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Sonstige · Corteva Agriscience Germany GmbH

Profi Flo 400 SC

BVL Zul.-Nr. 006220-61

Profi Flo 400 SC ist ein hochwirksames Bodenherbizid, das als Suspensionskonzentrat (SC) formuliert ist und 400 g/l des bewährten Wirkstoffs Propyzamid enthält. Entwickelt von Corteva Agriscience Germany GmbH, zeichnet sich dieses Pflanzenschutzmittel durch seine hervorragende Selektivität und breite Zulassung in zahlreichen Sonderkulturen, Kräutern und Gehölzen aus. Es ist der Spezialist für die gezielte Bekämpfung von einjährigen einkeimblättrigen Unkräutern (Ungräsern) sowie ausgewählten zweikeimblättrigen Schaderregern.

Die flüssige Formulierung ermöglicht dir eine einfache Dosierung, eine hervorragende Mischbarkeit im Spritztank und eine gleichmäßige Verteilung auf der Bodenoberfläche. Da der Wirkstoff hauptsächlich über die Wurzeln der Keimlinge aufgenommen wird, entfaltet das Produkt seine Stärke besonders bei Anwendungen in den kühleren Herbst- und Wintermonaten, wenn die Bodenfeuchtigkeit hoch genug ist, um den Wirkstoff in die Keimzone zu transportieren.

Durch das breite Spektrum an zugelassenen Kulturen bietet Profi Flo 400 SC professionellen Anbauern ein flexibles Werkzeug, um kritische Unkrautkonkurrenz frühzeitig auszuschalten. Es sichert das Ertragspotenzial und erleichtert die spätere Ernte durch saubere Bestände.

Wirkstoffe

Propyzamid
400 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der in Profi Flo 400 SC enthaltene Wirkstoff Propyzamid gehört zur HRAC-Gruppe 3 (ehemals K1) und wirkt als spezifischer Hemmstoff der Mikrotubuli-Assembling (Zellteilungsinhibitor). Nach der Aufnahme über die Wurzeln blockiert der Wirkstoff die Ausbildung der Spindelapparate während der Mitose in den meristematischen Geweben der Schaderreger. Dies führt zu einem sofortigen Wachstumsstopp der Wurzeln und verhindert die weitere Zellteilung, wodurch die empfindlichen Keimlinge und Gräser rasch absterben. Da die Wirkung primär über den Boden und die Wurzelaufnahme erfolgt, ist eine ausreichende Bodenfeuchtigkeit für die Aktivierung und Verteilung des Wirkstoffs im Bodenprofil essenziell. Die Selektivität in den zugelassenen Kulturen beruht meist auf einer räumlichen Entkopplung – die Wurzeln der etablierten Kultur liegen tiefer als die Wirkungszone des Herbizids in den oberen Bodenschichten – oder auf einer physiologischen Toleranz der Kultur.

Resistenzmanagement

Um der Entstehung von Resistenzen, insbesondere bei schwer bekämpfbaren Ungräsern, wirksam vorzubeugen, solltest du Profi Flo 400 SC stets in ein integriertes Pflanzenschutzkonzept einbinden. Wechsel die Anwendung von Wirkstoffen der HRAC-Gruppe 3 systematisch mit Herbiziden ab, die über andere Wirkungsmechanismen verfügen (z. B. HRAC-Gruppe 15 oder 0). Vermeide es, diesen Wirkstoff in aufeinanderfolgenden Jahren auf derselben Fläche als alleinige Maßnahme gegen Gräser einzusetzen, und nutze zusätzlich mechanische Maßnahmen zur Unkrautregulierung.

