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Sonstige · Certis Belchim B.V.

Kumar

BVL Zul.-Nr. 027547-00

Kumar ist ein hochwirksames, kontaktaktiv wirkendes Pflanzenschutzmittel auf Basis von Kaliumhydrogencarbonat (850 g/kg), das als wasserlösliches Granulat (SG) formuliert ist. Es ist speziell für den Einsatz im Weinbau, Obstbau sowie im Gemüse- und Beerenanbau entwickelt worden, um ein breites Spektrum an pilzlichen Schaderregern zu kontrollieren. Dank seiner optimierten Formulierung mit integrierten Netzmitteln bietet das Produkt eine hervorragende Benetzung der Pflanzenoberfläche, was die Kontaktwirkung maximiert.

Das Produkt hat sich als unverzichtbarer Baustein sowohl im integrierten Pflanzenschutz als auch im ökologischen Landbau etabliert. Es zeichnet sich durch eine schnelle Stopp-Wirkung gegen Echten Mehltau, Schorf und Botrytis aus. Da es keine Rückstandsprobleme verursacht und eine extrem kurze Wartezeit aufweist, bietet es Landwirten maximale Flexibilität bis kurz vor der Ernte.

Durch die Formulierung wird sichergestellt, dass sich der Wirkstoff schnell und vollständig im Spritztank auflöst. Auf der Kultur bildet sich nach der Anwendung ein gleichmäßiger Belag, der die empfindlichen Pflanzenteile effektiv vor dem Eindringen von Pilzsporen schützt.

Wirkstoffe

Kaliumhydrogencarbonat
850 g/kg · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der Wirkstoff Kaliumhydrogencarbonat besitzt einen rein kontaktwirksamen, physikalisch-chemischen Wirkungsmechanismus (eingestuft in der FRAC-Gruppe NC). Nach dem Ausbringen verändert Kumar den osmotischen Druck und den pH-Wert auf der Oberfläche der behandelten Kultur. Diese abrupte Milieuänderung führt dazu, dass die Zellwände und Membranen der Pilzsporen sowie des aktiven Myzels kollabieren und austrocknen. Da dieser Prozess auf einer direkten physikalischen Zerstörung der Zellstrukturen beruht, greift der Wirkstoff an mehreren Stellen gleichzeitig an (Multi-Site-Aktivität). Ein Eindringen in das Pflanzengewebe findet nicht statt, wodurch eine schnelle kurative Wirkung direkt an der Oberfläche erzielt wird, sobald der Schaderreger mit dem Spritzbelag in Berührung kommt.

Resistenzmanagement

Aufgrund des rein physikalisch-chemischen Multi-Site-Wirkungsmechanismus besteht bei Kumar kein Risiko für eine Resistenzentwicklung. Das Pflanzenschutzmittel eignet sich daher perfekt als Partner in Antiresistenzstrategien. Du solltest Kumar im Wechsel mit systemischen Fungiziden einsetzen, um den Selektionsdruck auf einseitig gefährdete Wirkstoffklassen zu minimieren und deren Wirksamkeit langfristig zu sichern.

