Frequent Max
Frequent Max ist ein hochwirksames, systemisches Herbizid zur gezielten Bekämpfung von einkeimblättrigen Schaderregern in einer Vielzahl von zweikeimblättrigen Kulturen wie Raps, Rüben, Leguminosen sowie verschiedenen Gemüse- und Beerenobstkulturen. Als flüssiges Emulsionskonzentrat formuliert, dringt der Wirkstoff nach der Behandlung schnell in die Blätter ein und verteilt sich systemisch in der gesamten Pflanze bis in die Wurzeln und Rhizome.
Das Pflanzenschutzmittel zeichnet sich durch seine hervorragende Selektivität in den zugelassenen zweikeimblättrigen Kulturen aus. Es erfasst zuverlässig einjährige einkeimblättrige Unkräuter, Ausfallgetreide sowie hartnäckige ausdauernde Ungräser wie die Gemeine Quecke. Dadurch ist es ein unverzichtbarer Baustein im modernen Acker- und Sonderkulturanbau, um die Konkurrenz um Licht, Wasser und Nährstoffe frühzeitig und effektiv auszuschalten.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Der enthaltene Wirkstoff Fluazifop-P gehört zur chemischen Klasse der Aryloxyphenoxypropionate und wird der HRAC-Gruppe 1 (ehemals Gruppe A) zugeordnet. Er wirkt als selektiver Inhibitor des Enzyms Acetyl-CoA-Carboxylase (ACCase) in einkeimblättrigen Pflanzen. Durch die Blockierung dieses Schlüsselenzyms wird die Fettsäuresynthese in den pflanzlichen Zellen der Ungräser unterbunden. Da Fettsäuren essenzielle Bausteine für die Bildung von Zellmembranen sind, führt der Mangel an neuen Lipiden zu einem schnellen Wachstumsstopp in den meristematischen Geweben (Wachstumszonen) der Schaderreger. Innerhalb weniger Tage nach der Anwendung verfärben sich die Herzblätter der betroffenen Ungräser rötlich bis nekrotisch und sterben schließlich vollständig ab, während zweikeimblättrige Kulturen aufgrund einer strukturell anderen ACCase völlig unempfindlich gegenüber dem Wirkstoff sind.
Resistenzmanagement
Um das Risiko einer Resistenzbildung bei einkeimblättrigen Schaderregern zu minimieren, solltest du Frequent Max stets in ein integriertes Unkrautmanagement einbinden. Vermeide den wiederholten, alleinigen Einsatz von ACCase-Hemmern (HRAC-Gruppe 1) auf derselben Fläche. Nutze stattdessen weite Fruchtfolgen, mechanische Regulierungsmaßnahmen und wechsle den Wirkmechanismus durch den Einsatz von Herbiziden mit anderen HRAC-Klassen ab. Achte zudem darauf, die empfohlenen Aufwandmengen nicht zu reduzieren, um die Selektion teilresistenter Biotypen zu verhindern.
Mischbarkeit & Tankmischung
Frequent Max ist im Allgemeinen gut mit vielen gängigen Pflanzenschutzmitteln mischbar. Bei geplanten Tankmischungen mit Fungiziden oder Insektiziden solltest du jedoch vorab stets eine physikalische Mischprobe durchführen. Besondere Vorsicht ist bei Mischungen mit breitblättrigen Herbiziden (wie Wuchsstoffen oder sulfonylharnstoffbasierten Mitteln) geboten, da hier antagonistische Effekte auftreten können, welche die Gräserwirkung von Fluazifop-P reduzieren. Verwende für die Anwendung sauberes Wasser und achte auf eine Applikation bei aktiver Wüchsigkeit der Ungräser, um die Wirkstoffaufnahme zu maximieren.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Beim Umgang mit Frequent Max ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug, Schutzhandschuhen und Augenschutz, zwingend erforderlich, um den Anwenderschutz sicherzustellen. Da keine spezifische Bienengefährdungsklasse im Zulassungsdokument vorgegeben ist, solltest du aus Gründen des vorsorgenden Umweltschutzes Anwendungen in blühenden Kulturen oder an Orten, an denen Bienen aktiv auf Nahrungssuche sind, vermeiden. Führe Behandlungen bevorzugt in den Abendstunden nach dem täglichen Bienenflug durch. Achte zudem darauf, Abdrift in angrenzende Gewässer oder Saumbiotope strikt zu vermeiden, um aquatische Organismen und die lokale Biodiversität zu schonen.
