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Sonstige · Bayer CropScience Deutschland GmbH

Lynx

BVL Zul.-Nr. 034028-61

Lynx ist ein hochwirksames, systemisches Pflanzenschutzmittel von Bayer CropScience Deutschland GmbH, das sowohl als Fungizid als auch als Wachstumsregler in einer Vielzahl von Kulturen eingesetzt wird. Dank der bewährten Formulierung lässt sich das Mittel leicht dosieren, verteilt sich optimal auf der Blattoberfläche und dringt rasch in das Pflanzengewebe ein. Es hat sich im Ackerbau, im anspruchsvollen Gemüsebau sowie im Beerenobst als verlässlicher Partner für den integrierten Pflanzenschutz etabliert.

Das Wirkungsspektrum von Lynx ist bemerkenswert breit. Es erfasst wichtige pilzliche Schaderreger wie Echten Mehltau, verschiedene Rostpilze (z. B. Braunrost, Zwergrost, Ackerbohnenrost), Alternaria-Arten sowie wirtschaftlich bedeutende Krankheiten wie die Weißstängeligkeit (Sclerotinia) und die Wurzelhals- und Stängelfäule (Leptosphaeria maculans) im Raps. Damit sichert das Produkt die Vitalität und Ertragsfähigkeit der Kulturen in kritischen Wachstumsphasen.

Neben der hervorragenden fungiziden Wirkung bietet Lynx in Kulturen wie Winterraps wertvolle physiologische Effekte. Durch die gezielte Regulierung des Wachstums wird die Winterfestigkeit im Herbst gefördert, indem das Überwachsen des Vegetationskegels verhindert wird. Im Frühjahr verbessert die Behandlung die Standfestigkeit der Kultur deutlich, was das Ertragsrisiko durch Lagerbildung minimiert und die Ernteeffizienz steigert.

Wirkstoffe

Tebuconazol
250 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der in Lynx enthaltene Wirkstoff Tebuconazol gehört zur chemischen Gruppe der Triazole und ist im FRAC-Code unter der Gruppe 3 (DMI-Fungizide / Demethylierungs-Inhibitoren) klassifiziert. Der Wirkungsmechanismus basiert auf der selektiven Hemmung der C14-Demethylase, einem Schlüsselenzym in der Biosynthese von Ergosterol. Ergosterol ist ein essenzieller Baustein für den Aufbau, die Fluidität und die Funktion von Pilzzellmembranen. Durch den Mangel an Ergosterol und die gleichzeitige Akkumulation toxischer Methylsterol-Zwischenstufen wird die Membranstruktur der Schadpilze irreparabel geschädigt. Dies führt zu einem schnellen Wachstumsstopp der Keimschläuche und Haustorien, wodurch eine weitere Ausbreitung des Myzels in der Kultur unterbunden wird. Dank der systemischen Eigenschaften wird der Wirkstoff nach der Applikation rasch von den grünen Pflanzenteilen aufgenommen und akropetal (mit dem Saftstrom nach oben) in der Kultur verteilt, was auch neu zuwachsende Blätter schützt.

Resistenzmanagement

Um einer Resistenzentwicklung der Schaderreger gegenüber DMI-Fungiziden (FRAC-Gruppe 3) aktiv vorzubeugen, solltest du Lynx stets im Rahmen einer vorausschauenden Antiresistenzstrategie einsetzen. Vermeide wiederholte Solo-Anwendungen des Wirkstoffs Tebuconazol auf derselben Fläche innerhalb einer Saison. Empfohlen wird der konsequente Wechsel mit Fungiziden aus anderen Wirkstoffklassen mit unterschiedlichen Wirkmechanismen (wie z. B. Strobilurinen oder Carboxamiden) oder die Nutzung von Kombinationspartnern in Tankmischungen. Halte dich zudem strikt an die empfohlenen Aufwandmengen und die maximale Anzahl der Anwendungen pro Kultur und Jahr.