Mischbarkeit & Tankmischung

Kumar ist mit vielen gängigen Pflanzenschutzmitteln und Blattdüngern mischbar. Da Kaliumhydrogencarbonat jedoch alkalisch reagiert und den pH-Wert der Spritzbrühe anhebt, solltest du von Mischungen mit säureempfindlichen Produkten oder solchen, die ein stark saures Milieu erfordern, absehen. Achte bei der Erstellung von Tankmischungen auf eine ausreichende Wassermenge, gib Kumar als eine der ersten Komponenten in den Tank und rühre die Brühe kontinuierlich um, um eine vollständige Auflösung zu gewährleisten.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit Kumar solltest du die standardmäßige persönliche Schutzausrüstung (PSA) wie Schutzhandschuhe und Schutzanzug tragen, um direkten Haut- und Augenkontakt zu vermeiden. Da keine spezifische Bienengefährdungsklasse angegeben ist, empfiehlt sich zum Schutz von Bestäubern eine Anwendung außerhalb des aktiven Bienenflugs, idealerweise in den Abendstunden. Vermeide zudem jegliche Abdrift auf angrenzende Gewässer oder Saumstrukturen, um die lokale Flora und Fauna zu schonen.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
PflaumeMonilinia laxa60–811.5 KILOGRAM_PER_HECTARE_AND_METER_CROWN_HEIGHT1T
WeinrebeEchter Mehltau (Uncinula necator)57–855 KILOGRAM_PER_HECTARE1T
Kopfkohle (Weiß-, Rot-, Spitz-, Rosen- und Wirsingkohl)Echte Mehltaupilze13–493 KILOGRAM_PER_HECTARE1T
ZucchiniEchte Mehltaupilze12–891.5 KILOGRAM_PER_HECTARE1T
RiesenkürbisEchte Mehltaupilze12–891.5 KILOGRAM_PER_HECTARE1T
RasenEchte Mehltaupilze3 KILOGRAM_PER_HECTARE
Heidelbeer-ArtenEchte Mehltaupilze10–931.5 KILOGRAM_PER_HECTARE1T
Crataegus monogynaEchte Mehltaupilze10–933 KILOGRAM_PER_HECTARE1T
Moschus-KürbisEchte Mehltaupilze12–891.5 KILOGRAM_PER_HECTARE1T
GewürzkräuterEchte Mehltaupilze12–893 KILOGRAM_PER_HECTARE1T
ZucchiniEchte Mehltaupilze12–891.5 KILOGRAM_PER_HECTARE1T
HopfenEchter Mehltau (Sphaerotheca macularis)31–892.2 KILOGRAM_PER_HECTARE1T
TomateEchte Mehltaupilze12–893 KILOGRAM_PER_HECTARE1T
Garten-KürbisEchte Mehltaupilze12–891.5 KILOGRAM_PER_HECTARE1T
ApfelSchorf (Venturia spp.)72–895 KILOGRAM_PER_HECTARE1T
SpargelLaubkrankheit (Stemphylium botryosum)39–933 KILOGRAM_PER_HECTARE
TomateEchte Mehltaupilze12–891.5 KILOGRAM_PER_HECTARE1T
EndivienBotrytis cinerea13–493 KILOGRAM_PER_HECTARE1T
Maibeere, HaskapEchte Mehltaupilze10–933 KILOGRAM_PER_HECTARE1T
SanddornEchte Mehltaupilze10–931.5 KILOGRAM_PER_HECTARE1T
HülsengemüseEchte Mehltaupilze13–811.5 KILOGRAM_PER_HECTARE1T
BlattkohleEchte Mehltaupilze13–493 KILOGRAM_PER_HECTARE1T
frische KräuterEchte Mehltaupilze12–893 KILOGRAM_PER_HECTARE1T
GurkeEchte Mehltaupilze12–891.5 KILOGRAM_PER_HECTARE1T
ErdbeereEchter Mehltau (Sphaerotheca macularis)10–933 KILOGRAM_PER_HECTARE1T
ZierpflanzenPilzliche Blattfleckenerreger12–891.5 KILOGRAM_PER_HECTARE
RosenEchte Mehltaupilze10–931.5 KILOGRAM_PER_HECTARE1T
Zweigriffliger WeißdornEchte Mehltaupilze10–933 KILOGRAM_PER_HECTARE1T
FeldsalatBotrytis cinerea13–493 KILOGRAM_PER_HECTARE1T
Schwarzer HolunderEchte Mehltaupilze10–931.5 KILOGRAM_PER_HECTARE1T
