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Sonstige · ADAMA Deutschland GmbH

BATALIN

BVL Zul.-Nr. 034107-63

BATALIN ist ein hochwirksames, systemisches Herbizid (Graminizid) von ADAMA Deutschland GmbH zur gezielten Ausschaltung von einkeimblättrigen Unkräutern (Ungräsern) in einer Vielzahl von zweikeimblättrigen Kulturen wie Raps, Kartoffeln, Zuckerrüben und Erdbeeren sowie im Gemüsebau. Als Emulsionskonzentrat (EC) formuliert, zeichnet sich das Pflanzenschutzmittel durch eine schnelle Aufnahme über die Blätter und eine rasche Verteilung in der gesamten Pflanze aus.

Das Wirkungsspektrum umfasst sowohl einjährige einkeimblättrige Unkräuter wie Acker-Fuchsschwanz, Windhalm und Ausfallgetreide als auch ausdauernde Problemgräser wie die Gemeine Quecke. Durch die flexible Zulassung in zahlreichen Kulturen stellt BATALIN ein wichtiges Werkzeug für das herbstliche und frühjahrliche Ungrasmanagement dar und sichert die Ertragsleistung der Kulturen durch die frühzeitige Ausschaltung von Nährstoffkonkurrenten.

Wirkstoffe

Propaquizafop
100 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der enthaltene Wirkstoff Propaquizafop gehört zur chemischen Klasse der Aryloxyphenoxypropionate ("Fops") und wird der HRAC-Gruppe 1 (ehemals Gruppe A) zugeordnet. Er wirkt als selektiver Inhibitor des Enzyms Acetyl-CoA-Carboxylase (ACCase). Dieses Enzym ist essenziell für die Fettsäurebiosynthese in Gramineen (Gräsern). Zweikeimblättrige Kulturen besitzen eine unempfindliche Form dieses Enzyms, weshalb sie durch den Wirkstoff nicht geschädigt werden. Nach der Aufnahme über die grünen Pflanzenteile wird Propaquizafop rasch in die Wachstumszonen (Meristeme) der Wurzeln und Sprosse transportiert. Dort blockiert es die Fettsäuresynthese, was zum Zusammenbruch der Zellmembranen führt. Erste Symptome zeigen sich nach wenigen Tagen durch Wachstumsstillstand und Verfärbungen der jüngsten Blätter, gefolgt vom vollständigen Absterben des gesamten Ungrases innerhalb von zwei bis vier Wochen.

Resistenzmanagement

Um einer Resistenzbildung bei wichtigen Ungräsern wie dem Acker-Fuchsschwanz oder dem Windhalm vorzubeugen, solltest du BATALIN stets in ein integriertes Herbizidkonzept einbinden. Vermeide den wiederholten, ausschließlichen Einsatz von ACCase-Hemmern (HRAC-Gruppe 1) auf derselben Fläche. Ein regelmäßiger Wirkstoffwechsel mit Herbiziden anderer Wirkungsmechanismen sowie pflanzenbauliche Maßnahmen wie eine vielseitige Fruchtfolge und mechanische Bodenbearbeitung sind entscheidend, um die Wirksamkeit dieses wichtigen Graminizids langfristig zu erhalten.

