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Sonstige · TILCO-Alginure GmbH

Frutogard

BVL Zul.-Nr. 007839-60

Frutogard ist ein hochwirksames Pflanzenschutzmittel von TILCO-Alginure GmbH, das auf dem Wirkstoff Kaliumphosphonat (auch bekannt als Kaliumphosphit) basiert. Als flüssig formuliertes Mittel zeichnet es sich durch eine hervorragende systemische Wirkung aus und wird in einer Vielzahl von Kulturen – von Weinreben und Gemüse bis hin zu Erdbeeren und Zierpflanzen – zur Bekämpfung bedeutender Schaderreger eingesetzt. Es nimmt im modernen Pflanzenschutz eine wichtige Rolle ein, da es sowohl vorbeugende als auch kurative Ansätze unterstützt.

Das Wirkungsspektrum von Frutogard konzentriert sich insbesondere auf Oomyceten wie Falsche Mehltaupilze (Plasmopara viticola, Peronospora spp.) und Phytophthora-Arten, deckt aber auch andere relevante pilzliche Schaderreger wie Pythium, Fusarium und Cercospora beticola ab. Durch seine Formulierung dringt der Wirkstoff rasch in das Pflanzengewebe ein und verteilt sich akropetal und basipetal in der gesamten Kultur, wodurch auch Neuzuwachs geschützt wird.

Wirkstoffe

Kaliumphosphonat (Kaliumphosphit)
342 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der Wirkstoff Kaliumphosphonat (zugeordnet der FRAC-Gruppe P07) besitzt einen dualen Wirkungsmechanismus. Einerseits wirkt er direkt toxisch auf das Myzelwachstum und die Sporenbildung von Oomyceten und Pilzen, indem er deren Phosphat-Metabolismus stört. Andererseits fungiert er als starker Elizitor, der die pflanzeneigenen Abwehrmechanismen (induzierte systemische Resistenz) aktiviert. Die Kultur reagiert auf die Behandlung mit einer verstärkten Produktion von Phytoalexinen und strukturstärkenden Proteinen, was das Eindringen der Schaderreger erschwert. Da Kaliumphosphonat vollkommen systemisch ist, wird es nach der Anwendung über die Blätter aufgenommen und über die Leitbahnen (Xylem und Phloem) bis in die Wurzelspitzen und Triebspitzen transportiert. Diese Kombination aus direkter Erregerhemmung und der Stimulierung der pflanzeneigenen Immunantwort macht Frutogard zu einem äußerst robusten Werkzeug im integrierten Pflanzenschutz.

Resistenzmanagement

Aufgrund des multisite-ähnlichen Charakters der induzierten Pflanzenabwehr und des spezifischen Eingriffs in den Phosphatstoffwechsel der Schaderreger gilt das Risiko einer Resistenzentwicklung gegen Kaliumphosphonat (FRAC P07) als äußerst gering. Dennoch solltest du Frutogard stets im Rahmen deiner vorausschauenden Antiresistenzstrategie einsetzen. Dies gelingt dir am besten durch den blockweisen Einsatz oder den regelmäßigen Wechsel mit Fungiziden anderer Wirkstoffklassen. Die Integration in ein Spritzprogramm mindert den Selektionsdruck auf die gesamte Erregerpopulation nachhaltig.