Mischbarkeit & Tankmischung

Profi Flo 400 SC lässt sich im Allgemeinen gut mit anderen bodenwirksamen Herbiziden kombinieren, um das Wirkungsspektrum abzurunden. Bei der Herstellung von Tankmischungen solltest du den Spritztank zunächst zu mindestens der Hälfte mit Wasser füllen, das Rührwerk aktivieren und Profi Flo 400 SC als erste Komponente langsam hinzugeben, bevor weitere Mischpartner beigefügt werden. Führe vor großflächigen Anwendungen immer eine physikalische Mischprobe (Kübeltest) durch und vermeide Mischungen mit stark alkalischen Zusätzen oder Düngemitteln, sofern diese nicht ausdrücklich empfohlen werden.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit Profi Flo 400 SC ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug, robustem Schuhwerk und Schutzhandschuhen, für dich obligatorisch. Da für dieses Produkt keine spezifische Bienengefährdungsklasse angegeben ist, solltest du zum Schutz von Bestäubern Anwendungen nicht in blühende Bestände oder an Orten durchführen, an denen Bienen aktiv auf Nahrungssuche sind; weiche hierzu bevorzugt auf die Abendstunden aus. Achte zudem penibel darauf, Abdrift auf angrenzende Gewässer und Nichtzielflächen durch den Einsatz driftmindernder Düsentechnik zu verhindern, um aquatische Organismen und die Umwelt zu schonen.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
PflaumeEinkeimblättrige Unkräuter, Vogel-Sternmiere6.25 LITER_PER_HECTARE
SalateEinjährige einkeimblättrige Unkräuter, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter3.75 LITER_PER_HECTARE
EndivienEinjährige einkeimblättrige Unkräuter, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter3.75 LITER_PER_HECTARE
DillEinjährige einkeimblättrige Unkräuter, Vogel-Sternmiere1.25 LITER_PER_HECTARE42T
Minze-ArtenEinjährige einkeimblättrige Unkräuter, Vogel-Sternmiere1.25 LITER_PER_HECTARE
Krauser AmpferEinjährige einkeimblättrige Unkräuter, Vogel-Sternmiere1.25 LITER_PER_HECTARE
ErdbeereEinjährige einkeimblättrige Unkräuter, Vogel-Sternmiere1.25 LITER_PER_HECTARE
MelisseEinjährige einkeimblättrige Unkräuter, Vogel-Sternmiere97–991.25 LITER_PER_HECTARE
HeidelbeereEinkeimblättrige Unkräuter, Vogel-Sternmiere3.75 LITER_PER_HECTARE
SchnittlauchEinjährige einkeimblättrige Unkräuter, Vogel-Sternmiere1.25 LITER_PER_HECTARE70T
SauerkirscheEinkeimblättrige Unkräuter, Vogel-Sternmiere6.25 LITER_PER_HECTARE
Weiße JohannisbeereEinkeimblättrige Unkräuter, Vogel-Sternmiere6.25 LITER_PER_HECTARE
MelisseEinjährige einkeimblättrige Unkräuter, Vogel-Sternmiere1.25 LITER_PER_HECTARE
RhabarberEinkeimblättrige Unkräuter3.75 LITER_PER_HECTARE
Weiden-ArtenEinjährige einkeimblättrige Unkräuter, Vogel-Sternmiere3.75 LITER_PER_HECTARE
MelisseEinjährige einkeimblättrige Unkräuter, Vogel-Sternmiere97–991.25 LITER_PER_HECTARE
AprikoseEinkeimblättrige Unkräuter, Vogel-Sternmiere6.25 LITER_PER_HECTARE
Schwarze JohannisbeereEinkeimblättrige Unkräuter, Vogel-Sternmiere6.25 LITER_PER_HECTARE
SchnittpetersilieEinjährige einkeimblättrige Unkräuter, Vogel-Sternmiere1.25 LITER_PER_HECTARE
Schwarzer HolunderEinkeimblättrige Unkräuter, Vogel-Sternmiere3.75 LITER_PER_HECTARE
Kamille-ArtenVogel-Sternmiere, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter1.25 LITER_PER_HECTARE
SchwarzwurzelEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter0–91.875 LITER_PER_HECTARE
Himbeerartiges BeerenobstEinkeimblättrige Unkräuter, Vogel-Sternmiere3.75 LITER_PER_HECTARE
Weiden-ArtenEinjährige einkeimblättrige Unkräuter, Vogel-Sternmiere3.75 LITER_PER_HECTARE
ZiergehölzeEinkeimblättrige Unkräuter, Vogel-Sternmiere6.25 LITER_PER_HECTARE
SchalenobstEinkeimblättrige Unkräuter, Vogel-Sternmiere6.25 LITER_PER_HECTARE
Minze-ArtenEinjährige einkeimblättrige Unkräuter, Vogel-Sternmiere97–991.25 LITER_PER_HECTARE
SpitzwegerichVogel-Sternmiere, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter1.25 LITER_PER_HECTARE
Rote JohannisbeereEinkeimblättrige Unkräuter, Vogel-Sternmiere6.25 LITER_PER_HECTARE
SalateEinjährige einkeimblättrige Unkräuter, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter3.75 LITER_PER_HECTARE
SüßkirscheEinkeimblättrige Unkräuter, Vogel-Sternmiere6.25 LITER_PER_HECTARE
TraubensilberkerzeVogel-Sternmiere, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter1.25 LITER_PER_HECTARE
WinterrapsAcker-Fuchsschwanz14–991.875 LITER_PER_HECTARE
StachelbeereEinkeimblättrige Unkräuter, Vogel-Sternmiere6.25 LITER_PER_HECTARE
Salat-ArtenEinjährige zweikeimblättrige Unkräuter2.5 LITER_PER_HECTARE
Minze-ArtenEinjährige einkeimblättrige Unkräuter, Vogel-Sternmiere1.25 LITER_PER_HECTARE
SchnittpetersilieEinjährige einkeimblättrige Unkräuter, Vogel-Sternmiere1.25 LITER_PER_HECTARE42T
ChicoreeEinjährige einkeimblättrige Unkräuter, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter3.75 LITER_PER_HECTARE
PfirsichEinkeimblättrige Unkräuter, Vogel-Sternmiere6.25 LITER_PER_HECTARE
SchnittlauchEinjährige einkeimblättrige Unkräuter, Vogel-Sternmiere1.25 LITER_PER_HECTARE
MelisseEinjährige einkeimblättrige Unkräuter, Vogel-Sternmiere1.25 LITER_PER_HECTARE
WeinrebeEinkeimblättrige Unkräuter, Vogel-Sternmiere6.25 LITER_PER_HECTARE
EndivienEinjährige einkeimblättrige Unkräuter, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter3.75 LITER_PER_HECTARE
WinterrapsAcker-Fuchsschwanz, Trespe-Arten, Ausfallgetreide14–991.25 LITER_PER_HECTARE
Minze-ArtenEinjährige einkeimblättrige Unkräuter, Vogel-Sternmiere97–991.25 LITER_PER_HECTARE
WurzelzichorieEinjährige einkeimblättrige Unkräuter, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter3.75 LITER_PER_HECTARE
KernobstEinkeimblättrige Unkräuter, Vogel-Sternmiere6.25 LITER_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Wie optimierst du die Wirkung von Profi Flo 400 SC bei der Anwendung im Herbst?

