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Sonstige · FytoFend S.A.

FytoSave

BVL Zul.-Nr. 00A259-00

FytoSave ist ein innovatives Pflanzenschutzmittel auf biologischer Basis, das als sogenannter Elizitor (Induktor der pflanzlichen Selbstverteidigung) fungiert. Entwickelt von FytoFend S.A., bietet dieses flüssige Formulierungskonzept einen modernen Ansatz im integrierten Pflanzenschutz. Es basiert auf dem Wirkstoff COS-OGA, einem patentierten Komplex aus Chito-Oligosacchariden und Oligogalakturonsäuren, der die natürlichen Abwehrkräfte der Kulturen gezielt aktiviert, bevor ein tatsächlicher Befall stattfindet.

Das Anwendungsspektrum von FytoSave konzentriert sich vor allem auf die vorbeugende Regulierung bedeutender Schaderreger wie Echte Mehltaupilze sowie den Falschen Mehltau (Plasmopara viticola). Durch seine Zulassung in einer Vielzahl von Kulturen – darunter Weinreben, Erdbeeren, Gurken, Tomaten und Paprika – erweist sich das Produkt als äußerst vielseitig einsetzbar, sowohl im Freiland als auch unter Glas.

Da es sich um ein biologisch abbaubares Produkt handelt, das keine chemisch-synthetischen Rückstände hinterlässt, eignet sich FytoSave hervorragend für rückstandsminimierte Produktionsprogramme und den ökologischen Landbau. Es schließt die Lücke zwischen klassischem chemischen Pflanzenschutz und biologischen Verfahren, indem es die Vitalität und Widerstandskraft der Kulturen direkt stärkt.

Wirkstoffe

COS-OGA
12.5 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der Wirkstoff COS-OGA in FytoSave ahmt den Angriff eines Krankheitserregers auf biochemischer Ebene nach. Er besteht aus zwei Komponenten: den Oligogalakturonsäuren (OGA), die aus pflanzlichen Zellwänden stammen und der Kultur eine Beschädigung signalisieren (DAMPs – Damage-Associated Molecular Patterns), und den Chito-Oligosacchariden (COS), die aus Pilzzellwänden gewonnen werden und die Anwesenheit eines Schaderregers vortäuschen (PAMPs – Pathogen-Associated Molecular Patterns). Sobald diese Signalmoleküle auf die Blattoberfläche treffen, binden sie an spezifische Rezeptoren der Kultur. Dies löst eine Kaskade pflanzeneigener Abwehrreaktionen aus, die als systemisch erworbene Resistenz (SAR) bekannt ist. Die Kultur reagiert mit der Verstärkung ihrer Zellwände, der Produktion von Phytoalexinen und der Synthese von PR-Proteinen (Pathogenesis-Related Proteins). Da dieser Prozess präventiv abläuft, ist die Kultur bei einem tatsächlichen Sporenflug bereits optimal gewappnet, um das Eindringen der Pilzhyphen effektiv zu blockieren.

Resistenzmanagement

Aufgrund seines einzigartigen, rein physio-biochemischen Wirkungsmechanismus, der auf der Aktivierung der pflanzeneigenen Genexpression beruht, ist das Risiko einer Resistenzentwicklung gegen COS-OGA als extrem gering einzustufen. FytoSave eignet sich daher perfekt als Partner in Antiresistenzstrategien. Durch den regelmäßigen Einbau in Spritzfolgen kannst du den Selektionsdruck auf klassische, einortig wirkende Fungizide drastisch senken und deren Wirksamkeit langfristig sichern.

