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OTHER · Koppert B.V.

Mycotal

BVL Zul.-Nr. 00B446-00

Mycotal ist ein biologisches Pflanzenschutzmittel auf Basis des entomopathogenen Pilzes Akanthomyces muscarius (Stamm Ve6). Es ist als benetzbares Pulver formuliert und hat sich als fester Baustein im integrierten Pflanzenschutz (IPM) unter Glas und in geschützten Kulturen etabliert. Das Präparat zielt primär auf saugende Schaderreger wie Weiße Fliegen (Gewächshaus- und Tabakmottenschildlaus), Thripse sowie Blatt- und Schmierläuse ab.

Durch seinen biologischen Ursprung eignet sich Mycotal hervorragend für den Einsatz in rückstandsfreien Produktionssystemen und im ökologischen Anbau. Da es sich um lebende Sporen handelt, ist die Wirkung stark von den mikroklimatischen Bedingungen im Pflanzenbestand abhängig, weshalb ein gezieltes Feuchtigkeitsmanagement nach der Anwendung entscheidend für den Bekämpfungserfolg ist.

Wirkstoffe

Akanthomyces muscarius Stamm Ve6
48 g/kg · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der Wirkstoff Akanthomyces muscarius Stamm Ve6 (ehemals Lecanicillium muscarium) wirkt als kontaktaktiver, entomopathogener Pilz. Nach der Applikation heften sich die Pilzsporen (Konidien) an die Kutikula des Zielschädlings. Unter optimalen Bedingungen keimen die Sporen aus und dringen mithilfe enzymatischer Prozesse direkt durch den Panzer in den Körper des Schaderregers ein. Im Inneren des Insekts vermehrt sich der Pilz, zerstört das Gewebe und führt schließlich zum Absterben des Schädlings. Nach dem Tod des Wirts bricht der Pilz oft nach außen durch und bildet einen feinen, weißen Sporenrasen auf dem Insektenkörper, was unter feuchten Bedingungen zu einer sekundären Infektion weiterer Schädlinge im Bestand beitragen kann.

Resistenzmanagement

Da es sich bei Mycotal um einen biologischen Erreger mit einem physikalisch-enzymatischen Infektionsmechanismus handelt, ist das Risiko einer Resistenzentwicklung äußerst gering. Es ist keinem klassischen chemischen IRAC-Wirkungsmodus zugeordnet. Um die Wirksamkeit langfristig zu sichern und Selektionsdruck zu vermeiden, sollte Mycotal dennoch im Rahmen eines integrierten Pflanzenschutzkonzepts im Wechsel mit anderen nützlingsschonenden Präparaten oder physikalisch wirkenden Mitteln eingesetzt werden.

