusammenspiel zweier unterschiedlicher Wirkmechanismen. Der Wirkstoff Fluopyram gehört zur chemischen Klasse der Pyridinyl-ethyl-benzamide und ist als SDHI-Fungizid (Succinat-Dehydrogenase-Inhibitor) in die FRAC-Gruppe 7 eingestuft. Er blockiert die Zellatmung der Pilze im Komplex II der Atmungskette, was zu einem schnellen Wachstumsstopp der Keimschläuche und des Myzels führt. Fluopyram verteilt sich systemisch in der Kultur und schützt somit auch Neuzuwachs. Trifloxystrobin, ein Wirkstoff aus der Gruppe der Strobilurine (QoI, FRAC-Gruppe 11), ergänzt dieses Spektrum perfekt. Es hemmt den Elektronentransport im Komplex III der Atmungskette der Mitochondrien. Trifloxystrobin besitzt stark ausgeprägte mesostemische Eigenschaften: Es bindet sich fest an die Wachsschicht der Blattoberfläche, verteilt sich über die Gasphase und dringt translaminar in das Gewebe ein. Diese Kombination sorgt für eine langanhaltende Schutzwirkung und eine exzellente Regenbeständigkeit.

Resistenzmanagement

Um das Risiko einer Resistenzbildung gegenüber SDHI-Fungiziden (FRAC 7) und Strobilurinen (FRAC 11) zu minimieren, muss Luna Sensation strikt im Rahmen eines integrierten Resistenzmanagements eingesetzt werden. Die Anzahl der Anwendungen pro Saison ist gemäß den BVL-Vorgaben zu begrenzen. Es wird dringend empfohlen, das Produkt blockweise oder im Wechsel mit Fungiziden aus anderen Wirkstoffklassen einzusetzen. Eine vorbeugende Behandlung bei geringem Befallsdruck sichert nicht nur die höchste biologische Wirkung, sondern reduziert auch den Selektionsdruck auf die Schaderregerpopulationen nachhaltig.