Um die beste Wirkung zu erzielen, solltest du die Behandlung bei niedrigen Temperaturen (optimal unter 10 °C) und auf feuchtem Boden durchführen. Kühle Bedingungen verlangsamen den mikrobiellen Abbau von Propyzamid im Boden, während die Feuchtigkeit dafür sorgt, dass der Wirkstoff gleichmäßig in die Keimzone der Schaderreger eingewaschen wird.

Welche Rolle spielt das BBCH-Stadium der Kultur bei der Behandlung?

Obwohl das Produkt formal für einen sehr breiten BBCH-Bereich zugelassen ist, musst du die spezifischen Anwendungsbestimmungen für deine jeweilige Kultur genau prüfen. Die Anwendung erfolgt meist im Nachauflauf der Kultur, aber idealerweise vor dem Auflaufen oder im sehr frühen Keimblattstadium der Zielunkräuter, da ältere Unkräuter schlechter erfasst werden.

Kannst du Profi Flo 400 SC auf sandigen Böden uneingeschränkt einsetzen?

Auf sehr leichten, sandigen Böden solltest du vorsichtig sein. Durch starken Regen kann der Wirkstoff in tiefere Bodenschichten verlagert werden, was einerseits die Wirkung gegen flach keimende Unkräuter abschwächt und andererseits das Risiko von phytotoxischen Schäden an den tieferen Wurzeln deiner Kultur erhöht.

Wie integrierst du dieses Pflanzenschutzmittel in dein Resistenzmanagement?

Da Propyzamid zur HRAC-Gruppe 3 gehört, solltest du es im Wechsel mit Herbiziden anderer Wirkstoffklassen einsetzen. Vermeide es, in aufeinanderfolgenden Kulturen ausschließlich auf diesen Wirkmechanismus zu setzen, und kombiniere die chemische Behandlung mit pflanzenbaulichen Maßnahmen wie einer abwechslungsreichen Fruchtfolge.

Was musst du bezüglich der Wartezeit bis zur Ernte beachten?

Die Wartezeit (PHI) ist kulturabhängig und liegt fest vorgegeben zwischen 42 und 70 Tagen. Du musst diesen Zeitraum unbedingt einhalten, um sicherzustellen, dass keine unzulässigen Rückstände im Erntegut verbleiben. Plane die Anwendung daher vorausschauend im Rahmen deines Kulturmanagements ein.