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Sonstige · Bayer CropScience Deutschland GmbH

Valor

BVL Zul.-Nr. 034028-65

Valor ist ein hochwirksames, systemisches Pflanzenschutzmittel von Bayer CropScience Deutschland GmbH mit dem bewährten Wirkstoff Tebuconazol (250 g/l). Es ist als flüssiges Emulsionskonzentrat formuliert und zeichnet sich durch ein breites Wirkungsspektrum gegen wirtschaftlich bedeutende Pilzkrankheiten aus. Das Mittel wird sowohl im Ackerbau (wie Getreide und Raps) als auch in Sonderkulturen und im Gemüsebau erfolgreich eingesetzt.

Neben der hervorragenden fungiziden Wirkung gegen Schaderreger wie Rostpilze, Echten Mehltau, Alternaria-Arten und Fusarium besitzt das Produkt im Winterraps auch hervorragende wachstumsregulierende Eigenschaften. Es fördert die Winterfestigkeit der Kultur, indem es das Überwachsen des Vegetationskegels im Herbst verhindert und die Standfestigkeit im Frühjahr stärkt.

Durch die systemische Verteilung im Pflanzengewebe bietet das Pflanzenschutzmittel sowohl eine vorbeugende (protektive) als auch eine heilende (kurative) Wirkung. Dies macht es zu einem flexiblen Baustein in modernen Pflanzenschutzstrategien, um Ertrag und Qualität in einer Vielzahl von Kulturen abzusichern.

Wirkstoffe

Tebuconazol
250 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der Wirkstoff Tebuconazol gehört zur chemischen Gruppe der Triazole und ist in die FRAC-Gruppe 3 (DMI - Demethylierungs-Inhibitoren) eingeordnet. Er greift gezielt in die Sterol-Biosynthese der Pilzzellen ein, indem er die C14-Demethylase blockiert. Dies führt zu einem Mangel an Ergosterol, einem essenziellen Bestandteil der pilzlichen Zellmembran, und gleichzeitig zur Akkumulation toxischer Methylsterole. In der Folge wird die Struktur und Funktion der Zellmembran des Schaderregers irreversibel gestört, was das Wachstum der Keimschläuche und die Ausbreitung des Myzels stoppt. Da der Wirkstoff systemisch von den grünen Pflanzenteilen aufgenommen und akropetal (mit dem Saftstrom nach oben) transportiert wird, sind auch neu zuwachsende Blätter nach der Anwendung geschützt.

Resistenzmanagement

Um der Entstehung von Resistenzen bei den Zielpathogenen wirksam vorzubeugen, solltest du Valor stets im Rahmen eines integrierten Pflanzenschutzkonzepts einsetzen. Vermeide wiederholte Solo-Anwendungen von Wirkstoffen aus der FRAC-Gruppe 3 auf derselben Fläche. Ein regelmäßiger Wirkstoffwechsel mit Fungiziden anderer Wirkstoffklassen sowie die Einhaltung der empfohlenen Aufwandmengen sind entscheidend, um die Sensitivität der Schaderreger langfristig zu erhalten.

