Bandur
Bandur ist ein bewährtes, flüssiges Herbizid (Suspensionskonzentrat, SC) zur Bekämpfung von einjährigen zweikeimblättrigen Unkräutern sowie ausgewählten einjährigen einkomblättrigen Ungräsern. Mit dem Wirkstoff Aclonifen bietet dieses Pflanzenschutzmittel eine breite Zulassung in einer Vielzahl von Kulturen, darunter Leguminosen wie Ackerbohnen und Erbsen, Sonderkulturen wie Kräuter und Gewürze sowie Sonnenblumen und Möhren. Es zeichnet sich durch eine hervorragende Bodenwirkung aus und bildet einen stabilen Herbizidfilm auf der Bodenoberfläche.
Die Formulierung ist speziell darauf ausgelegt, auflaufende Schaderreger direkt beim Durchstoßen der Bodenoberfläche zu erfassen. Da der Wirkstoff hauptsächlich über die Keimblätter (Hypokotyl und Epikotyl) und weniger über die Wurzeln aufgenommen wird, ist eine gleichmäßige Bodenfeuchte zwar vorteilhaft, aber Bandur zeigt sich im Vergleich zu anderen Bodenherbiziden relativ unabhängig von extremer Trockenheit. Dies macht es zu einem verlässlichen Partner im integrierten Pflanzenschutz, besonders im frühen Frühjahr oder bei wechselhaften Witterungsbedingungen.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Der Wirkstoff Aclonifen ist in die HRAC-Gruppe 32 (ehemals Klasse F3) eingestuft. Er besitzt einen dualen Wirkungsmechanismus, der primär auf der Hemmung der Protoporphyrinogen-Oxidase (PPO) basiert, was zu einer Störung der Chlorophyll- und Carotinoidsynthese führt. Durch die Blockade dieser essenziellen Synthesewege kommt es unter Lichteinfluss zu einer unkontrollierten Akkumulation von Phototoxinen, die die Zellmembranen der empfindlichen Schaderreger zerstören. Die betroffenen Unkräuter und Ungräser zeigen nach dem Auflaufen charakteristische Vergilbungen (Chlorosen) und ein anschließendes Absterben des Gewebes (Nekrosen). Da die Aufnahme hauptsächlich über die Sprossachse und die Keimblätter der auflaufenden Unkräuter erfolgt, entfaltet das Pflanzenschutzmittel seine optimale Wirkung, wenn die Schaderreger den feinen Herbizidfilm an der Bodenoberfläche durchwachsen.
Resistenzmanagement
Um der Entstehung von Resistenzen, insbesondere bei schwer bekämpfbaren Ungräsern wie dem Acker-Fuchsschwanz oder dem Gemeinen Windhalm, wirksam vorzubeugen, solltest du Bandur stets in ein vorausschauendes Fruchtfolge- und Wirkstoffmanagement integrieren. Kombiniere oder rotiere dieses Pflanzenschutzmittel mit Herbiziden aus anderen HRAC-Klassen, die über alternative Wirkmechanismen verfügen (wie z. B. Bodenherbizide der HRAC-Gruppen 3 oder 15). Vermeide den wiederholten, alleinigen Einsatz von PPO-Inhibitoren auf derselben Fläche und nutze mechanische Maßnahmen zur Unkrautregulierung, um den Selektionsdruck nachhaltig zu senken.
