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Sonstige · Agria SA

Fulial

BVL Zul.-Nr. 00B116-00

Fulial von Agria SA ist ein hochwirksames, breit wirksames Pflanzenschutzmittel zur Bekämpfung einer Vielzahl von pilzlichen Schaderregern in landwirtschaftlichen und gärtnerischen Kulturen. Mit dem bewährten Wirkstoff Azoxystrobin (250 g/l) ist dieses Fungizid als Suspensionskonzentrat (SC) formuliert, was eine einfache Handhabung und hervorragende Verteilung auf den Kulturpflanzen ermöglicht. Es schützt wichtige Kulturen wie Gerste, Kartoffeln, Zwiebeln und verschiedene Gemüsearten zuverlässig vor ertragsmindernden Krankheiten.

Das Spektrum der kontrollierten Schaderreger ist bemerkenswert breit: Es reicht von Echtem und Falschem Mehltau über Rostpilze (wie Zwergrost und Puccinia-Arten) bis hin zu anspruchsvollen Blatt- und Fruchtfäulen wie Alternaria, Botrytis cinerea und Phytophthora infestans. Dank seiner systemischen und translaminaren Eigenschaften bietet Fulial sowohl einen vorbeugenden Schutz als auch eine kurative Wirkung im frühen Infektionsstadium, wodurch deine Kulturen vital und ertragsstark bleiben.

Wirkstoffe

Azoxystrobin
250 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der in Fulial enthaltene Wirkstoff Azoxystrobin gehört zur chemischen Klasse der Strobilurine und ist in die FRAC-Gruppe 11 (QoI-Inhibitoren) eingestuft. Der biochemische Wirkungsmechanismus basiert auf der Hemmung der Zellatmung der Pilze. Genauer gesagt blockiert Azoxystrobin den Elektronentransport in den Mitochondrien am Cytochrom-bc1-Komplex (Komplex III). Dies führt zu einem raschen Zusammenbruch der ATP-Synthese, wodurch dem Schaderreger die lebensnotwendige Energie entzogen wird. Dieser Mechanismus wirkt besonders stark auf die Sporenkeimung und das frühe Myzelwachstum. Da der Wirkstoff translaminar und lokal-systemisch in der Kultur verteilt wird, werden auch neu zuwachsende Pflanzenteile sowie die Blattunterseiten effektiv geschützt. Dies sichert eine langanhaltende Schutzwirkung direkt nach der Anwendung.

Resistenzmanagement

Da Azoxystrobin als QoI-Fungizid (FRAC-Gruppe 11) ein hohes Risiko für Resistenzbildungen aufweist, ist ein konsequentes Resistenzmanagement für dich unerlässlich. Du solltest Fulial daher immer nur vorbeugend oder bei ersten sichtbaren Symptomen einsetzen und die maximale Anzahl der Anwendungen pro Saison strikt begrenzen. Um die Wirksamkeit langfristig zu sichern, empfiehlt sich ein regelmäßiger Wirkstoffwechsel mit Fungiziden aus anderen Wirkstoffklassen (z. B. Triazolen oder Carboxamiden) sowie die Kombination mit Kontaktfungiziden in Tankmischungen, sofern dies für die jeweilige Kultur zugelassen ist.

