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Sonstige · Bayer CropScience Deutschland GmbH

Hutton

BVL Zul.-Nr. 034028-63

Hutton ist ein bewährtes, systemisches Pflanzenschutzmittel mit dem Wirkstoff Tebuconazol (250 g/l), das sowohl als hochwirksames Fungizid als auch als Wachstumsregler eingesetzt wird. Durch seine vielseitige Zulassung nimmt es eine feste Position im Ackerbau, Gemüsebau und in Sonderkulturen ein. Die flüssige Formulierung ermöglicht eine einfache Handhabung, eine hervorragende Benetzung der Blattoberfläche und eine schnelle Aufnahme durch die Kultur.

Das Wirkungsspektrum von Hutton umfasst ein breites Spektrum wirtschaftlich bedeutender Schaderreger. Dazu gehören wichtige Pilzkrankheiten wie Alternaria-Arten (z. B. Möhrenschwärze, Kohlschwärze), Echte Mehltaupilze, Rostpilze sowie die Weißstängeligkeit (Sclerotinia) und die Wurzelhals- und Stängelfäule (Phoma) im Raps. Neben der fungiziden Wirkung reguliert Hutton im Raps das Wachstum, was die Winterfestigkeit im Herbst und die Standfestigkeit im Frühjahr deutlich verbessert.

Wirkstoffe

Tebuconazol
250 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der in Hutton enthaltene Wirkstoff Tebuconazol gehört zur chemischen Gruppe der Triazole und ist im FRAC-Code als Gruppe 3 (DMI-Fungizide / Demethylierungs-Inhibitoren) klassifiziert. Der Wirkungsmechanismus basiert auf der Hemmung der Sterol-Biosynthese in den Pilzzellen. Genauer gesagt blockiert Tebuconazol das Enzym C14-Demethylase, was die Bildung von Ergosterol – einem essenziellen Baustein der pilzlichen Zellmembran – verhindert. Ohne intakte Membranen bricht das Wachstum des Myzels zusammen, und der Schaderreger stirbt ab. Hutton wirkt systemisch mit protektiven, kurativen und teils eradikativen Eigenschaften. Nach der Anwendung dringt der Wirkstoff rasch in das Pflanzengewebe ein und wird akropetal (mit dem Saftstrom nach oben) in der Kultur verteilt. Dies sorgt für einen langanhaltenden Schutz, der auch neu zuwachsende Pflanzenteile erfasst.

Resistenzmanagement

Da Tebuconazol der FRAC-Gruppe 3 angehört, besteht bei wiederholter Solo-Anwendung ein mittleres Risiko für die Entwicklung von Resistenzen bei den Zielpathogenen. Um die Wirksamkeit langfristig zu sichern, solltest du Hutton stets im Rahmen einer vorausschauenden Antiresistenzstrategie einsetzen. Dies bedeutet, dass du Behandlungen mit Wirkstoffen aus anderen Wirkstoffklassen (z. B. SDHI/FRAC-Gruppe 7 oder Strobilurine/FRAC-Gruppe 11) abwechseln oder entsprechende Tankmischungspartner wählen solltest. Halte dich zudem strikt an die empfohlenen Aufwandmengen und die maximale Anzahl der Anwendungen pro Saison, um unnötigen Selektionsdruck zu vermeiden.

