Teldor
Teldor ist ein hochspezialisiertes und bewährtes Fungizid von Bayer CropScience, das sich als Standardlösung im Kampf gegen Grauschimmel (Botrytis cinerea) sowie Monilinia-Arten etabliert hat. Formuliert als wasserdispergierbares Granulat (WG) mit dem Wirkstoff Fenhexamid, bietet es einen hervorragenden Schutz für eine Vielzahl von empfindlichen Kulturen, darunter Beerenobst, Steinobst sowie verschiedene Gemüse- und Kräuterarten.
Das Pflanzenschutzmittel zeichnet sich durch seine ausgeprägte Selektivität und hervorragende Pflanzenverträglichkeit aus. Nach der Anwendung bildet der Wirkstoff einen stabilen Schutzfilm auf der Oberfläche der Pflanzenteile, der sich durch eine hohe Regenbeständigkeit auszeichnet. Dies sichert eine langanhaltende präventive Wirkung genau dort, wo die Infektionen durch die Schaderreger typischerweise beginnen.
Durch die gezielte Zulassung in zahlreichen Sonderkulturen ist Teldor ein unverzichtbarer Baustein im modernen Anbaumanagement. Es schützt nicht nur die Ertragsmenge, sondern sichert vor allem die Qualität und die Lagerfähigkeit der geernteten Früchte, was für die erfolgreiche Vermarktung von entscheidender Bedeutung ist.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Der in Teldor enthaltene Wirkstoff Fenhexamid gehört zur chemischen Klasse der Hydroxyanilide und wird innerhalb des FRAC-Codes in die Gruppe 17 (SBI Klasse III) eingestuft. Der biochemische Wirkungsmechanismus basiert auf der gezielten Hemmung der 3-Ketoreduktase bei der Sterol-Biosynthese der Pilze. Dies führt zu einer empfindlichen Störung des Membranaufbaus und blockiert das Keimschlauchwachstum sowie das Myzelwachstum der Schaderreger in einem sehr frühen Entwicklungsstadium. Da Fenhexamid spezifisch in diesen Syntheseweg eingreift, wirkt es primär protektiv. Es verhindert das Eindringen des Pilzmyzels in das Pflanzengewebe. Die ausgeprägte Affinität zur Wachsschicht der Kulturen sorgt dafür, dass der Wirkstoff nach der Antrocknung fest gebunden wird und eine langanhaltende Barriere gegen Neuinfektionen bildet.
Resistenzmanagement
Um die hohe Wirksamkeit von Teldor langfristig zu sichern und der Entstehung von Resistenzen bei Botrytis cinerea und Monilinia-Arten vorzubeugen, solltest du ein konsequentes Antiresistenzmanagement betreiben. Da Fenhexamid der FRAC-Gruppe 17 angehört, ist die Anzahl der Anwendungen pro Saison und Kultur streng zu begrenzen. Nutze Teldor im Wechsel mit Fungiziden aus anderen Wirkstoffklassen mit unterschiedlichen Wirkungsmechanismen. Vermeide Solo-Anwendungen bei extrem hohem Befallsdruck und halte dich stets an die empfohlenen Aufwandmengen, um den selektiven Druck auf die Schaderreger-Populationen zu minimieren.
Mischbarkeit & Tankmischung
Teldor ist im Allgemeinen gut mit gängigen Pflanzenschutzmitteln und Blattdüngern mischbar. Bei der Herstellung von Tankmischungen solltest du jedoch stets die physikalische Verträglichkeit vorab in einem kleinen Gefäß prüfen und die Gebrauchsanleitungen der Mischpartner beachten. Achte auf eine ausreichende Wasserqualität und vermeide extrem saures oder alkalisches Spritzwasser. Die Zugabe von zusätzlichen Netzmitteln ist in der Regel nicht erforderlich, da die Formulierung bereits für eine optimale Benetzung der Kulturen optimiert ist. Um eine homogene Verteilung zu gewährleisten, sollte die Spritzbrühe direkt nach dem Ansetzen ausgebracht und während der Applikation kontinuierlich gerührt werden.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Beim Umgang mit Teldor steht der Schutz des Anwenders und der Umwelt im Vordergrund. Trage während der Handhabung und Ausbringung des Mittels stets die vorgeschriebene persönliche Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug, robusten Handschuhen und Augenschutz. Da für dieses Produkt keine spezifische Bienengefährdungsklassifizierung in den Stammdaten hinterlegt ist, solltest du aus Vorsorgegründen Anwendungen in blühenden Kulturen oder an Orten, an denen Bienen aktiv auf Nahrungssuche sind, vermeiden und Behandlungen vorzugsweise in die Abendstunden verlegen. Um aquatische Organismen und Bodenlebewesen zu schonen, ist eine driftmindernde Applikationstechnik zu wählen, und ein direkter Eintrag in Oberflächengewässer muss strikt vermieden werden.