Mischbarkeit & Tankmischung
Bandur lässt sich in der Praxis gut mit vielen gängigen Boden- und Blattherbiziden mischen, um das Wirkungsspektrum gezielt zu erweitern. Bei der Erstellung von Tankmischungen solltest du stets die physikalische Verträglichkeit der Partner vorab in einem kleinen Behälter testen und auf eine ausreichende Wasseraufwandmenge achten, um eine homogene Verteilung auf dem Boden zu gewährleisten. Die Zugabe von Additiven ist in der Regel nicht erforderlich, kann aber je nach Mischungspartner und Zulassung sinnvoll sein. Achte darauf, die Spritzbrühe unmittelbar nach dem Ansetzen bei laufendem Rührwerk auszubringen, um Ablagerungen im Tank zu vermeiden.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Beim Umgang mit diesem Pflanzenschutzmittel ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug, Schutzhandschuhen und Augenschutz, unerlässlich, um den Anwenderschutz zu gewährleisten. Da keine spezifische Bienengefährdungsklasse vorgegeben ist, solltest du aus Gründen des vorsorgenden Umweltschutzes Anwendungen auf blühende Kulturen oder an Orten, an denen Bienen aktiv auf Nahrungssuche sind, strikt vermeiden und Behandlungen vorzugsweise in den späten Abendstunden durchführen. Um aquatische Organismen und Bodenlebewesen wie Regenwürmer zu schonen, sind Abdriften auf angrenzende Gewässer oder Saumstrukturen durch den Einsatz abdriftmindernder Düsentechnik und die Einhaltung angemessener Abstände zu minimieren.
Zugelassene Anwendungen
| Kultur | Ziel-Schaderreger | BBCH | Aufwand | Wartezeit |
|---|---|---|---|---|
| Anis | Acker-Fuchsschwanz, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Einjähriges Rispengras | 12–15 | 0.5 LITER_PER_HECTARE | 70T |
| Kümmel | Acker-Fuchsschwanz, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Gemeiner Windhalm | — | 3 LITER_PER_HECTARE | — |
| Knollensellerie | Acker-Fuchsschwanz, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Einjähriges Rispengras | — | 1 LITER_PER_HECTARE | 60T |
| Koriander | Acker-Fuchsschwanz, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Gemeiner Windhalm | — | 3 LITER_PER_HECTARE | — |
| Dill | Acker-Fuchsschwanz, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Gemeiner Windhalm | — | 3 LITER_PER_HECTARE | — |
| Kümmel | Acker-Fuchsschwanz, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Gemeiner Windhalm | — | 3.5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Dicke Bohne | Acker-Fuchsschwanz, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | — | 4 LITER_PER_HECTARE | — |
| Gewürzfenchel | Acker-Fuchsschwanz, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Einjähriges Rispengras | 14–16 | 0.5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Minze-Arten | Acker-Fuchsschwanz, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Einjähriges Rispengras | — | 1 LITER_PER_HECTARE | — |
| Kümmel | Acker-Fuchsschwanz, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Einjähriges Rispengras | 14–16 | 0.5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Dill | Acker-Fuchsschwanz, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Gemeiner Windhalm | — | 3.5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Kümmel | Acker-Fuchsschwanz, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Gemeiner Windhalm | — | 3.5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Gewürzfenchel | Acker-Fuchsschwanz, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Gemeiner Windhalm | — | 3.5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Kerbel | Acker-Fuchsschwanz, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Einjähriges Rispengras | — | 0.5 LITER_PER_HECTARE | 21T |
| Gemeine Ringelblume | Acker-Fuchsschwanz, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Gemeiner Windhalm | — | 3 LITER_PER_HECTARE | — |
| Möhre | Acker-Fuchsschwanz, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Einjähriges Rispengras | — | 3 LITER_PER_HECTARE | 90T |
| Erbse | Acker-Fuchsschwanz, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | — | 4 LITER_PER_HECTARE | — |
| Gewürzfenchel | Acker-Fuchsschwanz, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Gemeiner Windhalm | — | 3 LITER_PER_HECTARE | — |
| Schnittlauch | Acker-Fuchsschwanz, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Einjähriges Rispengras | — | 2.4 LITER_PER_HECTARE | — |
| Pastinak | Acker-Fuchsschwanz, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Einjähriges Rispengras | — | 3 LITER_PER_HECTARE | 90T |
| Möhre | Acker-Fuchsschwanz, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Einjähriges Rispengras | — | 1.5 LITER_PER_HECTARE | 90T |
| Sonnenblume | Einjährige einkeimblättrige Unkräuter, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 0–8 | 4 LITER_PER_HECTARE | — |
