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PROFI Azoxy XL

BVL Zul.-Nr. 008316-60

PROFI Azoxy XL ist ein hochwirksames, breit wirksames Pflanzenschutzmittel zur Bekämpfung einer Vielzahl von pilzlichen Schaderregern. Formuliert als Suspensionskonzentrat (SC), zeichnet sich das Produkt durch eine hervorragende Verteilung und Haftung auf den behandelten Pflanzenteilen aus. Der bewährte Wirkstoff Azoxystrobin bietet Landwirten und Gärtnern eine zuverlässige Lösung zum Schutz ihrer Bestände.

Das Anwendungsspektrum erstreckt sich über zahlreiche wirtschaftlich bedeutende Kulturen, darunter Getreide (wie Weizen, Gerste, Roggen und Hafer), Kartoffeln, Zwiebelgemüse sowie verschiedene Kohl- und Sonderkulturen. Es bietet einen exzellenten Schutz gegen ertragsmindernde Krankheiten wie Rostpilze, Alternaria-Arten, Septoria-Blattdürre und Falschen Mehltau.

Neben der direkten fungiziden Wirkung stimuliert PROFI Azoxy XL physiologische Prozesse in der Kultur. Dieser bekannte „Grünungseffekt“ sorgt für eine verbesserte Stickstoffaufnahme, verzögert die Alterung der Blätter und stärkt die Vitalität der Kulturen auch unter abiotischen Stressbedingungen wie Trockenheit.

Wirkstoffe

Azoxystrobin
250 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der in PROFI Azoxy XL enthaltene Wirkstoff Azoxystrobin gehört zur chemischen Klasse der Strobilurine (FRAC-Gruppe 11, Qo-Inhibitoren). Der biochemische Wirkungsmechanismus basiert auf der Blockade des Elektronentransports in den Mitochondrien der Pilzzellen am Cytochrom-b-c1-Komplex. Dadurch wird die ATP-Synthese unterbunden, was zum raschen Energiemangel und letztlich zum Absterben des Schaderregers führt. Azoxystrobin besitzt ausgeprägte protektive und translaminare Eigenschaften. Nach der Behandlung dringt der Wirkstoff in das Blattgewebe ein und verteilt sich gleichmäßig von der Ober- zur Unterseite. Zudem wird er systemisch akropetal, also mit dem Saftstrom nach oben in neu zuwachsende Pflanzenteile, transportiert. Die beste Wirkung wird erzielt, wenn die Anwendung vorbeugend vor oder direkt zu Infektionsbeginn erfolgt.

Resistenzmanagement

Aufgrund des spezifischen, monoseitigen Wirkungsmechanismus von Strobilurinen besteht bei Schaderregern ein inhärentes Risiko für Resistenzbildungen. Um die langfristige Wirksamkeit von PROFI Azoxy XL zu sichern, muss das Produkt konsequent im Rahmen eines integrierten Antiresistenzmanagements eingesetzt werden. Dies bedeutet, dass die maximale Anzahl der Anwendungen pro Saison nicht überschritten werden darf. Zudem sollten Behandlungen im Wechsel mit Fungiziden aus anderen Wirkstoffklassen mit unterschiedlichen FRAC-Codes (z. B. Triazolen oder SDHI) erfolgen oder direkt als Tankmischung mit Kombinationspartnern ausgebracht werden.