Mischbarkeit & Tankmischung

Fulial zeichnet sich durch eine gute physikalische und chemische Mischbarkeit mit vielen gängigen Pflanzenschutzmitteln und Blattdüngern aus. Bevor du jedoch eine Tankmischung ansetzt, solltest du stets eine kleine Probemischung (Kübeltest) durchführen, um die Verträglichkeit zu prüfen. Achte auf eine ausreichende Wasserqualität und vermeide extrem hartes oder sehr kaltes Wasser. Beim Befüllen der Spritze ist darauf zu achten, dass Fulial als Suspensionskonzentrat gut im Tank verteilt wird; rühre die Spritzbrühe während des gesamten Misch- und Ausbringungsvorgangs kontinuierlich.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit Fulial steht der Schutz des Anwenders und der Umwelt an erster Stelle. Trage bei der Vorbereitung der Spritzbrühe und während der Anwendung stets die vorgeschriebene persönliche Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug, robusten Handschuhen und Augenschutz. Da keine spezifische Bienengefährdungsklasse im Zulassungsdokument vorgegeben ist, solltest du zum Schutz von Bestäubern die Anwendung nicht in blühende Kulturen oder an Orten durchführen, an denen Bienen aktiv auf Nahrungssuche sind; verlege die Behandlung vorzugsweise in die späten Abendstunden. Vermeide zudem jegliche Abdrift in angrenzende Gewässer oder Saumbiotope, um aquatische Organismen und die lokale Fauna zu schonen.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
ZierpflanzenPhoma-Arten, Pythium-Arten (Pythium spp.), Echter Mehltau (Sphaerotheca pannosa)13–991 LITER_PER_HECTARE
BlumenkohlWeißer Rost (Albugo candida), Botrytis cinerea, Alternaria brassicae16–491 LITER_PER_HECTARE14T
TomateCladosporium-Arten, Echter Mehltau (Leveillula taurica), Alternaria Arten (Alternaria sp.)21–891 LITER_PER_HECTARE3T
SpeisezwiebelFalscher Mehltau (Peronospora destructor), Blattfleckenkrankheit (Cladosporium allii), Rost (Puccinia allii)14–481 LITER_PER_HECTARE14T
GersteNetzfleckenkrankheit (Pyrenophora teres), Zwergrost (Puccinia hordei), Echter Mehltau (Erysiphe graminis)30–591 LITER_PER_HECTARE35T
Garten-KürbisAnthraknose an Gurkengewächse (Glomerella lagenarium), Gurkenkrätze (Cladosporium cucumerinum), Echter Mehltau (Erysiphe cichoracearum)21–991 LITER_PER_HECTARE3T
KartoffelAlternaria Arten (Alternaria sp.)51–851 LITER_PER_HECTARE7T
RosenkohlWeißer Rost (Albugo candida), Alternaria brassicae35–391 LITER_PER_HECTARE14T
ZierpflanzenPhoma-Arten, Pythium-Arten (Pythium spp.), Echter Mehltau (Sphaerotheca pannosa)13–991 LITER_PER_HECTARE
SalateEchte Mehltaupilze, Falscher Mehltau (Bremia lactucae), Botrytis cinerea41–491 LITER_PER_HECTARE14T
ZierpflanzenRhizoctonia spp.0–993 LITER_PER_HECTARE
Garten-KürbisAnthraknose an Gurkengewächse (Glomerella lagenarium), Gurkenkrätze (Cladosporium cucumerinum), Echter Mehltau (Erysiphe cichoracearum)21–991 LITER_PER_HECTARE3T
GurkeEchte Mehltaupilze, Falscher Mehltau (Pseudoperonospora cubensis)21–891 LITER_PER_HECTARE3T
Moschus-KürbisAnthraknose an Gurkengewächse (Glomerella lagenarium), Gurkenkrätze (Cladosporium cucumerinum), Echter Mehltau (Erysiphe cichoracearum)21–991 LITER_PER_HECTARE3T
BlumenkohlWeißer Rost (Albugo candida), Botrytis cinerea, Alternaria brassicae16–491 LITER_PER_HECTARE14T
ZucchiniAnthraknose an Gurkengewächse (Glomerella lagenarium), Gurkenkrätze (Cladosporium cucumerinum), Echter Mehltau (Erysiphe cichoracearum)21–991 LITER_PER_HECTARE3T
PatissonAnthraknose an Gurkengewächse (Glomerella lagenarium), Gurkenkrätze (Cladosporium cucumerinum), Echter Mehltau (Erysiphe cichoracearum)21–991 LITER_PER_HECTARE3T
WeizenDTR-Blattdürre (Drechslera tritici-repentis), Echter Mehltau (Erysiphe graminis), Septoria-Blattdürre (Septoria tritici)30–591 LITER_PER_HECTARE35T
FlaschenkürbisAnthraknose an Gurkengewächse (Glomerella lagenarium), Gurkenkrätze (Cladosporium cucumerinum), Echter Mehltau (Erysiphe cichoracearum)21–991 LITER_PER_HECTARE3T
MeloneEchter Mehltau (Sphaerotheca fuliginea), Echter Mehltau (Erysiphe cichoracearum)21–991 LITER_PER_HECTARE3T
Zier/Wildkürbis (Cucurbita texana)Anthraknose an Gurkengewächse (Glomerella lagenarium), Gurkenkrätze (Cladosporium cucumerinum), Echter Mehltau (Erysiphe cichoracearum)21–991 LITER_PER_HECTARE3T