| Kümmel | Acker-Fuchsschwanz, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Gemeiner Windhalm | — | 3 LITER_PER_HECTARE | — |
| Porree | Acker-Fuchsschwanz, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Einjähriges Rispengras | 12–99 | 0.5 LITER_PER_HECTARE | 28T |
| Schalotte | Acker-Fuchsschwanz, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Einjähriges Rispengras | 12–99 | 0.5 LITER_PER_HECTARE | 49T |
| Kerbel | Acker-Fuchsschwanz, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Einjähriges Rispengras | — | 1 LITER_PER_HECTARE | — |
| Bohnenkraut | Wolfsmilch-Arten, Gemeines Kreuzkraut | 13–99 | 0.5 LITER_PER_HECTARE | 21T |
| Gewürzfenchel | Acker-Fuchsschwanz, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Gemeiner Windhalm | — | 3.5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Dill | Wolfsmilch-Arten, Gemeines Kreuzkraut | 12–14 | 0.5 LITER_PER_HECTARE | 21T |
| Dill | Acker-Fuchsschwanz, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Gemeiner Windhalm | — | 3 LITER_PER_HECTARE | — |
| Weiße Lupine | Einjährige einkeimblättrige Unkräuter, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 0–8 | 3 LITER_PER_HECTARE | — |
| Schnittlauch | Wolfsmilch-Arten, Gemeines Kreuzkraut | 11–15 | 0.5 LITER_PER_HECTARE | 21T |
| Koriander | Acker-Fuchsschwanz, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Einjähriges Rispengras | — | 1 LITER_PER_HECTARE | — |
| Speisezwiebel | Wolfsmilch-Arten | 12–14 | 0.5 LITER_PER_HECTARE | 49T |
| Möhre | Acker-Fuchsschwanz, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Einjähriges Rispengras | — | 1.5 LITER_PER_HECTARE | 90T |
| Bleichsellerie | Acker-Fuchsschwanz, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Einjähriges Rispengras | — | 1 LITER_PER_HECTARE | 60T |
| Schnittsellerie | Acker-Fuchsschwanz, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Einjähriges Rispengras | 12–15 | 0.5 LITER_PER_HECTARE | 21T |
| Knollensellerie | Acker-Fuchsschwanz, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Einjähriges Rispengras | — | 1 LITER_PER_HECTARE | 60T |
| Futtererbse | Einjährige einkeimblättrige Unkräuter, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 0–8 | 4 LITER_PER_HECTARE | — |
| Schnittlauch | Acker-Fuchsschwanz, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Einjähriges Rispengras | — | 2 LITER_PER_HECTARE | — |
| Schnittpetersilie | Acker-Fuchsschwanz, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Gemeiner Windhalm | — | 3.5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Möhre | Acker-Fuchsschwanz, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Einjähriges Rispengras | — | 3 LITER_PER_HECTARE | 90T |
| Winterheckenzwiebel | Acker-Fuchsschwanz, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Einjähriges Rispengras | 12–99 | 0.5 LITER_PER_HECTARE | 28T |
| Koriander | Acker-Fuchsschwanz, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Gemeiner Windhalm | — | 3.5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Gewürzfenchel | Acker-Fuchsschwanz, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Gemeiner Windhalm | — | 3 LITER_PER_HECTARE | — |
| Tagetes erecta | Einjährige einkeimblättrige Unkräuter, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | — | 0.8 LITER_PER_HECTARE | — |
| Schnittpetersilie | Acker-Fuchsschwanz, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Gemeiner Windhalm | — | 3 LITER_PER_HECTARE | — |
| Salbei | Acker-Fuchsschwanz, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Einjähriges Rispengras | — | 1 LITER_PER_HECTARE | — |
| Ackerbohne | Einjährige einkeimblättrige Unkräuter, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 0–8 | 4 LITER_PER_HECTARE | — |
| Schnittpetersilie | Wolfsmilch-Arten, Gemeines Kreuzkraut | 11–42 | 0.5 LITER_PER_HECTARE | 21T |
| Kartoffel | Einjährige einkeimblättrige Unkräuter, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 0–8 | 4 LITER_PER_HECTARE | — |
| Gemeine Ringelblume | Acker-Fuchsschwanz, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Gemeiner Windhalm | — | 3.5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Knoblauch | Acker-Fuchsschwanz, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Einjähriges Rispengras | 12–99 | 0.5 LITER_PER_HECTARE | 49T |
| Dill | Acker-Fuchsschwanz, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Gemeiner Windhalm | — | 3.5 LITER_PER_HECTARE | — |
| Möhre | Acker-Fuchsschwanz, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Einjähriges Rispengras | — | 1 LITER_PER_HECTARE | 60T |
Häufige Fragen
Wann ist der optimale Zeitpunkt für die Anwendung von Bandur im Vorauflauf?
