BARCLAY GALLUP HI-AKTIV
BARCLAY GALLUP HI-AKTIV ist ein hochkonzentriertes, nicht-selektives Blattherbizid zur Bekämpfung eines breiten Spektrums von ein- und zweikeimblättrigen Unkräutern sowie Holzgewächsen und Ausfallkulturen. Mit einem Wirkstoffgehalt von 490 g/l Glyphosat bietet dieses Pflanzenschutzmittel eine hocheffiziente Lösung für den Einsatz im Ackerbau, auf Grünland sowie auf Nichtkulturlandflächen. Die Formulierung als wasserlösliches Konzentrat (SL) zeichnet sich durch eine hervorragende Benetzung der Blattoberflächen und eine schnelle Wirkstoffaufnahme aus.
Das Produkt wird vor allem im Vorsaatverfahren, zur Stoppelbehandlung nach der Ernte sowie zur gezielten Sikkation in ausgewählten Kulturen eingesetzt. Durch die hohe Wirkstoffkonzentration wird das Transport- und Lagervolumen im Vergleich zu Standardformulierungen deutlich reduziert, was die Logistik und Handhabung auf dem landwirtschaftlichen Betrieb optimiert.
Neben der Bekämpfung hartnäckiger Wurzelunkräuter wie Quecke oder Ackerkratzdistel eignet sich BARCLAY GALLUP HI-AKTIV hervorragend zur Beseitigung von Kartoffeldurchwuchs und unerwünschten Ausfallkulturen, um eine saubere Folgekultur zu gewährleisten und das Verschleppen von Krankheiten zu verhindern.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Der Wirkstoff Glyphosat gehört zur HRAC-Gruppe 9 und wirkt als systemisches Totalherbizid. Der biochemische Wirkungsmechanismus basiert auf der Blockade des Enzyms 5-Enolpyruvylshikimat-3-phosphat-Synthase (EPSPS) im Shikimatweg der Pflanzen. Dieses Enzym ist essenziell für die Synthese der aromatischen Aminosäuren Phenylalanin, Tyrosin und Tryptophan, die für das Pflanzenwachstum unerlässlich sind. Da dieser Stoffwechselweg nur in Pflanzen, Pilzen und Bakterien vorkommt, weist der Wirkstoff eine spezifische herbizide Aktivität auf. Nach der Applikation wird der Wirkstoff rasch über die grünen Pflanzenteile aufgenommen und systemisch sowohl akropetal als auch basipetal über das Phloem in der gesamten Pflanze verteilt. Dies führt dazu, dass auch unterirdische Speicherorgane wie Rhizome und Wurzeln nachhaltig erfasst werden, was den Wiederaustrieb mehrjähriger Unkräuter effektiv unterbindet. Erste Symptome wie Chlorosen und Welkeerscheinungen zeigen sich je nach Witterung nach einigen Tagen, gefolgt vom vollständigen Absterben der behandelten Vegetation.
Resistenzmanagement
Um das Risiko einer Resistenzentwicklung bei Unkräutern gegenüber Wirkstoffen der HRAC-Gruppe 9 zu minimieren, sollte BARCLAY GALLUP HI-AKTIV stets in ein integriertes Unkrautmanagement (IWM) eingebunden werden. Dies umfasst den Wechsel mit mechanischen Bodenbearbeitungsmaßnahmen sowie den Fruchtfolgewechsel und den gezielten Einsatz von Herbiziden mit unterschiedlichen Wirkungsmechanismen in den Folgekulturen. Einseitige, wiederholte Anwendungen auf derselben Fläche ohne alternative Maßnahmen sind zu vermeiden, um die Selektion resistenter Biotypen zu verhindern.
