UPSIDE
UPSIDE von Kwizda Agro GmbH ist ein innovatives Pflanzenschutzmittel, das sich durch seinen biologischen Ansatz im modernen integrierten Anbau etabliert hat. Formuliert als flüssiges Konzentrat mit dem aktiven Wirkstoff ABE-IT 56 (einem spezifischen Extrakt aus Saccharomyces cerevisiae), bietet das Produkt eine umweltschonende und hocheffiziente Möglichkeit, ein breites Spektrum an pilzlichen Schaderregern in verschiedenen Kulturen zu kontrollieren. Es schließt die Lücke zwischen klassischen chemisch-synthetischen Fungiziden und rein biologischen Maßnahmen.
Das Zulassungsspektrum von UPSIDE umfasst wichtige Kulturen wie Weinreben (Schnitt- und Tafeltrauben), Fruchtgemüse (wie Tomaten, Auberginen und Gurken) sowie Kürbisgewächse und Rasenflächen. Das Wirkungsspektrum deckt dabei wirtschaftlich bedeutende Schaderreger ab, darunter Echte und Falsche Mehltaupilze, Botrytis cinerea sowie diverse Rasenkrankheiten wie die Dollarflecken-Krankheit, Typhula-Fäule und Fusarium-Arten. Durch diese Vielseitigkeit ist das Mittel ein wertvoller Baustein in diversen Spritzfolgen.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Der Wirkstoff ABE-IT 56 basiert auf natürlichen Komponenten der Hefe und fungiert primär als pflanzlicher Elizitor (Induktor der pflanzlichen Selbstverteidigung). Nach der Anwendung auf den Blättern der Kultur imitiert der Wirkstoff den Angriff eines Schaderregers, ohne die Kultur selbst zu schädigen. Dies triggert eine Kaskade biochemischer Prozesse in der Kultur: Die pflanzeneigene Immunantwort wird hochgefahren, was zur Verstärkung der Zellwände durch Einlagerung von Lignin und Kallose sowie zur Produktion von Phytoalexinen und pathogenesis-related (PR) Proteinen führt. Da dieser Wirkungsmechanismus auf der Aktivierung der natürlichen Abwehrkräfte der Kultur beruht (oft der FRAC-Gruppe BM02 zugeordnet), greift UPSIDE nicht direkt in den Stoffwechsel des Pilzes ein, sondern entzieht ihm die Lebensgrundlage in der Wirtspflanze. Diese indirekte, multisite-ähnliche Wirkung macht es Schaderregern extrem schwer, Resistenzen zu entwickeln, da die Abwehr auf mehreren physiologischen Ebenen der Kultur gleichzeitig erfolgt.
Resistenzmanagement
Aufgrund des elizitorbasierten Wirkungsmechanismus von ABE-IT 56 weist UPSIDE ein äußerst geringes Risiko für die Entstehung von Resistenzen auf. Dennoch ist die Integration in ein vorausschauendes Antiresistenzmanagement ratsam. Du solltest das Produkt präventiv in eine Spritzfolge einbauen und im Wechsel mit Fungiziden aus anderen FRAC-Klassen einsetzen. Dies schont nicht nur die Wirksamkeit der chemischen Partner, sondern sichert auch eine langanhaltende Befallsfreiheit der Kulturen, insbesondere bei hohem Infektionsdruck durch Echten Mehltau oder Botrytis.