Zugelassene Anwendungen
| Kultur | Ziel-Schaderreger | BBCH | Aufwand | Wartezeit |
|---|---|---|---|---|
| Himbeere | Botrytis cinerea | 60–89 | 1.5 KILOGRAM_PER_HECTARE | 7T |
| Gurke | Botrytis cinerea | 12–89 | 1.5 KILOGRAM_PER_HECTARE | 1T |
| Buschbohne | Grauschimmel (Botrytis cinerea) | 60–69 | 1.5 KILOGRAM_PER_HECTARE | 3T |
| Schnittsellerie | Botrytis cinerea | 14–48 | 1 KILOGRAM_PER_HECTARE | 14T |
| Süßkirsche | Monilinia fructigena, Monilinia laxa, Botrytis cinerea | 81–89 | 1.5 KILOGRAM_PER_HECTARE | 3T |
| Heidelbeere | Botrytis cinerea | 60–89 | 1.5 KILOGRAM_PER_HECTARE | 7T |
| Topfpflanzen | Botrytis cinerea | — | 1.5 KILOGRAM_PER_HECTARE | — |
| Gemüsepaprika (inkl. Peperoni und Chili) | Botrytis cinerea | 12–89 | 1.5 KILOGRAM_PER_HECTARE | 1T |
| Pflaume | Monilinia laxa, Botrytis cinerea | 55–89 | 1.5 KILOGRAM_PER_HECTARE | 3T |
| Schwarze Johannisbeere | Botrytis cinerea | 60–89 | 1.5 KILOGRAM_PER_HECTARE | 7T |
| Erdbeere | Botrytis cinerea | 60–89 | 1.5 KILOGRAM_PER_HECTARE | 1T |
| Salate | Grauschimmel (Botrytis cinerea) | 13–49 | 1.5 KILOGRAM_PER_HECTARE | 3T |
| Thymian, Gemeiner | Botrytis cinerea | 14–48 | 1 KILOGRAM_PER_HECTARE | 14T |
| Himbeere | Botrytis cinerea | 60–89 | 1.5 KILOGRAM_PER_HECTARE | 1T |
| Kerbel | Botrytis cinerea | 14–48 | 1 KILOGRAM_PER_HECTARE | 14T |
| Stangenbohne | Grauschimmel (Botrytis cinerea) | 19–99 | 0.5 KILOGRAM_PER_HECTARE | 3T |
| Basilikum-Arten | Botrytis cinerea | 14–48 | 1 KILOGRAM_PER_HECTARE | 14T |
| Brombeere | Botrytis cinerea | 60–89 | 1.5 KILOGRAM_PER_HECTARE | 1T |
| Endivien | Grauschimmel (Botrytis cinerea) | 13–49 | 1.5 KILOGRAM_PER_HECTARE | 3T |
| Pflaume | Monilinia fructigena | 75–85 | 1.5 KILOGRAM_PER_HECTARE | 3T |
| Zierpflanzen | Botrytis cinerea | — | 1.5 KILOGRAM_PER_HECTARE | — |
| Aubergine | Botrytis cinerea | 12–89 | 1.5 KILOGRAM_PER_HECTARE | 1T |
| Zierpflanzen | Botrytis cinerea | 12–89 | 1.5 KILOGRAM_PER_HECTARE | — |
| Endivien | Grauschimmel (Botrytis cinerea) | 13–99 | 1.5 KILOGRAM_PER_HECTARE | 3T |
| Brombeere | Botrytis cinerea | 60–89 | 1.5 KILOGRAM_PER_HECTARE | 7T |
| Stangenbohne | Grauschimmel (Botrytis cinerea) | 60–69 | 0.5 KILOGRAM_PER_HECTARE | 3T |
| Weiße Johannisbeere | Botrytis cinerea | 60–89 | 1.5 KILOGRAM_PER_HECTARE | 7T |
| Schnittlauch | Botrytis cinerea | 14–48 | 1 KILOGRAM_PER_HECTARE | 14T |
| Rote Johannisbeere | Botrytis cinerea | 60–89 | 1.5 KILOGRAM_PER_HECTARE | 7T |
| Tomate | Botrytis cinerea | 12–89 | 1.5 KILOGRAM_PER_HECTARE | 1T |
| Zucchini | Botrytis cinerea | 12–89 | 1.5 KILOGRAM_PER_HECTARE | 1T |
