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Sonstige · ADAMA Deutschland GmbH

EVURE

BVL Zul.-Nr. 024218-60

EVURE ist ein hochwirksames, flüssiges Insektizid (Formulierungstyp: Emulsion, Öl in Wasser - EW) von ADAMA, das auf dem bewährten Wirkstoff tau-Fluvalinat basiert. Als moderner Vertreter der Pyrethroide zeichnet sich das Pflanzenschutzmittel durch ein breites Wirkungsspektrum gegen saugende und beißende Insekten aus. Es hat sich im Markt als verlässlicher Baustein etabliert, um wichtige Kulturen wie Raps, Getreide (Weizen, Hafer, Triticale) sowie verschiedene Gemüse- und Sonderkulturen vor ertragsmindernden Schaderregern zu schützen.

Das Wirkungsspektrum umfasst bedeutende Schädlinge wie Rapsglanzkäfer, Weizengallmücken, Thripse sowie verschiedene Blattlaus-Arten, einschließlich ihrer Funktion als Virusvektoren. Durch seine spezielle Formulierung haftet EVURE hervorragend auf der Pflanzenoberfläche und bietet eine schnelle Anfangswirkung (Knock-down-Effekt) gepaart mit einer guten Dauerwirkung, selbst unter wechselnden Witterungsbedingungen.

Wirkstoffe

tau-Fluvalinat
240 g/L · Wirkstoff

Wirkungsweise

Der in EVURE enthaltene Wirkstoff tau-Fluvalinat gehört zur chemischen Klasse der Pyrethroide und wird der IRAC-Gruppe 3A zugeordnet. Der biochemische Wirkungsmechanismus basiert auf der Interaktion mit den spannungsabhängigen Natriumkanälen in den Nervenmembranen der Schadinsekten. Tau-Fluvalinat verzögert das Schließen dieser Natriumkanäle, was zu einem anhaltenden Einstrom von Natriumionen führt. Diese langanhaltende Depolarisation der Nervenzelle löst unkontrollierte, sich wiederholende Nervenimpulse (Hyperexzitation) aus. Die betroffenen Schaderreger zeigen rasch Koordinationsstörungen, gefolgt von einer vollständigen Lähmung und dem anschließenden Absterben. Da der Wirkstoff sowohl über Kontakt als auch über Fraß (Ingestion) aufgenommen wird, erfasst er die Zielschädlinge auf direktem und indirektem Weg äußerst zuverlässig.

Resistenzmanagement

Um die langfristige Wirksamkeit von EVURE zu sichern und der Entstehung von Resistenzen vorzubeugen, solltest du ein konsequentes Resistenzmanagement betreiben. Da tau-Fluvalinat zur IRAC-Gruppe 3A gehört, ist ein strikter Wirkstoffwechsel mit Insektiziden aus anderen Wirkstoffklassen (wie z. B. Neonicotinoiden, Butenoliden oder Diamiden) zwingend erforderlich. Vermeide aufeinanderfolgende Behandlungen mit Pyrethroiden innerhalb einer Saison. Nutze stattdessen Spritzfolgen, die auf unterschiedlichen Wirkungsmechanismen basieren, und richte dich nach den regionalen Schadschwellen, um unnötige Anwendungen zu vermeiden.

Mischbarkeit & Tankmischung

EVURE zeichnet sich durch eine gute physikalische und chemische Mischbarkeit mit vielen gängigen Fungiziden, Herbiziden und Blattdüngern aus. Bei der Herstellung von Tankmischungen solltest du stets die Gebrauchsanleitungen aller Mischpartner beachten und vorab eine kleine Mischprobe (Kübeltest) durchführen, um die physikalische Stabilität zu prüfen. Achte auf eine ausreichende Wasseraufwandmenge, um eine lückenlose Benetzung der Kultur zu gewährleisten. Die Zugabe von speziellen Netzmitteln ist in der Regel nicht erforderlich, da die EW-Formulierung bereits für eine optimale Verteilung und Haftung auf den Blättern optimiert ist.