Mischbarkeit & Tankmischung

Lynx zeichnet sich durch eine hervorragende Mischbarkeit mit einer Vielzahl von gängigen Pflanzenschutzmitteln, flüssigen Blattdüngern und Wachstumsreglern aus. Bei der Erstellung von Tankmischungen solltest du jedoch stets die Gebrauchsanleitungen aller Mischpartner beachten und vorab eine physikalische Mischprobe in einem kleinen Gefäß durchführen. Achte auf eine ausreichende Wasserqualität (idealerweise ein pH-Wert im leicht sauren bis neutralen Bereich) und vermeide extreme Wassertemperaturen beim Befüllen der Spritze. Die Zugabe von zugelassenen Netzmitteln kann die Benetzung und Wirkstoffaufnahme auf Kulturen mit starker Wachsschicht (wie Raps oder Kohl) optimieren.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit Lynx ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug, Schutzhandschuhen und Augenschutz, während der Anmischung und Ausbringung obligatorisch. Da keine spezifische Bienengefährdungsklassifizierung vorgegeben ist, solltest du aus Gründen des vorsorgenden Umweltschutzes Anwendungen in blühenden Beständen oder an Orten, an denen Bienen aktiv auf Nahrungssuche sind, vermeiden. Verlege die Behandlung vorzugsweise in die späten Abendstunden nach dem täglichen Bienenflug. Achte zudem darauf, Abdrift auf angrenzende Gewässer und Nichtzielflächen durch den Einsatz driftmindernder Düsentechnik konsequent zu minimieren, um aquatische Organismen und Bodenlebewesen zu schonen.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
PorreeRost (Puccinia allii)13–991 LITER_PER_HECTARE14T
SchnittpetersilieEchter Mehltau (Erysiphe heraclei)43–991 LITER_PER_HECTARE14T
GräserPilzliche Blattfleckenerreger29–611 LITER_PER_HECTARE
GersteEchter Mehltau (Erysiphe graminis)25–611.25 LITER_PER_HECTARE
Kopfkohl (Rot-, Weiß-, Spitz- und Wirsingkohl)Alternaria brassicae13–991 LITER_PER_HECTARE21T
Rote JohannisbeereSäulenrost (Cronartium ribicola)71–990.8 LITER_PER_HECTARE14T
BrombeereBrombeerrost (Phragmidium bulbosum)31–990.8 LITER_PER_HECTARE14T
WinterrapsAlternaria brassicae63–651.5 LITER_PER_HECTARE
Gewürzfenchelpilzliche Doldenerkrankungen0–651 LITER_PER_HECTARE
GräserRostpilze29–611 LITER_PER_HECTARE
Korianderpilzliche Doldenerkrankungen0–651 LITER_PER_HECTARE
WinterrapsStandfestigkeit1 LITER_PER_HECTARE
Senf-ArtenWeißstängeligkeit (Sclerotinia sclerotiorum)1.5 LITER_PER_HECTARE
SareptasenfBotrytis cinerea1.5 LITER_PER_HECTARE
WinterrapsWurzelhals- und Stängelfäule (Leptosphaeria maculans)16–551.5 LITER_PER_HECTARE
WinterrapsWinterfestigkeit14–181 LITER_PER_HECTARE
StachelbeereSäulenrost (Cronartium ribicola)71–990.8 LITER_PER_HECTARE14T
MöhreMöhrenschwärze (Alternaria dauci)13–991 LITER_PER_HECTARE21T
AckerbohneAckerbohnenrost (Uromyces viciae-fabae)1 LITER_PER_HECTARE
SommerrapsAlternaria brassicae1.5 LITER_PER_HECTARE
RoggenBraunrost (Puccinia recondita)25–691.25 LITER_PER_HECTARE
SareptasenfWeißstängeligkeit (Sclerotinia sclerotiorum)1.5 LITER_PER_HECTARE
GersteBlattfleckenkrankheit (Rhynchosporium secalis)25–611.25 LITER_PER_HECTARE
SommerrapsStandfestigkeit39–551.5 LITER_PER_HECTARE
WinterrapsWeißstängeligkeit (Sclerotinia sclerotiorum)63–651.5 LITER_PER_HECTARE
SareptasenfWurzelhals- und Stängelfäule (Leptosphaeria maculans)1.5 LITER_PER_HECTARE
BlumenkohleAlternaria Arten (Alternaria sp.)13–991 LITER_PER_HECTARE21T
Gewürzfenchelpilzliche Doldenerkrankungen0–651 LITER_PER_HECTARE
GersteZwergrost (Puccinia hordei)25–611.25 LITER_PER_HECTARE
Dillpilzliche Doldenerkrankungen0–651 LITER_PER_HECTARE
AckerbohneBotrytis fabae1 LITER_PER_HECTARE
Kümmelpilzliche Doldenerkrankungen0–651 LITER_PER_HECTARE
HimbeereHimbeerrost (Phragmidium rubi-idaei)31–990.8 LITER_PER_HECTARE14T
SareptasenfKohlschwärze (Alternaria brassicicola), Alternaria brassicae1.5 LITER_PER_HECTARE
FuttererbseErbsenrost (Uromyces pisi)30–591 LITER_PER_HECTARE
BlattkohlePilzliche Blattfleckenerreger12–991 LITER_PER_HECTARE
GersteNetzfleckenkrankheit (Pyrenophora teres)25–611.25 LITER_PER_HECTARE
Senf-ArtenWurzelhals- und Stängelfäule (Leptosphaeria maculans)1.5 LITER_PER_HECTARE
KohlrabiPilzliche Blattfleckenerreger12–991 LITER_PER_HECTARE
WeizenBraunrost (Puccinia recondita)25–691 LITER_PER_HECTARE
Weiße JohannisbeereSäulenrost (Cronartium ribicola)71–990.8 LITER_PER_HECTARE14T
Schwarze JohannisbeereSäulenrost (Cronartium ribicola)71–990.8 LITER_PER_HECTARE14T
WeizenFusarium-Arten61–691 LITER_PER_HECTARE
Senf-ArtenBotrytis cinerea1.5 LITER_PER_HECTARE
WeizenEchter Mehltau (Erysiphe graminis)25–611 LITER_PER_HECTARE
AckerbohneEchte Mehltaupilze39–591 LITER_PER_HECTARE
RoggenEchter Mehltau (Erysiphe graminis)25–611.25 LITER_PER_HECTARE
ZwiebelgemüseBotrytis-Arten (Botrytis spp.), Blattfleckenkrankheit (Cladosporium allii), Mehlkrankheit (Sclerotium cepivorum)1 LITER_PER_HECTARE21T
Kopfkohl (Rot-, Weiß-, Spitz- und Wirsingkohl)Pilzliche Blattfleckenerreger1 LITER_PER_HECTARE
SchnittlauchRost (Puccinia allii)13–991 LITER_PER_HECTARE
Kümmelpilzliche Doldenerkrankungen0–651 LITER_PER_HECTARE
SommerrapsWurzelhals- und Stängelfäule (Leptosphaeria maculans)30–591.5 LITER_PER_HECTARE
BlumenkohlePilzliche Blattfleckenerreger1 LITER_PER_HECTARE
Johannisbeerartiges BeerenobstColletotrichum59–990.8 LITER_PER_HECTARE14T
Kümmelpilzliche Doldenerkrankungen0–651 LITER_PER_HECTARE
Lupine-ArtenColletotrichum0–611 LITER_PER_HECTARE
Gewürzfenchelpilzliche Doldenerkrankungen0–651 LITER_PER_HECTARE
Korianderpilzliche Doldenerkrankungen0–651 LITER_PER_HECTARE
Korianderpilzliche Doldenerkrankungen0–651 LITER_PER_HECTARE
Senf-ArtenKohlschwärze (Alternaria brassicicola), Alternaria brassicae1.5 LITER_PER_HECTARE
RoggenBlattfleckenkrankheit (Rhynchosporium secalis)25–611.25 LITER_PER_HECTARE
SommerrapsWeißstängeligkeit (Sclerotinia sclerotiorum)1.5 LITER_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Wie nutzt du den wachstumsregulierenden Effekt von Lynx im Winterraps optimal aus?

