Spectrum
Spectrum ist ein hochwirksames Bodenherbizid von BASF, das als Emulsionskonzentrat (EC) mit dem bewährten Wirkstoff Dimethenamid-P (720 g/l) formuliert ist. Es hat sich als fester Baustein im modernen Pflanzenschutz etabliert und wird in einer Vielzahl landwirtschaftlicher und gartenbaulicher Kulturen wie Mais, Zuckerrüben, Sojabohnen und Sonnenblumen eingesetzt. Das Pflanzenschutzmittel zeichnet sich durch eine breite Zulassung und eine hervorragende Kulturverträglichkeit aus.
Die Anwendung erfolgt primär im Vorauflauf oder im frühen Nachauflauf, um die Kultur von Anfang an unkrautfrei zu halten. Spectrum bildet nach der Applikation einen stabilen Herbizidfilm auf der Bodenoberfläche. Keimende Schaderreger nehmen den Wirkstoff hauptsächlich über die Keimscheide (bei einkeimblättrigen Unkräutern) oder über die Wurzeln und das Hypokotyl (bei zweikeimblättrigen Unkräutern) auf, wodurch sie noch vor oder kurz nach dem Durchstoßen der Bodenoberfläche absterben.
Das Wirkungsspektrum umfasst eine Vielzahl wirtschaftlich bedeutsamer Schadpflanzen. Besonders hervorzuheben ist die exzellente Wirkung gegen einjährige einkeimblättrige Ungräser wie die Hühnerhirse und andere Schadhirsen sowie gegen wichtige zweikeimblättrige Unkräuter, darunter Amarant-Arten, Schwarzer Nachtschatten, Kamille-Arten und das Franzosenkraut. Damit sichert Spectrum das Ertragspotenzial der Kulturen in der kritischen Jugendentwicklung.
Wirkstoffe
Wirkungsweise
Der in Spectrum enthaltene Wirkstoff Dimethenamid-P gehört zur chemischen Gruppe der Chloracetamide und ist in die HRAC-Gruppe 15 (ehemals K3) eingestuft. Der biochemische Wirkungsmechanismus basiert auf der Hemmung der Synthese sehr langkettiger Fettsäuren (VLCFA). Diese Fettsäuren sind essenzielle Bausteine für den Aufbau von Zellmembranen und Wachsen im pflanzlichen Gewebe. Durch die Blockade dieser Synthesewege wird die Zellteilung und das Zellstreckungswachstum in den empfindlichen Keimlingen der Schaderreger nachhaltig gestört. Da der Wirkstoff vor allem im frühen Keimstadium aktiv ist, müssen die Unkräuter und Ungräser zum Zeitpunkt der Behandlung noch nicht aufgelaufen sein. Eine ausreichende Bodenfeuchtigkeit ist für die optimale Wirkung von entscheidender Bedeutung, da der Wirkstoff im Bodenwasser gelöst sein muss, um von den keimenden Pflanzen effizient aufgenommen zu werden. Einmal aufgenommen, führt der Wirkstoff zu einer schnellen Verkrüppelung und dem anschließenden Absterben der Keimlinge unter der Erdoberfläche.
Resistenzmanagement
Um der Entstehung von Wirkstoffresistenzen bei Schaderregern – insbesondere bei schwer bekämpfbaren Schadhirsen – vorzubeugen, ist Spectrum ein wertvolles Werkzeug im Rahmen eines integrierten Resistenzmanagements. Da Dimethenamid-P der HRAC-Gruppe 15 angehört, sollte es in der Fruchtfolge und in Spritzfolgen gezielt mit Herbiziden anderer Wirkstoffklassen (wie z. B. ALS-Inhibitoren oder HPPD-Inhibitoren) abgewechselt oder kombiniert werden. Ein einseitiger, wiederholter Einsatz von Wirkstoffen derselben Gruppe in aufeinanderfolgenden Jahren auf derselben Fläche ist zu vermeiden, um die Selektion resistenter Biotypen zu verhindern.
Mischbarkeit & Tankmischung
Spectrum weist eine hervorragende Mischbarkeit mit vielen gängigen Pflanzenschutzmitteln auf, die in den jeweiligen Kulturen zugelassen sind. Bei der Herstellung von Tankmischungen (beispielsweise mit Pendimethalin- oder Terbuthylazin-haltigen Produkten im Mais) sollte der Spritztank zunächst zu 50–75 % mit Wasser gefüllt und das Rührwerk aktiviert werden, bevor die Mischungspartner nacheinander beigefügt werden. Für eine gleichmäßige Verteilung des Herbizidfilms auf dem Boden wird eine Wassermenge von 200–400 l/ha empfohlen. Die Anwendung auf extrem ausgetrockneten Böden oder unmittelbar vor angekündigten Starkregenereignissen sollte vermieden werden, um Kulturverträglichkeitsrisiken zu minimieren.
