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Sonstige · Bayer CropScience Deutschland GmbH

Folicur

BVL Zul.-Nr. 034028-00

Folicur ist ein bewährtes, breit wirksames Systemfungizid mit hervorragenden vorbeugenden (protektiven) und heilenden (kurativen) Eigenschaften. Als Emulsionskonzentrat formuliert, basiert es auf dem Wirkstoff Tebuconazol, der sich durch eine schnelle Aufnahme in die Kultur und eine gleichmäßige Verteilung in den Blättern auszeichnet. Neben seiner starken fungiziden Wirkung gegen ein breites Spektrum an Schaderregern besitzt Folicur im Rapsanbau auch ausgeprägte wachstumsregulierende Eigenschaften, die die Standfestigkeit und Winterhärte der Kulturen gezielt verbessern.

Das Anwendungsspektrum erstreckt sich über zahlreiche Kulturen im Acker-, Gemüse- und Beerenobstbau. Zu den Hauptzielorganismen gehören wirtschaftlich bedeutende Pilzkrankheiten wie Echter Mehltau, Rostpilze, Sclerotinia-Arten sowie verschiedene Blattfleckenkrankheiten. Durch die Kombination aus Krankheitskontrolle und physiologischem Effekt ist Folicur ein flexibler Baustein in modernen Pflanzenschutzstrategien.

Wirkstoffe

Tebuconazol
250 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der Wirkstoff Tebuconazol gehört zur chemischen Gruppe der Triazole (FRAC-Gruppe 3, Demethylierungs-Inhibitoren / DMI). Die biochemische Wirkung beruht auf der Hemmung der C14-Demethylase im Zuge der Ergosterol-Biosynthese der Pilze. Da Ergosterol ein essenzieller Bestandteil der pilzlichen Zellmembran ist, führt dieser Mangel zu strukturellen und funktionellen Membranschäden, was das Wachstum des Pilzmyzels effektiv stoppt. Nach der Applikation wird der Wirkstoff rasch über die grünen Pflanzenteile aufgenommen und akropetal – also mit dem Saftstrom nach oben hin zu den Blattspitzen – in der Kultur verteilt. Dies gewährleistet einen langanhaltenden Schutz auch für neu zuwachsende Pflanzenteile und stoppt bereits vorhandene, latente Infektionen im Gewebe (kurativer Effekt).

Resistenzmanagement

Da Tebuconazol als DMI-Fungizid (FRAC-Gruppe 3) einem mittleren Resistenzrisiko unterliegt, solltest du ein konsequentes Antiresistenzmanagement betreiben. Vermeide wiederholte Solo-Anwendungen dieses Wirkstoffs auf derselben Fläche. Integriere stattdessen regelmäßige Wirkstoffwechsel mit Fungiziden aus anderen Wirkstoffklassen in deinen Behandlungsplan oder nutze Tankmischungen mit Kontaktpartnern, um der Selektion resistenter Schaderreger-Biotypen aktiv vorzubeugen.