Zugelassene Anwendungen
| Kultur | Ziel-Schaderreger | BBCH | Aufwand | Wartezeit |
|---|---|---|---|---|
| Speisezwiebel | Einjährige einkeimblättrige Unkräuter, Ausfallgetreide | 10–99 | 1 LITER_PER_HECTARE | 28T |
| Pastinak | Einjährige einkeimblättrige Unkräuter, Ausfallgetreide | 10–35 | 1 LITER_PER_HECTARE | 49T |
| Laubholz | Einkeimblättrige Unkräuter | — | 2 LITER_PER_HECTARE | — |
| Nadelholz | Einkeimblättrige Unkräuter | — | 2 LITER_PER_HECTARE | — |
| Ackerbohne | Einjährige einkeimblättrige Unkräuter, Ausfallgetreide | 10–51 | 1 LITER_PER_HECTARE | 90T |
| Beten (Rote, Gelbe, Weiße Bete) | Einjährige einkeimblättrige Unkräuter, Ausfallgetreide | 10–35 | 1 LITER_PER_HECTARE | 49T |
| Haferwurz | Gemeine Quecke | 10–35 | 2 LITER_PER_HECTARE | 49T |
| Laubholz | Einkeimblättrige Unkräuter | — | 2 LITER_PER_HECTARE | — |
| Zuckerrübe | Gemeine Quecke | 10–35 | 2 LITER_PER_HECTARE | 56T |
| Wurzelpetersilie | Einjährige einkeimblättrige Unkräuter, Ausfallgetreide | 10–35 | 1 LITER_PER_HECTARE | 49T |
| Kohlrübe | Gemeine Quecke | 10–35 | 2 LITER_PER_HECTARE | 49T |
| Wurzelpetersilie | Gemeine Quecke | 10–35 | 2 LITER_PER_HECTARE | 49T |
| Knoblauch | Einjährige einkeimblättrige Unkräuter, Ausfallgetreide | 10–99 | 1 LITER_PER_HECTARE | 28T |
| Rote Johannisbeere | Einjährige einkeimblättrige Unkräuter | — | 1 LITER_PER_HECTARE | 90T |
| Heidelbeere | Einjährige einkeimblättrige Unkräuter | — | 1 LITER_PER_HECTARE | 90T |
| Loganbeere | Einjährige einkeimblättrige Unkräuter | — | 1 LITER_PER_HECTARE | 45T |
| Möhre | Gemeine Quecke | 10–35 | 2 LITER_PER_HECTARE | 49T |
| Schwarzwurzel | Gemeine Quecke | 10–35 | 2 LITER_PER_HECTARE | 49T |
| Meerrettich | Einjährige einkeimblättrige Unkräuter, Ausfallgetreide | 10–35 | 1 LITER_PER_HECTARE | 49T |
| Erbse | Einjährige einkeimblättrige Unkräuter, Ausfallgetreide | 10–51 | 1 LITER_PER_HECTARE | 35T |
| Kohlrübe | Einjährige einkeimblättrige Unkräuter, Ausfallgetreide | 10–35 | 1 LITER_PER_HECTARE | 49T |
| Zuckerrübe | Einjährige einkeimblättrige Unkräuter, Ausfallgetreide | 10–35 | 1 LITER_PER_HECTARE | 56T |
| Schwarze Johannisbeere | Einjährige einkeimblättrige Unkräuter | — | 1 LITER_PER_HECTARE | 90T |
| Futterrübe | Gemeine Quecke | 10–35 | 2 LITER_PER_HECTARE | 56T |
| Nadelholz | Einkeimblättrige Unkräuter | — | 2 LITER_PER_HECTARE | — |
| Knollensellerie | Einjährige einkeimblättrige Unkräuter, Ausfallgetreide | 0–35 | 1 LITER_PER_HECTARE | 49T |
| Winterraps | Einjährige einkeimblättrige Unkräuter, Ausfallgetreide | 10–50 | 1 LITER_PER_HECTARE | 90T |
| Meerrettich | Gemeine Quecke | 10–35 | 2 LITER_PER_HECTARE | 49T |
| Winterraps | Einjährige einkeimblättrige Unkräuter, Ausfallgetreide | 10–50 | 1 LITER_PER_HECTARE | 90T |
| Speiserüben (Stoppelrübe, Mairübe etc.) | Einjährige einkeimblättrige Unkräuter, Ausfallgetreide | 10–35 | 1 LITER_PER_HECTARE | 49T |
| Haferwurz | Einjährige einkeimblättrige Unkräuter, Ausfallgetreide | 10–35 | 1 LITER_PER_HECTARE | 49T |
| Rettich | Gemeine Quecke | 10–35 | 2 LITER_PER_HECTARE | 49T |
| Schalotte | Einjährige einkeimblättrige Unkräuter, Ausfallgetreide | 10–99 | 1 LITER_PER_HECTARE | 28T |
| Speiserüben (Stoppelrübe, Mairübe etc.) | Gemeine Quecke | 10–35 | 2 LITER_PER_HECTARE | 49T |
| Laubholz | Einkeimblättrige Unkräuter | — | 2 LITER_PER_HECTARE | — |
| Brombeere | Einjährige einkeimblättrige Unkräuter | — | 1 LITER_PER_HECTARE | 45T |
| Ackerbohne | Gemeine Quecke | 10–51 | 2 LITER_PER_HECTARE | 90T |
| Ziergehölze | Einjährige einkeimblättrige Unkräuter, Gemeine Quecke | — | 2 LITER_PER_HECTARE | — |
| Nadelholz | Einkeimblättrige Unkräuter | — | 2 LITER_PER_HECTARE | — |
| Winterraps | Gemeine Quecke | 10–50 | 2 LITER_PER_HECTARE | 90T |