Sicherheit & Ökotoxikologie
Beim Umgang mit Spectrum sind die gesetzlich vorgeschriebenen PSA-Richtlinien (persönliche Schutzausrüstung) strikt einzuhalten, einschließlich des Tragens von Schutzhandschuhen und Schutzkleidung bei der Handhabung des Konzentrats. Der Wirkstoff Dimethenamid-P ist als umweltgefährlich eingestuft, insbesondere für aquatische Organismen. Daher müssen bei der Applikation die vom BVL vorgegebenen Abstandsauflagen zu Oberflächengewässern und die Anforderungen zur Driftminderung (z. B. durch den Einsatz von abdriftmindernden Düsen) genauestens beachtet werden. Das Produkt ist bei sachgemäßer Anwendung als nicht bienengefährlich (B4) eingestuft, schont somit wichtige Bestäuber und fügt sich gut in umweltschonende Anbausysteme ein.
Zugelassene Anwendungen
| Kultur | Ziel-Schaderreger | BBCH | Aufwand | Wartezeit |
|---|---|---|---|---|
| Sojabohne | Kamille-Arten, Schadhirsen, Amarant-Arten | 0–9 | 1.4 LITER_PER_HECTARE | — |
| Blattkohle | Kleine Brennnessel, Schadhirsen, Amarant-Arten | 0–16 | 1 LITER_PER_HECTARE | 60T |
| Spargel | Kamille-Arten, Schadhirsen, Amarant-Arten | — | 1.4 LITER_PER_HECTARE | — |
| Zierpflanzen | Schadhirsen, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Einjähriges Rispengras | — | 1.2 LITER_PER_HECTARE | — |
| Buschbohne | Kleine Brennnessel, Amarant-Arten, Gemeines Kreuzkraut | 11–14 | 1 LITER_PER_HECTARE | 42T |
| Sonnenblume | Storchschnabel-Arten, Hundspetersilie, Schwarzer Nachtschatten | 0–9 | 0.8 LITER_PER_HECTARE | — |
| Zuckerrübe | Zweikeimblättrige Unkräuter | 16–18 | 0.9 LITER_PER_HECTARE | — |
| Schalenobst | Schadhirsen, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Einjähriges Rispengras | 0–55 | 1.4 LITER_PER_HECTARE | — |
| Himbeerartiges Beerenobst | Kamille-Arten, Kleine Brennnessel, Schadhirsen | 0–55 | 1.4 LITER_PER_HECTARE | — |
| Sorghum-Hirse | Schadhirsen, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | 13–99 | 1.2 LITER_PER_HECTARE | — |
| Kernobst | Schadhirsen, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Einjähriges Rispengras | 91–97 | 1.4 LITER_PER_HECTARE | — |
| Melone | Kamille-Arten, Schadhirsen, Amarant-Arten | — | 1.4 LITER_PER_HECTARE | — |
| Stangenbohne | Kleine Brennnessel, Amarant-Arten, Gemeines Kreuzkraut | 11–14 | 1 LITER_PER_HECTARE | 42T |
| Patisson | Kamille-Arten, Schadhirsen, Amarant-Arten | — | 1.4 LITER_PER_HECTARE | — |
| Schnittlauch | Kamille-Arten, Kleine Brennnessel, Schadhirsen | 12–14 | 1 LITER_PER_HECTARE | — |
| Steinobst | Schadhirsen, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Einjähriges Rispengras | — | 1.4 LITER_PER_HECTARE | — |
| Rosenkohl | Kleine Brennnessel, Schadhirsen, Amarant-Arten | 12–16 | 1 LITER_PER_HECTARE | 90T |
| Blattkohle | Kleine Brennnessel, Schadhirsen, Amarant-Arten | 12–16 | 1 LITER_PER_HECTARE | 60T |
| Durchwachsene Silphie | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | — | 1.2 LITER_PER_HECTARE | — |
| Zucchini | Kamille-Arten, Schadhirsen, Amarant-Arten | — | 1.4 LITER_PER_HECTARE | — |
| Mais | Kamille-Arten, Schadhirsen, Amarant-Arten | 10–16 | 1.4 LITER_PER_HECTARE | — |