Mischbarkeit & Tankmischung
UPSIDE ist im Allgemeinen gut mit gängigen Pflanzenschutzmitteln und Blattdüngern mischbar. Da es sich um eine biologisch basierte Formulierung handelt, solltest du bei Tankmischungen stets auf den pH-Wert der Spritzbrühe achten; ein leicht saurer bis neutraler Bereich (pH 5,5 bis 7,0) ist optimal. Vermeide extrem alkalische Mischungspartner oder starke Oxidationsmittel, da diese die Struktur des Wirkstoffs beeinträchtigen können. Vor der großflächigen Anwendung empfiehlt es sich, eine physische Mischprobe im kleinen Maßstab sowie einen Verträglichkeitstest an einigen Blättern der jeweiligen Kultur durchzuführen.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Beim Umgang mit UPSIDE steht der Schutz des Anwenders im Vordergrund. Trage während der Anmischung und Applikation die vorgeschriebene persönliche Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug, robuster Handschuhe und Schutzbrille. Da in den offiziellen Zulassungsdaten keine spezifische Bienengefährdungsklasse ausgewiesen ist, solltest du aus Vorsorgegründen Anwendungen in blühenden Beständen oder an Orten, an denen Bienen aktiv auf Nahrungssuche sind, vermeiden. Verlege die Behandlung vorzugsweise in die späten Abendstunden, um Bestäuber und andere nützliche Insekten maximal zu schonen. Achte zudem darauf, dass keine Abdrift in angrenzende Gewässer oder Saumbiotope gelangt, um aquatische Organismen und die lokale Biodiversität zu schützen.
Zugelassene Anwendungen
| Kultur | Ziel-Schaderreger | BBCH | Aufwand | Wartezeit |
|---|---|---|---|---|
| Weinrebe | Echter Mehltau (Uncinula necator) | 13–79 | 4 LITER_PER_HECTARE | — |
| Hülsengemüse | Echte Mehltaupilze, Falsche Mehltaupilze (Peronosporaceae) | 13–83 | 6 LITER_PER_HECTARE | 1T |
| Melone | Echte Mehltaupilze | 13–73 | 6 LITER_PER_HECTARE | 1T |
| Zwiebelgemüse | Falscher Mehltau (Peronospora destructor) | 13–48 | 6 LITER_PER_HECTARE | 1T |
| Ölkürbis | Echte Mehltaupilze | 13–73 | 6 LITER_PER_HECTARE | 1T |
| Johannisbeerartiges Beerenobst | Echte Mehltaupilze, Botrytis cinerea | 15–89 | 6 LITER_PER_HECTARE | 1T |
| Tomate | Echte Mehltaupilze, Botrytis cinerea | 13–89 | 6 LITER_PER_HECTARE | 1T |
| Patisson | Echte Mehltaupilze | 13–73 | 6 LITER_PER_HECTARE | 1T |
| Aubergine | Echte Mehltaupilze, Botrytis cinerea | 13–89 | 6 LITER_PER_HECTARE | 1T |
| Wassermelone | Echte Mehltaupilze | 13–73 | 6 LITER_PER_HECTARE | 1T |
| Gurke | Echte Mehltaupilze | 13–73 | 6 LITER_PER_HECTARE | 1T |
| Rasen | Blattfleckenkrankheit (Drechslera poae), Gräser-Anthraknose (Colletotrichum graminicola), Dollarflecken-Krankheit (Sclerotinia homoeocarpa) | — | 6 LITER_PER_HECTARE | — |
| Moschus-Kürbis | Echte Mehltaupilze | 13–73 | 6 LITER_PER_HECTARE | 1T |
| Rasen | Blattfleckenkrankheit (Drechslera poae), Gräser-Anthraknose (Colletotrichum graminicola), Dollarflecken-Krankheit (Sclerotinia homoeocarpa) | — | 6 LITER_PER_HECTARE | — |
| Riesenkürbis | Echte Mehltaupilze | 13–73 | 6 LITER_PER_HECTARE | 1T |
| Wurzel- und Knollengemüse | Echte Mehltaupilze | 13–48 | 6 LITER_PER_HECTARE | 1T |
| Sprossgemüse | Falsche Mehltaupilze (Peronosporaceae) | 13–48 | 6 LITER_PER_HECTARE | 1T |
| Blattgemüse | Echte Mehltaupilze, Falsche Mehltaupilze (Peronosporaceae), Botrytis cinerea | 13–48 | 6 LITER_PER_HECTARE | 1T |
