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Kultur

Schnittpetersilie

Petroselinum crispum
PARCR

Petersilie (Petroselinum crispum, EPPO-Code: PARCR) ist eine der bedeutendsten zweijährigen Kräuterkulturen im mitteleuropäischen Erwerbsgemüsebau. Sie wird sowohl für den Frischmarkt als Schnittpetersilie mit glatten oder gekrausten Blättern als auch für die industrielle Verarbeitung (Trocknung, Frostung) intensiv angebaut. Die Kultur stellt hohe Ansprüche an die Bodenstruktur und die Wasserversorgung, weshalb ein präzises Management während der gesamten Vegetationsperiode für marktfähige Qualitäten unerlässlich ist.

Im professionellen Anbau unterscheidet man primär zwischen der Blattpetersilie (var. neapolitanum und var. crispum) und der Wurzelpetersilie (var. tuberosum). Während bei der Blattpetersilie mehrere Schnitte pro Saison möglich sind, steht bei der Wurzelpetersilie die Ausbildung einer dicken, rübenförmigen Pfahlwurzel im Vordergrund. Beide Formen reagieren empfindlich auf Bodenverdichtungen und Staunässe, was die Gefahr von bodenbürtigen Schaderregern drastisch erhöht.

Aussaat-/Pflanzzeitraum
März bis Juli (Freiland); ganzjähriger Anbau unter Glas möglich
Erntefenster
Juni bis November (Schnittpetersilie oft in mehreren Schnitten)
Reihenabstand
20–30 cm
Typischer Ertrag
15–25 t/ha (Frischmasse über mehrere Schnitte)
Wärmesumme (GDD)
1400
Boden-pH
6,0–7,5

Bodenmanagement

Für eine erfolgreiche Etablierung der Kultur benötigst du tiefgründig gelockerte, humusreiche Böden mit einer gleichmäßigen Wasserführung, da Petersilie extrem empfindlich auf Bodenverdichtungen reagiert. Ein feinkrümeliges Saatbett ist für die langsame Keimung (oft 15 bis 21 Tage) essenziell, um einen gleichmäßigen Feldaufgang zu sichern. Achte auf eine ausgewogene Stickstoffdüngung, die idealerweise in mehreren Teilgaben passend zu den Aufwüchsen erfolgt, um Nitratanreicherungen im Erntegut zu vermeiden. Eine ausreichende Versorgung mit Kalium und Magnesium sichert die Standfestigkeit und die intensive Grünfärbung der Blätter. Aufgrund der Selbstunverträglichkeit der Kultur musst du eine strikte Fruchtfolge von mindestens 4 bis 5 Jahren zu anderen Doldenblütlern einhalten.

Schaderreger-Management

Der Schutz vor Schaderregern erfordert ein integriertes Konzept, da die Kultur besonders in der Keimphase sehr empfindlich auf Unkrautkonkurrenz reagiert. Gegen auflaufende Unkräuter wie das Einjährige Rispengras (Poa annua) oder das Gemeine Kreuzkraut (Senecio vulgaris) musst du frühzeitig zugelassene Herbizide im Vorauflauf oder frühen Nachauflauf einsetzen. Ein kritisches Augenmerk gilt der Möhrenfliege (Chamaepsila rosae), deren Larvenfraß an den Wurzeln zu Welke und Ertragsausfall führt; hier helfen Kulturschutznetze und eine gezielte Überwachung des Fluges mit Gelbtafeln. Gegen Pilzkrankheiten wie Botrytis cinerea oder Septoria-Blattflecken ist auf eine weite Reihenweite zur schnellen Abtrocknung des Bestandes zu achten. Beim Einsatz von Pflanzenschutzmitteln musst du stets die spezifischen Wartezeiten und die maximal zulässigen Anwendungen je Saison im Blick behalten.

Sorten

Gigante d'Italia

mittelfrüh

Sehr ertragreich, rasches Wiedererholen nach dem Schnitt

Resistent gegen: Gelbwelke

Anfällig für: Echter Mehltau, Septoria-Blattfleckenkrankheit

Beliebte glatte Petersilie mit großen, dunkelgrünen Blättern und intensivem Aroma.

Mooskrause 2

mittelfrüh bis mittelspät

Konstanter Ertrag, sehr dichte und dunkle Krausung

Anfällig für: Falscher Mehltau, Septoria-Blattfleckenkrankheit

Der absolute Klassiker unter den gekrausten Sorten, sehr winterhart und robust.