Mischbarkeit & Tankmischung

Luna Sensation zeichnet sich durch eine gute physikalische und biologische Mischbarkeit mit gängigen Insektiziden, Fungiziden und Blattdüngern aus. Bei Tankmischungen ist stets auf die richtige Reihenfolge beim Befüllen des Spritztanks zu achten (SC-Formulierungen meist zuerst zugeben). Die Zugabe von Netzmitteln ist in der Regel nicht erforderlich, da die Formulierung bereits optimal auf eine gleichmäßige Benetzung abgestimmt ist. Bei extremen Witterungsbedingungen wie starker Sonneneinstrahlung oder Temperaturen über 25 °C sollte von Behandlungen abgesehen werden, um phytotoxische Reaktionen an empfindlichen Kulturen zu vermeiden.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit Luna Sensation sind die gesetzlich vorgeschriebenen PSA-Maßnahmen (wie Schutzanzug, Schutzhandschuhe und festes Schuhwerk) strikt einzuhalten. Zum Schutz von Gewässerorganismen sind die spezifischen Abstandsauflagen (Abdrifteleminierung und Pufferzonen) zu Oberflächengewässern gemäß den BVL-Zulassungsbestimmungen genauestens zu beachten. Das Pflanzenschutzmittel ist in der Regel als nicht bienengefährlich (B4) eingestuft, dennoch sollte der direkte Kontakt mit blühenden Kulturen während des Bienenflugs vermieden werden, um jegliche Risiken für Bestäuber auszuschließen.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
RiesenkürbisEchter Mehltau (Sphaerotheca fuliginea)51–890.4 LITER_PER_HECTARE3T
Salat-ArtenBotrytis cinerea13–990.8 LITER_PER_HECTARE7T
Gemüsepaprika (inkl. Peperoni und Chili)Echter Mehltau (Leveillula taurica)51–890.4 LITER_PER_HECTARE3T
Gemüsepaprika (inkl. Peperoni und Chili)Echter Mehltau (Oidium neolycopersici)51–890.4 LITER_PER_HECTARE3T
MeloneEchter Mehltau (Erysiphe cichoracearum)51–890.4 LITER_PER_HECTARE3T
HeidelbeereAmerikanischer Mehltau (Sphaerotheca mors-uvae), Blattfallkrankheit (Drepanopeziza ribis), Säulenrost (Cronartium ribicola)15–890.8 LITER_PER_HECTARE7T
ErbseBotrytis cinerea13–990.8 LITER_PER_HECTARE7T
BuschbohneBohnenrost (Uromyces appendiculatus), Sclerotinia sclerotiorum59–690.8 LITER_PER_HECTARE7T
RettichBotrytis cinerea13–990.8 LITER_PER_HECTARE7T
Himbeerartiges BeerenobstRankenkrankheit (Rhabdospora ruborum), Rutensterben (Didymella applanata), Botrytis cinerea15–890.8 LITER_PER_HECTARE3T
MeloneEchter Mehltau (Sphaerotheca fuliginea)51–890.4 LITER_PER_HECTARE3T
GurkeStängelbrand (Didymella bryoniae)51–890.6 LITER_PER_HECTARE3T
Rote JohannisbeereAmerikanischer Mehltau (Sphaerotheca mors-uvae), Blattfallkrankheit (Drepanopeziza ribis), Säulenrost (Cronartium ribicola)15–890.8 LITER_PER_HECTARE7T
AubergineBotrytis cinerea51–890.6 LITER_PER_HECTARE3T
Weiße JohannisbeereAmerikanischer Mehltau (Sphaerotheca mors-uvae), Blattfallkrankheit (Drepanopeziza ribis), Säulenrost (Cronartium ribicola)15–890.8 LITER_PER_HECTARE7T
RiesenkürbisEchter Mehltau (Erysiphe cichoracearum)51–890.4 LITER_PER_HECTARE3T
ZierpflanzenEchte Mehltaupilze0.8 LITER_PER_HECTARE
RadieschenBotrytis cinerea13–990.8 LITER_PER_HECTARE7T
ZucchiniEchter Mehltau (Sphaerotheca fuliginea)51–890.4 LITER_PER_HECTARE3T
ZierpflanzenEchte Mehltaupilze0.8 LITER_PER_HECTARE
ZucchiniBotrytis cinerea51–890.6 LITER_PER_HECTARE3T
WurzelpetersilieEchter Mehltau (Erysiphe heraclei), Möhrenschwärze (Alternaria dauci), Sclerotinia sclerotiorum41–490.5 LITER_PER_HECTARE14T
ZucchiniEchter Mehltau (Erysiphe cichoracearum)51–890.4 LITER_PER_HECTARE3T
frische KräuterEchte Mehltaupilze, Pilzliche Blattfleckenerreger0.8 LITER_PER_HECTARE7T
Speiserüben (Stoppelrübe, Mairübe etc.)Botrytis cinerea13–990.8 LITER_PER_HECTARE7T
GurkeEchter Mehltau (Erysiphe cichoracearum)51–890.4 LITER_PER_HECTARE3T
ZucchiniStängelbrand (Didymella bryoniae)51–890.6 LITER_PER_HECTARE3T
StielmusBotrytis cinerea13–990.8 LITER_PER_HECTARE7T
ZierpflanzenBotrytis-Arten (Botrytis spp.)11–590.8 LITER_PER_HECTARE
Garten-KürbisEchter Mehltau (Erysiphe cichoracearum)51–890.4 LITER_PER_HECTARE3T
ZierpflanzenBotrytis-Arten (Botrytis spp.)11–590.8 LITER_PER_HECTARE
StachelbeereAmerikanischer Mehltau (Sphaerotheca mors-uvae), Blattfallkrankheit (Drepanopeziza ribis), Säulenrost (Cronartium ribicola)15–890.8 LITER_PER_HECTARE7T
Moschus-KürbisEchter Mehltau (Sphaerotheca fuliginea)51–890.4 LITER_PER_HECTARE3T
TomateEchter Mehltau (Leveillula taurica)51–890.4 LITER_PER_HECTARE3T
PfirsichKräuselkrankheit (Taphrina deformans)51–730.1 LITER_PER_HECTARE_AND_METER_CROWN_HEIGHT7T
Spinat und verwandte ArtenBotrytis cinerea13–990.8 LITER_PER_HECTARE7T
ErdbeereEchter Mehltau (Podosphaera aphanis)55–670.8 LITER_PER_HECTARE3T
KohlgemüseBotrytis cinerea13–990.8 LITER_PER_HECTARE7T
GurkeEchter Mehltau (Sphaerotheca fuliginea)51–890.4 LITER_PER_HECTARE3T
frische KräuterSclerotinia-Arten (Sclerotinia spp.), Botrytis cinerea0.8 LITER_PER_HECTARE7T
TomateEchter Mehltau (Oidium neolycopersici)51–890.4 LITER_PER_HECTARE3T
ErdbeereBotrytis cinerea55–670.8 LITER_PER_HECTARE3T
WassermeloneEchter Mehltau (Sphaerotheca fuliginea)51–890.4 LITER_PER_HECTARE3T
AubergineEchter Mehltau (Oidium neolycopersici)51–890.4 LITER_PER_HECTARE3T
Moschus-KürbisEchter Mehltau (Erysiphe cichoracearum)51–890.4 LITER_PER_HECTARE3T
AubergineEchter Mehltau (Leveillula taurica)51–890.4 LITER_PER_HECTARE3T
GurkeBotrytis cinerea51–890.6 LITER_PER_HECTARE3T
Schwarze JohannisbeereAmerikanischer Mehltau (Sphaerotheca mors-uvae), Blattfallkrankheit (Drepanopeziza ribis), Säulenrost (Cronartium ribicola)15–890.8 LITER_PER_HECTARE7T
KohlrübeBotrytis cinerea13–990.8 LITER_PER_HECTARE7T
Garten-KürbisEchter Mehltau (Sphaerotheca fuliginea)51–890.4 LITER_PER_HECTARE3T
PastinakEchter Mehltau (Erysiphe heraclei), Möhrenschwärze (Alternaria dauci), Sclerotinia sclerotiorum41–490.5 LITER_PER_HECTARE14T
ErdbeereErdbeeranthraknose (Colletotrichum fragariae), Erdbeeranthraknose (Colletotrichum acutatum)55–670.8 LITER_PER_HECTARE3T
HopfenEchter Mehltau (Sphaerotheca macularis)31–790.27 LITER_PER_HECTARE21T
TabakSclerotinia sclerotiorum35–370.8 LITER_PER_HECTARE7T
WassermeloneEchter Mehltau (Erysiphe cichoracearum)51–890.4 LITER_PER_HECTARE3T
MöhreEchter Mehltau (Erysiphe heraclei), Möhrenschwärze (Alternaria dauci), Sclerotinia sclerotiorum41–490.5 LITER_PER_HECTARE14T
SalateRhizoctonia solani13–490.8 LITER_PER_HECTARE7T
TomateBotrytis cinerea51–890.6 LITER_PER_HECTARE3T
Gemüsepaprika (inkl. Peperoni und Chili)Botrytis cinerea51–890.6 LITER_PER_HECTARE3T
KnollensellerieEchter Mehltau (Erysiphe heraclei), Möhrenschwärze (Alternaria dauci), Sclerotinia sclerotiorum41–490.5 LITER_PER_HECTARE14T
EndivienBotrytis cinerea13–490.8 LITER_PER_HECTARE7T
PfirsichKräuselkrankheit (Taphrina deformans)51–670.1 LITER_PER_HECTARE_AND_METER_CROWN_HEIGHT7T
SalateBotrytis cinerea13–490.8 LITER_PER_HECTARE7T
SpargelBotrytis cinerea0.8 LITER_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Wie beeinflusst die Witterung direkt nach der Behandlung die Wirkung von Luna Sensation?