Kopfkohle (Weiß-, Rot-, Spitz-, Rosen- und Wirsingkohl)Echte Mehltaupilze13–993 KILOGRAM_PER_HECTARE1T
SpeisezwiebelLaubkrankheit (Stemphylium botryosum)13–493 KILOGRAM_PER_HECTARE1T
KohlrabiEchter Mehltau (Erysiphe cruciferarum)13–993 KILOGRAM_PER_HECTARE1T
WinterheckenzwiebelLaubkrankheit (Stemphylium botryosum)13–493 KILOGRAM_PER_HECTARE1T
SauerkirscheMonilinia laxa60–811.5 KILOGRAM_PER_HECTARE_AND_METER_CROWN_HEIGHT1T
HülsengemüseEchte Mehltaupilze13–811.5 KILOGRAM_PER_HECTARE1T
ApfelFliegenschmutzkrankheit (Schizothyrium pomi)72–892.5 KILOGRAM_PER_HECTARE_AND_METER_CROWN_HEIGHT1T
StielmusEchte Mehltaupilze13–493 KILOGRAM_PER_HECTARE1T
Himbeerartiges BeerenobstEchte Mehltaupilze10–935 KILOGRAM_PER_HECTARE1T
GewürzkräuterEchte Mehltaupilze12–893 KILOGRAM_PER_HECTARE1T
PatissonEchte Mehltaupilze12–891.5 KILOGRAM_PER_HECTARE1T
Moschus-KürbisEchte Mehltaupilze12–891.5 KILOGRAM_PER_HECTARE1T
Garten-KürbisEchte Mehltaupilze12–891.5 KILOGRAM_PER_HECTARE1T
RiesenkürbisEchte Mehltaupilze12–891.5 KILOGRAM_PER_HECTARE1T
BlumenkohleEchter Mehltau (Erysiphe cruciferarum)13–493 KILOGRAM_PER_HECTARE1T
Gemeine BerberitzeEchte Mehltaupilze10–933 KILOGRAM_PER_HECTARE1T
SüßkirscheMonilinia laxa60–811.5 KILOGRAM_PER_HECTARE_AND_METER_CROWN_HEIGHT1T
BlattkohleEchte Mehltaupilze13–993 KILOGRAM_PER_HECTARE1T
Johannisbeerartiges BeerenobstEchte Mehltaupilze10–935 KILOGRAM_PER_HECTARE1T
Wurzel- und KnollengemüseEchte Mehltaupilze13–493 KILOGRAM_PER_HECTARE1T
ZierpflanzenPilzliche Blattfleckenerreger12–891.5 KILOGRAM_PER_HECTARE
SpeierlingEchte Mehltaupilze10–933 KILOGRAM_PER_HECTARE1T
Gemeine FelsenbirneEchte Mehltaupilze10–933 KILOGRAM_PER_HECTARE1T
PfirsichMonilinia laxa60–811.5 KILOGRAM_PER_HECTARE_AND_METER_CROWN_HEIGHT1T
ErdbeereEchter Mehltau (Sphaerotheca macularis)3–873 KILOGRAM_PER_HECTARE1T
BlattgemüseEchte Mehltaupilze13–493 KILOGRAM_PER_HECTARE1T
KnoblauchLaubkrankheit (Stemphylium botryosum)13–493 KILOGRAM_PER_HECTARE1T
AprikoseMonilinia laxa60–811.5 KILOGRAM_PER_HECTARE_AND_METER_CROWN_HEIGHT1T
KohlrabiEchter Mehltau (Erysiphe cruciferarum)13–493 KILOGRAM_PER_HECTARE1T
FlaschenkürbisEchte Mehltaupilze12–891.5 KILOGRAM_PER_HECTARE1T
FeldsalatBotrytis cinerea13–493 KILOGRAM_PER_HECTARE1T
BlumenkohleEchter Mehltau (Erysiphe cruciferarum)13–993 KILOGRAM_PER_HECTARE1T
EndivienBotrytis cinerea13–493 KILOGRAM_PER_HECTARE1T
frische KräuterEchte Mehltaupilze12–893 KILOGRAM_PER_HECTARE1T
PatissonEchte Mehltaupilze12–891.5 KILOGRAM_PER_HECTARE1T
GurkeEchte Mehltaupilze12–891.5 KILOGRAM_PER_HECTARE1T
SchalotteLaubkrankheit (Stemphylium botryosum)13–493 KILOGRAM_PER_HECTARE1T
BirneBirnenblattsauger (Psylla pyri)60–891.5 KILOGRAM_PER_HECTARE_AND_METER_CROWN_HEIGHT1T
PerlzwiebelLaubkrankheit (Stemphylium botryosum)13–493 KILOGRAM_PER_HECTARE1T
TeekräuterEchte Mehltaupilze12–893 KILOGRAM_PER_HECTARE1T
TeekräuterEchte Mehltaupilze12–893 KILOGRAM_PER_HECTARE1T
FlaschenkürbisEchte Mehltaupilze12–891.5 KILOGRAM_PER_HECTARE1T
WeinrebeBotrytis cinerea75–895 KILOGRAM_PER_HECTARE1T

