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Sonstige · Life Scientific Limited

SCREEN

BVL Zul.-Nr. 007180-60

SCREEN von Life Scientific Limited ist ein hochwirksames, breit wirksames Pflanzenschutzmittel zur Bekämpfung einer Vielzahl von pilzlichen Schaderregern in zahlreichen Kulturen wie Getreide, Raps, Kartoffeln, Gemüse und Erdbeeren. Als Suspensionskonzentrat (SC) formuliert, enthält es den bewährten Wirkstoff Azoxystrobin (250 g/l), der sich durch hervorragende systemische und translaminare Eigenschaften auszeichnet.

Das Anwendungsspektrum von SCREEN ist außergewöhnlich breit. Es schützt deine Kulturen zuverlässig vor wirtschaftlich bedeutenden Krankheiten wie Rostpilzen (z. B. Gelb- und Braunrost), Falschen Mehltaupilzen, Alternaria-Arten (Kohlschwärze, Sprühflecken), Sclerotinia-Stängelfäule sowie bodenbürtigen Erregern wie Rhizoctonia solani. Durch die vorbeugende Wirkung verhindert das Mittel das Keimen der Sporen und das Eindringen der Pilzhyphen in das Pflanzengewebe.

Dank der modernen Formulierung verteilt sich der Wirkstoff nach der Anwendung gleichmäßig auf und in den Blättern der Kultur. Dies sichert einen langanhaltenden Schutz, auch bei nachfolgendem Neuzuwachs. SCREEN ist somit ein unverzichtbarer Baustein in modernen, integrierten Pflanzenschutzstrategien für Ackerbau- und Sonderkulturbetriebe.

Wirkstoffe

Azoxystrobin
250 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der in SCREEN enthaltene Wirkstoff Azoxystrobin gehört zur chemischen Gruppe der Strobilurine (FRAC-Gruppe 11, Qo-Inhibitoren). Der biochemische Wirkungsmechanismus basiert auf der Hemmung der Zellatmung der Pilze. Genauer gesagt blockiert Azoxystrobin den Elektronentransport in den Mitochondrien am Cytochrom-bc1-Komplex (Qo-Stelle). Dies führt zu einem raschen Zusammenbruch der Energieversorgung (ATP-Synthese) des Schaderregers, wodurch das Wachstum und die Sporenkeimung effektiv unterbunden werden. Neben der direkten fungiziden Wirkung besitzt Azoxystrobin ausgeprägte physiologische Effekte auf die Kultur (sogenannter „Greening-Effekt“). Durch die Reduzierung der Ethylenbildung und die Förderung der Nitratreduktase-Aktivität bleibt das Laub länger grün und assimilationsaktiv. Dies optimiert die Wassernutzungseffizienz und stärkt die Stresstoleranz deiner Kulturen gegenüber Trockenheit, was sich positiv auf Ertrag und Qualität auswirken kann.

Resistenzmanagement

Da Azoxystrobin (FRAC-Gruppe 11) ein hohes inhärentes Risiko für Resistenzbildungen aufweist, ist ein konsequentes Resistenzmanagement zwingend erforderlich. Du solltest SCREEN daher immer vorbeugend einsetzen und die maximale Anzahl der Anwendungen pro Saison strikt einhalten. Um die Wirksamkeit langfristig zu sichern, empfiehlt sich der Wechsel oder die Tankmischung mit Pflanzenschutzmitteln aus anderen Wirkstoffklassen mit unterschiedlichem Wirkungsmechanismus (wie Triazolen oder Carboxamiden). Vermeide Solo-Anwendungen bei hohem Befallsdruck.