Mischbarkeit & Tankmischung

Folicur zeichnet sich durch eine sehr gute physikalische und biologische Mischbarkeit mit gängigen Herbiziden, Insektiziden sowie Blattdüngern aus. Bei geplanten Tankmischungen solltest du dennoch vorab eine Mischprobe auf physikalische Verträglichkeit durchführen. Achte auf eine ausreichende Wassermenge und vermeide Applikationen bei extremer Hitze oder starker Sonneneinstrahlung, um die Kulturverträglichkeit zu maximieren.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit dem Pflanzenschutzmittel ist die vorgeschriebene persönliche Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug und Schutzhandschuhen bei der Handhabung des Konzentrats, strikt einzuhalten. Zum Schutz von Nichtzielorganismen, insbesondere von Gewässern und Bodenorganismen, sind Abdriften auf angrenzende Flächen unbedingt zu vermeiden. Da keine spezifische Bieneneinstufung vorliegt, solltest du zum Schutz von Bestäubern Anwendungen nicht in blühende Kulturen oder an Orten mit aktivem Bienenflug durchführen und Behandlungen bevorzugt in die Abendstunden verlegen.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
SommerrapsWeißstängeligkeit (Sclerotinia sclerotiorum)1.5 LITER_PER_HECTARE
BlattkohlePilzliche Blattfleckenerreger12–991 LITER_PER_HECTARE
Johannisbeerartiges BeerenobstColletotrichum59–990.8 LITER_PER_HECTARE14T
RoggenEchter Mehltau (Erysiphe graminis)25–611.25 LITER_PER_HECTARE
FuttererbseErbsenrost (Uromyces pisi)30–591 LITER_PER_HECTARE
RoggenBlattfleckenkrankheit (Rhynchosporium secalis)25–611.25 LITER_PER_HECTARE
WinterrapsAlternaria brassicae63–651.5 LITER_PER_HECTARE
SchnittpetersilieEchter Mehltau (Erysiphe heraclei)43–991 LITER_PER_HECTARE14T
SareptasenfKohlschwärze (Alternaria brassicicola), Alternaria brassicae1.5 LITER_PER_HECTARE
AckerbohneAckerbohnenrost (Uromyces viciae-fabae)1 LITER_PER_HECTARE
Senf-ArtenWeißstängeligkeit (Sclerotinia sclerotiorum)1.5 LITER_PER_HECTARE
Weiße JohannisbeereSäulenrost (Cronartium ribicola)71–990.8 LITER_PER_HECTARE14T
GersteBlattfleckenkrankheit (Rhynchosporium secalis)25–611.25 LITER_PER_HECTARE
ZwiebelgemüseBotrytis-Arten (Botrytis spp.), Blattfleckenkrankheit (Cladosporium allii), Mehlkrankheit (Sclerotium cepivorum)1 LITER_PER_HECTARE21T
PorreeRost (Puccinia allii)13–991 LITER_PER_HECTARE14T
SommerrapsWurzelhals- und Stängelfäule (Leptosphaeria maculans)30–591.5 LITER_PER_HECTARE
Korianderpilzliche Doldenerkrankungen0–651 LITER_PER_HECTARE
BrombeereBrombeerrost (Phragmidium bulbosum)31–990.8 LITER_PER_HECTARE14T
Senf-ArtenWurzelhals- und Stängelfäule (Leptosphaeria maculans)1.5 LITER_PER_HECTARE
GräserRostpilze29–611 LITER_PER_HECTARE
WinterrapsStandfestigkeit1 LITER_PER_HECTARE
KohlrabiPilzliche Blattfleckenerreger12–991 LITER_PER_HECTARE
Gewürzfenchelpilzliche Doldenerkrankungen0–651 LITER_PER_HECTARE
Kopfkohl (Rot-, Weiß-, Spitz- und Wirsingkohl)Pilzliche Blattfleckenerreger1 LITER_PER_HECTARE
GersteNetzfleckenkrankheit (Pyrenophora teres)25–611.25 LITER_PER_HECTARE
AckerbohneBotrytis fabae1 LITER_PER_HECTARE
GräserPilzliche Blattfleckenerreger29–611 LITER_PER_HECTARE
WeizenEchter Mehltau (Erysiphe graminis)25–611 LITER_PER_HECTARE
Korianderpilzliche Doldenerkrankungen0–651 LITER_PER_HECTARE
Rote JohannisbeereSäulenrost (Cronartium ribicola)71–990.8 LITER_PER_HECTARE14T
MöhreMöhrenschwärze (Alternaria dauci)13–991 LITER_PER_HECTARE21T
HimbeereHimbeerrost (Phragmidium rubi-idaei)31–990.8 LITER_PER_HECTARE14T
StachelbeereSäulenrost (Cronartium ribicola)71–990.8 LITER_PER_HECTARE14T
SareptasenfWurzelhals- und Stängelfäule (Leptosphaeria maculans)1.5 LITER_PER_HECTARE
Gewürzfenchelpilzliche Doldenerkrankungen0–651 LITER_PER_HECTARE
AckerbohneEchte Mehltaupilze39–591 LITER_PER_HECTARE
SchnittlauchRost (Puccinia allii)13–991 LITER_PER_HECTARE
GersteEchter Mehltau (Erysiphe graminis)25–611.25 LITER_PER_HECTARE
SommerrapsAlternaria brassicae1.5 LITER_PER_HECTARE
SareptasenfWeißstängeligkeit (Sclerotinia sclerotiorum)1.5 LITER_PER_HECTARE
BlumenkohlePilzliche Blattfleckenerreger1 LITER_PER_HECTARE
Senf-ArtenBotrytis cinerea1.5 LITER_PER_HECTARE
WinterrapsWeißstängeligkeit (Sclerotinia sclerotiorum)63–651.5 LITER_PER_HECTARE
WinterrapsWinterfestigkeit14–181 LITER_PER_HECTARE
SommerrapsStandfestigkeit39–551.5 LITER_PER_HECTARE
WeizenBraunrost (Puccinia recondita)25–691 LITER_PER_HECTARE
Gewürzfenchelpilzliche Doldenerkrankungen0–651 LITER_PER_HECTARE
Senf-ArtenKohlschwärze (Alternaria brassicicola), Alternaria brassicae1.5 LITER_PER_HECTARE
Korianderpilzliche Doldenerkrankungen0–651 LITER_PER_HECTARE
RoggenBraunrost (Puccinia recondita)25–691.25 LITER_PER_HECTARE
Kümmelpilzliche Doldenerkrankungen0–651 LITER_PER_HECTARE
Kopfkohl (Rot-, Weiß-, Spitz- und Wirsingkohl)Alternaria brassicae13–991 LITER_PER_HECTARE21T
SareptasenfBotrytis cinerea1.5 LITER_PER_HECTARE
Kümmelpilzliche Doldenerkrankungen0–651 LITER_PER_HECTARE
WinterrapsWurzelhals- und Stängelfäule (Leptosphaeria maculans)16–551.5 LITER_PER_HECTARE
Kümmelpilzliche Doldenerkrankungen0–651 LITER_PER_HECTARE
Schwarze JohannisbeereSäulenrost (Cronartium ribicola)71–990.8 LITER_PER_HECTARE14T
Lupine-ArtenColletotrichum0–611 LITER_PER_HECTARE
GersteZwergrost (Puccinia hordei)25–611.25 LITER_PER_HECTARE
WeizenFusarium-Arten61–691 LITER_PER_HECTARE
BlumenkohleAlternaria Arten (Alternaria sp.)13–991 LITER_PER_HECTARE21T
Dillpilzliche Doldenerkrankungen0–651 LITER_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Wie wirkt Folicur als Wachstumsregler im Raps?