Mischbarkeit & Tankmischung

Das Pflanzenschutzmittel ist im Allgemeinen gut mit gängigen Herbiziden, Insektiziden und Blattdüngern mischbar. Bei geplanten Tankmischungen empfiehlt es sich jedoch, vorab eine physikalische Mischprobe in einem kleinen Gefäß durchzuführen. Achte auf eine ausreichende Wasseraufwandmenge und eine gleichmäßige Benetzung der Kultur. Die Anwendung sollte vorzugsweise in den kühleren Morgen- oder Abendstunden erfolgen, um Stress für die Kultur zu minimieren und die Wirkstoffaufnahme zu optimieren.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit dem Produkt ist die vorgeschriebene persönliche Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug, Schutzhandschuhen und Augenschutz, zu tragen. Da keine spezifische Bienengefährdungsstufe in den Zulassungsdaten angegeben ist, solltest du zum Schutz von Bestäubern vorsorglich auf Anwendungen in blühende Bestände oder an Orten, an denen Bienen aktiv auf Futtersuche sind, verzichten und Behandlungen in die späten Abendstunden verlegen. Vermeide zudem jegliche Abdrift in angrenzende Gewässer oder Saumbiotope, um aquatische Organismen und die lokale Fauna zu schonen.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
Korianderpilzliche Doldenerkrankungen0–651 LITER_PER_HECTARE
Kümmelpilzliche Doldenerkrankungen0–651 LITER_PER_HECTARE
Gewürzfenchelpilzliche Doldenerkrankungen0–651 LITER_PER_HECTARE
GersteZwergrost (Puccinia hordei)25–611.25 LITER_PER_HECTARE
Johannisbeerartiges BeerenobstColletotrichum59–990.8 LITER_PER_HECTARE14T
SommerrapsAlternaria brassicae1.5 LITER_PER_HECTARE
PorreeRost (Puccinia allii)13–991 LITER_PER_HECTARE14T
SareptasenfBotrytis cinerea1.5 LITER_PER_HECTARE
BlumenkohleAlternaria Arten (Alternaria sp.)13–991 LITER_PER_HECTARE21T
WeizenBraunrost (Puccinia recondita)25–691 LITER_PER_HECTARE
Kopfkohl (Rot-, Weiß-, Spitz- und Wirsingkohl)Pilzliche Blattfleckenerreger1 LITER_PER_HECTARE
Rote JohannisbeereSäulenrost (Cronartium ribicola)71–990.8 LITER_PER_HECTARE14T
FuttererbseErbsenrost (Uromyces pisi)30–591 LITER_PER_HECTARE
AckerbohneAckerbohnenrost (Uromyces viciae-fabae)1 LITER_PER_HECTARE
Kümmelpilzliche Doldenerkrankungen0–651 LITER_PER_HECTARE
Senf-ArtenKohlschwärze (Alternaria brassicicola), Alternaria brassicae1.5 LITER_PER_HECTARE
SareptasenfWeißstängeligkeit (Sclerotinia sclerotiorum)1.5 LITER_PER_HECTARE
WeizenFusarium-Arten61–691 LITER_PER_HECTARE
SommerrapsWeißstängeligkeit (Sclerotinia sclerotiorum)1.5 LITER_PER_HECTARE
MöhreMöhrenschwärze (Alternaria dauci)13–991 LITER_PER_HECTARE21T
WinterrapsWurzelhals- und Stängelfäule (Leptosphaeria maculans)16–551.5 LITER_PER_HECTARE
RoggenEchter Mehltau (Erysiphe graminis)25–611.25 LITER_PER_HECTARE
Schwarze JohannisbeereSäulenrost (Cronartium ribicola)71–990.8 LITER_PER_HECTARE14T
WinterrapsWeißstängeligkeit (Sclerotinia sclerotiorum)63–651.5 LITER_PER_HECTARE
WinterrapsWinterfestigkeit14–181 LITER_PER_HECTARE
AckerbohneBotrytis fabae1 LITER_PER_HECTARE
GersteNetzfleckenkrankheit (Pyrenophora teres)25–611.25 LITER_PER_HECTARE
WinterrapsStandfestigkeit1 LITER_PER_HECTARE
BlumenkohlePilzliche Blattfleckenerreger1 LITER_PER_HECTARE
GräserRostpilze29–611 LITER_PER_HECTARE
Senf-ArtenBotrytis cinerea1.5 LITER_PER_HECTARE
AckerbohneEchte Mehltaupilze39–591 LITER_PER_HECTARE
BlattkohlePilzliche Blattfleckenerreger12–991 LITER_PER_HECTARE
ZwiebelgemüseBotrytis-Arten (Botrytis spp.), Blattfleckenkrankheit (Cladosporium allii), Mehlkrankheit (Sclerotium cepivorum)1 LITER_PER_HECTARE21T
Senf-ArtenWeißstängeligkeit (Sclerotinia sclerotiorum)1.5 LITER_PER_HECTARE
Gewürzfenchelpilzliche Doldenerkrankungen0–651 LITER_PER_HECTARE
SchnittpetersilieEchter Mehltau (Erysiphe heraclei)43–991 LITER_PER_HECTARE14T
SareptasenfWurzelhals- und Stängelfäule (Leptosphaeria maculans)1.5 LITER_PER_HECTARE
Gewürzfenchelpilzliche Doldenerkrankungen0–651 LITER_PER_HECTARE
Korianderpilzliche Doldenerkrankungen0–651 LITER_PER_HECTARE
StachelbeereSäulenrost (Cronartium ribicola)71–990.8 LITER_PER_HECTARE14T
Korianderpilzliche Doldenerkrankungen0–651 LITER_PER_HECTARE
HimbeereHimbeerrost (Phragmidium rubi-idaei)31–990.8 LITER_PER_HECTARE14T
Weiße JohannisbeereSäulenrost (Cronartium ribicola)71–990.8 LITER_PER_HECTARE14T
WinterrapsAlternaria brassicae63–651.5 LITER_PER_HECTARE
RoggenBlattfleckenkrankheit (Rhynchosporium secalis)25–611.25 LITER_PER_HECTARE
Kopfkohl (Rot-, Weiß-, Spitz- und Wirsingkohl)Alternaria brassicae13–991 LITER_PER_HECTARE21T
RoggenBraunrost (Puccinia recondita)25–691.25 LITER_PER_HECTARE
BrombeereBrombeerrost (Phragmidium bulbosum)31–990.8 LITER_PER_HECTARE14T
Kümmelpilzliche Doldenerkrankungen0–651 LITER_PER_HECTARE
KohlrabiPilzliche Blattfleckenerreger12–991 LITER_PER_HECTARE
GräserPilzliche Blattfleckenerreger29–611 LITER_PER_HECTARE
Dillpilzliche Doldenerkrankungen0–651 LITER_PER_HECTARE
SommerrapsStandfestigkeit39–551.5 LITER_PER_HECTARE
WeizenEchter Mehltau (Erysiphe graminis)25–611 LITER_PER_HECTARE
SareptasenfKohlschwärze (Alternaria brassicicola), Alternaria brassicae1.5 LITER_PER_HECTARE
SchnittlauchRost (Puccinia allii)13–991 LITER_PER_HECTARE
SommerrapsWurzelhals- und Stängelfäule (Leptosphaeria maculans)30–591.5 LITER_PER_HECTARE
Lupine-ArtenColletotrichum0–611 LITER_PER_HECTARE
Senf-ArtenWurzelhals- und Stängelfäule (Leptosphaeria maculans)1.5 LITER_PER_HECTARE
GersteBlattfleckenkrankheit (Rhynchosporium secalis)25–611.25 LITER_PER_HECTARE
GersteEchter Mehltau (Erysiphe graminis)25–611.25 LITER_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Wie unterstützt dieses Pflanzenschutzmittel die Winterfestigkeit im Raps?