Um die Winterfestigkeit zu fördern, solltest du die Behandlung im Herbst im 4- bis 6-Blatt-Stadium (BBCH 14–16) durchführen. Dies hemmt das Längenwachstum des Sprosses, verhindert das vorzeitige Schossen vor dem Winter und stärkt den Wurzelhals. Im Frühjahr unterstützt eine Anwendung zu Beginn des Schossens (BBCH 30–39) die Standfestigkeit der Kultur und reduziert das Risiko von Lagerbildung.

Warum ist die systemische Wirkung von Lynx bei unbeständigem Wetter ein Vorteil?

Da der Wirkstoff Tebuconazol sehr schnell in das Pflanzengewebe eindringt und dort systemisch transportiert wird, ist das Pflanzenschutzmittel bereits kurze Zeit nach der Anwendung regenfest. Selbst wenn kurz nach der Spritzung Niederschläge einsetzen, bleibt der Schutz im Inneren der Kultur aktiv und wird nicht abgewaschen.

Wie kannst du feststellen, ob Lynx für deine spezifische Gemüse- oder Beerenkultur zugelassen ist?

Nutze hierzu die detaillierte Kulturen-Übersicht auf unserem Portal agronomy.farmable.tech. Da Lynx für eine Vielzahl von Sonderkulturen wie Lauch, Möhren, Kohl und Beerenobst registriert ist, kannst du dort gezielt nach deiner Kultur filtern, um die exakten, behördlich genehmigten Anwendungsbestimmungen und Wartezeiten einzusehen.

Was musst du bei der Wartezeit (PHI) vor der Ernte beachten?

Die einzuhaltende Wartezeit zwischen der letzten Anwendung und der Ernte variiert je nach Kultur und Verwendungszweck zwischen 14 und 21 Tagen. Plane deine Behandlungen daher vorausschauend und stimme den Applikationstermin eng mit dem voraussichtlichen Erntefenster ab, um Rückstände in den Ernteprodukten sicher zu vermeiden.

Kannst du Lynx auch bei kühlen Temperaturen im zeitigen Frühjahr einsetzen?

Ja, der Wirkstoff Tebuconazol besitzt eine gute Temperaturflexibilität. Für eine optimale systemische Verteilung und Wirkung im Gewebe der Kultur sind jedoch Temperaturen ab etwa 10 °C und aktives Wachstum der Kultur vorteilhaft. Vermeide Behandlungen bei akut drohendem Nachtfrost oder extremen tageszeitlichen Temperaturschwankungen.

Welche Rolle spielt Lynx bei der Bekämpfung von Sclerotinia (Weißstängeligkeit) im Raps?

Lynx bietet einen hervorragenden Schutz gegen Sclerotinia sclerotiorum, wenn du die Anwendung vorbeugend zur Hauptblüte (BBCH 63–65) durchführst. Zu diesem Zeitpunkt fallen die ersten infizierten Blütenblätter ab und bleiben in den Blattachseln hängen – Lynx verhindert hier effektiv das Eindringen des Pilzmyzels in den Stängel.