Mischbarkeit & Tankmischung

Frutogard ist im Allgemeinen gut mit gängigen Pflanzenschutzmitteln und Blattdüngern mischbar. Bei der Erstellung von Tankmischungen solltest du jedoch stets die physikalische Kompatibilität vorab in einem kleinen Gefäß testen. Besondere Vorsicht ist bei Mischungen mit stark sauren Produkten oder bestimmten Kupferpräparaten geboten, da es unter ungünstigen Bedingungen zu Phytotoxizität (Blattverbrennungen) kommen kann. Achte auf eine ausreichende Wasseraufwandmenge, um eine gleichmäßige Benetzung der Kultur zu gewährleisten, und vermeide Applikationen bei extremer Hitze oder intensiver Sonneneinstrahlung.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit Frutogard ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA), wie Schutzhandschuhe und Schutzbrille bei der Handhabung des Konzentrats, obligatorisch. Zum Schutz von Gewässern und Nichtzielorganismen sollten Abdriftminderungsklassen und Abstandsauflagen strikt eingehalten werden. Da keine spezifische Bienengefährdungsklasse im Zulassungsdokument vorgegeben ist, empfiehlt sich aus Vorsorgegründen eine Anwendung außerhalb des täglichen Bienenflugs – idealerweise in den Abendstunden –, besonders wenn die behandelten Kulturen oder die Begleitvegetation blühen oder von Bienen aktiv beflogen werden.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
ZwiebelgemüseFalscher Mehltau (Peronospora destructor)13–474 LITER_PER_HECTARE7T
ErdbeerePythium-Arten (Pythium spp.), Fusarium-Arten4 LITER_PER_HECTARE
Spinat und verwandte ArtenFalsche Mehltaupilze (Peronosporaceae)14–994 LITER_PER_HECTARE7T
ErdbeerePythium-Arten (Pythium spp.), Fusarium-Arten8 LITER_PER_HECTARE
SalateFalsche Mehltaupilze (Peronosporaceae)14–994 LITER_PER_HECTARE7T
RadieschenFalsche Mehltaupilze (Peronosporaceae)11–474 LITER_PER_HECTARE14T
FutterrübeCercospora beticola39–494 LITER_PER_HECTARE28T
ZucchiniFalsche Mehltaupilze (Peronosporaceae)14–994 LITER_PER_HECTARE3T
PatissonFalsche Mehltaupilze (Peronosporaceae)14–994 LITER_PER_HECTARE3T
ZierpflanzenPythium-Arten (Pythium spp.), Phytophthora-Arten (Phytophthora species)11–998 LITER_PER_HECTARE
KnoblauchFalsche Mehltaupilze (Peronosporaceae)11–484 LITER_PER_HECTARE14T
RiesenkürbisFalsche Mehltaupilze (Peronosporaceae)14–994 LITER_PER_HECTARE3T
ZierpflanzenFalsche Mehltaupilze (Peronosporaceae)5 LITER_PER_HECTARE
ZucchiniEchte Mehltaupilze14–994 LITER_PER_HECTARE3T
WeinrebeFalscher Mehltau (Plasmopara viticola)12–851.5 LITER_PER_HECTARE14T
ErbseFalsche Mehltaupilze (Peronosporaceae)11–994 LITER_PER_HECTARE7T
ZucchiniFusarium-Arten14–994 LITER_PER_HECTARE3T
FlaschenkürbisFusarium-Arten14–994 LITER_PER_HECTARE3T
PatissonEchte Mehltaupilze14–994 LITER_PER_HECTARE3T
ZierpflanzenPythium-Arten (Pythium spp.), Phytophthora-Arten (Phytophthora species)11–9916 LITER_PER_HECTARE
Garten-KürbisEchte Mehltaupilze14–994 LITER_PER_HECTARE3T
WeinrebeFalscher Mehltau (Plasmopara viticola)12–681.5 LITER_PER_HECTARE14T
ErdbeerePythium-Arten (Pythium spp.), Fusarium-Arten8 LITER_PER_HECTARE
HanfPhytophthora12–394 LITER_PER_HECTARE10T
HanfFusarium-Arten12–394 LITER_PER_HECTARE10T
HanfEchte Mehltaupilze12–394 LITER_PER_HECTARE10T
StielmusFalsche Mehltaupilze (Peronosporaceae)11–994 LITER_PER_HECTARE7T
BlumenkohleFalsche Mehltaupilze (Peronosporaceae)11–474 LITER_PER_HECTARE7T
FeldsalatFalsche Mehltaupilze (Peronosporaceae)14–994 LITER_PER_HECTARE3T
ChinakohlFalsche Mehltaupilze (Peronosporaceae)11–474 LITER_PER_HECTARE7T
