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Sonstige · Agrauxine

ROMEO

BVL Zul.-Nr. 00A144-00

ROMEO ist ein innovatives, biologisches Pflanzenschutzmittel (Elicitor) von Agrauxine, das auf dem aktiven Wirkstoff Cerevisane basiert. Cerevisane besteht aus gereinigten Zellwandbestandteilen der Hefe Saccharomyces cerevisiae. Als systemischer Induktor bereitet ROMEO die behandelten Kulturen präventiv auf den Befall durch ein breites Spektrum von Schaderregern vor, indem es die pflanzeneigenen Abwehrmechanismen aktiviert.

Das Produkt ist als wasserdispergierbares Granulat formuliert und zeichnet sich durch eine hervorragende Anwenderfreundlichkeit aus. Es deckt ein bemerkenswertes Spektrum an Schaderregern ab, darunter Echte und Falsche Mehltaupilze, Botrytis cinerea sowie diverse Rasen- und Bodenkrankheiten wie Schneeschimmel, Rhizoctonia und die Dollarflecken-Krankheit. Da es sich um ein biologisches Produkt handelt, eignet es sich ideal für moderne, rückstandsminimierte Anbaustrategien im Wein-, Gemüse-, Beerenobst- und Zierpflanzenbau sowie auf Sport- und Zierrasen.

Wirkstoffe

Cerevisane
941 g/kg · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der Wirkstoff Cerevisane fungiert als sogenannter Elicitor (Induktor der systemisch erworbenen Resistenz, SAR). Nach der Anwendung erkennen die Rezeptoren der Kultur die Hefe-Zellwandstrukturen als potenziellen Angreifer, ohne dass eine tatsächliche Infektion vorliegt. Dies löst eine biochemische Kaskade aus: Die Kultur verstärkt ihre Zellwände durch Lignineinlagerungen, produziert Phytoalexine (pflanzeneigene Abwehrstoffe) und synthetisiert PR-Proteine (pathogenesis-related proteins). Da dieser Prozess rein präventiv wirkt und die Kultur in eine erhöhte Alarmbereitschaft versetzt, muss ROMEO zwingend vor dem ersten sichtbaren Befall appliziert werden. Es greift die Schaderreger nicht direkt an, sondern befähigt die Kultur, den Infektionsdruck von Pilzen wie Plasmopara viticola oder Botrytis cinerea selbstständig und hocheffizient abzuwehren.

Resistenzmanagement

Aufgrund seines einzigartigen, rein physikalisch-biochemischen Wirkungsmechanismus (Induktion der pflanzeneigenen Abwehr, FRAC-Gruppe P06) besteht bei ROMEO kein bekanntes Risiko für eine Resistenzentwicklung der Schaderreger. Es eignet sich daher hervorragend als Partner in integrierten Spritzfolgen. Durch den regelmäßigen Wechsel oder die Kombination mit klassischen chemisch-synthetischen Fungiziden kannst du deren Wirkungsdauer verlängern und das allgemeine Resistenzrisiko in deinen Kulturen drastisch senken.