Dank der schnellen Bindung von Trifloxystrobin an die Wachsschicht der Kulturen ist Luna Sensation bereits kurze Zeit nach dem Antrocknen des Spritzbelags hervorragend regenfest. Ein leichter Regen kurz nach dem Antrocknen beeinträchtigt die Schutzwirkung in der Regel nicht. Dennoch sollte die Anwendung auf trockene Bestände erfolgen, um ein Abschwemmen des Wirkstoffdepots zu verhindern.

Warum ist der Einsatz von Luna Sensation in bestimmten BBCH-Stadien besonders kritisch?

Die Behandlung im Bereich der Blüte (BBCH 61–69) ist bei vielen Kulturen entscheidend, da hier die Infektionen für Spätfäulen wie Botrytis cinerea stattfinden. Eine gezielte Anwendung schützt die empfindlichen Blütenorgane und verhindert, dass der Schaderreger latent im Fruchtknoten überdauert und erst zur Ernte ausbricht.

Kann Luna Sensation auch im geschützten Anbau (Gewächshaus) eingesetzt werden?

Ja, das Pflanzenschutzmittel besitzt spezifische Zulassungen für den Einsatz im Gewächshaus bei verschiedenen Gemüse- und Beerenkulturen. Da im geschützten Anbau oft eine höhere Luftfeuchtigkeit herrscht, die Pilzerkrankungen begünstigt, ist hier die vorbeugende Applikation und die genaue Einhaltung der Wartezeit besonders wichtig.

Wie finde ich heraus, ob Luna Sensation für meine spezifische Kultur im Tool registriert ist?

Nutzen Sie die Filterfunktion auf agronomy.farmable.tech, um nach Ihrer spezifischen Kultur zu filtern. Die Plattform gleicht die BVL-Datenbank ab und zeigt Ihnen direkt an, ob Luna Sensation für diese Kultur und den jeweiligen Schaderreger zugelassen ist, inklusive der spezifischen Aufwandmengen und Wartezeiten.

Welche Rolle spielt der pH-Wert des Spritzwassers bei der Anwendung?

Die Wirkstoffe Fluopyram und Trifloxystrobin sind in einem leicht sauren bis neutralen pH-Bereich (pH 5,5 bis 7,0) im Spritzwasser stabil. Bei stark alkalischem Wasser (pH > 8) kann es zu einem beschleunigten Abbau der Wirkstoffe kommen. Gegebenenfalls sollte ein pH-Regulator zugesetzt werden, um die volle Stabilität der Spritzbrühe zu gewährleisten.

Was muss beim Wechsel von Luna Sensation zu anderen Fungiziden beachtet werden?

Beim Wirkstoffwechsel ist darauf zu achten, dass die Folgeprodukte weder Wirkstoffe aus der FRAC-Gruppe 7 (SDHI) noch aus der FRAC-Gruppe 11 (Strobilurine) enthalten. Ein Wechsel zu Wirkstoffklassen wie Triazolen (FRAC 3) oder Kontaktwirkstoffen unterbricht den Selektionsdruck effektiv und schützt die Wirksamkeit beider Wirkstoffgruppen.