| Erdbeere | Schadhirsen, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Einjähriges Rispengras | — | 1.4 LITER_PER_HECTARE | — |
| Erdbeere | Schadhirsen, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Einjähriges Rispengras | — | 1.4 LITER_PER_HECTARE | — |
| Zuckermais | Kamille-Arten, Schadhirsen, Amarant-Arten | 0–9 | 1.4 LITER_PER_HECTARE | — |
| Porree | Kleine Brennnessel, Schadhirsen, Amarant-Arten | 12–13 | 1.4 LITER_PER_HECTARE | 80T |
| Johannisbeerartiges Beerenobst | Kamille-Arten, Kleine Brennnessel, Schadhirsen | 0–61 | 1.4 LITER_PER_HECTARE | — |
| Erdbeere | Schadhirsen, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Einjähriges Rispengras | — | 1.4 LITER_PER_HECTARE | — |
| Porree | Kleine Brennnessel, Schadhirsen, Amarant-Arten | — | 1.4 LITER_PER_HECTARE | 80T |
| Blumenkohle | Kleine Brennnessel, Schadhirsen, Amarant-Arten | 12–16 | 1 LITER_PER_HECTARE | 35T |
| Kernobst | Kamille-Arten, Kleine Brennnessel, Schadhirsen | 0–74 | 1.4 LITER_PER_HECTARE | — |
| Kürbis-Hybriden | Kamille-Arten, Schadhirsen, Amarant-Arten | — | 1.4 LITER_PER_HECTARE | — |
| Sonnenblume | Storchschnabel-Arten, Hundspetersilie, Schwarzer Nachtschatten | 0–9 | 1.2 LITER_PER_HECTARE | — |
| Kürbis-Hybriden | Kamille-Arten, Schadhirsen, Amarant-Arten | — | 1.4 LITER_PER_HECTARE | — |
| Zier/Wildkürbis (Cucurbita texana) | Kamille-Arten, Schadhirsen, Amarant-Arten | — | 1.4 LITER_PER_HECTARE | — |
| Stangenbohne | Kleine Brennnessel, Amarant-Arten, Gemeines Kreuzkraut | — | 1 LITER_PER_HECTARE | 42T |
| Durchwachsene Silphie | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | — | 1.2 LITER_PER_HECTARE | — |
| Rosenkohl | Kleine Brennnessel, Schadhirsen, Amarant-Arten | 0–16 | 1 LITER_PER_HECTARE | 90T |
| Erdbeere | Schadhirsen, Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter, Einjähriges Rispengras | — | 1.4 LITER_PER_HECTARE | — |
| Spargel | Kamille-Arten, Schadhirsen, Amarant-Arten | — | 1.4 LITER_PER_HECTARE | — |
| Gurke | Kamille-Arten, Schadhirsen, Amarant-Arten | — | 1.4 LITER_PER_HECTARE | — |
| Schnittlauch | Kamille-Arten, Kleine Brennnessel, Schadhirsen | 12–14 | 1 LITER_PER_HECTARE | 35T |
| Zwiebelgemüse | Kamille-Arten, Kleine Brennnessel, Schadhirsen | 12–14 | 1.4 LITER_PER_HECTARE | 35T |
| Zuckermais | Kamille-Arten, Schadhirsen, Amarant-Arten | 10–16 | 1.4 LITER_PER_HECTARE | 60T |
| Kopfkohl (Rot-, Weiß-, Spitz- und Wirsingkohl) | Kleine Brennnessel, Schadhirsen, Amarant-Arten | 12–16 | 1.4 LITER_PER_HECTARE | 60T |
| Speisezwiebel | Kamille-Arten, Kleine Brennnessel, Schadhirsen | 0–14 | 1.4 LITER_PER_HECTARE | — |
| Ölkürbis | Kamille-Arten, Schadhirsen, Amarant-Arten | — | 1.4 LITER_PER_HECTARE | — |
| Schnittlauch | Kamille-Arten, Kleine Brennnessel, Schadhirsen | 12–14 | 1 LITER_PER_HECTARE | 35T |
| Sojabohne | Kamille-Arten, Schadhirsen, Amarant-Arten | 0–9 | 0.8 LITER_PER_HECTARE | — |
| Blumenkohle | Kleine Brennnessel, Schadhirsen, Amarant-Arten | 0–16 | 1 LITER_PER_HECTARE | 35T |
| Kopfkohl (Rot-, Weiß-, Spitz- und Wirsingkohl) | Kleine Brennnessel, Schadhirsen, Amarant-Arten | 0–16 | 1.4 LITER_PER_HECTARE | 60T |