Mischbarkeit & Tankmischung
BARCLAY GALLUP HI-AKTIV ist im Allgemeinen gut mit vielen gängigen Bodenherbiziden und Additiven mischbar. Bei der Herstellung von Tankmischungen sollte stets auf eine ausreichende Wasserqualität geachtet werden; insbesondere sehr hartes Wasser kann die Wirksamkeit von Glyphosat beeinträchtigen, weshalb in solchen Fällen der Zusatz eines geeigneten Wasserkonditionierers oder Ammoniumsulfats zu empfehlen ist. Die Anwendung sollte auf trockene Pflanzenbestände erfolgen, wobei eine regenfreie Zeit von mindestens 4 bis 6 Stunden nach der Behandlung gewährleistet sein muss, um eine optimale Wirkstoffaufnahme zu sichern.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Beim Umgang mit BARCLAY GALLUP HI-AKTIV ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzhandschuhen und Schutzanzug bei der Ausbringung und Handhabung des Konzentrats, zwingend erforderlich. Zum Schutz von Gewässerorganismen und der terrestrischen Nichtziel-Flora sind die in der Zulassung festgelegten Abstandsauflagen und Abschwemmminderungsklassen strikt einzuhalten. Das Pflanzenschutzmittel ist als nichtbienengefährlich (B4) eingestuft, sollte jedoch zur Schonung von Bestäubern nicht direkt in blühende Bestände oder auf von Bienen beflogene Unkräuter appliziert werden.
Zugelassene Anwendungen
| Kultur | Ziel-Schaderreger | BBCH | Aufwand | Wartezeit |
|---|---|---|---|---|
| Sommerweichweizen | Sikkation, Zweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter | — | 3.7 LITER_PER_HECTARE | 7T |
| Sommerhafer | Zweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter | — | 2.2 LITER_PER_HECTARE | — |
| Winterhartweizen | Sikkation, Zweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter | — | 3.7 LITER_PER_HECTARE | 7T |
| Porree | Zweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter | — | 2.2 LITER_PER_HECTARE | — |
| Speisezwiebel | Zweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter | — | 2.2 LITER_PER_HECTARE | — |
| Ackerbohne | Zweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter | — | 2.2 LITER_PER_HECTARE | — |
| Winterhafer | Sikkation, Zweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter | — | 3.7 LITER_PER_HECTARE | 7T |
| Sommerhafer | Sikkation, Zweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter | — | 3.7 LITER_PER_HECTARE | — |
| Speiserüben (Stoppelrübe, Mairübe etc.) | Zweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter | — | 2.2 LITER_PER_HECTARE | — |
| Lein | Sikkation, Zweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter | — | 2.9 LITER_PER_HECTARE | 14T |
| Senf-Arten | Zweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter | — | 2.2 LITER_PER_HECTARE | — |
| Winterweichweizen | Zweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter | — | 2.2 LITER_PER_HECTARE | — |
| Laubholz | Holzgewächse, Zweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter | — | 3.7 LITER_PER_HECTARE | — |
| Winterweichweizen | Sikkation, Zweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter | — | 3.7 LITER_PER_HECTARE | 7T |
| Wintergerste | Zweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter | — | 2.2 LITER_PER_HECTARE | — |
| Winterhafer | Zweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter | — | 2.2 LITER_PER_HECTARE | — |
| Sommerhartweizen | Zweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter | — | 2.2 LITER_PER_HECTARE | — |
| Lein | Zweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter | — | 2.2 LITER_PER_HECTARE | — |
| Raps | Zweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter | — | 2.2 LITER_PER_HECTARE | — |
| Sommerhartweizen | Sikkation, Zweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter | — | 3.7 LITER_PER_HECTARE | 7T |
| Zuckerrübe | Zweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter | — | 2.2 LITER_PER_HECTARE | — |