Mischbarkeit & Tankmischung

BATALIN ist im Allgemeinen gut mit vielen gängigen Fungiziden und Insektiziden mischbar. Bei geplanten Tankmischungen mit anderen Herbiziden, insbesondere gegen zweikeimblättrige Unkräuter, solltest du jedoch mögliche antagonistische Effekte beachten, die die Gräserwirkung reduzieren können. In solchen Fällen empfiehlt sich oft eine Splitting-Anwendung oder ein zeitlicher Abstand von einigen Tagen. Achte auf eine ausreichende Wasseraufwandmenge und vermeide extrem hartes Wasser sowie extreme Temperaturen während der Applikation, um die Wirkstoffaufnahme nicht zu beeinträchtigen. Zusätzliche Netzmittel sind in der Regel nicht erforderlich, da die Formulierung bereits optimiert ist.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit BATALIN ist das Tragen der vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug, Schutzhandschuhen und Augenschutz, bei der Handhabung des Konzentrats und der Ausbringung obligatorisch. Da keine spezifische Bienengefährdungsklasse im Steckbrief vorgegeben ist, solltest du zum Schutz von Bestäubern die Anwendung generell nicht in blühende Bestände legen oder zu Zeiten durchführen, in denen Bienen aktiv fliegen; weiche bevorzugt auf die Abendstunden aus. Um Einträge in Oberflächengewässer und Schäden an Nichtzielorganismen zu vermeiden, sind Abdriften strikt zu minimieren und die allgemeinen Gewässerschutzauflagen sowie Abstandsregelungen sorgfältig einzuhalten.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
SalateEinjährige einkeimblättrige Unkräuter, Gemeine Quecke13–990.6 LITER_PER_HECTARE30T
Salat-ArtenEinjährige einkeimblättrige Unkräuter, Gemeine Quecke13–990.6 LITER_PER_HECTARE30T
SalateEinjährige einkeimblättrige Unkräuter, Gemeine Quecke13–991.5 LITER_PER_HECTARE30T
Salat-ArtenEinjährige einkeimblättrige Unkräuter, Gemeine Quecke13–991.5 LITER_PER_HECTARE30T
SpinatEinjährige einkeimblättrige Unkräuter, Gemeine Quecke13–990.6 LITER_PER_HECTARE40T
SpinatEinjährige einkeimblättrige Unkräuter, Gemeine Quecke13–991.5 LITER_PER_HECTARE40T
ChicoreeEinjährige einkeimblättrige Unkräuter, Gemeine Quecke13–990.6 LITER_PER_HECTARE40T
ChicoreeEinjährige einkeimblättrige Unkräuter, Gemeine Quecke13–991.5 LITER_PER_HECTARE40T
WinterrapsGemeine Quecke9–990.75 LITER_PER_HECTARE90T
Luzerne-ArtenGemeine Quecke13–291.5 LITER_PER_HECTARE45T
ErdbeereGemeine Quecke11–971.5 LITER_PER_HECTARE35T
BlumenkohleEinjährige einkeimblättrige Unkräuter15–191 LITER_PER_HECTARE28T
FuttererbseGemeine Quecke13–391.5 LITER_PER_HECTARE90T
ErbseEinjährige einkeimblättrige Unkräuter13–290.8 LITER_PER_HECTARE40T
LaubholzEinkeimblättrige Unkräuter1.5 LITER_PER_HECTARE
KernobstGemeine Quecke1.5 LITER_PER_HECTARE30T
WiesenlieschgrasAcker-Fuchsschwanz, Ausfallgetreide, Gemeiner Windhalm21–290.25 LITER_PER_HECTARE
PhaceliaGemeine Quecke13–291.5 LITER_PER_HECTARE
KartoffelGemeine Quecke9–991.5 LITER_PER_HECTARE30T
ZuckerrübeGemeine Quecke9–990.75 LITER_PER_HECTARE60T
frische KräuterEinjährige einkeimblättrige Unkräuter0.75 LITER_PER_HECTARE14T
NadelholzLand-Reitgras2 LITER_PER_HECTARE
PfirsichGemeine Quecke1.5 LITER_PER_HECTARE30T
RohrschwingelAcker-Fuchsschwanz, Ausfallgetreide, Gemeiner Windhalm21–290.25 LITER_PER_HECTARE
MöhreGemeine Quecke9–991.5 LITER_PER_HECTARE35T
Klee-ArtenGemeine Quecke13–291.5 LITER_PER_HECTARE45T
BaumschulgehölzpflanzenEinjährige einkeimblättrige Unkräuter0.75 LITER_PER_HECTARE
NadelholzEinkeimblättrige Unkräuter1.5 LITER_PER_HECTARE