Starlett

mittelfrüh

Hoher Ertrag im ersten Schnitt, sehr regenerationsfähig

Resistent gegen: Mehltau

Anfällig für: Wurzelfäule

Gekrauste Sorte mit aufrechtem Wuchs, was die mechanische Ernte erleichtert.

Laica

mittelfrüh

Hervorragend für die industrielle Verarbeitung und Mehrfachschnitt geeignet

Resistent gegen: Septoria-Blattfleckenkrankheit

Anfällig für: Möhrenfliege

Glatte Sorte mit sehr dicken Stängeln und aufrechtem Wuchs, ideal für den Vollernter.

Grüne Perle

mittelfrüh

Sehr schossfest, dichter Wuchs mit hohem Frischmasseertrag

Anfällig für: Septoria-Blattfleckenkrankheit, Möhrenfliege

Feingekrauste, dunkelgrüne Sorte mit guter Standfestigkeit und hoher Regenerationskraft.

Wichtige Schaderreger

Zugelassene Pflanzenschutzmittel

Alle Anwendungen ansehen

Häufige Fragen

Wie kannst du das Risiko von Auflaufschäden bei Petersilie minimieren?

Da Petersiliensamen sehr langsam keimen, sind sie im Boden lange Zeit Schaderregern ausgesetzt. Du solltest auf eine gleichmäßige Saattiefe von maximal 1 bis 2 cm achten und den Boden nach der Aussaat leicht rückverfestigen. Eine Vorkultur oder das Vorquellen des Saatguts kann den Feldaufgang beschleunigen und das Risiko für bodenbürtige Pilze senken.

Worauf musst du bei der Bekämpfung von Unkräutern im Nachauflauf besonders achten?

Petersilie reagiert in frühen BBCH-Stadien sehr empfindlich auf mechanischen und chemischen Stress. Wenn du Herbizide gegen Unkräuter wie das Einjährige Rispengras einsetzt, warte ab, bis die Kultur mindestens das erste Laubblatt voll entwickelt hat (BBCH 11 bis 12). Führe Behandlungen bevorzugt in den kühlen Abendstunden durch, um Phytotoxizität zu vermeiden.

Wie lässt sich der Befall durch die Möhrenfliege (Chamaepsila rosae) ohne Chemie kontrollieren?

Der effektivste Schutz im professionellen Anbau ist das lückenlose Abdecken der Kultur mit engmaschigen Kulturschutznetzen (Maschenweite maximal 0,8 mm) direkt nach der Aussaat. Zudem solltest du windoffene Lagen für den Anbau wählen, da die Möhrenfliege windstille, feuchte Mikroklimata bevorzugt.

Welche Rolle spielt die Fruchtfolge bei der Vermeidung von Petersiliensterben?

Das sogenannte Petersiliensterben wird durch einen Komplex aus bodenbürtigen Pilzen (z. B. Pythium-Arten) und Nematoden verursacht. Du darfst Petersilie keinesfalls nach anderen Doldenblütlern wie Möhren, Sellerie oder Dill anbauen. Halte eine strikte Anbaupause von mindestens 4, besser 5 Jahren ein, um den Erregerdruck im Boden niedrig zu halten.

Wie optimierst du die Stickstoffdüngung zwischen den einzelnen Schnitten?

Nach jedem Schnitt benötigt die Kultur eine schnelle Nährstoffzufuhr, um neues Laub zu bilden. Du solltest die Stickstoffgabe aufteilen: Gib etwa 60 % des Gesamtbedarfs zur Aussaat und die restlichen 40 % aufgeteilt direkt nach dem ersten und zweiten Schnitt. Achte darauf, die Düngung rechtzeitig vor der Ernte einzustellen, um die gesetzlichen Nitratgrenzwerte im Blattwerk nicht zu überschreiten.

Wie findest du im Portal die passenden Pflanzenschutzmittel gegen Botrytis cinerea bei Petersilie?

Nutze die Suchfunktion auf agronomy.farmable.tech und filtere nach der Kultur Petersilie (PARCR) und dem Schaderreger Botrytis cinerea. Achte bei den angezeigten Produkten besonders auf die zugelassenen BBCH-Stadien, die maximale Anzahl der Anwendungen pro Jahr und die einzuhaltende Wartezeit vor der Ernte.