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Sonstige · JT Agro Europe sp. z o.o.

Pablo

BVL Zul.-Nr. 00B003-00

Pablo ist ein hochwirksames, breit wirksames Fungizid auf Basis des bewährten Wirkstoffs Azoxystrobin (250 g/L). Formuliert als modernes Suspensionskonzentrat (SC), zeichnet sich das Produkt durch eine hervorragende Haftung auf der Blattoberfläche und eine gleichmäßige Verteilung in der Spritzbrühe aus. Es ist in Deutschland unter der BVL-Zulassungsnummer 00B003-00 registriert und deckt ein extrem breites Spektrum an landwirtschaftlichen und gartenbaulichen Kulturen ab.

Das Pflanzenschutzmittel schützt deine Kulturen zuverlässig vor einer Vielzahl wirtschaftlich bedeutender Pilzkrankheiten. Das Wirkungsspektrum umfasst unter anderem Rostpilze, Alternaria-Arten, Echten und Falschen Mehltau sowie bodenbürtige Erreger. Dank seiner systemischen und translaminaren Eigenschaften dringt der Wirkstoff rasch in das Pflanzengewebe ein und schützt so auch Pflanzenteile, die bei der Applikation nicht direkt getroffen wurden.

Neben der reinen Krankheitsbekämpfung profitierst du bei der Anwendung von Pablo von ausgeprägten physiologischen Effekten. Die behandelten Kulturen zeigen oft eine intensivere Grünfärbung, eine verbesserte Stickstoffausnutzung und eine gesteigerte Toleranz gegenüber Trocken- oder Hitzestress, was sich direkt in einer optimierten Ertrags- und Qualitätsstruktur widerspiegelt.

Wirkstoffe

Azoxystrobin
250 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der in Pablo enthaltene Wirkstoff Azoxystrobin gehört zur chemischen Gruppe der Strobilurine (FRAC-Gruppe 11, QoI-Inhibitoren). Er greift gezielt in den Energiestoffwechsel der Pilzzellen ein, indem er den Elektronentransport in den Mitochondrien an der Qo-Stelle des Cytochrom-bc1-Komplexes blockiert. Dies führt zu einem sofortigen Stopp der ATP-Synthese, wodurch den Pilzzellen die lebensnotwendige Energie entzogen wird. Durch diesen Mechanismus werden die Sporenkeimung, das Keimschlauchwachstum sowie die Appressorienbildung der Schaderreger extrem effektiv unterbunden. Da der Wirkstoff translaminar und systemisch in der Kultur verteilt wird, bietet er einen langanhaltenden Schutz von innen heraus.

Resistenzmanagement

Aufgrund des spezifischen Wirkungsmechanismus der Strobilurine (FRAC-Gruppe 11) besteht ein inhärent hohes Risiko für die Selektion resistenter Pilzstämme. Du solltest Pablo daher immer im Rahmen eines vorausschauenden Resistenzmanagements einsetzen. Vermeide Solo-Anwendungen bei hohem Befallsdruck und integriere stattdessen regelmäßige Wirkstoffwechsel mit Fungiziden anderer Wirkstoffklassen (wie z. B. Azolen oder Kontaktmitteln) in deinen Spritzplan, um die Wirksamkeit dieses wichtigen Werkzeugs langfristig zu sichern.