WinterrapsGemeine Quecke9–991.5 LITER_PER_HECTARE90T
Kopfkohl (Rot-, Weiß-, Spitz- und Wirsingkohl)Gemeine Quecke9–991.5 LITER_PER_HECTARE35T
FuttererbseEinjährige einkeimblättrige Unkräuter13–390.75 LITER_PER_HECTARE
SpeisezwiebelEinjährige einkeimblättrige Unkräuter11–450.75 LITER_PER_HECTARE30T
Schaf-SchwingelAcker-Fuchsschwanz, Ausfallgetreide, Gemeiner Windhalm21–290.25 LITER_PER_HECTARE
FutterrübeGemeine Quecke9–991.5 LITER_PER_HECTARE60T
Johannisbeerartiges BeerenobstEinjährige einkeimblättrige Unkräuter0.75 LITER_PER_HECTARE
KnoblauchEinjährige einkeimblättrige Unkräuter13–150.75 LITER_PER_HECTARE28T
SonnenblumeGemeine Quecke12–391.5 LITER_PER_HECTARE90T
SchalotteEinjährige einkeimblättrige Unkräuter13–150.75 LITER_PER_HECTARE28T
WinterrapsEinjährige einkeimblättrige Unkräuter13–291 LITER_PER_HECTARE
LeinGemeine Quecke9–991.5 LITER_PER_HECTARE120T
WinterrapsEinjährige einkeimblättrige Unkräuter21–390.75 LITER_PER_HECTARE
FutterrübeGemeine Quecke9–990.75 LITER_PER_HECTARE60T
Johannisbeerartiges BeerenobstGemeine Quecke1.5 LITER_PER_HECTARE
Wurzel- und KnollengemüseEinjährige einkeimblättrige Unkräuter13–150.75 LITER_PER_HECTARE28T
ZuckerrübeGemeine Quecke9–991.5 LITER_PER_HECTARE60T
AckerbohneGemeine Quecke13–391.5 LITER_PER_HECTARE45T
Deutsches WeidelgrasAcker-Fuchsschwanz, Ausfallgetreide, Gemeiner Windhalm21–290.25 LITER_PER_HECTARE
LaubholzLand-Reitgras2 LITER_PER_HECTARE
PerlzwiebelEinjährige einkeimblättrige Unkräuter13–150.75 LITER_PER_HECTARE28T
KernobstEinjährige einkeimblättrige Unkräuter0.8 LITER_PER_HECTARE30T
Johannisbeerartiges BeerenobstEinjährige einkeimblättrige Unkräuter0–590.75 LITER_PER_HECTARE
Wiesen-RispengrasAusfallgetreide, Gemeiner Windhalm, Gemeines Rispengras21–290.2 LITER_PER_HECTARE
Johannisbeerartiges BeerenobstGemeine Quecke0–591.5 LITER_PER_HECTARE
PhaceliaEinjährige einkeimblättrige Unkräuter13–290.8 LITER_PER_HECTARE
MöhreEinjährige einkeimblättrige Unkräuter11–450.75 LITER_PER_HECTARE30T
ZuckerrübeEinjährige einkeimblättrige Unkräuter12–391 LITER_PER_HECTARE
LeinEinjährige einkeimblättrige Unkräuter9–990.75 LITER_PER_HECTARE
KartoffelGemeine Quecke9–990.75 LITER_PER_HECTARE30T
ErdbeereEinjährige einkeimblättrige Unkräuter0.75 LITER_PER_HECTARE35T
PfirsichEinjährige einkeimblättrige Unkräuter0.8 LITER_PER_HECTARE30T
WurzelpetersilieGemeine Quecke13–191.5 LITER_PER_HECTARE30T
Kopfkohl (Rot-, Weiß-, Spitz- und Wirsingkohl)Einjährige einkeimblättrige Unkräuter11–190.75 LITER_PER_HECTARE
KartoffelEinjährige einkeimblättrige Unkräuter13–291 LITER_PER_HECTARE
WurzelpetersilieEinjährige einkeimblättrige Unkräuter11–450.75 LITER_PER_HECTARE30T
Beten (Rote, Gelbe, Weiße Bete)Gemeine Quecke9–991.5 LITER_PER_HECTARE60T
FutterrübeEinjährige einkeimblättrige Unkräuter12–391 LITER_PER_HECTARE
WiesenschwingelAcker-Fuchsschwanz, Ausfallgetreide, Gemeiner Windhalm21–290.25 LITER_PER_HECTARE
SpeisezwiebelEinkeimblättrige Unkräuter, Gemeine Quecke13–191.5 LITER_PER_HECTARE30T
SonnenblumeEinjährige einkeimblättrige Unkräuter13–390.75 LITER_PER_HECTARE
SojabohneGemeine Quecke13–391.5 LITER_PER_HECTARE90T
ErbseGemeine Quecke13–991.5 LITER_PER_HECTARE40T
Luzerne-ArtenEinjährige einkeimblättrige Unkräuter13–290.8 LITER_PER_HECTARE45T
AckerbohneEinjährige einkeimblättrige Unkräuter13–390.75 LITER_PER_HECTARE
SojabohneEinjährige einkeimblättrige Unkräuter13–390.8 LITER_PER_HECTARE90T
Klee-ArtenEinjährige einkeimblättrige Unkräuter13–290.8 LITER_PER_HECTARE45T
BaumschulgehölzpflanzenGemeine Quecke1.5 LITER_PER_HECTARE