Wenn du das Mittel im Herbst anwendest, hemmt der Wirkstoff Tebuconazol das Längenwachstum der Triebe. Dadurch bleibt der Vegetationskegel dicht am Boden und ist besser vor Frost geschützt. Gleichzeitig wird das Wurzelwachstum gefördert, was die Nährstoffaufnahme im Frühjahr verbessert.

Wann ist der optimale Zeitpunkt für eine Behandlung gegen Abreifekrankheiten im Getreide?

Für einen optimalen Schutz gegen Rostpilze und Fusarium-Arten solltest du die Behandlung präventiv oder bei ersten sichtbaren Symptomen durchführen. Achte auf die spezifischen BBCH-Stadien deiner Kultur – oft liegt das ideale Fenster zwischen dem Schossen und der Blüte, um die oberen Blätter und die Ähre gesund zu erhalten.

Kann ich das Produkt auch bei niedrigen Temperaturen im zeitigen Frühjahr einsetzen?

Ja, systemische Triazole wie Tebuconazol benötigen für eine optimale Aufnahme und Verteilung in der Kultur zwar aktives Wachstum, die Wirkung setzt jedoch bereits ab Temperaturen von etwa 8 bis 10 °C zuverlässig ein. Vermeide Anwendungen bei drohendem Nachtfrost.

Was muss ich bei der Wartezeit beachten, wenn ich Gemüse- oder Sonderkulturen behandle?

Die einzuhaltende Wartezeit zwischen der letzten Anwendung und der Ernte variiert je nach Kultur zwischen 14 und 21 Tagen. Plane deine Behandlungen daher vorausschauend und stimme sie eng mit deinem voraussichtlichen Erntetermin ab, um Rückstände sicher zu vermeiden.

Wie verhalte ich mich, wenn kurz nach der Anwendung Regen einsetzt?

Da der Wirkstoff rasch in das Pflanzengewebe eindringt, ist das Mittel bereits etwa zwei Stunden nach dem Antrocknen des Spritzbelags regenfest. Setzt starker Regen unmittelbar nach der Spritzung ein, kann die Wirkung reduziert sein, und du solltest die Situation neu bewerten.

Warum ist der Wechsel der Wirkstoffklasse bei der Bekämpfung von Alternaria so wichtig?

Alternaria-Arten besitzen ein hohes Risiko für die Entwicklung von Resistenzen. Wenn du ausschließlich Produkte aus der FRAC-Gruppe 3 einsetzt, selektierst du resistente Pilzstämme. Durch den Wechsel mit anderen Wirkmechanismen unterbrichst du diesen Selektionsdruck und sicherst die langfristige Wirksamkeit.