Im Herbst fördert Folicur ein flaches, bodennahes Wachstum der Rapsrosette und verhindert das Überstrecken des Vegetationskegels, was die Winterhärte der Kultur deutlich verbessert. Bei einer Frühjahrsbehandlung kürzt es die Pflanzen ein, stärkt die Standfestigkeit und sorgt für eine gleichmäßigere Blüte und Abreife.

Wann ist der optimale Zeitpunkt für eine Behandlung gegen Weißstängeligkeit (Sclerotinia)?

Die Behandlung gegen Sclerotinia sclerotiorum sollte vorbeugend während der Hauptblüte erfolgen, wenn die ersten Blütenblätter abfallen und in den Blattachseln hängen bleiben, da dies die primäre Eintrittspforte für den Pilz darstellt.

Kann ich Folicur bei niedrigen Temperaturen im Frühjahr einsetzen?

Ja, Folicur kann bereits ab Temperaturen von ca. 5 bis 8 °C eingesetzt werden, da Tebuconazol auch bei kühlerer Witterung gut von der Kultur aufgenommen wird. Für eine optimale systemische Verteilung und Wirkung sind jedoch wüchsige Bedingungen vorteilhaft.

Wie regenfest ist Folicur nach der Anwendung?

Dank der schnellen systemischen Aufnahme des Wirkstoffs Tebuconazol ist der Spritzbelag bereits etwa ein bis zwei Stunden nach der Applikation regenfest. Einsetzender Regen nach dieser Zeit beeinträchtigt die Wirkung in der Regel nicht mehr.

Wie finde ich auf agronomy.farmable.tech weitere zugelassene Produkte gegen Rostpilze?

Du kannst in unserer Produktdatenbank gezielt nach dem Schaderreger 'Rostpilze' oder dem Wirkstoff 'Tebuconazol' filtern. Dadurch erhältst du eine Übersicht aller in Deutschland zugelassenen Pflanzenschutzmittel für deine jeweilige Kultur.

Warum ist der Wechsel der Wirkstoffklasse bei Folicur so wichtig?

Tebuconazol gehört zur Gruppe der Triazole (FRAC 3). Wenn du wiederholt nur diesen Wirkmechanismus nutzt, können Pilze Resistenzen entwickeln. Durch den Wechsel mit anderen Wirkstoffklassen unterbrichst du diesen Selektionsdruck und erhältst die Wirksamkeit des Mittels langfristig.