Alle Mittel
OTHER · Sharda Cropchem Espana S.L.

SoilGuard 0.5 GR

BVL Zul.-Nr. 00A701-00

SoilGuard 0.5 GR ist ein hochwirksames, granuliertes Pflanzenschutzmittel zur gezielten Bekämpfung von bodenlebenden Schaderregern. Als Mikrogranulat (GR) formuliert, wird das Produkt direkt bei der Aussaat oder Pflanzung ausgebracht, um junge Kulturen in ihrer empfindlichsten Entwicklungsphase vor irreversiblem Wurzelfraß zu schützen. Das Spektrum umfasst dabei wirtschaftlich bedeutende Schädlinge im Acker- und Gemüsebau.

Durch die präzise Platzierung im Boden wird der Wirkstoff genau dort freigesetzt, wo der Schutz benötigt wird. Dies minimiert die Abdrift und schont oberirdische Nützlinge. SoilGuard 0.5 GR etabliert sich damit als ein wichtiger Baustein im integrierten Pflanzenschutz, um einen homogenen Feldaufgang und vitale Bestände von Anfang an zu sichern.

Wirkstoffe

Tefluthrin
5 g/kg · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der enthaltene Wirkstoff Tefluthrin gehört zur chemischen Gruppe der Pyrethroide (IRAC-Gruppe 3A). Er wirkt als Kontakt- und Fraßgift mit einer ausgeprägten Gasphase im Boden. Tefluthrin blockiert die Natriumkanäle in den Nervenmembranen der Schaderreger, was zu einer kontinuierlichen Reizleitung, Lähmung und schließlich zum schnellen Absterben der Schädlinge führt. Besonders vorteilhaft ist der hohe Dampfdruck des Wirkstoffs. Im Bodenporensystem bildet sich um das Saatgut herum ein schützender Wirkstoffhof (Gasphase). Dieser vertreibt die Schaderreger (Repellent-Effekt) oder knockt sie bei Kontakt sofort aus, noch bevor sie die jungen Wurzeln oder das Hypokotyl der Kultur schädigen können.

Resistenzmanagement

Um einer Resistenzbildung innerhalb der IRAC-Gruppe 3A vorzubeugen, darf SoilGuard 0.5 GR nicht als alleinige Maßnahme in engen Fruchtfolgen eingesetzt werden. Ein Wirkstoffwechsel mit Bodeninsektiziden anderer chemischer Klassen sowie die konsequente Einhaltung pflanzenbaulicher Maßnahmen – wie einer weiten Fruchtfolge zur Unterbrechung des Lebenszyklus des Westlichen Maiswurzelbohrers – sind zwingend erforderlich. Zudem sollte die Anwendung streng auf die registrierte Aufwandmenge und ein Mal pro Saison begrenzt werden.