Mischbarkeit & Tankmischung

Hutton zeichnet sich durch eine gute physikalische und biologische Mischbarkeit mit gängigen Pflanzenschutzmitteln wie Insektiziden, Herbiziden und flüssigen Blattdüngern aus. Bei der Erstellung von Tankmischungen solltest du jedoch stets vorab eine kleine Probemischung (Kübeltest) durchführen, um die physikalische Verträglichkeit zu prüfen. Achte darauf, die Spritzbrühe zügig nach dem Ansetzen auszubringen und für eine gleichmäßige Rührung im Tank zu sorgen. Die Zugabe von Additiven oder Netzmitteln ist in der Regel nicht erforderlich, kann aber bei extremen Wachsschichten auf den Blättern nach Rücksprache mit der Fachberatung sinnvoll sein.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit Hutton ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA) wie Schutzanzug, Schutzhandschehe und Augenschutz obligatorisch. Um Nichtzielorganismen und die Umwelt zu schonen, solltest du Abdrift auf angrenzende Flächen und Gewässer unbedingt vermeiden. Da keine spezifische Bienengefährdungsklasse in den Registrierungsdaten vorgegeben ist, empfiehlt es sich aus Vorsorgegründen, Behandlungen nicht in blühende Bestände oder an Orten mit aktivem Bienenflug durchzuführen. Verlege die Anwendung vorzugsweise in die Abendstunden, wenn der Bienenflug beendet ist, um Risiken für Bestäuber zu minimieren.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
Korianderpilzliche Doldenerkrankungen0–651 LITER_PER_HECTARE—
Gewürzfenchelpilzliche Doldenerkrankungen0–651 LITER_PER_HECTARE—
Kümmelpilzliche Doldenerkrankungen0–651 LITER_PER_HECTARE—
MöhreMöhrenschwärze (Alternaria dauci)13–991 LITER_PER_HECTARE21T
StachelbeereSäulenrost (Cronartium ribicola)71–990.8 LITER_PER_HECTARE14T
GersteNetzfleckenkrankheit (Pyrenophora teres)25–611.25 LITER_PER_HECTARE—
Schwarze JohannisbeereSäulenrost (Cronartium ribicola)71–990.8 LITER_PER_HECTARE14T
WinterrapsWinterfestigkeit14–181 LITER_PER_HECTARE—
Korianderpilzliche Doldenerkrankungen0–651 LITER_PER_HECTARE—
Senf-ArtenKohlschwärze (Alternaria brassicicola), Alternaria brassicae—1.5 LITER_PER_HECTARE—
WinterrapsWeißstängeligkeit (Sclerotinia sclerotiorum)63–651.5 LITER_PER_HECTARE—
WinterrapsStandfestigkeit—1 LITER_PER_HECTARE—
SchnittlauchRost (Puccinia allii)13–991 LITER_PER_HECTARE—
SommerrapsWeißstängeligkeit (Sclerotinia sclerotiorum)—1.5 LITER_PER_HECTARE—
Senf-ArtenWeißstängeligkeit (Sclerotinia sclerotiorum)—1.5 LITER_PER_HECTARE—
Kümmelpilzliche Doldenerkrankungen0–651 LITER_PER_HECTARE—
BlumenkohleAlternaria Arten (Alternaria sp.)13–991 LITER_PER_HECTARE21T
Senf-ArtenBotrytis cinerea—1.5 LITER_PER_HECTARE—
KohlrabiPilzliche Blattfleckenerreger12–991 LITER_PER_HECTARE—
SareptasenfBotrytis cinerea—1.5 LITER_PER_HECTARE—
AckerbohneEchte Mehltaupilze39–591 LITER_PER_HECTARE—
Kopfkohl (Rot-, Weiß-, Spitz- und Wirsingkohl)Pilzliche Blattfleckenerreger—1 LITER_PER_HECTARE—
SareptasenfKohlschwärze (Alternaria brassicicola), Alternaria brassicae—1.5 LITER_PER_HECTARE—
Korianderpilzliche Doldenerkrankungen0–651 LITER_PER_HECTARE—
RoggenBlattfleckenkrankheit (Rhynchosporium secalis)25–611.25 LITER_PER_HECTARE—
FuttererbseErbsenrost (Uromyces pisi)30–591 LITER_PER_HECTARE—
GersteZwergrost (Puccinia hordei)25–611.25 LITER_PER_HECTARE—
SareptasenfWurzelhals- und Stängelfäule (Leptosphaeria maculans)—1.5 LITER_PER_HECTARE—
SommerrapsStandfestigkeit39–551.5 LITER_PER_HECTARE—
Johannisbeerartiges BeerenobstColletotrichum59–990.8 LITER_PER_HECTARE14T
Kümmelpilzliche Doldenerkrankungen0–651 LITER_PER_HECTARE—
Weiße JohannisbeereSäulenrost (Cronartium ribicola)71–990.8 LITER_PER_HECTARE14T
GersteEchter Mehltau (Erysiphe graminis)25–611.25 LITER_PER_HECTARE—
Gewürzfenchelpilzliche Doldenerkrankungen0–651 LITER_PER_HECTARE—
Senf-ArtenWurzelhals- und Stängelfäule (Leptosphaeria maculans)—1.5 LITER_PER_HECTARE—
GräserPilzliche Blattfleckenerreger29–611 LITER_PER_HECTARE—
WeizenEchter Mehltau (Erysiphe graminis)25–611 LITER_PER_HECTARE—
AckerbohneAckerbohnenrost (Uromyces viciae-fabae)—1 LITER_PER_HECTARE—
BlumenkohlePilzliche Blattfleckenerreger—1 LITER_PER_HECTARE—
HimbeereHimbeerrost (Phragmidium rubi-idaei)31–990.8 LITER_PER_HECTARE14T
SchnittpetersilieEchter Mehltau (Erysiphe heraclei)43–991 LITER_PER_HECTARE14T
BlattkohlePilzliche Blattfleckenerreger12–991 LITER_PER_HECTARE—
RoggenBraunrost (Puccinia recondita)25–691.25 LITER_PER_HECTARE—
WeizenFusarium-Arten61–691 LITER_PER_HECTARE—
Rote JohannisbeereSäulenrost (Cronartium ribicola)71–990.8 LITER_PER_HECTARE14T
Gewürzfenchelpilzliche Doldenerkrankungen0–651 LITER_PER_HECTARE—
GersteBlattfleckenkrankheit (Rhynchosporium secalis)25–611.25 LITER_PER_HECTARE—
Kopfkohl (Rot-, Weiß-, Spitz- und Wirsingkohl)Alternaria brassicae13–991 LITER_PER_HECTARE21T
GräserRostpilze29–611 LITER_PER_HECTARE—
SommerrapsAlternaria brassicae—1.5 LITER_PER_HECTARE—
WinterrapsWurzelhals- und Stängelfäule (Leptosphaeria maculans)16–551.5 LITER_PER_HECTARE—
RoggenEchter Mehltau (Erysiphe graminis)25–611.25 LITER_PER_HECTARE—
Dillpilzliche Doldenerkrankungen0–651 LITER_PER_HECTARE—
WeizenBraunrost (Puccinia recondita)25–691 LITER_PER_HECTARE—
SommerrapsWurzelhals- und Stängelfäule (Leptosphaeria maculans)30–591.5 LITER_PER_HECTARE—
SareptasenfWeißstängeligkeit (Sclerotinia sclerotiorum)—1.5 LITER_PER_HECTARE—
WinterrapsAlternaria brassicae63–651.5 LITER_PER_HECTARE—
AckerbohneBotrytis fabae—1 LITER_PER_HECTARE—
ZwiebelgemüseBotrytis-Arten (Botrytis spp.), Blattfleckenkrankheit (Cladosporium allii), Mehlkrankheit (Sclerotium cepivorum)—1 LITER_PER_HECTARE21T
PorreeRost (Puccinia allii)13–991 LITER_PER_HECTARE14T
Lupine-ArtenColletotrichum0–611 LITER_PER_HECTARE—
BrombeereBrombeerrost (Phragmidium bulbosum)31–990.8 LITER_PER_HECTARE14T