Sicherheit & Ökotoxikologie

Beim Umgang mit EVURE steht der Schutz des Anwenders und der Umwelt an erster Stelle. Trage während der Anmischung und Anwendung stets die vorgeschriebene persönliche Schutzausrüstung (PSA), einschließlich Schutzanzug, Schutzhandschuhen und Augenschutz. Zum Schutz von Gewässerorganismen und Nichtzielorganismen sind Abdriften auf angrenzende Flächen unbedingt zu vermeiden; nutze hierzu abdriftmindernde Düsentechnik. Da keine spezifische Bienen-Einstufung vorliegt, solltest du zum Schutz von Bestäubern vorsorglich auf Anwendungen während des aktiven Bienenflugs verzichten. Behandle vorzugsweise in den Abendstunden, wenn die Bienen den Flug eingestellt haben, und vermeide die Benetzung blühender Unkräuter im Unterwuchs.

Zugelassene Anwendungen

KulturZiel-SchaderregerBBCHAufwandWartezeit
MeloneBlattläuse, Beißende Insekten69–99200 MILLILITER_PER_HECTARE14T
StangenbohneBlattläuse, Beißende Insekten59–99100 MILLILITER_PER_HECTARE7T
HülsengemüseBlattläuse, Beißende Insekten200 MILLILITER_PER_HECTARE14T
ZuckererbseBlattläuse, Beißende Insekten59–99200 MILLILITER_PER_HECTARE7T
BuschbohneBlattläuse, Beißende Insekten59–99200 MILLILITER_PER_HECTARE7T
ErbseBlattläuse, Beißende Insekten59–99200 MILLILITER_PER_HECTARE7T
TopinamburBlattläuse, Beißende Insekten41–99200 MILLILITER_PER_HECTARE14T
Getreide (Gerste, Hafer, Roggen, Triticale, Weizen)Blattläuse als Virusvektoren200 MILLILITER_PER_HECTARE
BlumenkohlRapsglanzkäfer19–990.2 LITER_PER_HECTARE7T
WeizenBlattläuse200 MILLILITER_PER_HECTARE
PastinakBlattläuse, Beißende Insekten41–99200 MILLILITER_PER_HECTARE14T
HülsengemüseBlattläuse, Beißende Insekten10–180.2 LITER_PER_HECTARE14T
KohlrübeBlattläuse, Beißende Insekten41–99200 MILLILITER_PER_HECTARE14T
TriticaleBlattläuse200 MILLILITER_PER_HECTARE
Wurzel- und KnollengemüseBlattläuse, Beißende Insekten10–180.2 LITER_PER_HECTARE14T
BrokkoliBlattläuse, Beißende Insekten, Rapsglanzkäfer19–99200 MILLILITER_PER_HECTARE7T
KnollensellerieBlattläuse, Beißende Insekten41–99200 MILLILITER_PER_HECTARE14T
SüßkartoffelBlattläuse, Beißende Insekten41–99200 MILLILITER_PER_HECTARE14T
Kopfkohl (Rot-, Weiß-, Spitz- und Wirsingkohl)Rapsglanzkäfer41–990.2 LITER_PER_HECTARE7T
WeizenWeizengallmücken51–650.2 LITER_PER_HECTARE30T
FuttererbseBlattläuse10–790.2 LITER_PER_HECTARE7T
MeerrettichBlattläuse, Beißende Insekten41–99200 MILLILITER_PER_HECTARE14T
HaferBlattläuse200 MILLILITER_PER_HECTARE
RettichBlattläuse, Beißende Insekten200 MILLILITER_PER_HECTARE7T
ZuckerrübeBlattläuse11–390.2 LITER_PER_HECTARE14T
RadieschenBlattläuse, Beißende Insekten200 MILLILITER_PER_HECTARE7T
MöhreBlattläuse, Beißende Insekten41–99200 MILLILITER_PER_HECTARE14T
GersteBlattläuse200 MILLILITER_PER_HECTARE
Salat-ArtenBlattläuse, Beißende Insekten12–490.2 LITER_PER_HECTARE14T
ErdbeereThripse0–850.2 LITER_PER_HECTARE7T
Beten (Rote, Gelbe, Weiße Bete)Blattläuse, Beißende Insekten41–99200 MILLILITER_PER_HECTARE14T
FutterrübeBlattläuse11–390.2 LITER_PER_HECTARE14T
RapsBeißende Insekten200 MILLILITER_PER_HECTARE56T
RoggenBlattläuse200 MILLILITER_PER_HECTARE
AckerbohneBlattläuse20–790.2 LITER_PER_HECTARE14T
SchwarzwurzelBlattläuse, Beißende Insekten41–99200 MILLILITER_PER_HECTARE14T
RapsKohlschotenmücke200 MILLILITER_PER_HECTARE56T
Blatt- und StielgemüseBlattläuse, Beißende Insekten10–180.2 LITER_PER_HECTARE14T
Speiserüben (Stoppelrübe, Mairübe etc.)Blattläuse, Beißende Insekten41–99200 MILLILITER_PER_HECTARE14T
ErbseBlattläuse10–790.2 LITER_PER_HECTARE7T
Getreide (Gerste, Hafer, Roggen, Triticale, Weizen)Getreidehähnchen (Lema sp.)37–750.2 LITER_PER_HECTARE30T
RosenkohlBlattläuse, Beißende Insekten, Rapsglanzkäfer19–99200 MILLILITER_PER_HECTARE7T
WurzelpetersilieBlattläuse, Beißende Insekten41–99200 MILLILITER_PER_HECTARE14T
ChicoreeBlattläuse, Beißende Insekten41–99200 MILLILITER_PER_HECTARE7T