Mischbarkeit & Tankmischung

SCREEN zeigt im Allgemeinen eine sehr gute Mischbarkeit mit gängigen Fungiziden, Insektiziden und flüssigen Blattdüngern. Bei Tankmischungen solltest du jedoch stets die Gebrauchsanleitungen aller Mischpartner beachten und vorab eine kleine Mischprobe auf physikalische Verträglichkeit durchführen. Achte auf eine ausreichende Wasseraufwandmenge und eine gleichmäßige Benetzung der Kultur. Die Zugabe von Additiven ist in der Regel nicht erforderlich, kann aber unter schwierigen Bedingungen die Benetzung verbessern. Vermeide Mischungen bei extremer Hitze oder starker Sonneneinstrahlung, um Phytotoxizität in empfindlichen Kulturen zu verhindern.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit SCREEN ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug, Schutzhandschuhen und Augenschutz, bei der Anmischung und Ausbringung obligatorisch. Da keine spezifische Bienengefährdungsklasse im Zulassungsdatensatz angegeben ist, solltest du zum Schutz von Bestäubern vorsorglich auf Anwendungen in blühende Bestände oder an Orten, an denen Bienen aktiv auf Nahrungssuche sind, verzichten. Führe Behandlungen bevorzugt in den Abendstunden durch, wenn der Bienenflug beendet ist. Achte zudem darauf, Abdrift auf angrenzende Gewässer und Nichtzielflächen durch den Einsatz abdriftmindernder Technik strikt zu minimieren, um aquatische Organismen und Bodenlebewesen zu schonen.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
BrokkoliKohlschwärze (Alternaria brassicicola), Weißer Rost (Albugo candida), Alternaria brassicae16–491 LITER_PER_HECTARE14T
BlumenkohlKohlschwärze (Alternaria brassicicola), Weißer Rost (Albugo candida), Alternaria brassicae16–491 LITER_PER_HECTARE14T
HaferHaferkronenrost (Puccinia coronata)31–611 LITER_PER_HECTARE
SpargelLaubkrankheit (Stemphylium botryosum), Spargelrost (Puccinia asparagi)41–891 LITER_PER_HECTARE
RotkohlKohlschwärze (Alternaria brassicicola), Weißer Rost (Albugo candida), Alternaria brassicae16–491 LITER_PER_HECTARE14T
WeizenGelbrost (Puccinia striiformis)31–611 LITER_PER_HECTARE
EndivienFalscher Mehltau (Bremia lactucae), Rhizoctonia solani14–491 LITER_PER_HECTARE14T
SalateFalscher Mehltau (Bremia lactucae), Rhizoctonia solani14–491 LITER_PER_HECTARE14T
BuschbohneFalscher Mehltau (Peronospora viciae), Brennfleckenkrankheit (Ascochyta pisi)17–721 LITER_PER_HECTARE7T
RoggenBraunrost (Puccinia recondita)31–691 LITER_PER_HECTARE
RapsSclerotinia sclerotiorum60–691 LITER_PER_HECTARE21T
GersteBlattfleckenkrankheit (Rhynchosporium secalis)31–611 LITER_PER_HECTARE
EndivienFalscher Mehltau (Bremia lactucae), Rhizoctonia solani14–491 LITER_PER_HECTARE14T
WeizenCladosporium-Arten, Alternaria Arten (Alternaria sp.)31–711 LITER_PER_HECTARE
RadicchioFalscher Mehltau (Bremia lactucae)14–491 LITER_PER_HECTARE14T
RoggenBlattfleckenkrankheit (Rhynchosporium secalis)31–611 LITER_PER_HECTARE
SpeisezwiebelFalscher Mehltau (Peronospora destructor)14–481 LITER_PER_HECTARE14T
AckerbohneAckerbohnenrost (Uromyces viciae-fabae)60–691 LITER_PER_HECTARE35T
PorreePorreerost (Puccinia porri), Purpurfleckenkrankheit (Alternaria porri)16–481 LITER_PER_HECTARE21T
ErdbeereEchter Mehltau (Sphaerotheca macularis), Colletotrichum55–891 LITER_PER_HECTARE3T
FuttererbseBrennfleckenkrankheit (Ascochyta pisi)51–751 LITER_PER_HECTARE35T
MöhreEchter Mehltau (Erysiphe heraclei), Möhrenschwärze (Alternaria dauci)16–491 LITER_PER_HECTARE14T
KartoffelAlternaria Arten (Alternaria sp.)51–850.5 LITER_PER_HECTARE7T
HaferEchter Mehltau (Erysiphe graminis)31–611 LITER_PER_HECTARE
StaudenkohlKohlschwärze (Alternaria brassicicola), Weißer Rost (Albugo candida), Alternaria brassicae16–491 LITER_PER_HECTARE14T
ErdbeereEchter Mehltau (Sphaerotheca macularis), Colletotrichum55–891 LITER_PER_HECTARE3T
TriticaleBlattfleckenkrankheit (Rhynchosporium secalis)31–611 LITER_PER_HECTARE
StangenbohneFalscher Mehltau (Peronospora viciae), Brennfleckenkrankheit (Ascochyta pisi)17–721 LITER_PER_HECTARE7T
Dicke BohneAckerbohnenrost (Uromyces viciae-fabae)17–721 LITER_PER_HECTARE14T
Lupine-ArtenRostpilze17–721 LITER_PER_HECTARE35T
GrünkohlKohlschwärze (Alternaria brassicicola), Weißer Rost (Albugo candida), Alternaria brassicae16–491 LITER_PER_HECTARE14T
SalateFalscher Mehltau (Bremia lactucae), Rhizoctonia solani14–491 LITER_PER_HECTARE14T
WeizenBlatt- und Spelzenbräune (Septoria nodorum)31–611 LITER_PER_HECTARE
GersteNetzfleckenkrankheit (Pyrenophora teres)31–611 LITER_PER_HECTARE
RosenkohlKohlschwärze (Alternaria brassicicola), Weißer Rost (Albugo candida), Alternaria brassicae16–491 LITER_PER_HECTARE14T
KnoblauchFalscher Mehltau (Peronospora destructor)14–481 LITER_PER_HECTARE14T
WeizenBraunrost (Puccinia recondita)31–691 LITER_PER_HECTARE
SchalotteFalscher Mehltau (Peronospora destructor)14–481 LITER_PER_HECTARE14T
WeißkohlKohlschwärze (Alternaria brassicicola), Weißer Rost (Albugo candida), Alternaria brassicae16–491 LITER_PER_HECTARE14T
RadicchioFalscher Mehltau (Bremia lactucae)14–491 LITER_PER_HECTARE14T
RapsAlternaria Arten (Alternaria sp.)60–691 LITER_PER_HECTARE21T
TriticaleBraunrost (Puccinia recondita)31–691 LITER_PER_HECTARE
GersteBraunrost (Puccinia recondita)31–691 LITER_PER_HECTARE
KartoffelRhizoctonia solani, Colletotrichum coccodes3 LITER_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Wann solltest du SCREEN optimalerweise anwenden?

