Troid
Troid ist ein leistungsstarkes Insektizid von Nufarm Deutschland GmbH, das als bewährter Standard im modernen Pflanzenschutz etabliert ist. Formuliert als wasserdispergierbares Granulat mit dem Wirkstoff Lambda-Cyhalothrin (50 g/kg), zeichnet sich das Pflanzenschutzmittel durch eine schnelle Kontakt- und Fraßwirkung aus. Es bietet eine breite Zulassung gegen ein vielseitiges Spektrum an saugenden und beißenden Schaderregern in zahlreichen landwirtschaftlichen und gartenbaulichen Kulturen.
Das Produkt wird vor allem wegen seiner ausgeprägten Sofortwirkung (Knock-down-Effekt) und einer verlässlichen Dauerwirkung geschätzt. Ob im Raps gegen Rapsglanzkäfer und Stängelrüssler, im Getreide gegen Getreidehähnchen oder in Sonderkulturen wie Möhren und Zwiebeln gegen Möhrenfliegen und Thripse – Troid sichert die Erträge und schützt die Kulturen in kritischen Wachstumsphasen vor massivem Schädlingsdruck und der Übertragung von Pflanzenviren.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Der enthaltene Wirkstoff Lambda-Cyhalothrin gehört zur chemischen Klasse der Pyrethroide (IRAC-Gruppe 3A). Die Wirkung basiert auf einem gezielten Eingriff in das Nervensystem der Schaderreger. Lambda-Cyhalothrin hält die spannungsabhängigen Natriumkanäle in den Nervenmembranen der Insekten offen und verzögert deren Schließen. Dies führt zu einer langanhaltenden Depolarisation der Membran, was unkontrollierte Nervenimpulse, extreme Übererregung, Koordinationsverlust und schließlich die schnelle Paralyse (Lähmung) des Schädling zur Folge hat. Da der Wirkstoff sowohl über den direkten Kontakt bei der Spritzung als auch über die Aufnahme behandelter Pflanzenteile (Fraßgift) wirkt, werden auch versteckt sitzende Schaderreger schnell erfasst. Zudem besitzt Lambda-Cyhalothrin eine ausgeprägte Repellent-Wirkung, die Insekten für gewisse Zeit von behandelten Kulturen fernhält.
Resistenzmanagement
Um die Wirksamkeit von Troid langfristig zu sichern und der Entstehung von Resistenzen vorzubeugen, ist ein konsequentes Resistenzmanagement unerlässlich. Da Pyrethroide der IRAC-Gruppe 3A in vielen Kulturen intensiv genutzt werden, solltest du die Anzahl der Anwendungen pro Saison strikt begrenzen. Wechsle bei aufeinanderfolgenden Behandlungen systematisch auf Insektizide mit anderen Wirkmechanismen aus unterschiedlichen IRAC-Klassen. Vermeide Unterdosierungen, da diese die Selektion resistenter Individuen beschleunigen, und richte dich stets nach den Schadschwellen der regionalen Warndienste.
Mischbarkeit & Tankmischung
Troid lässt sich in der Praxis im Regelfall gut mit gängigen Fungiziden, Herbiziden und Blattdüngern mischen. Bei der Erstellung von Tankmischungen solltest du jedoch stets die Gebrauchsanleitungen der Mischpartner beachten und vorab eine physikalische Mischprobe in einem kleinen Gefäß durchführen. Achte auf eine ausreichende Wasseraufwandmenge, um eine lückenlose Benetzung der Kultur zu gewährleisten. Die Zugabe von geeigneten Netzmitteln kann die Haftung und Verteilung des Spritzfilms auf schwierigen Blattoberflächen optimieren. Vermeide Mischungen bei extremer Hitze oder starker Sonneneinstrahlung, um Phytotoxizität auszuschließen.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Beim Umgang mit Troid ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA) bei der Anmischung und Ausbringung obligatorisch. Da keine spezifische Bieneneinstufung in den Zulassungsdaten vorgegeben ist, solltest du aus Gründen des vorsorgenden Umweltschutzes Anwendungen grundsätzlich nicht in blühende Bestände oder an Orten mit aktivem Bienenflug durchführen. Verlege die Behandlung bevorzugt in die späten Abendstunden, wenn der Bienenflug beendet ist. Um aquatische Organismen und Bodenlebewesen zu schonen, sind Abdriften auf angrenzende Gewässer und Saumstrukturen durch den Einsatz abdriftmindernder Düsentechnik konsequent zu minimieren.