Häufige Fragen

Wie kontrolliere ich den optimalen Behandlungszeitpunkt gegen den Rapsglanzkäfer?

Du solltest deine Rapsbestände ab dem Knospenstadium (BBCH 51) regelmäßig kontrollieren. Nutze Gelbschalen oder klopfe die Haupttriebe ab, um den Zuflug zu überwachen. Eine Behandlung mit EVURE ist dann ratsam, wenn die regionalen Schadschwellen überschritten sind und die Rapsknospen noch geschlossen sind, da die Käfer zu diesem Zeitpunkt den größten Schaden durch das Anfressen der Knospen anrichten.

Warum ist EVURE besonders wertvoll für den Schutz vor Virusübertragungen?

Blattläuse übertragen Viren oft innerhalb kürzester Zeit nach dem Anstich der Pflanze. EVURE besitzt eine ausgeprägte Kontaktwirkung, die zu einem schnellen "Knock-down" der Schädlinge führt. Indem die Blattläuse rasch gelähmt werden, wird ihre Saugtätigkeit gestoppt, was die Ausbreitung von Viren (wie dem Wasserrübenvergilbungsvirus im Raps oder Verzwergungsviren im Getreide) effektiv unterbricht.

Kann ich EVURE auch bei sommerlichen Temperaturen anwenden?

Ja, im Gegensatz zu einigen älteren Pyrethroiden, die bei Hitze stark an Wirkung verlieren, zeigt der Wirkstoff tau-Fluvalinat in EVURE eine vergleichsweise gute Temperaturstabilität. Dennoch empfiehlt es sich, die Behandlung in den kühleren Morgen- oder Abendstunden durchzuführen, da die Schädlinge dann aktiver auf den Pflanzenoberflächen sitzen und die Wirkstoffaufnahme optimiert wird.

Was muss ich bei der Anwendung in Getreide gegen Weizengallmücken beachten?

Weizengallmücken legen ihre Eier während des Ährenschiebens (BBCH 51–59) ab. Du solltest die Bestände in den Abendstunden auf fliegende Mücken kontrollieren. Da EVURE vor allem als Kontaktinsektizid wirkt, muss die Behandlung genau zum Zeitpunkt des Hauptfluges und vor der Eiablage erfolgen, da die Larven nach dem Einbohren in die Ährchen nicht mehr erreicht werden können.

Wie integriere ich EVURE am besten in ein Antiresistenz-Programm bei Rapsglanzkäfern?

Da in vielen Regionen bereits Pyrethroid-Resistenzen beim Rapsglanzkäfer vorliegen, solltest du EVURE gezielt und nur nach Überschreiten der Schadschwelle einsetzen. Wechsle den Wirkstoff konsequent mit Produkten aus anderen IRAC-Klassen (z. B. Klasse 4 oder 9) ab. Nutze EVURE bevorzugt in Spritzfolgen, in denen zuvor kein anderes Pyrethroid der Klasse 3A eingesetzt wurde.

Wie finde ich heraus, welche Wartezeiten für meine spezifische Kultur gelten?

Die Wartezeit (PHI) von EVURE variiert je nach Kultur erheblich und liegt zwischen 7 und 56 Tagen. Du kannst die genauen, für deine Kultur registrierten Wartezeiten und die zugelassenen BBCH-Stadien direkt in der interaktiven Zulassungstabelle auf dieser Produktseite einsehen, um deine Ernteplanung exakt abzustimmen.