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für den Einsatz von Hutton im Raps zur Wachstumsregulierung?

Für die Regulierung des Wachstums und zur Förderung der Winterfestigkeit solltest du Hutton im Herbst im BBCH-Stadium 14 bis 16 (4 bis 6 Laubblätter) anwenden. Im Frühjahr erfolgt die Anwendung zur Verbesserung der Standfestigkeit und zur Bekämpfung von Phoma idealerweise zu Beginn des Schossens (BBCH 30 bis 39), sobald die Vegetation einsetzt und die Temperaturen stabil über 8 °C liegen.

Wie wirkt sich die Temperatur auf die Wirksamkeit von Hutton aus?

Da Hutton ein systemisches Pflanzenschutzmittel ist, benötigt die Kultur für eine optimale Aufnahme und Verteilung des Wirkstoffs eine aktive Stoffwechseltätigkeit. Du solltest die Behandlung daher bei Temperaturen ab ca. 8 bis 10 °C durchführen. Vermeide Anwendungen bei extremer Hitze, starker Sonneneinstrahlung oder wenn Nachtfröste angekündigt sind, um die Kultur nicht unnötig zu stressen.

Kann ich Hutton auch vorbeugend einsetzen oder muss ich auf die ersten Symptome warten?

Obwohl Hutton über kurative Eigenschaften verfügt und bereits beginnende Infektionen stoppen kann, erzielst du die beste Wirkung immer bei einer vorbeugenden (protektiven) Anwendung. Wenn Infektionsbedingungen für Schaderreger wie Alternaria oder Sclerotinia vorliegen (z. B. feucht-warme Witterung), solltest du behandeln, bevor sichtbare Symptome auf den Blättern auftreten.

Wie verhält sich Hutton bezüglich der Regenfestigkeit nach der Anwendung?

Dank der schnellen systemischen Aufnahme des Wirkstoffs Tebuconazol ist Hutton bereits etwa 1 bis 2 Stunden nach der Anwendung regenfest. Wenn es nach diesem Zeitraum regnet, wird die Wirkung nicht mehr beeinträchtigt. Achte darauf, dass die Blätter bei der Spritzung trocken sind, damit die Spritzbrühe optimal anhaften kann und nicht abläuft.

Warum ist der Wirkstoff Tebuconazol in Hutton auch für den Leguminosenanbau interessant?

In Leguminosen wie Erbsen und Ackerbohnen ist Rost (Uromyces pisi) ein ertragsrelevanter Schaderreger. Hutton bietet hier einen starken Schutz, der die Blätter lange grün hält und somit die Assimilation und den Hülsenansatz sichert. Du solltest die Bestände ab der Knospenbildung regelmäßig kontrollieren und bei ersten Anzeichen von Rostbefall umgehend eine Behandlung durchführen.