TomateCladosporium-Arten, Echter Mehltau (Leveillula taurica), Alternaria Arten (Alternaria sp.)21–891 LITER_PER_HECTARE3T
ZucchiniAnthraknose an Gurkengewächse (Glomerella lagenarium), Gurkenkrätze (Cladosporium cucumerinum), Echter Mehltau (Erysiphe cichoracearum)21–991 LITER_PER_HECTARE3T
RiesenkürbisAnthraknose an Gurkengewächse (Glomerella lagenarium), Gurkenkrätze (Cladosporium cucumerinum), Echter Mehltau (Erysiphe cichoracearum)21–991 LITER_PER_HECTARE3T
SalateEchte Mehltaupilze, Falscher Mehltau (Bremia lactucae), Botrytis cinerea41–491 LITER_PER_HECTARE14T
ZierpflanzenRhizoctonia spp.0–993 LITER_PER_HECTARE
AckerbohneAscochyta spec., Brennfleckenkrankheit (Colletotrichum lindemuthianum), Botrytis cinerea60–721 LITER_PER_HECTARE7T
Kopfkohl (Rot-, Weiß-, Spitz- und Wirsingkohl)Kohlschwärze (Alternaria brassicicola), Weißer Rost (Albugo candida), Botrytis cinerea16–491 LITER_PER_HECTARE14T
ErbseBrennfleckenkrankheit (Mycosphaerella pinodes), Falscher Mehltau (Peronospora viciae), Brennfleckenkrankheit (Ascochyta pisi)51–691 LITER_PER_HECTARE14T
Gemüsepaprika (inkl. Peperoni und Chili)Echter Mehltau (Leveillula taurica), Alternaria Arten (Alternaria sp.), Botrytis cinerea16–891 LITER_PER_HECTARE3T
GurkeEchte Mehltaupilze, Falscher Mehltau (Pseudoperonospora cubensis)21–891 LITER_PER_HECTARE3T
PorreeBlattfleckenkrankheit (Cladosporium allii), Rost (Puccinia allii), Purpurfleckenkrankheit (Alternaria porri)16–481 LITER_PER_HECTARE21T
AubergineDürrfleckenkrankheit (Alternaria solani), Echter Mehltau (Leveillula taurica), Phytophthora infestans21–991 LITER_PER_HECTARE3T
RosenkohlWeißer Rost (Albugo candida), Alternaria brassicae35–391 LITER_PER_HECTARE14T
Kopfkohl (Rot-, Weiß-, Spitz- und Wirsingkohl)Kohlschwärze (Alternaria brassicicola), Weißer Rost (Albugo candida), Botrytis cinerea16–491 LITER_PER_HECTARE14T
ErdbeereEchter Mehltau (Sphaerotheca macularis), Erdbeeranthraknose (Colletotrichum acutatum)56–671 LITER_PER_HECTARE3T
Zier/Wildkürbis (Cucurbita texana)Anthraknose an Gurkengewächse (Glomerella lagenarium), Gurkenkrätze (Cladosporium cucumerinum), Echter Mehltau (Erysiphe cichoracearum)21–991 LITER_PER_HECTARE3T
Gemüsepaprika (inkl. Peperoni und Chili)Echter Mehltau (Leveillula taurica), Alternaria Arten (Alternaria sp.), Botrytis cinerea16–891 LITER_PER_HECTARE3T
TriticaleDTR-Blattdürre (Drechslera tritici-repentis), Echter Mehltau (Erysiphe graminis), Septoria-Arten (Septoria spp.)30–591 LITER_PER_HECTARE35T
AubergineDürrfleckenkrankheit (Alternaria solani), Echter Mehltau (Leveillula taurica), Phytophthora infestans21–991 LITER_PER_HECTARE3T
PatissonAnthraknose an Gurkengewächse (Glomerella lagenarium), Gurkenkrätze (Cladosporium cucumerinum), Echter Mehltau (Erysiphe cichoracearum)21–991 LITER_PER_HECTARE3T
RiesenkürbisAnthraknose an Gurkengewächse (Glomerella lagenarium), Gurkenkrätze (Cladosporium cucumerinum), Echter Mehltau (Erysiphe cichoracearum)21–991 LITER_PER_HECTARE3T
MaisMaisrost (Puccinia sorghi), Helminthosporium-Arten (Helminthosporium spp.)1 LITER_PER_HECTARE
KartoffelRhizoctonia solani0–03 LITER_PER_HECTARE
FlaschenkürbisAnthraknose an Gurkengewächse (Glomerella lagenarium), Gurkenkrätze (Cladosporium cucumerinum), Echter Mehltau (Erysiphe cichoracearum)21–991 LITER_PER_HECTARE3T
RapsWurzelhals- und Stängelfäule (Leptosphaeria maculans), Botrytis cinerea, Alternaria brassicae60–691 LITER_PER_HECTARE21T
BrokkoliWeißer Rost (Albugo candida), Alternaria brassicae21–991 LITER_PER_HECTARE14T
SpeisezwiebelFalscher Mehltau (Peronospora destructor), Blattfleckenkrankheit (Cladosporium allii), Rost (Puccinia allii)14–481 LITER_PER_HECTARE14T
RoggenBraunrost (Puccinia recondita), Rhynchosporium secalis30–591 LITER_PER_HECTARE35T
MöhreEchte Mehltaupilze, Möhrenschwärze (Alternaria dauci)16–491 LITER_PER_HECTARE14T
WassermeloneEchter Mehltau (Sphaerotheca fuliginea), Echter Mehltau (Erysiphe cichoracearum)21–991 LITER_PER_HECTARE3T
Moschus-KürbisAnthraknose an Gurkengewächse (Glomerella lagenarium), Gurkenkrätze (Cladosporium cucumerinum), Echter Mehltau (Erysiphe cichoracearum)21–991 LITER_PER_HECTARE3T
SchnittlauchFalscher Mehltau (Peronospora destructor), Blattfleckenkrankheit (Cladosporium allii), Rost (Puccinia allii)14–481 LITER_PER_HECTARE14T