Mischbarkeit & Tankmischung

ROMEO ist im Allgemeinen sehr gut mit den gängigsten Fungiziden, Insektiziden und Blattdüngern mischbar. Achte bei Tankmischungen darauf, dass der pH-Wert der Spritzbrühe im neutralen bis leicht sauren Bereich (pH 5 bis 7) liegt, um die Stabilität des Wirkstoffs nicht zu beeinträchtigen. Vermeide Mischungen mit stark alkalischen Produkten oder extremen Netzmittelkonzentrationen, es sei denn, die Verträglichkeit wurde vorab in einem Kleinstmengentest erfolgreich geprüft. Setze die Spritzbrühe nach dem Ansetzen zügig um.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Als biologisches Pflanzenschutzmittel weist ROMEO ein sehr günstiges Umweltprofil auf. Dennoch solltest du bei der Ausbringung die übliche persönliche Schutzausrüstung (Arbeitskleidung, Schutzhandschuhe) tragen, um Staubbildung und direkten Haut- oder Augenkontakt zu vermeiden. Da in den Zulassungsdaten keine spezifische Bienengefährdungsklasse angegeben ist, empfiehlt sich aus Vorsorgegründen eine Anwendung außerhalb des aktiven Bienenflugs, vorzugsweise in den Abendstunden, besonders wenn blühende Kulturen oder Unkräuter im Unterwuchs vorhanden sind. Schone Gewässer und vermeide direkte Abdrift in Oberflächengewässer.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
ZierpflanzenFalsche Mehltaupilze (Peronosporaceae)12–990.75 KILOGRAM_PER_HECTARE
Moschus-KürbisEchte Mehltaupilze12–890.5 KILOGRAM_PER_HECTARE1T
Rucola-ArtenFalsche Mehltaupilze (Peronosporaceae), Botrytis cinerea12–890.75 KILOGRAM_PER_HECTARE1T
Garten-KürbisEchte Mehltaupilze12–890.5 KILOGRAM_PER_HECTARE1T
Spinat und verwandte ArtenFalsche Mehltaupilze (Peronosporaceae)0.75 KILOGRAM_PER_HECTARE1T
ErdbeereBotrytis cinerea12–890.75 KILOGRAM_PER_HECTARE1T
ZierpflanzenEchte Mehltaupilze12–990.75 KILOGRAM_PER_HECTARE
KohlgemüseFalsche Mehltaupilze (Peronosporaceae)0.75 KILOGRAM_PER_HECTARE1T
RasenRhizoctonia spp., Curvularia spp., Blattfleckenkrankheit (Drechslera poae)0.75 KILOGRAM_PER_HECTARE
RiesenkürbisEchte Mehltaupilze0.5 KILOGRAM_PER_HECTARE1T
FeldsalatFalsche Mehltaupilze (Peronosporaceae), Botrytis cinerea12–890.75 KILOGRAM_PER_HECTARE1T
frische KräuterEchte Mehltaupilze0.75 KILOGRAM_PER_HECTARE1T
FlaschenkürbisEchte Mehltaupilze0.5 KILOGRAM_PER_HECTARE1T
Wurzel- und KnollengemüseFalsche Mehltaupilze (Peronosporaceae)0.75 KILOGRAM_PER_HECTARE1T
WassermeloneEchte Mehltaupilze0.5 KILOGRAM_PER_HECTARE1T
WassermeloneEchte Mehltaupilze12–890.5 KILOGRAM_PER_HECTARE1T
Moschus-KürbisEchte Mehltaupilze12–890.5 KILOGRAM_PER_HECTARE1T
frische KräuterFalsche Mehltaupilze (Peronosporaceae)0.75 KILOGRAM_PER_HECTARE1T
MeloneEchte Mehltaupilze0.5 KILOGRAM_PER_HECTARE1T
Garten-KürbisEchte Mehltaupilze0.5 KILOGRAM_PER_HECTARE1T
MeloneEchte Mehltaupilze12–890.5 KILOGRAM_PER_HECTARE1T
GurkeEchte Mehltaupilze12–890.25 KILOGRAM_PER_HECTARE1T
GurkeEchte Mehltaupilze0.5 KILOGRAM_PER_HECTARE1T
PepinoEchte Mehltaupilze0.5 KILOGRAM_PER_HECTARE1T
PatissonEchte Mehltaupilze0.5 KILOGRAM_PER_HECTARE1T
ZwiebelgemüseFalsche Mehltaupilze (Peronosporaceae)0.75 KILOGRAM_PER_HECTARE1T
ZucchiniEchte Mehltaupilze12–890.5 KILOGRAM_PER_HECTARE1T
WeinrebeFalscher Mehltau (Plasmopara viticola)12–890.25 KILOGRAM_PER_HECTARE1T
GurkeFalsche Mehltaupilze (Peronosporaceae)0.5 KILOGRAM_PER_HECTARE1T
RiesenkürbisEchte Mehltaupilze12–890.5 KILOGRAM_PER_HECTARE1T
WeinrebeBotrytis cinerea12–890.25 KILOGRAM_PER_HECTARE1T
AubergineBotrytis cinerea12–890.25 KILOGRAM_PER_HECTARE1T
ZierpflanzenBotrytis cinerea12–990.75 KILOGRAM_PER_HECTARE
frische KräuterBotrytis cinerea0.75 KILOGRAM_PER_HECTARE1T
Garten-KürbisEchte Mehltaupilze12–890.5 KILOGRAM_PER_HECTARE1T
Breitblättrige EndivieFalsche Mehltaupilze (Peronosporaceae), Botrytis cinerea12–890.75 KILOGRAM_PER_HECTARE1T
Krause WinterendivieFalsche Mehltaupilze (Peronosporaceae), Botrytis cinerea12–890.75 KILOGRAM_PER_HECTARE1T
EissalatFalsche Mehltaupilze (Peronosporaceae), Botrytis cinerea12–890.75 KILOGRAM_PER_HECTARE1T
ErdbeereBotrytis cinerea12–890.75 KILOGRAM_PER_HECTARE1T
WeinrebeEchter Mehltau (Uncinula necator)12–890.25 KILOGRAM_PER_HECTARE1T
Salat-ArtenFalsche Mehltaupilze (Peronosporaceae)0.75 KILOGRAM_PER_HECTARE1T
ZierpflanzenBotrytis cinerea12–990.75 KILOGRAM_PER_HECTARE
TomateBotrytis cinerea12–890.25 KILOGRAM_PER_HECTARE1T
ZucchiniEchte Mehltaupilze0.5 KILOGRAM_PER_HECTARE1T
ZierpflanzenFalsche Mehltaupilze (Peronosporaceae)12–990.75 KILOGRAM_PER_HECTARE
RiesenkürbisEchte Mehltaupilze12–890.5 KILOGRAM_PER_HECTARE1T
PatissonEchte Mehltaupilze12–890.5 KILOGRAM_PER_HECTARE1T
ZierpflanzenEchte Mehltaupilze12–990.75 KILOGRAM_PER_HECTARE
Moschus-KürbisEchte Mehltaupilze0.5 KILOGRAM_PER_HECTARE1T
RasenRhizoctonia spp., Curvularia spp., Blattfleckenkrankheit (Drechslera poae)0.75 KILOGRAM_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für die erste Anwendung von ROMEO?