Mischbarkeit & Tankmischung

PROFI Azoxy XL ist im Allgemeinen gut verträglich und mit vielen gängigen Herbiziden, Insektiziden sowie Blattdüngern mischbar. Bei der Erstellung von Tankmischungen ist auf eine ausreichende Wasseraufwandmenge von mindestens 200–400 l/ha zu achten, um eine lückenlose Benetzung der Kultur zu gewährleisten. Vor dem Ansetzen größerer Mengen wird dringend empfohlen, eine Mischprobe in einem kleinen Gefäß durchzuführen. Extrem heiße Wetterbedingungen oder starker Sonnenschein während der Applikation sollten vermieden werden, um das Risiko von phytotoxischen Reaktionen zu minimieren.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit PROFI Azoxy XL ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA) für den Anwender obligatorisch. Der Wirkstoff ist als giftig für aquatische Organismen eingestuft, weshalb strenge Abstandsauflagen zu Oberflächengewässern und der Einsatz abdriftmindernder Düsentechnik zwingend einzuhalten sind. Das Pflanzenschutzmittel ist bei bestimmungsgemäßer Anwendung als nicht bienengefährlich (B4) eingestuft, dennoch sollte der direkte Kontakt mit blühenden Kulturen und aktiv fliegenden Bestäubern aus Vorsorgegründen minimiert werden.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
RosenkohlWeißer Rost (Albugo candida)35–391 LITER_PER_HECTARE14T
WeizenSeptoria nodorum31–691 LITER_PER_HECTARE35T
MöhreMöhrenschwärze (Alternaria dauci)13–471 LITER_PER_HECTARE14T
HaferHaferkronenrost (Puccinia coronata)31–591 LITER_PER_HECTARE35T
RoggenBraunrost (Puccinia recondita)31–691 LITER_PER_HECTARE35T
RosenkohlMycosphaerella brassicicola35–391 LITER_PER_HECTARE14T
GrünkohlWeißer Rost (Albugo candida)35–391 LITER_PER_HECTARE14T
ErbseMycosphaerella51–691 LITER_PER_HECTARE14T
BrokkoliWeißer Rost (Albugo candida)35–391 LITER_PER_HECTARE14T
Kopfkohl (Rot-, Weiß-, Spitz- und Wirsingkohl)Alternaria Arten (Alternaria sp.)41–491 LITER_PER_HECTARE14T
BlumenkohlMycosphaerella brassicicola35–391 LITER_PER_HECTARE14T
ErbseBrennfleckenkrankheit (Ascochyta pisi)51–691 LITER_PER_HECTARE14T
BlumenkohlWeißer Rost (Albugo candida)35–391 LITER_PER_HECTARE14T
SpargelLaubkrankheit (Stemphylium botryosum)51–911 LITER_PER_HECTARE
BlumenkohlAlternaria Arten (Alternaria sp.)35–391 LITER_PER_HECTARE14T
TriticaleBraunrost (Puccinia recondita)31–691 LITER_PER_HECTARE35T
WeizenGelbrost (Puccinia striiformis)31–691 LITER_PER_HECTARE35T
GersteZwergrost (Puccinia hordei)31–591 LITER_PER_HECTARE35T
ErbseBotrytis cinerea51–691 LITER_PER_HECTARE14T
Kopfkohl (Rot-, Weiß-, Spitz- und Wirsingkohl)Weißer Rost (Albugo candida)41–491 LITER_PER_HECTARE14T
Kopfkohle (Weiß-, Rot-, Spitz-, Rosen- und Wirsingkohl)Mycosphaerella brassicicola41–491 LITER_PER_HECTARE14T
GersteNetzfleckenkrankheit (Pyrenophora teres)31–591 LITER_PER_HECTARE35T
RapsAlternaria Arten (Alternaria sp.)60–711 LITER_PER_HECTARE21T
WeizenBraunrost (Puccinia recondita)31–691 LITER_PER_HECTARE35T
AckerbohneAckerbohnenrost (Uromyces viciae-fabae)13–791 LITER_PER_HECTARE35T
FuttererbseMycosphaerella51–691 LITER_PER_HECTARE
FuttererbseBotrytis cinerea51–691 LITER_PER_HECTARE
SpeisezwiebelFalscher Mehltau (Peronospora destructor)13–451 LITER_PER_HECTARE14T
KartoffelColletotrichum coccodes3 LITER_PER_HECTARE
GrünkohlMycosphaerella brassicicola35–391 LITER_PER_HECTARE14T
PorreePuccinia-Arten13–451 LITER_PER_HECTARE21T
GrünkohlAlternaria Arten (Alternaria sp.)35–391 LITER_PER_HECTARE14T
BrokkoliMycosphaerella brassicicola35–391 LITER_PER_HECTARE14T
BrokkoliAlternaria Arten (Alternaria sp.)35–391 LITER_PER_HECTARE14T
RosenkohlAlternaria Arten (Alternaria sp.)35–391 LITER_PER_HECTARE14T
WeizenCladosporium-Arten31–691 LITER_PER_HECTARE35T
KartoffelRhizoctonia solani3 LITER_PER_HECTARE
FuttererbseBrennfleckenkrankheit (Ascochyta pisi)51–691 LITER_PER_HECTARE
RapsSclerotinia sclerotiorum60–711 LITER_PER_HECTARE21T

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für eine Behandlung mit PROFI Azoxy XL im Getreide?

Der optimale Anwendungszeitpunkt liegt präventiv vor dem ersten sichtbaren Befall, meist im Bereich der BBCH-Stadien 31 bis 61. Eine rechtzeitige Behandlung schützt das Fahnenblatt und die oberen Blattetagen, was für die spätere Ertrags- und Qualitätsbildung von entscheidender Bedeutung ist.

Wie wirkt sich der physiologische Grünungseffekt praktisch auf die Kultur aus?

Azoxystrobin verzögert den Abbau von Chlorophyll in den Blättern. Dadurch bleibt die Kultur länger grün und assimilationsaktiv. Dies führt zu einer verbesserten Ausnutzung von Nährstoffen und Wasser, wodurch die Kultur Hitze- und Trockenperioden in den Sommermonaten deutlich besser überstehen kann.

Ist PROFI Azoxy XL unmittelbar nach der Anwendung regenfest?

Sobald der Spritzbelag auf den Blättern vollständig angetrocknet ist – was unter normalen Witterungsbedingungen etwa 1 bis 2 Stunden dauert –, ist der Wirkstoff weitgehend regenfest. Dennoch sollte die Applikation nicht auf taunasse Bestände oder unmittelbar vor absehbarer Niederschlägen erfolgen.

Welche Rolle spielt der pH-Wert des Spritzwassers bei der Anwendung?

Azoxystrobin ist in einem breiten pH-Bereich stabil. Dennoch empfiehlt sich für eine optimale Wirkstoffaufnahme durch die kutikuläre Wachsschicht der Blätter ein leicht saurer bis neutraler pH-Wert der Spritzbrühe (ca. 5,5 bis 6,5). Extrem alkalisches Wasser sollte vermieden werden.

Wie kann ich PROFI Azoxy XL in eine Spritzfolge integrieren, um Resistenzen zu vermeiden?

Es sollte vermieden werden, PROFI Azoxy XL in Blockbehandlungen hintereinander einzusetzen. Wechseln Sie stattdessen nach jeder Anwendung auf ein Produkt mit einem anderen Wirkungsmechanismus (z. B. ein Triazol oder ein Kontaktfungizid), um Selektionsdruck auf die Schaderreger zu verhindern.

Gibt es Einschränkungen bei der Mischung mit flüssigen Stickstoffdüngern (AHL)?

Mischungen mit reiner Ammoniumnitrat-Harnstoff-Lösung (AHL) können das Risiko von Verbrennungen auf den Blättern erhöhen, insbesondere bei sonnigem und warmem Wetter. Wenn eine Mischung geplant ist, sollte die AHL-Menge reduziert und mit ausreichend Wasser verdünnt werden; zudem darf die Kultur nicht unter Stress stehen.