Häufige Fragen

Wann ist der optimale Zeitpunkt für eine Behandlung mit Fulial?

Der beste Zeitpunkt für die Anwendung von Fulial ist vorbeugend (protektiv), noch bevor die ersten Infektionssymptome im Feld sichtbar werden, oder direkt bei Warndienstaufruf. Da der Wirkstoff Azoxystrobin vor allem die Sporenkeimung hemmt, erzielst du die höchste Wirkung, wenn das Pflanzenschutzmittel bereits vor dem Sporenflug auf der Kultur verteilt ist.

Wie wirkt sich das BBCH-Stadium auf die Anwendung von Fulial aus?

Fulial ist über eine sehr breite Spanne von BBCH-Stadien (BBCH 0 bis 99) zugelassen, was dir maximale Flexibilität bietet. Dennoch solltest du dich immer an den spezifischen Zulassungsbedingungen für deine jeweilige Kultur orientieren – beispielsweise wird in Getreide meist zwischen den BBCH-Stadien 30 und 61 behandelt, um das Fahnenblatt und die Ähre optimal zu schützen.

Was muss ich bei der Wartezeit (PHI) von Fulial beachten?

Die Wartezeit von Fulial variiert je nach Kultur stark und liegt zwischen 3 und 35 Tagen. Prüfe vor der Ernte unbedingt die für deine spezifische Kultur (z. B. Gemüse vs. Getreide) festgesetzte Wartezeit im Zulassungsdatenblatt, um Rückstände im Erntegut sicher auszuschließen und gesetzliche Vorgaben einzuhalten.

Kann ich Fulial bei hohen Temperaturen im Sommer spritzen?

Es wird empfohlen, Behandlungen mit Fulial nicht in der prallen Mittagssonne oder bei Temperaturen über 25 °C durchzuführen. Spritze stattdessen in den kühleren Morgen- oder Abendstunden, um Verdunstungsverluste zu minimieren, die Wirkstoffaufnahme der Kultur zu verbessern und das Risiko von Phytotoxizität auf den Blättern zu senken.

Wie finde ich heraus, ob Fulial für meine spezielle Kultur und meinen Schaderreger zugelassen ist?

Nutze hierzu einfach die Such- und Filterfunktionen auf agronomy.farmable.tech. Du kannst gezielt nach deiner Kultur (z. B. Zwiebel oder Gerste) und dem spezifischen Schaderreger (z. B. Falscher Mehltau oder Netzfleckenkrankheit) filtern, um sofort alle aktuell registrierten Anwendungen, Aufwandmengen und Auflagen für Fulial einzusehen.