Häufige Fragen

Wie erkennst du, ob die Behandlung mit BATALIN erfolgreich war?

Erste Anzeichen für den Bekämpfungserfolg zeigen sich meist nach 7 bis 10 Tagen. Das Wachstum der Gräser stoppt, und die jüngsten Herzblätter verfärben sich rötlich bis gelblich. Wenn du leicht an diesen inneren Blättern ziehst, lassen sie sich mühelos aus der Blattscheide herausziehen, da das Meristemgewebe bereits abgestorben ist.

Welchen Einfluss hat die Witterung auf die Wirkung von BATALIN?

Für eine optimale Wirkung benötigt das Pflanzenschutzmittel wüchsiges Wetter mit Temperaturen zwischen 10 °C und 25 °C, da der Wirkstofftransport in aktiv wachsenden Ungräsern am besten funktioniert. Bei extremer Trockenheit, Frost oder starker Hitze solltest du die Behandlung verschieben, da die Gräser dann eine dickere Wachsschicht bilden und den Wirkstoff schlechter aufnehmen.

Was musst du bei der Bekämpfung der Gemeinen Quecke besonders beachten?

Die Gemeine Quecke erfordert im Vergleich zu einjährigen Ungräsern eine höhere Aufwandmenge, da der Wirkstoff bis tief in das unterirdische Rhizomsystem transportiert werden muss. Behandle die Quecke erst, wenn sie ausreichend Blattmasse gebildet hat (ca. 15–20 cm Wuchshöhe), damit genügend Wirkstoff aufgenommen werden kann.

Kann BATALIN auch bei Frostgefahr eingesetzt werden?

Nein, du solltest BATALIN nicht anwenden, wenn Nachtfröste angekündigt sind oder die Kulturen unter Stress (z. B. durch Staunässe oder Herbizidvorbehandlungen) stehen. Frost stoppt den Stoffwechsel der Pflanzen, was einerseits die Herbizidwirkung stark verzögert und andererseits das Risiko von Kulturschäden erhöht.

Wie lange nach der Anwendung von BATALIN ist das Mittel regenfest?

Dank der modernen EC-Formulierung dringt der Wirkstoff Propaquizafop sehr schnell in das Blattgewebe ein. In der Regel ist der Spritzbelag bereits etwa ein bis zwei Stunden nach der Applikation regenfest, sodass ein späterer Niederschlag die Wirkung nicht mehr beeinträchtigt.

Warum ist die Bekämpfung von Ausfallgetreide im Raps so wichtig und wann ist der beste Zeitpunkt?

Ausfallgetreide läuft meist sehr schnell und dicht auf und konkurriert mit dem jungen Raps massiv um Licht, Wasser und Nährstoffe. Du solltest die Behandlung frühzeitig durchführen, sobald das Ausfallgetreide das 2- bis 3-Blatt-Stadium erreicht hat, um eine Unterdrückung der Rapspflanzen im empfindlichen Rosettenstadium zu verhindern.