| Wintergerste | Sikkation, Zweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter | — | 3.7 LITER_PER_HECTARE | 7T |
| Stilllegungsflächen | Ausfallkulturen, Kartoffeldurchwuchs, Zweikeimblättrige Unkräuter | — | 3.7 LITER_PER_HECTARE | — |
| Futtererbse | Zweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter | — | 2.2 LITER_PER_HECTARE | — |
| Nadelholz | Holzgewächse, Zweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter | — | 3.7 LITER_PER_HECTARE | — |
| Sommerweichweizen | Zweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter | — | 2.2 LITER_PER_HECTARE | — |
| Raps | Sikkation, Zweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter | — | 2.9 LITER_PER_HECTARE | 7T |
| Kohlrübe | Zweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter | — | 2.2 LITER_PER_HECTARE | — |
| Winterhartweizen | Zweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter | — | 2.2 LITER_PER_HECTARE | — |
| Sommergerste | Sikkation, Zweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter | — | 3.7 LITER_PER_HECTARE | 7T |
| Kernobst | Zweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter | — | 3.7 LITER_PER_HECTARE | 42T |
| Wiesen, Weiden | Zweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter | — | 2.9 LITER_PER_HECTARE | — |
| Ackerbaukulturen | Ausfallkulturen, Kartoffeldurchwuchs, Zweikeimblättrige Unkräuter | — | 3.7 LITER_PER_HECTARE | — |
| Sommergerste | Zweikeimblättrige Unkräuter, Einkeimblättrige Unkräuter | — | 2.2 LITER_PER_HECTARE | — |
Häufige Fragen
Wann ist der optimale Zeitpunkt für eine Stoppelbehandlung mit BARCLAY GALLUP HI-AKTIV zur Bekämpfung von Quecken?
Für eine maximale Wirkung gegen ausdauernde Wurzelunkräuter wie die Gemeine Quecke sollte die Behandlung erst erfolgen, wenn die Unkräuter nach der Ernte wieder genügend neue Blattmasse (mindestens 3 bis 4 Laubblätter, ca. 15–20 cm Wuchshöhe) gebildet haben. Nur so ist eine ausreichende Wirkstoffaufnahme und der Transport bis in die Rhizome gewährleistet.
Wie beeinflusst die Wasserhärte des Spritzwassers die Wirksamkeit dieses Pflanzenschutzmittels?
Sehr hartes Wasser enthält hohe Konzentrationen an Calcium- und Magnesium-Ionen, die sich im Spritztank an das Glyphosat-Molekül binden und dessen Aufnahme durch die Pflanzenzelle erschweren können. Bei hartem Wasser empfiehlt sich die vorherige Zugabe von Ammoniumsulfat (AMS) oder eines geeigneten Wasserenthärters, um die Ionen zu binden und die volle Herbizidleistung zu sichern.
Was muss bezüglich der Bodenbearbeitung nach der Anwendung beachtet werden?
Nach der Applikation benötigt der Wirkstoff Zeit, um sich in den Wurzeln und Rhizomen der Schaderreger zu verteilen. Eine Bodenbearbeitung sollte bei einjährigen Unkräutern frühestens 3 bis 5 Tage, bei mehrjährigen Wurzelunkräutern erst 7 bis 10 Tage nach der Behandlung erfolgen, um den systemischen Transport nicht vorzeitig zu unterbrechen.
Kann BARCLAY GALLUP HI-AKTIV bei niedrigen Temperaturen im Spätherbst eingesetzt werden?
Eine Anwendung ist auch bei kühleren Temperaturen möglich, solange die Zielpflanzen noch aktiv assimilieren und kein starker Frost herrscht. Bei Temperaturen unter 10 °C verlangsamt sich jedoch der Stoffwechsel der Pflanzen, was dazu führt, dass der Wirkungseintritt (Symptombildung) deutlich verzögert sein kann, ohne dass die Endwirkung gemindert wird.
Warum ist die Einhaltung der Tau- und Regenfreiheit bei diesem Produkt so kritisch?
Da Glyphosat extrem wasserlöslich ist, führt Niederschlag kurz nach der Applikation zum Abwaschen des Wirkstoffs vom Blatt. Für eine optimale Wirkung muss der Spritzfilm vollständig antrocknen; eine Regenfreiheit von mindestens 6 Stunden ist ideal. Zudem sollte nicht auf tropfnasse Pflanzen (starker Tau) gespritzt werden, da die Spritzbrühe sonst abläuft und die Wirkstoffkonzentration auf dem Blatt verdünnt wird.