Da ROMEO als Elicitor die pflanzeneigene Abwehr anregt, musst du das Produkt unbedingt präventiv einsetzen. Beginne mit den Behandlungen ab dem BBCH-Stadium 12 (Laubblattentwicklung), bevor die ersten Infektionsbedingungen für Schaderreger wie Falschen Mehltau oder Botrytis eintreffen. Deine Kultur benötigt etwa 24 bis 48 Stunden, um den vollen Schutzstatus aufzubauen.

Wie oft solltest du ROMEO in einer Saison spritzen?

Um einen kontinuierlichen Schutz aufrechtzuerhalten, solltest du ROMEO in regelmäßigen Abständen von 7 bis 10 Tagen applizieren, besonders in Phasen starken Neuzuwachses und hohem Infektionsdruck. Da der Wirkstoff systemisch die Abwehr induziert, schützt er auch neu zuwachsende Pflanzenteile für einen begrenzten Zeitraum, ein regelmäßiges Update des Signals ist jedoch für optimalen Schutz ratsam.

Kannst du ROMEO auch im ökologischen Landbau einsetzen?

Ja, ROMEO basiert auf dem natürlichen Hefewirkstoff Cerevisane und ist für den Einsatz im ökologischen Landbau zugelassen. Prüfe vor der Anwendung die aktuelle Listung in der Betriebsmittelliste für den ökologischen Landbau in Deutschland (FiBL-Liste), um die Konformität mit deinem spezifischen Anbauverband (z. B. Bioland, Demeter) sicherzustellen.

Welche praktischen Vorteile bietet dir die Wartezeit von nur einem Tag?

Die extrem kurze Wartezeit von nur einem Tag gibt dir maximale Flexibilität in der sensiblen Erntephase. Du kannst deine Kulturen, wie Beerenobst oder Fruchtgemüse, bis unmittelbar vor dem Pflücken effektiv vor Spätinfektionen durch Botrytis oder Mehltau schützen, ohne Rückstandsprobleme oder Lieferverzögerungen befürchten zu müssen.

Wie verhält sich ROMEO bei Regen kurz nach der Applikation?

Sobald der Spritzbelag auf den Blättern vollständig angetrocknet ist (in der Regel nach 2 bis 3 Stunden), ist der Wirkungsmechanismus bereits in Gang gesetzt. Da ROMEO die Abwehrreaktion im Inneren der Kultur induziert, ist die Wirkung nach diesem Zeitraum weitgehend regenfest. Bei extremen, langanhaltenden Niederschlägen direkt nach der Spritzung empfiehlt sich jedoch eine vorzeitige Wiederholung der Behandlung.

Wie findest du auf agronomy.farmable.tech weitere zugelassene Produkte gegen Mehltau?

Du kannst auf unserer Plattform im Bereich 'Schaderreger' gezielt nach 'Echte Mehltaupilze' oder 'Falsche Mehltaupilze' suchen. Dort findest du eine vollständige, tagesaktuelle Übersicht aller in Deutschland zugelassenen Pflanzenschutzmittel, gefiltert nach deinen spezifischen Kulturen und Anwendungsbestimmungen.