HanfFalsche Mehltaupilze (Peronosporaceae)12–394 LITER_PER_HECTARE10T
ZierpflanzenFalsche Mehltaupilze (Peronosporaceae)5 LITER_PER_HECTARE
RiesenkürbisEchte Mehltaupilze14–994 LITER_PER_HECTARE3T
ZierpflanzenPythium-Arten (Pythium spp.), Phytophthora-Arten (Phytophthora species)11–998 LITER_PER_HECTARE
Moschus-KürbisFalsche Mehltaupilze (Peronosporaceae)14–994 LITER_PER_HECTARE3T
BlattkohleFalsche Mehltaupilze (Peronosporaceae)11–994 LITER_PER_HECTARE7T
RadieschenFalsche Mehltaupilze (Peronosporaceae)11–994 LITER_PER_HECTARE7T
PatissonFusarium-Arten14–994 LITER_PER_HECTARE3T
Spinat und verwandte ArtenFalsche Mehltaupilze (Peronosporaceae)11–994 LITER_PER_HECTARE7T
Moschus-KürbisEchte Mehltaupilze14–994 LITER_PER_HECTARE3T
Garten-KürbisFusarium-Arten14–994 LITER_PER_HECTARE3T
ZierpflanzenPythium-Arten (Pythium spp.), Phytophthora-Arten (Phytophthora species)11–998 LITER_PER_HECTARE
frische KräuterFalsche Mehltaupilze (Peronosporaceae)14–494 LITER_PER_HECTARE7T
ErdbeerePythium-Arten (Pythium spp.), Fusarium-Arten91–974 LITER_PER_HECTARE
GurkeFalsche Mehltaupilze (Peronosporaceae)14–992 LITER_PER_HECTARE3T
Salat-ArtenFalsche Mehltaupilze (Peronosporaceae)14–994 LITER_PER_HECTARE7T
GurkeEchte Mehltaupilze14–992 LITER_PER_HECTARE3T
GrünkohlFalsche Mehltaupilze (Peronosporaceae)11–474 LITER_PER_HECTARE7T
FlaschenkürbisEchte Mehltaupilze14–994 LITER_PER_HECTARE3T
HanfSeptoria-Arten (Septoria spp.)12–394 LITER_PER_HECTARE10T
GurkeFusarium-Arten14–992 LITER_PER_HECTARE3T
Salat-ArtenFalsche Mehltaupilze (Peronosporaceae)11–994 LITER_PER_HECTARE7T
RasenDollarflecken-Krankheit (Sclerotinia homoeocarpa), Schneeschimmel (Monographella nivalis)6 LITER_PER_HECTARE
SchalotteFalsche Mehltaupilze (Peronosporaceae)11–484 LITER_PER_HECTARE14T
ErdbeerePythium-Arten (Pythium spp.), Fusarium-Arten91–974 LITER_PER_HECTARE
RiesenkürbisFusarium-Arten14–994 LITER_PER_HECTARE3T
QuitteSchorf (Venturia spp.)51–856.8 LITER_PER_HECTARE15T
ZierpflanzenPythium-Arten (Pythium spp.), Phytophthora-Arten (Phytophthora species)11–9916 LITER_PER_HECTARE
FlaschenkürbisFalsche Mehltaupilze (Peronosporaceae)14–994 LITER_PER_HECTARE3T
Moschus-KürbisFusarium-Arten14–994 LITER_PER_HECTARE3T
ZierpflanzenPythium-Arten (Pythium spp.), Phytophthora-Arten (Phytophthora species)11–9916 LITER_PER_HECTARE
ZierpflanzenFalsche Mehltaupilze (Peronosporaceae)12–974 LITER_PER_HECTARE
ZierpflanzenFalsche Mehltaupilze (Peronosporaceae)12–974 LITER_PER_HECTARE
RettichFalsche Mehltaupilze (Peronosporaceae)11–474 LITER_PER_HECTARE14T
BirneSchorf (Venturia spp.)51–856.8 LITER_PER_HECTARE15T
Garten-KürbisFalsche Mehltaupilze (Peronosporaceae)14–994 LITER_PER_HECTARE3T
ApfelSchorf (Venturia spp.)51–856.8 LITER_PER_HECTARE15T
SpeisezwiebelFalsche Mehltaupilze (Peronosporaceae)11–484 LITER_PER_HECTARE14T
KohlrübeFalsche Mehltaupilze (Peronosporaceae)11–994 LITER_PER_HECTARE7T
Rucola-ArtenFalsche Mehltaupilze (Peronosporaceae)14–994 LITER_PER_HECTARE3T
RasenDollarflecken-Krankheit (Sclerotinia homoeocarpa), Schneeschimmel (Monographella nivalis)6 LITER_PER_HECTARE
RasenDollarflecken-Krankheit (Sclerotinia homoeocarpa), Schneeschimmel (Monographella nivalis)6 LITER_PER_HECTARE
Speiserüben (Stoppelrübe, Mairübe etc.)Falsche Mehltaupilze (Peronosporaceae)11–994 LITER_PER_HECTARE7T
RettichFalsche Mehltaupilze (Peronosporaceae)11–994 LITER_PER_HECTARE7T
SpinatFalsche Mehltaupilze (Peronosporaceae)11–474 LITER_PER_HECTARE7T