| Preiselbeere | Botrytis cinerea | 60–89 | 1.5 KILOGRAM_PER_HECTARE | 7T |
| Sauerkirsche | Monilinia fructigena, Monilinia laxa, Botrytis cinerea | 81–89 | 1.5 KILOGRAM_PER_HECTARE | 3T |
| Schnittpetersilie | Botrytis cinerea | 14–48 | 1 KILOGRAM_PER_HECTARE | 14T |
| Salate | Grauschimmel (Botrytis cinerea) | 13–99 | 1.5 KILOGRAM_PER_HECTARE | 3T |
| Stachelbeere | Botrytis cinerea | 56–89 | 1.5 KILOGRAM_PER_HECTARE | 3T |
| Weinrebe | Botrytis cinerea | 55–89 | 1.5 KILOGRAM_PER_HECTARE | 21T |
| Erdbeere | Botrytis cinerea | 60–89 | 1.5 KILOGRAM_PER_HECTARE | 1T |
| Rosmarin | Botrytis cinerea | 14–48 | 1 KILOGRAM_PER_HECTARE | 14T |
Häufige Fragen
Wann ist der optimale Zeitpunkt für eine Behandlung mit Teldor gegen Botrytis?
Der optimale Zeitpunkt liegt stets präventiv vor den ersten Infektionsbedingungen. Bei Erdbeeren und Beerenobst solltest du die Behandlungen vorzugsweise während der Blütezeit durchführen, da Infektionen oft über die Blütenorgane stattfinden und sich erst später als Fruchtfäule zeigen.
Wie verhält sich Teldor bei plötzlichem Regen nach der Anwendung?
Teldor verfügt über eine hervorragende Regenbeständigkeit. Sobald der Spritzbelag auf den Kulturen angetrocknet ist, bindet sich der Wirkstoff Fenhexamid fest an die kutikuläre Wachsschicht. Ein späterer Regenschauer wäscht den schützenden Belag dann nicht mehr ab.
Kann ich Teldor auch kurz vor der Ernte einsetzen?
Ja, Teldor zeichnet sich durch sehr flexible und teils kurze Wartezeiten aus, die je nach Kultur zwischen 1 und 14 Tagen liegen. Dies ermöglicht dir einen gezielten Schutz der reifenden Früchte vor späten Botrytis-Infektionen, was die Lagerfähigkeit und Transportstabilität deiner Ernte deutlich verbessert.
Warum ist der Wirkstoff Fenhexamid so wichtig für dein Antiresistenzmanagement?
Fenhexamid gehört zur FRAC-Gruppe 17 und besitzt einen einzigartigen Wirkungsmechanismus, der die 3-Ketoreduktase hemmt. Da keine Kreuzresistenz zu anderen wichtigen Botryziden besteht, ist Teldor ein idealer Partner für den Wirkstoffwechsel, um die Entstehung resistenter Pilzstämme in deinem Betrieb zu verhindern.
Wie finde ich heraus, ob Teldor für meine spezielle Kultur zugelassen ist?
Teldor besitzt eine breite Zulassung für zahlreiche Kulturen wie Erdbeeren, Himbeeren, Steinobst sowie verschiedene Gemüse- und Kräuterarten. Du kannst die genauen Zulassungsdetails, die spezifischen Aufwandmengen und die einzuhaltenden BBCH-Stadien für deine Kultur direkt in der interaktiven Kulturen-Übersicht auf agronomy.farmable.tech einsehen.