| Stachelbeere | Einjährige einkeimblättrige Unkräuter | — | 1 LITER_PER_HECTARE | 90T |
| Futterrübe | Einjährige einkeimblättrige Unkräuter, Ausfallgetreide | 10–35 | 1 LITER_PER_HECTARE | 56T |
| Kartoffel | Gemeine Quecke | 0–29 | 2 LITER_PER_HECTARE | 90T |
| Möhre | Einjährige einkeimblättrige Unkräuter, Ausfallgetreide | 10–35 | 1 LITER_PER_HECTARE | 49T |
| Winterraps | Gemeine Quecke | 10–50 | 2 LITER_PER_HECTARE | 90T |
| Schwarzwurzel | Einjährige einkeimblättrige Unkräuter, Ausfallgetreide | 10–35 | 1 LITER_PER_HECTARE | 49T |
| Baumschulgehölzpflanzen | Einjährige einkeimblättrige Unkräuter, Gemeine Quecke | — | 2 LITER_PER_HECTARE | — |
| Himbeere | Einjährige einkeimblättrige Unkräuter | — | 1 LITER_PER_HECTARE | 45T |
| Kartoffel | Einjährige einkeimblättrige Unkräuter, Ausfallgetreide | 0–29 | 1 LITER_PER_HECTARE | 90T |
| Beten (Rote, Gelbe, Weiße Bete) | Gemeine Quecke | 10–35 | 2 LITER_PER_HECTARE | 49T |
| Knollensellerie | Gemeine Quecke | 0–35 | 2 LITER_PER_HECTARE | 49T |
| Rettich | Einjährige einkeimblättrige Unkräuter, Ausfallgetreide | 10–35 | 1 LITER_PER_HECTARE | 49T |
| Pastinak | Gemeine Quecke | 10–35 | 2 LITER_PER_HECTARE | 49T |
Häufige Fragen
Wann ist für dich der optimale Zeitpunkt, um Ausfallgetreide und einjährige Ungräser zu behandeln?
Der beste Behandlungszeitpunkt liegt vor, wenn die einkeimblättrigen Schaderreger aktiv wachsen und genügend Blattfläche zur Wirkstoffaufnahme ausgebildet haben. Für einjährige Ungräser und Ausfallgetreide ist dies meist im 2-Blatt- bis Bestockungsstadium (BBCH-Stadium 12–29) der Fall. Warte nicht, bis die Ungräser zu groß werden, da jüngere Pflanzen deutlich empfindlicher reagieren.
Wie bekämpfst du die Gemeine Quecke mit Frequent Max am effektivsten?
Da die Gemeine Quecke ein ausdauernder Schaderreger mit einem stark verzweigten Rhizomsystem ist, benötigt sie eine höhere Aufwandmenge im oberen zugelassenen Bereich. Behandle die Quecke erst, wenn sie eine Wuchshöhe von etwa 15–20 cm erreicht hat und genügend grüne Blattmasse besitzt, um ausreichend Wirkstoff aufzunehmen und in die unterirdischen Ausläufer zu transportieren.
Welchen Einfluss hat die Witterung auf die Wirkung, und worauf musst du achten?
Für eine optimale Wirkung sind wüchsiges Wetter mit Temperaturen zwischen 10 °C und 25 °C sowie eine ausreichende Luftfeuchtigkeit ideal. Unter extremen Bedingungen wie anhaltender Trockenheit, Frost oder starker Hitze stellen die Ungräser ihr Wachstum ein, was die systemische Aufnahme und Verteilung von Fluazifop-P im Schaderreger stark beeinträchtigt. Vermeide Behandlungen unter direktem Stress für die Kultur.
Wie lange nach der Anwendung darf es nicht regnen, damit die Wirkung stabil bleibt?
Das Pflanzenschutzmittel ist nach dem Antrocknen des Spritzbelags schnell regenfest. In der Regel ist eine regenfreie Zeit von etwa 1 bis 2 Stunden nach der Applikation völlig ausreichend, damit der Wirkstoff vollständig in die Blätter der Schaderreger eindringen kann.
Kannst du Frequent Max auch in Mischung mit anderen Gräser-Herbiziden anwenden?
Eine Mischung mit anderen Herbiziden gegen einkeimblättrige Schaderreger ist in der Praxis meist nicht notwendig und erhöht das Risiko von Phytotoxizität in der Kultur. Um Resistenzen vorzubeugen, solltest du stattdessen auf eine zeitlich versetzte Anwendung (Spritzfolge) setzen und in der Fruchtfolge Wirkstoffe mit unterschiedlichen HRAC-Klassifizierungen kombinieren.
Wie findest du heraus, ob Frequent Max für deine spezifische Kultur zugelassen ist?
Nutze hierzu einfach die interaktive Kulturen- und Zulassungsübersicht auf unserem Portal agronomy.farmable.tech. Dort kannst du deine Kultur filtern und siehst sofort die exakten, behördlich genehmigten BBCH-Anwendungsfenster sowie die spezifischen Wartezeiten für dein Anbauvorhaben.