Mischbarkeit & Tankmischung

FytoSave zeigt im Allgemeinen eine gute Mischbarkeit mit den meisten gängigen Fungiziden, Insektiziden und Blattdüngern. Dennoch empfiehlt es sich, vor der großflächigen Anwendung eine Mischprobe in einem kleinen Gefäß durchzuführen. Vermeide Mischungen mit stark sauren oder stark alkalischen Produkten, da extreme pH-Werte im Spritztank die Stabilität des COS-OGA-Komplexes beeinträchtigen können. Für eine optimale Benetzung der Blattoberfläche kann der Zusatz eines geeigneten Netzmittels vorteilhaft sein, insbesondere bei Kulturen mit ausgeprägter Wachsschicht wie Weinreben.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Als biologischer Elizitor weist FytoSave ein sehr günstiges Umweltprofil auf. Dennoch sollten beim Ansetzen der Spritzbrühe und der Ausbringung die üblichen Standards der persönlichen Schutzausrüstung (PSA) wie Schutzhandschuhe und Schutzbrille eingehalten werden. Da keine spezifische Bienengefährdungsstufe ausgewiesen ist, gilt die allgemeine Vorsichtsregel: Vermeide Anwendungen direkt in blühende Bestände oder an Orten, an denen Bienen aktiv auf Nahrungssuche sind. Verlege die Behandlung bevorzugt in die Abendstunden, um Nichtzielorganismen zu schonen und gleichzeitig eine langsame, effektive Antrocknung des Spritzfilms auf den Blättern zu gewährleisten.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
TomateEchte Mehltaupilze13–895 LITER_PER_HECTARE1T
WeinrebeEchter Mehltau (Uncinula necator)13–890.5 LITER_PER_HECTARE3T
ZierpflanzenEchte Mehltaupilze13–895 LITER_PER_HECTARE
Johannisbeerartiges BeerenobstEchte Mehltaupilze1.25 LITER_PER_HECTARE1T
Johannisbeerartiges BeerenobstEchte Mehltaupilze1.25 LITER_PER_HECTARE1T
Himbeerartiges BeerenobstEchte Mehltaupilze1.25 LITER_PER_HECTARE1T
RosenEchter Mehltau (Sphaerotheca pannosa)13–895 LITER_PER_HECTARE
RosenEchter Mehltau (Sphaerotheca pannosa)13–895 LITER_PER_HECTARE
Garten-KürbisEchte Mehltaupilze13–735 LITER_PER_HECTARE1T
frische KräuterEchte Mehltaupilze2 LITER_PER_HECTARE1T
ZucchiniEchte Mehltaupilze13–735 LITER_PER_HECTARE1T
BlattgemüseEchte Mehltaupilze2 LITER_PER_HECTARE1T
Wurzel- und KnollengemüseEchte Mehltaupilze5 LITER_PER_HECTARE1T
MeloneEchte Mehltaupilze13–735 LITER_PER_HECTARE1T
BlattgemüseEchte Mehltaupilze2 LITER_PER_HECTARE1T
ErdbeereEchter Mehltau (Sphaerotheca macularis), Echter Mehltau (Podosphaera aphanis)2.5 LITER_PER_HECTARE1T
WeinrebeFalscher Mehltau (Plasmopara viticola)13–890.5 LITER_PER_HECTARE3T
Gemüsepaprika (inkl. Peperoni und Chili)Echte Mehltaupilze13–895 LITER_PER_HECTARE1T
FruchtgemüseEchte Mehltaupilze13–895 LITER_PER_HECTARE1T
ZierpflanzenEchte Mehltaupilze13–895 LITER_PER_HECTARE
Wurzel- und KnollengemüseEchte Mehltaupilze5 LITER_PER_HECTARE1T
GurkeEchte Mehltaupilze13–735 LITER_PER_HECTARE1T
AckerbohneEchte Mehltaupilze2 LITER_PER_HECTARE1T
PepinoEchte Mehltaupilze13–895 LITER_PER_HECTARE1T
frische KräuterEchte Mehltaupilze2 LITER_PER_HECTARE1T
Himbeerartiges BeerenobstEchte Mehltaupilze1.25 LITER_PER_HECTARE1T
ErdbeereEchter Mehltau (Sphaerotheca macularis), Echter Mehltau (Podosphaera aphanis)2.5 LITER_PER_HECTARE1T
AubergineEchte Mehltaupilze13–895 LITER_PER_HECTARE1T

Häufige Fragen

Wie integriere ich FytoSave am besten in meinen bestehenden Spritzplan?