Da SCREEN primär vorbeugend (protektiv) wirkt, solltest du die Behandlung durchführen, bevor die ersten Symptome des Schaderregers im Feld sichtbar werden, oder unmittelbar bei Warndienstaufruf. Die systemischen Eigenschaften schützen deine Kultur optimal, wenn sich der Wirkstoff bereits vor einer Infektion im Pflanzengewebe verteilen kann.

Wie wirkt sich der „Greening-Effekt“ von SCREEN auf deine Kultur aus?

Der Wirkstoff Azoxystrobin verzögert den Alterungsprozess (Seneszenz) der Blätter, indem er die pflanzeneigene Ethylenproduktion hemmt. Deine Kultur bleibt dadurch länger grün, kann über einen längeren Zeitraum Photosynthese betreiben und nutzt Wasser effizienter aus. Dies führt häufig zu einer besseren Korn- oder Fruchtfüllung und sichert dein Ertragspotenzial ab.

Kannst du SCREEN in allen zugelassenen Kulturen mit der gleichen Aufwandmenge anwenden?

Nein, die zugelassene Aufwandmenge variiert je nach Kultur und Schaderreger zwischen 0,5 und 1,0 l/ha. Auch die Wartezeiten bis zur Ernte unterscheiden sich erheblich (zwischen 3 und 35 Tagen). Du musst daher vor jeder Anwendung die spezifischen Zulassungsauflagen für deine jeweilige Kultur genau prüfen.

Warum ist der Wirkstoffwechsel bei der Nutzung von SCREEN für dich so wichtig?

Azoxystrobin gehört zur FRAC-Gruppe 11 (Strobilurine). Pilze können relativ schnell Resistenzen gegen diese Wirkstoffklasse entwickeln, wenn du sie wiederholt solo einsetzt. Durch den gezielten Wechsel mit anderen Wirkstoffklassen (z. B. Triazolen oder SDHI) unterbrichst du Selektionsprozesse und erhältst die Wirksamkeit von SCREEN langfristig.

Was musst du bei der Anwendung von SCREEN in Sonderkulturen wie Gemüse oder Erdbeeren beachten?

In Sonderkulturen ist die Einhaltung der spezifischen BBCH-Stadien (Zulassungsbereich BBCH 14 bis 89) und der Wartezeiten besonders kritisch, da du diese Kulturen oft direkt vermarktest. Achte zudem auf eine exakte Dosierung und eine lückenlose Benetzung des oft dichten Blattwerks, um auch versteckte Infektionsherde sicher zu erfassen.

Wie verhält sich SCREEN, wenn es kurz nach deiner Anwendung regnet?

Dank seiner schnellen Wirkstoffaufnahme in das Blattgewebe ist SCREEN bereits kurze Zeit nach dem Antrocknen des Spritzbelags regenfest (in der Regel nach 1 bis 2 Stunden). Ein moderater Regenschauer nach dieser Zeit beeinträchtigt die fungizide Wirkung für deine Kultur nicht mehr maßgeblich.