Mischbarkeit & Tankmischung

Da SoilGuard 0.5 GR als festes Granulat formuliert ist, erfolgt die Anwendung ausschließlich trocken über spezielle Mikrogranulatstreuer direkt an der Sämaschine. Eine klassische Tankmischung in flüssiger Form ist daher nicht möglich. Bei der gleichzeitigen Ausbringung mit granulierten Starterdüngern (Unterfußdüngung) ist darauf zu achten, dass separate Dosiersysteme verwendet werden, um Entmischungen und Dosierfehler im Säschlitz zu vermeiden.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Als Pyrethroid weist Tefluthrin eine hohe Toxizität gegenüber aquatischen Organismen auf. Beim Einsatz ist strikt darauf zu achten, dass kein Granulat an die Bodenoberfläche gelangt; eine vollständige Erdschüttung im Säschlitz ist gesetzlich vorgeschrieben, um Vögel und Kleinsäuger vor unbeabsichtigter Aufnahme zu schützen. Anwender müssen bei der Befüllung der Streuer die vorgeschriebene persönliche Schutzausrüstung (insbesondere Staubmaske und Schutzhandschuhe) tragen, um Staubexpositionen zu vermeiden.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
SalateSchnellkäfer (Drahtwurm)15 KILOGRAM_PER_HECTARE
KohlrabiSchnellkäfer (Drahtwurm)15 KILOGRAM_PER_HECTARE
Kopfkohle (Weiß-, Rot-, Spitz-, Rosen- und Wirsingkohl)Schnellkäfer (Drahtwurm)15 KILOGRAM_PER_HECTARE
BlumenkohlSchnellkäfer (Drahtwurm)15 KILOGRAM_PER_HECTARE
MöhreSchnellkäfer (Drahtwurm)15 KILOGRAM_PER_HECTARE
SonnenblumeSchnellkäfer (Drahtwurm)15 KILOGRAM_PER_HECTARE
KartoffelSchnellkäfer (Drahtwurm)15 KILOGRAM_PER_HECTARE
SüßkirscheSchnellkäfer (Drahtwurm)15 KILOGRAM_PER_HECTARE
AubergineSchnellkäfer (Drahtwurm)15 KILOGRAM_PER_HECTARE
AprikoseSchnellkäfer (Drahtwurm)15 KILOGRAM_PER_HECTARE
ZucchiniSchnellkäfer (Drahtwurm)15 KILOGRAM_PER_HECTARE
BirneSchnellkäfer (Drahtwurm)15 KILOGRAM_PER_HECTARE
QuitteSchnellkäfer (Drahtwurm)15 KILOGRAM_PER_HECTARE
TomateSchnellkäfer (Drahtwurm)15 KILOGRAM_PER_HECTARE
MeerrettichSchnellkäfer (Drahtwurm)15 KILOGRAM_PER_HECTARE
SpeisezwiebelSchnellkäfer (Drahtwurm)15 KILOGRAM_PER_HECTARE
RadieschenSchnellkäfer (Drahtwurm)15 KILOGRAM_PER_HECTARE
KnoblauchSchnellkäfer (Drahtwurm)15 KILOGRAM_PER_HECTARE
GurkeSchnellkäfer (Drahtwurm)15 KILOGRAM_PER_HECTARE
PfirsichSchnellkäfer (Drahtwurm)15 KILOGRAM_PER_HECTARE
RettichSchnellkäfer (Drahtwurm)15 KILOGRAM_PER_HECTARE
SchnittpetersilieSchnellkäfer (Drahtwurm)15 KILOGRAM_PER_HECTARE
PflaumeSchnellkäfer (Drahtwurm)15 KILOGRAM_PER_HECTARE
Speiserüben (Stoppelrübe, Mairübe etc.)Schnellkäfer (Drahtwurm)15 KILOGRAM_PER_HECTARE
MaisSchnellkäfer (Drahtwurm), Westlicher Maiswurzelbohrer (Diabrotica virgifera)0–015 KILOGRAM_PER_HECTARE
SchalotteSchnellkäfer (Drahtwurm)15 KILOGRAM_PER_HECTARE
SauerkirscheSchnellkäfer (Drahtwurm)15 KILOGRAM_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Wie wird SoilGuard 0.5 GR optimal im Boden platziert?

Die Ausbringung erfolgt während der Aussaat oder Pflanzung mit einem präzise kalibrierten Mikrogranulatstreuer. Das Granulat muss direkt im Säschlitz oder in der Pflanzreihe abgelegt und vollständig mit Erde bedeckt werden, um eine optimale Schutzwirkung um das Saatgut herum aufzubauen und Vögel zu schützen.

Warum ist die Gasphase von Tefluthrin bei der Drahtwurmbekämpfung so entscheidend?

Tefluthrin besitzt für ein Pyrethroid einen vergleichsweise hohen Dampfdruck. Im Boden verdampft ein Teil des Wirkstoffs und füllt die umgebenden Bodenporen. Dieser Wirkstoffhof wirkt stark abschreckend (repellent) und toxisch auf Drahtwürmer, sodass diese die Keimlinge meiden oder bei Kontakt absterben.

Kann SoilGuard 0.5 GR auch nachträglich bei akutem Befall gestreut werden?

Nein, eine nachträgliche Anwendung ist nicht möglich und nicht zulässig. Das Pflanzenschutzmittel wirkt rein präventiv und muss zwingend zum Zeitpunkt der Saat oder Pflanzung (BBCH-Stadium 00) in den Boden eingebracht werden, um die Kultur von der Keimung an zu schützen.

Welchen Einfluss hat die Bodenfeuchtigkeit auf die Wirkung des Granulats?

Eine leichte Bodenfeuchtigkeit begünstigt die Verteilung der Gasphase im Bodenporensystem. Bei extremer Trockenheit kann die Gasbildung verzögert sein, während bei staunassem Boden die Poren mit Wasser verstopft sind, was die Ausbreitung des Wirkstoffdampfes ebenfalls einschränkt. Ein gut abgesetztes, feinkrümeliges Saatbett ist ideal.

Was ist bei der Kalibrierung des Mikrogranulatstreuers zu beachten?

Da die Fließeigenschaften von Granulaten je nach Luftfeuchtigkeit und Produktcharge variieren können, muss der Streuer vor jedem Saisonstart und bei Chargenwechsel exakt auf die Zielaufwandmenge kalibriert werden. Abrieb und Staubbildung im Behälter sollten durch vorsichtiges Einfüllen minimiert werden.

Wie lässt sich der Westliche Maiswurzelbohrer neben dem Insektizideinsatz regulieren?

Die wirksamste pflanzenbauliche Maßnahme gegen den Westlichen Maiswurzelbohrer (Diabrotica virgifera) ist der Verzicht auf den Selbstanbau von Mais (Monokultur). Ein jährlicher Fruchtwechsel entzieht den im Boden schlüpfenden Larven im Frühjahr die Nahrungsgrundlage, da sie sich fast ausschließlich von Maiswurzeln ernähren können.