Da FytoSave rein präventiv wirkt, solltest du mit den Behandlungen frühzeitig beginnen – idealerweise ab dem BBCH-Stadium 13 (Dreiblattstadium), bevor die ersten Infektionsbedingungen eintreten. Plane die Anwendungen in Blöcken oder in regelmäßigen Abständen von 7 bis 10 Tagen ein, um den Schutz der neu zuwachsenden Pflanzenteile kontinuierlich aufrechtzuerhalten. Bei hohem Infektionsdruck empfiehlt sich die Kombination oder der Wechsel mit kurativ wirksamen Pflanzenschutzmitteln.

Kann ich FytoSave auch dann noch spritzen, wenn ich bereits erste Symptome von Echtem Mehltau sehe?

Nein, bei sichtbarem Befall ist es für den alleinigen Einsatz von FytoSave zu spät, da das Mittel keine heilende (kurative) Wirkung besitzt. Wenn du bereits Symptome entdeckst, solltest du zuerst ein kuratives Pflanzenschutzmittel einsetzen, um den Befall zu stoppen. Sobald die Infektion unter Kontrolle ist, kannst du FytoSave wieder nutzen, um die gesunden Pflanzenteile und den Neuzuwachs präventiv vor einer Neuinfektion zu schützen.

Warum ist die Wartezeit bei FytoSave so kurz und was bedeutet das für meine Ernteplanung?

Die sehr kurze Wartezeit von nur 1 bis 3 Tagen verdankt FytoSave seiner natürlichen Wirkstoffbasis (COS-OGA), die für Mensch und Umwelt als unbedenklich gilt und keine chemischen Rückstände auf dem Erntegut hinterlässt. Dies gibt dir maximale Flexibilität in der Erntephase, besonders bei mehrfach tragenden Kulturen wie Erdbeeren oder Tomaten, wo du auch zwischen den einzelnen Pflückdurchgängen flexibel behandeln kannst.

Beeinflusst die Wasserqualität im Spritztank die Wirkung des Mittels?

Ja, die Wasserqualität spielt eine Rolle. Achte darauf, dass das verwendete Spritzwasser einen neutralen bis leicht sauren pH-Wert (optimal zwischen 5,5 und 6,5) aufweist. Extrem hartes Wasser oder ein hoher pH-Wert können die Stabilität des Wirkstoffkomplexes beeinträchtigen. Falls nötig, kannst du den pH-Wert des Wassers vor der Zugabe von FytoSave mit einem geeigneten Puffer oder Konditionierer anpassen.

Wie reagiert die behandelte Kultur bei extremen Wetterbedingungen wie Hitze oder Trockenheit?

Da FytoSave die pflanzeneigenen Abwehrkräfte stimuliert, benötigt die Kultur eine gewisse physiologische Aktivität, um die systemische Resistenz aufzubauen. Unter extremem Hitze- oder Trockenstress arbeitet der Stoffwechsel der Kultur verlangsamt. Behandle daher bevorzugt in den kühleren Morgen- oder Abendstunden, wenn die Kultur gut mit Wasser versorgt ist, damit die Signalstoffe optimal aufgenommen und verarbeitet werden können.

Kann FytoSave auch im ökologischen Landbau eingesetzt werden?

Ja, aufgrund seiner Zusammensetzung aus natürlichen, biologisch abbaubaren Inhaltsstoffen ist der Wirkstoff COS-OGA für den Einsatz im ökologischen Landbau prädestiniert. Bitte prüfe jedoch vor der Anwendung die aktuelle Listung (z. B. in der Betriebsmittelliste für den ökologischen Landbau in Deutschland / FiBL-Liste), um die Konformität mit den Richtlinien deines spezifischen Anbauverbandes sicherzustellen.