Mischbarkeit & Tankmischung

Pablo ist im Allgemeinen gut mit vielen gängigen Fungiziden, Insektiziden und flüssigen Blattdüngern mischbar. Dennoch solltest du vor jeder geplanten Tankmischung eine kleine Mischprobe (Kübeltest) auf physikalische Verträglichkeit durchführen. Achte beim Ansetzen der Spritzbrühe auf eine ausreichende Wasserqualität, halte das Rührwerk kontinuierlich in Betrieb und vermeide komplexe Mehrfachmischungen mit stark ölhaltigen Zusatzstoffen, um die Kulturverträglichkeit nicht zu gefährden.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit dem Pflanzenschutzmittel Pablo ist die vorgeschriebene persönliche Schutzausrüstung (Arbeitskleidung, Schutzhandschuhe) zu tragen, um direkten Haut- und Augenkontakt zu vermeiden. Zum Schutz von Gewässern und Nichtzielorganismen darf keine Abdrift in angrenzende Biotope oder Oberflächengewässer gelangen. Da keine spezifische Bienengefährdungsstufe angegeben ist, solltest du zum Schutz von Bestäubern die Anwendung grundsätzlich nicht in blühende Bestände oder an Orten mit aktivem Bienenflug legen und die Behandlung bevorzugt in die späten Abendstunden verlegen.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
HaferHaferkronenrost (Puccinia coronata)30–591 LITER_PER_HECTARE
TriticaleSchwarzbeinigkeit (Gaeumanomyces graminis), Braunrost (Puccinia recondita), Rhynchosporium secalis30–691 LITER_PER_HECTARE
BrokkoliKohlschwärze (Alternaria brassicicola), Weißer Rost (Albugo candida), Alternaria brassicae16–491 LITER_PER_HECTARE14T
GrünkohlKohlschwärze (Alternaria brassicicola), Weißer Rost (Albugo candida), Alternaria brassicae16–491 LITER_PER_HECTARE14T
Kopfkohl (Rot-, Weiß-, Spitz- und Wirsingkohl)Kohlschwärze (Alternaria brassicicola), Weißer Rost (Albugo candida), Alternaria brassicae16–491 LITER_PER_HECTARE14T
PorreePorreerost (Puccinia porri), Purpurfleckenkrankheit (Alternaria porri), Phytophthora porri16–481 LITER_PER_HECTARE21T
ErbseFalscher Mehltau (Peronospora viciae), Brennfleckenkrankheit (Ascochyta pisi)17–721 LITER_PER_HECTARE14T
SpeisezwiebelFalscher Mehltau (Peronospora destructor)14–481 LITER_PER_HECTARE14T
RoggenSchwarzbeinigkeit (Gaeumanomyces graminis), Braunrost (Puccinia recondita), Rhynchosporium secalis30–691 LITER_PER_HECTARE
MöhreEchter Mehltau (Erysiphe betae), Möhrenschwärze (Alternaria dauci)16–491 LITER_PER_HECTARE14T
SpargelLaubkrankheit (Stemphylium botryosum), Spargelrost (Puccinia asparagi)41–891 LITER_PER_HECTARE
BlumenkohlKohlschwärze (Alternaria brassicicola), Weißer Rost (Albugo candida), Alternaria brassicae16–491 LITER_PER_HECTARE14T
KartoffelDürrfleckenkrankheit (Alternaria solani)51–850.5 LITER_PER_HECTARE7T
WeizenGelbrost (Puccinia striiformis), Schwarzbeinigkeit (Gaeumanomyces graminis), Cladosporium-Arten30–691 LITER_PER_HECTARE
RapsAlternaria Arten (Alternaria sp.), Sclerotinia sclerotiorum60–691 LITER_PER_HECTARE21T
KartoffelRhizoctonia solani, Colletotrichum coccodes3 LITER_PER_HECTARE
RosenkohlKohlschwärze (Alternaria brassicicola), Weißer Rost (Albugo candida), Alternaria brassicae16–491 LITER_PER_HECTARE14T
FuttererbseFalscher Mehltau (Peronospora viciae), Brennfleckenkrankheit (Ascochyta pisi)17–721 LITER_PER_HECTARE35T
AckerbohneUromyces sp.1 LITER_PER_HECTARE35T
StaudenkohlKohlschwärze (Alternaria brassicicola), Weißer Rost (Albugo candida), Alternaria brassicae16–491 LITER_PER_HECTARE14T
KnoblauchFalscher Mehltau (Peronospora destructor)14–481 LITER_PER_HECTARE14T
GersteNetzfleckenkrankheit (Pyrenophora teres), Zwergrost (Puccinia hordei), Schwarzbeinigkeit (Gaeumanomyces graminis)30–591 LITER_PER_HECTARE
SchalotteFalscher Mehltau (Peronospora destructor)14–481 LITER_PER_HECTARE14T

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für eine Behandlung mit Pablo?

Da der Wirkstoff Azoxystrobin seine stärkste Wirkung vorbeugend (protektiv) entfaltet, solltest du Pablo bereits vor dem sichtbaren Befall oder unmittelbar bei den allerersten Infektionsanzeichen einsetzen. Nutze die regionalen Warndienstmeldungen und Infektionsprognosen, um den optimalen Behandlungszeitpunkt innerhalb der zugelassenen BBCH-Stadien abzupassen.

Was bewirkt der sogenannte „Greening-Effekt“ bei meinen Kulturen?

Neben der direkten Bekämpfung der Schaderreger beeinflusst Pablo den Hormonhaushalt der Kulturen positiv. Der Wirkstoff verzögert den Abbau von Chlorophyll und reduziert die Stress-Ethylenbildung. Dadurch bleibt das Laub länger grün und assimilationsaktiv, was die Stresstoleranz erhöht und die Ertrags- sowie Qualitätsbildung aktiv unterstützt.

Wie vermeide ich eine Resistenzbildung bei den Schaderregern?

Um Resistenzen vorzubeugen, solltest du Pablo keinesfalls blockweise oder wiederholt hintereinander anwenden. Wechsle nach einer Behandlung konsequent auf Pflanzenschutzmittel mit anderen Wirkmechanismen (z. B. Triazole oder SDHI) und halte dich strikt an die maximal zugelassene Anzahl an Anwendungen pro Saison.

Kann ich Pablo auch bei sommerlicher Hitze und starker Sonne spritzen?

Es wird empfohlen, die Behandlung in den kühleren Morgen- oder Abendstunden durchzuführen. Bei Temperaturen über 25 °C und intensiver Sonneneinstrahlung steigt das Risiko von Verdunstungsverlusten und phytotoxischen Blattschäden, insbesondere wenn du Mischungen mit Formulierungshilfsmitteln oder Blattdüngern ausbringst.

Wie regenfest ist Pablo nach der Ausbringung?

Sobald der Spritzbelag auf der Blattoberfläche vollständig angetrocknet ist – was unter normalen Bedingungen etwa 1 bis 2 Stunden dauert –, ist das Pflanzenschutzmittel regenfest. Der Wirkstoff dringt schnell translaminar in das Blatt ein und ist dann vor dem Abwaschen geschützt.

Wie finde ich heraus, ob Pablo für meine spezifische Kultur und meinen Schaderreger zugelassen ist?

Nutze dafür einfach die Such- und Filterfunktionen direkt hier auf agronomy.farmable.tech. Du kannst deine Kultur und den Ziel-Schaderreger eingeben, um sofort die exakten, vom BVL zugelassenen Aufwandmengen, Anwendungsbestimmungen und spezifischen Wartezeiten für dein Vorhaben abzurufen.