| Blattkohle | Falsche Mehltaupilze (Peronosporaceae) | 13–48 | 6 LITER_PER_HECTARE | 1T |
| Weinrebe | Falscher Mehltau (Plasmopara viticola) | 13–79 | 4 LITER_PER_HECTARE | 3T |
| Flaschenkürbis | Echte Mehltaupilze | 13–73 | 6 LITER_PER_HECTARE | 1T |
| Garten-Kürbis | Echte Mehltaupilze | 13–73 | 6 LITER_PER_HECTARE | 1T |
| Himbeerartiges Beerenobst | Echte Mehltaupilze, Botrytis cinerea | 15–89 | 6 LITER_PER_HECTARE | 1T |
| frische Kräuter | Echte Mehltaupilze, Falsche Mehltaupilze (Peronosporaceae), Botrytis cinerea | 13–48 | 6 LITER_PER_HECTARE | 1T |
| Gemüsepaprika (inkl. Peperoni und Chili) | Echte Mehltaupilze, Botrytis cinerea | 13–89 | 6 LITER_PER_HECTARE | 1T |
| Zucchini | Echte Mehltaupilze | 13–73 | 6 LITER_PER_HECTARE | 1T |
| Zierpflanzen | Echte Mehltaupilze, Falsche Mehltaupilze (Peronosporaceae), Botrytis cinerea | 13–89 | 6 LITER_PER_HECTARE | — |
| Erdbeere | Echter Mehltau (Podosphaera aphanis), Botrytis cinerea | 12–89 | 6 LITER_PER_HECTARE | 1T |
Häufige Fragen
Wann ist der optimale Zeitpunkt für die erste Behandlung mit UPSIDE?
Da UPSIDE als Elizitor die pflanzeneigenen Abwehrkräfte aktiviert, musst du das Mittel unbedingt präventiv anwenden. Behandle deine Kulturen idealerweise vor den ersten sichtbaren Infektionsbedingungen oder direkt bei den ersten Warnmeldungen des Warndienstes, um der Kultur genügend Zeit zu geben, ihre Immunbarrieren aufzubauen.
Wie lange dauert es, bis die elizitorische Wirkung nach der Spritzung einsetzt?
Nach der Applikation benötigt die Kultur etwa 24 bis 48 Stunden, um die biochemischen Abwehrprozesse vollständig hochzufahren. Plane deine Behandlungen daher mit entsprechendem Vorlauf vor erwarteten Infektionsperioden (z. B. vor angekündigten Niederschlägen bei Falschem Mehltau).
Kann ich UPSIDE auch bei kühlen Temperaturen im zeitigen Frühjahr einsetzen?
Ja, die physikalisch-biologische Wirkung des Wirkstoffs ABE-IT 56 ist weitgehend temperaturunabhängig. Allerdings muss die Kultur physiologisch aktiv sein (Wachstum ab BBCH-Stadium 12), damit sie auf den Elizitorreiz reagieren und die Abwehrstoffe aktiv synthetisieren kann. Bei extremem Frost oder Wachstumsstillstand ist die Wirkung reduziert.
Warum ist die Wartezeit bei diesem Produkt so kurz?
Mit einer Wartezeit von nur 1 bis 3 Tagen bietet dir UPSIDE maximale Flexibilität kurz vor der Ernte. Da der Wirkstoff ABE-IT 56 auf natürlichen Hefeextrakten basiert und keine toxischen Rückstände auf dem Erntegut hinterlässt, eignet er sich hervorragend für späte Behandlungen zur Absicherung der Fruchtqualität gegen Botrytis.
Wie finde ich heraus, ob UPSIDE für meine spezielle Kultur im Farmable-Hub registriert ist?
Du kannst im Hub direkt nach der BVL-Zulassungsnummer '00A891-00' oder dem Handelsnamen 'UPSIDE' filtern. Dort siehst du die genauen, für deine Kultur (z. B. Weinrebe oder Gurke) hinterlegten Aufwandmengen und maximalen Anwendungsanzahlen pro Saison.
Kann ich UPSIDE mit Kupfer- oder Schwefelpräparaten im Weinbau kombinieren?
Ja, eine Kombination mit klassischen Kontaktpartnern wie Schwefel oder Kupfer ist in der Praxis oft sinnvoll, um einen synergistischen Effekt zu erzielen. Während Schwefel und Kupfer direkt auf den Schaderreger wirken, stärkt UPSIDE die Kultur von innen heraus. Achte jedoch darauf, die physikalische Mischbarkeit vorab zu prüfen.