Der beste Anwendungszeitpunkt liegt unmittelbar nach der Saat der Kultur bis kurz vor dem Durchstoßen der Erdoberfläche (Vorauflauf). Zu diesem Zeitpunkt bildet das Pflanzenschutzmittel einen gleichmäßigen Film auf dem feinen Saatbett, den die auflaufenden Unkräuter beim Keimen passieren müssen, um den Wirkstoff optimal aufzunehmen.
Wie beeinflusst die Bodenfeuchtigkeit die Wirkung dieses Pflanzenschutzmittels?
Obwohl Bandur ein Bodenherbizid ist, reagiert es deutlich weniger empfindlich auf Trockenheit als viele andere Wirkstoffe dieser Klasse. Eine gewisse Grundfeuchtigkeit des Bodens begünstigt zwar die Verteilung und Aufnahme des Wirkstoffs über die Keimlinge, aber die Wirkung bleibt auch unter trockeneren Bedingungen dank der starken Haftung an den Bodenteilchen stabil.
Worauf musst du bei der Vorbereitung des Saatbetts vor der Behandlung achten?
Für eine optimale Wirkung von Bandur ist ein feinkrümeliges, gut rückverfestigtes Saatbett ohne grobe Klumpen oder organische Rückstände (wie Stroh) entscheidend. Grobe Klumpen beschatten den Boden und verhindern, dass sich ein lückenloser Herbizidfilm aufbauen kann, was zu Spätverunkrautungen in den unbehandelten Zonen führen kann.
Kann ich Bandur auch im Nachauflauf der Kulturen einsetzen?
Die Zulassung von Bandur umfasst je nach Kultur sowohl Vorauflauf- als auch spezifische Nachauflaufanwendungen (z. B. in bestimmten Gemüse- oder Kräuterkulturen). Du musst jedoch unbedingt die kulturspezifischen BBCH-Stadien und die registrierten Aufwandmengen beachten, da die Verträglichkeit im Nachauflauf stark von der Wachsschicht der Kultur und den aktuellen Witterungsbedingungen abhängt.
Wie verhält sich der Wirkstoff Aclonifen im Boden und gibt es Einschränkungen für Nachfolgekulturen?
Aclonifen wird im Boden mäßig schnell abgebaut und weist eine geringe Mobilität auf, was das Risiko einer Verlagerung in tiefere Bodenschichten minimiert. Nach der regulären Ernte der behandelten Kultur können im Rahmen der üblichen Fruchtfolge normale Nachfolgekulturen angebaut werden; bei vorzeitigem Umbruch ist jedoch eine tiefe Bodenbearbeitung ratsam.
Wie finde ich heraus, ob Bandur für meine spezielle Nischenkultur in Deutschland zugelassen ist?
Da Bandur über eine Vielzahl von Zulassungen in Sonderkulturen und Kräutern verfügt, kannst du auf agronomy.farmable.tech gezielt nach deiner Kultur filtern. Dort siehst du sofort alle aktuell registrierten Anwendungen, die zugelassenen Aufwandmengen sowie die spezifischen Wartezeiten für deine Kultur.