Häufige Fragen

Wie beeinflusst das Wetter die Wirkung von Kumar bei deiner Anwendung?

Da Kumar ein reines Kontaktfungizid ist, benötigt es eine gründliche Benetzung der Kultur. Regen kurz nach der Behandlung kann den Wirkstoff abwaschen. Behandle daher am besten an abtrocknenden Tagen, wenn kein unmittelbarer Niederschlag droht. Eine hohe Luftfeuchtigkeit während der Applikation kann die Wirkung sogar unterstützen, da der Wirkstoff länger in Lösung bleibt und die Pilzzellen attackiert.

Wann ist der beste Zeitpunkt für eine Behandlung gegen Echten Mehltau?

Du solltest Kumar idealerweise vorbeugend (präventiv) bei Infektionsgefahr oder direkt bei den allerersten sichtbaren Symptomen (kurativ) einsetzen. Da der Wirkstoff das Myzel bei Kontakt sofort austrocknet, stoppt eine frühzeitige Behandlung die Ausbreitung des Schaderregers extrem effektiv, bevor er sich in der Kultur etablieren kann.

Kannst du Kumar in der späten BBCH-Phase kurz vor der Ernte nutzen?

Ja, genau das ist eine der größten Stärken von Kumar. Mit einer Wartezeit von nur einem Tag kannst du deine Kulturen bis in die späten BBCH-Stadien (z. B. während der Fruchtreife bis BBCH 89/93) flexibel schützen. Das ist besonders wertvoll, um späten Befall mit Botrytis oder Mehltau zu verhindern, ohne Rückstandsprobleme zu riskieren.

Warum ist der pH-Wert der Spritzbrühe bei der Mischung mit Kumar wichtig?

Kaliumhydrogencarbonat ist von Natur aus alkalisch und hebt den pH-Wert im Spritztank an. Wenn du Kumar mit anderen Pflanzenschutzmitteln mischen möchtest, die ein saures Milieu benötigen (wie manche sauren Herbizide oder Insektizide), kann dies deren Wirkung beeinträchtigen. Prüfe daher vorab die Verträglichkeit und passe gegebenenfalls die Mischreihenfolge oder den pH-Wert an.

Wie hilft dir Kumar dabei, Resistenzen in deinem Spritzplan zu vermeiden?

Weil Kumar auf physikalisch-chemischem Weg die Pilzzellen zerstört, gibt es keine Gefahr von Resistenzbildungen. Du kannst es hervorragend als Wechselpartner zu systemischen Fungiziden einsetzen. Dadurch unterbrichst du den Selektionsdruck auf diese Wirkstoffklassen und sicherst die langfristige Wirksamkeit deines gesamten Pflanzenschutzkonzepts.

Wie findest du auf agronomy.farmable.tech weitere zugelassene Produkte für deine Kultur?

Nutze einfach die Such- und Filterfunktionen auf unserer Plattform. Du kannst gezielt nach deiner spezifischen Kultur (z. B. Weinrebe oder Apfel) filtern und dir alle in Deutschland zugelassenen Pflanzenschutzmittel anzeigen lassen, um deinen Behandlungsplan optimal abzustimmen.