Zugelassene Anwendungen
| Kultur | Ziel-Schaderreger | BBCH | Aufwand | Wartezeit |
|---|---|---|---|---|
| Zuckermais | Fritfliege | — | 0.15 KILOGRAM_PER_HECTARE | — |
| Getreide (Gerste, Hafer, Roggen, Triticale, Weizen) | Fritfliege | — | 0.15 KILOGRAM_PER_HECTARE | 35T |
| Radieschen | Beißende Insekten | — | 0.15 KILOGRAM_PER_HECTARE | 14T |
| Raps | Blattläuse | — | 0.15 KILOGRAM_PER_HECTARE | 56T |
| Raps | Rapsglanzkäfer | — | 0.15 KILOGRAM_PER_HECTARE | 56T |
| Ackerbohne | Beißende Insekten, Saugende Insekten | — | 0.15 KILOGRAM_PER_HECTARE | 7T |
| Buschbohne | Beißende Insekten, Saugende Insekten | — | 0.15 KILOGRAM_PER_HECTARE | 7T |
| Hülsengemüse | Beißende Insekten, Saugende Insekten | — | 0.15 KILOGRAM_PER_HECTARE | 7T |
| Futterrübe | Saugende Insekten, Rübenfliege | — | 0.15 KILOGRAM_PER_HECTARE | 28T |
| Raps | Rapsstängelrüssler, Kohlschotenrüssler, Gefleckter Kohltriebrüssler | — | 0.15 KILOGRAM_PER_HECTARE | 56T |
| Speiserüben (Stoppelrübe, Mairübe etc.) | Beißende Insekten | — | 0.15 KILOGRAM_PER_HECTARE | 28T |
| Wiesen, Weiden | Fritfliege | — | 0.15 KILOGRAM_PER_HECTARE | — |
| Getreide (Gerste, Hafer, Roggen, Triticale, Weizen) | Blattläuse als Virusvektoren | — | 0.15 KILOGRAM_PER_HECTARE | 35T |
| Krambe | Beißende Insekten, Saugende Insekten | — | 0.15 KILOGRAM_PER_HECTARE | — |
| Leindotter | Beißende Insekten, Saugende Insekten | — | 0.15 KILOGRAM_PER_HECTARE | — |
| Kartoffel | Blattläuse als Virusvektoren | — | 0.15 KILOGRAM_PER_HECTARE | 14T |
| Meerrettich | Beißende Insekten | — | 0.15 KILOGRAM_PER_HECTARE | 14T |
| Ackerbohne | Beißende Insekten, Saugende Insekten | — | 0.15 KILOGRAM_PER_HECTARE | 7T |
| Kartoffel | Blattläuse | — | 0.15 KILOGRAM_PER_HECTARE | 14T |
| Raps | Kohlschotenmücke | — | 0.15 KILOGRAM_PER_HECTARE | 56T |
| Erbse | Beißende Insekten, Saugende Insekten | — | 0.15 KILOGRAM_PER_HECTARE | 7T |
| Getreide (Gerste, Hafer, Roggen, Triticale, Weizen) | Getreidehähnchen (Lema sp.), Getreidewickler, Getreidewanze | — | 0.15 KILOGRAM_PER_HECTARE | 35T |
| Raps | Rapserdfloh | — | 0.15 KILOGRAM_PER_HECTARE | 56T |
| Getreide (Gerste, Hafer, Roggen, Triticale, Weizen) | Thripse | — | 0.15 KILOGRAM_PER_HECTARE | 35T |
| Futtererbse | Beißende Insekten, Saugende Insekten | — | 0.15 KILOGRAM_PER_HECTARE | 7T |
| Rettich | Beißende Insekten | — | 0.15 KILOGRAM_PER_HECTARE | 14T |
| Möhre | Möhrenfliege, Beißende Insekten, Saugende Insekten | — | 0.15 KILOGRAM_PER_HECTARE | 14T |
| Speisezwiebel | Saugende Insekten | — | 0.15 KILOGRAM_PER_HECTARE | 28T |
| Senf | Beißende Insekten, Saugende Insekten | — | 0.15 KILOGRAM_PER_HECTARE | 56T |
| Erdbeere | Beißende Insekten, Saugende Insekten, Erdbeerblütenstecher | — | 0.15 KILOGRAM_PER_HECTARE | — |