Mischbarkeit & Tankmischung

Bei Tankmischungen ist besondere Vorsicht geboten, da Mycotal einen lebenden Pilz enthält. Die gleichzeitige Anwendung von Fungiziden kann die Keimfähigkeit der Sporen drastisch reduzieren oder diese komplett abtöten. Zwischen der Anwendung von Mycotal und chemisch-synthetischen Fungiziden müssen je nach Wirkstoff spezifische Wartezeiten eingehalten werden. Mischungen mit vielen Insektiziden, Akariziden oder speziellen Netzmitteln zur Verbesserung der Benetzung sind hingegen oft möglich, sollten jedoch vorab auf Verträglichkeit und biologische Neutralität geprüft werden. Die Wassertemperatur beim Ansetzen der Spritzbrühe sollte idealerweise im moderaten Bereich liegen, um die Sporenvitalität nicht zu beeinträchtigen.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Als biologisches Pflanzenschutzmittel weist Mycotal ein sehr günstiges Ökotox-Profil auf. Es ist schonend für die meisten relevanten Nützlinge wie Raubmilben oder Schlupfwespen, weshalb es sich ideal für den kombinierten Einsatz mit biologischen Nützlingen eignet. Beim Ansetzen und Ausbringen der Spritzbrühe ist dennoch die persönliche Schutzausrüstung (insbesondere Atemschutz gegen Stäube und Aerosole) zu tragen, um Sensibilisierungen zu vermeiden. Gewässerabstände und spezifische Anwendungsauflagen zum Schutz der Umwelt sind gemäß den nationalen Zulassungsbestimmungen einzuhalten.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
ZucchiniBlattläuse, Thrips spp.2 KILOGRAM_PER_HECTARE1T
RettichThrips spp.2 KILOGRAM_PER_HECTARE1T
BlattgemüseBlattläuse, Thrips spp.2 KILOGRAM_PER_HECTARE1T
BaumschulgehölzpflanzenThrips spp.2 KILOGRAM_PER_HECTARE
frische KräuterBlattläuse2 KILOGRAM_PER_HECTARE1T
PatissonBlattläuse, Thrips spp.2 KILOGRAM_PER_HECTARE1T
TomateGewächshausmottenschildlaus, Tabakmottenschildlaus2 KILOGRAM_PER_HECTARE1T
Rote JohannisbeereBlattläuse2 KILOGRAM_PER_HECTARE1T
ZucchiniBlattläuse, Thrips spp.2 KILOGRAM_PER_HECTARE1T
AubergineBlattläuse, Woll- oder Schmierläuse2 KILOGRAM_PER_HECTARE1T
SchnittblumenBlattläuse, Thrips spp.2 KILOGRAM_PER_HECTARE
GurkeGewächshausmottenschildlaus, Tabakmottenschildlaus2 KILOGRAM_PER_HECTARE1T
BaumschulgehölzpflanzenThrips spp.2 KILOGRAM_PER_HECTARE
RadieschenThrips spp.2 KILOGRAM_PER_HECTARE1T
AubergineGewächshausmottenschildlaus, Tabakmottenschildlaus2 KILOGRAM_PER_HECTARE1T
Gemüsepaprika (inkl. Peperoni und Chili)Gewächshausmottenschildlaus, Tabakmottenschildlaus2 KILOGRAM_PER_HECTARE1T
KohlgemüseBlattläuse, Thrips spp., Tabakmottenschildlaus2 KILOGRAM_PER_HECTARE1T
PatissonBlattläuse, Thrips spp.2 KILOGRAM_PER_HECTARE1T
BlattgemüseBlattläuse, Thrips spp.2 KILOGRAM_PER_HECTARE1T
ZucchiniGewächshausmottenschildlaus, Tabakmottenschildlaus2 KILOGRAM_PER_HECTARE1T
Schwarze JohannisbeereBlattläuse2 KILOGRAM_PER_HECTARE1T
SchnittblumenBlattläuse, Thrips spp.2 KILOGRAM_PER_HECTARE
RosenGewächshausmottenschildlaus, Tabakmottenschildlaus3 KILOGRAM_PER_HECTARE
PatissonGewächshausmottenschildlaus, Tabakmottenschildlaus2 KILOGRAM_PER_HECTARE1T
GurkeGewächshausmottenschildlaus, Tabakmottenschildlaus2 KILOGRAM_PER_HECTARE1T
ZierpflanzenGewächshausmottenschildlaus, Tabakmottenschildlaus2 KILOGRAM_PER_HECTARE
SchnittpetersilieTabakmottenschildlaus2 KILOGRAM_PER_HECTARE1T
frische KräuterBlattläuse2 KILOGRAM_PER_HECTARE1T
Rote JohannisbeereBlattläuse2 KILOGRAM_PER_HECTARE1T
HülsengemüseBlattläuse1 KILOGRAM_PER_HECTARE1T
AubergineBlattläuse, Woll- oder Schmierläuse2 KILOGRAM_PER_HECTARE1T
KohlgemüseBlattläuse, Thrips spp., Tabakmottenschildlaus2 KILOGRAM_PER_HECTARE1T
Schwarze JohannisbeereBlattläuse2 KILOGRAM_PER_HECTARE1T
SchnittblumenGewächshausmottenschildlaus, Tabakmottenschildlaus3 KILOGRAM_PER_HECTARE
MöhreBlattläuse, Thrips spp.2 KILOGRAM_PER_HECTARE1T
MöhreBlattläuse, Thrips spp.2 KILOGRAM_PER_HECTARE1T
HülsengemüseBlattläuse, Gewächshausmottenschildlaus, Thrips spp.1 KILOGRAM_PER_HECTARE1T
BaumschulgehölzpflanzenGewächshausmottenschildlaus, Tabakmottenschildlaus2 KILOGRAM_PER_HECTARE
ErdbeereGewächshausmottenschildlaus, Tabakmottenschildlaus1 KILOGRAM_PER_HECTARE1T
TomateGewächshausmottenschildlaus, Tabakmottenschildlaus2 KILOGRAM_PER_HECTARE1T
Gemüsepaprika (inkl. Peperoni und Chili)Blattläuse2 KILOGRAM_PER_HECTARE1T
HülsengemüseBlattläuse, Gewächshausmottenschildlaus, Thrips spp.1 KILOGRAM_PER_HECTARE1T
ErdbeereGewächshausmottenschildlaus, Tabakmottenschildlaus1 KILOGRAM_PER_HECTARE1T
HülsengemüseBlattläuse1 KILOGRAM_PER_HECTARE1T
GewürzkräuterBlattläuse2 KILOGRAM_PER_HECTARE1T
GurkeBlattläuse, Thrips spp.2 KILOGRAM_PER_HECTARE1T
RettichThrips spp.2 KILOGRAM_PER_HECTARE1T
ZierpflanzenGewächshausmottenschildlaus, Tabakmottenschildlaus2 KILOGRAM_PER_HECTARE
GewürzkräuterBlattläuse2 KILOGRAM_PER_HECTARE1T
GurkeBlattläuse, Thrips spp.2 KILOGRAM_PER_HECTARE1T
AubergineGewächshausmottenschildlaus, Tabakmottenschildlaus2 KILOGRAM_PER_HECTARE1T
SchnittpetersilieTabakmottenschildlaus2 KILOGRAM_PER_HECTARE1T
ZucchiniGewächshausmottenschildlaus, Tabakmottenschildlaus2 KILOGRAM_PER_HECTARE1T
BaumschulgehölzpflanzenGewächshausmottenschildlaus, Tabakmottenschildlaus2 KILOGRAM_PER_HECTARE
Gemüsepaprika (inkl. Peperoni und Chili)Gewächshausmottenschildlaus, Tabakmottenschildlaus2 KILOGRAM_PER_HECTARE1T
SchnittblumenGewächshausmottenschildlaus, Tabakmottenschildlaus3 KILOGRAM_PER_HECTARE
PatissonGewächshausmottenschildlaus, Tabakmottenschildlaus2 KILOGRAM_PER_HECTARE1T
Gemüsepaprika (inkl. Peperoni und Chili)Blattläuse2 KILOGRAM_PER_HECTARE1T
MeloneGewächshausmottenschildlaus, Tabakmottenschildlaus2 KILOGRAM_PER_HECTARE1T
RadieschenThrips spp.2 KILOGRAM_PER_HECTARE1T
MeloneGewächshausmottenschildlaus, Tabakmottenschildlaus2 KILOGRAM_PER_HECTARE1T
RosenGewächshausmottenschildlaus, Tabakmottenschildlaus3 KILOGRAM_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Welche klimatischen Bedingungen sind für die optimale Wirkung von Mycotal erforderlich?