| Durchwachsene Silphie | Einjährige zweikeimblättrige Unkräuter | — | 1.2 LITER_PER_HECTARE | — |
| Futterrübe | Zweikeimblättrige Unkräuter | 16–18 | 0.9 LITER_PER_HECTARE | — |
| Miscanthus | Storchschnabel-Arten, Hundspetersilie, Schwarzer Nachtschatten | 0–29 | 1.2 LITER_PER_HECTARE | — |
| Mais | Kamille-Arten, Schadhirsen, Amarant-Arten | 0–9 | 1.4 LITER_PER_HECTARE | — |
| Steinobst | Kamille-Arten, Kleine Brennnessel, Schadhirsen | 0–73 | 1.4 LITER_PER_HECTARE | — |
| Buschbohne | Kleine Brennnessel, Amarant-Arten, Gemeines Kreuzkraut | — | 1 LITER_PER_HECTARE | 42T |
Häufige Fragen
Wie beeinflusst die Bodenfeuchtigkeit die Wirksamkeit von Spectrum?
Da Spectrum ein Bodenherbizid ist, ist eine ausreichende Bodenfeuchtigkeit für die Aktivierung des Wirkstoffs Dimethenamid-P unerlässlich. Der Wirkstoff muss sich im Bodenwasser lösen, um von den keimenden Schaderregern aufgenommen zu werden. Bei anhaltender Trockenheit kann die Wirkung vorübergehend unzureichend sein, reaktiviert sich jedoch, sobald Niederschläge einsetzen.
Wann ist der optimale Zeitpunkt für eine Vorauflaufbehandlung mit Spectrum?
Die Anwendung im Vorauflauf sollte idealerweise unmittelbar nach der Saat bis spätestens wenige Tage vor dem Auflaufen der Kultur (BBCH-Stadium 00 bis 08) erfolgen. Ein feinkrümeliges, gut abgesetztes Saatbett ohne grobe Klumpen oder organische Rückstände begünstigt die Ausbildung eines lückenlosen Herbizidfilms auf der Bodenoberfläche.
Kann Spectrum auch im Nachauflauf der Kulturen eingesetzt werden?
Ja, in bestimmten Kulturen wie Mais oder Zuckerrüben ist eine Anwendung im frühen Nachauflauf möglich. Wichtig ist hierbei, dass Spectrum primär über den Boden wirkt und bereits etablierte, größere Unkräuter nicht mehr ausreichend erfasst. In diesem Fall muss Spectrum mit blattaktiven Pflanzenschutzmitteln kombiniert werden.
Welche Nachfolgekulturen können nach dem Einsatz von Spectrum angebaut werden?
Nach dem regulären Abbau des Wirkstoffs im Boden können im Rahmen der normalen Fruchtfolge alle üblichen landwirtschaftlichen Kulturen nachgebaut werden. Sollte es zu einem vorzeitigen Umbruch der Kultur kommen, sind die in der Gebrauchsanleitung des Herstellers angegebenen Wartezeiten und Richtlinien zur Bodenbearbeitung (z. B. tiefes Pflügen) strikt zu beachten.
Wie verhält sich Spectrum bei Starkregen kurz nach der Applikation?
Sehr starke Niederschläge direkt nach der Behandlung können den Wirkstoff in tiefere Bodenschichten einwaschen. Auf sehr leichten, sandigen Böden kann dies zu einer vorübergehenden Wachstumshemmung oder Aufhellung der Kultur führen. Es wird empfohlen, die Anwendung nicht unmittelbar vor angekündigten Starkregenereignissen durchzuführen.
Wie finde ich im Portal weitere zugelassene Pflanzenschutzmittel gegen Schadhirsen?
Nutzen Sie hierzu die Such- und Filterfunktion auf agronomy.farmable.tech. Filtern Sie in der Produktdatenbank nach der Ziel-Kultur (z. B. Mais oder Sojabohne) und wählen Sie unter den Schaderregern 'Schadhirsen' oder 'Hühnerhirse' aus, um alle in Deutschland (BVL) registrierten Alternativen und Kombinationspartner übersichtlich anzuzeigen.