| Gräser | Beißende Insekten, Saugende Insekten | — | 0.15 KILOGRAM_PER_HECTARE | — |
| Zuckerrübe | Saugende Insekten, Rübenfliege | — | 0.15 KILOGRAM_PER_HECTARE | 28T |
| Futtererbse | Beißende Insekten, Saugende Insekten | — | 0.15 KILOGRAM_PER_HECTARE | 7T |
| Kohlrübe | Beißende Insekten | — | 0.15 KILOGRAM_PER_HECTARE | 28T |
| Mais | Fritfliege | — | 0.15 KILOGRAM_PER_HECTARE | — |
| Beten (Rote, Gelbe, Weiße Bete) | Beißende Insekten | — | 0.15 KILOGRAM_PER_HECTARE | 28T |
| Getreide (Gerste, Hafer, Roggen, Triticale, Weizen) | Blattläuse | — | 0.15 KILOGRAM_PER_HECTARE | 35T |
Häufige Fragen
Wie erkennst du den optimalen Behandlungszeitpunkt für Troid im Raps?
Du solltest dich primär an den offiziellen Schadschwellen der regionalen Pflanzenschutzdienste orientieren. Nutze Gelbschalen zur Überwachung des Zuflugs von Rapserdfloh, Rapsstängelrüssler und Kohlschotenrüssler. Sobald die kritischen Fangzahlen überschritten sind, ist eine zeitnahe Behandlung ratsam, um Eiablage und Larvenfraß zu verhindern.
Warum ist die Temperatur bei der Anwendung von Troid so wichtig?
Pyrethroide wie Lambda-Cyhalothrin weisen eine negative Temperaturabhängigkeit auf. Das bedeutet, dass ihre Wirksamkeit bei kühleren Temperaturen (unter 20 °C) optimal ist. Vermeide daher Behandlungen in der prallen Mittagssonne oder an heißen Sommertagen und spritze stattdessen in den kühlen Morgen- oder Abendstunden.
Kann Troid auch zur gezielten Verhinderung von Virusübertragungen eingesetzt werden?
Ja, Troid ist explizit gegen Blattläuse als Virusvektoren zugelassen. Da der Wirkstoff extrem schnell wirkt (Knock-down-Effekt), werden die saugenden Insekten abgetötet, bevor sie das Virus durch Saugtätigkeit auf gesunde Kulturen übertragen können. Dies ist besonders im Herbst in Wintergetreide oder im Kartoffelanbau wichtig.
Was musst du bei der Anwendung von Troid in Kulturen mit starker Wachsschicht beachten?
Bei Kulturen wie Kohl, Zwiebeln oder Raps besitzen die Blätter eine ausgeprägte Wachsschicht, auf der Spritzbrühe leicht abperlt. Um eine optimale Benetzung und Haftung des Wirkstoffs zu erzielen, empfiehlt es sich, der Spritzbrühe ein zugelassenes Netzmittel (Adjuvans) beizumischen und feintropfige Düsen zu verwenden.
Wie integrierst du Troid am besten in ein integriertes Pflanzenschutzkonzept?
Setze Troid nur dann ein, wenn die Schadschwellen tatsächlich überschritten sind, um Nützlinge wie Marienkäfer, Florfliegen und Schlupfwespen zu schonen. Kombiniere chemische Maßnahmen mit mechanischen und kulturtechnischen Methoden und wechsle regelmäßig die Wirkstoffklassen, um die Selektion resistenter Schaderreger-Populationen zu verhindern.