Häufige Fragen

Wie profitiert der Neuzuwachs deiner Kultur von einer Behandlung mit Frutogard?

Da der Wirkstoff Kaliumphosphonat vollkommen systemisch ist, wird er nach der Aufnahme über das Blatt sowohl nach oben (akropetal) als auch nach unten (basipetal) transportiert. Dadurch werden auch Pflanzenteile geschützt, die sich erst nach der Spritzung entwickeln, was besonders in Phasen des schnellen Massenwachstums deiner Kultur ein entscheidender Vorteil ist.

Warum ist der vorbeugende Einsatz von Frutogard effektiver als eine rein kurative Behandlung?

Frutogard wirkt maßgeblich über die Aktivierung der pflanzeneigenen Abwehrkräfte (Elizitor-Effekt). Da dieser Prozess einige Zeit benötigt, um die biochemischen Barrieren in der Kultur aufzubauen, erzielst du die beste Wirkung, wenn du das Pflanzenschutzmittel vor den ersten Infektionsbedingungen applizierst.

Was musst du bei der Kombination von Frutogard mit Kupferpräparaten beachten?

Obwohl Mischungen oft möglich sind, kann die Kombination von Phosphonaten mit Kupfer unter feuchten Bedingungen oder bei empfindlichen Kulturen das Risiko von Blattschäden (Phytotoxizität) erhöhen. Führe im Zweifel immer eine Probespritzung auf einer kleinen Teilfläche durch und appliziere die Mischung nicht unter praller Sonne.

Kannst du Frutogard auch über die Tröpfchenbewässerung ausbringen?

Die Zulassung und die optimale Wirkung basieren primär auf der Blattapplikation, da der Wirkstoff so direkt und schnell von den grünen Pflanzenteilen aufgenommen wird. Eine Ausbringung über Bewässerungssysteme sollte nur dann von dir in Betracht gezogen werden, wenn dies für die spezifische Indikation und Kultur ausdrücklich in den Gebrauchsanweisungen zugelassen ist.

Wie integrierst du Frutogard am besten in dein bestehendes Spritzprogramm?

Nutze Frutogard idealerweise als Kombinationspartner oder im Wechsel mit Kontakt- oder lokalsystemischen Fungiziden. Durch den dualen Wirkungsmechanismus (Direktwirkung plus Abwehrstimulation) entlastest du andere Wirkstoffklassen und verringerst das Risiko von Wirkungsverlusten durch Resistenzbildung bei den Schaderregern.

Welche Rolle spielt der pH-Wert der Spritzbrühe bei deiner Anwendung von Frutogard?

Kaliumphosphonat kann den pH-Wert der Spritzbrühe beeinflussen. Du solltest darauf achten, dass der pH-Wert der fertigen Mischung im neutralen bis leicht sauren Bereich (ca. 5,5 bis 6,5) bleibt, um die Stabilität anderer Mischungspartner nicht zu gefährden und eine optimale Aufnahme durch die Kultur zu sichern.