Da Mycotal auf lebenden Pilzsporen basiert, sind eine hohe relative Luftfeuchtigkeit (ideal über 70 % für mindestens 10–12 Stunden nach der Spritzung) und Temperaturen zwischen 15 °C und 28 °C entscheidend für die Keimung der Sporen. Eine Anwendung am späten Nachmittag oder Abend hilft, diese Bedingungen im Gewächshaus auf natürliche Weise zu sichern.

Kann Mycotal zusammen mit chemischen Fungiziden in einer Spritzfolge eingesetzt werden?

Ja, allerdings muss ein zeitlicher Sicherheitsabstand eingehalten werden. Da Fungizide den nützlichen Pilz schädigen oder abtöten können, sollten je nach Wirkstoffklasse meist 4 bis 7 Tage Abstand zwischen einer Fungizidbehandlung und der Mycotal-Anwendung liegen. Konsultieren Sie hierzu vorab die aktuellen Kompatibilitätslisten des Herstellers.

Wie erkenne ich, ob die Behandlung mit Mycotal erfolgreich war?

Infizierte Schaderreger werden träge, verfärben sich gelblich bis bräunlich und sterben ab. Bei anhaltend hoher Luftfeuchtigkeit wächst nach einigen Tagen ein feiner, weißer Pilzrasen aus den abgestorbenen Insektenkörpern heraus, was ein klares Zeichen für eine erfolgreiche Infektion und Sporenvermehrung ist.

Ist Mycotal mit dem Einsatz von Nützlingen wie Schlupfwespen oder Raubmilben kompatibel?

Ja, Mycotal ist hervorragend mit den meisten biologischen Nützlingen kompatibel. Es schont wichtige Gegenspieler wie Encarsia formosa oder Phytoseiulus persimilis, was eine parallele oder zeitversetzte Freilassung im Gewächshaus im Rahmen eines integrierten Pflanzenschutzkonzepts problemlos ermöglicht.

Wie sollte das Produkt gelagert werden, um die Vitalität der Sporen zu erhalten?

Da es sich um ein biologisches Produkt mit lebenden Konidien handelt, muss Mycotal kühl gelagert werden. Bei einer konstanten Lagertemperatur von 2 °C bis 6 °C (im Kühlschrank) bleibt die Vitalität der Sporen bis zum angegebenen Verfallsdatum optimal erhalten. Frost sowie Temperaturen über 30 °C sind unbedingt zu vermeiden.

Wie finde ich heraus, ob Mycotal für meine spezifische Kultur im Gewächshaus zugelassen ist?

Die genauen Zulassungen für die verschiedenen Kulturen (wie Gurke, Tomate oder Zierpflanzen) können Sie direkt in der Produktdatenbank auf agronomy.farmable.tech einsehen. Dort sind alle aktuell vom BVL freigegebenen Anwendungen mit den dazugehörigen Aufwandmengen und Wartezeiten tagesaktuell gelistet.